Eine Sammelsurium von Briefen, Gedanken, Berichten, Tagebüchern und Ereignissen.
Irgendwelche Bruchstücke in einem Tagebuch:
Mit Perrin ordentlich in der Taverne gesoffen. Habe Alayna wiedergesehen und mich gefreut. Sie kann schon ordentlich trinken, aber irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass ich mehr für sie empfinde als für einen geselligen Saufkumpanen.
Heute mit Alayna am Lagerfeuer bei Bajard gesessen. Natürlich nicht ohne Bier, aber keiner von uns hat sich übermäßig diesmal die Kante gegeben. Ich glaube sie mag mich auch, bin mir aber unsicher.
Am Ende noch überfallen worden und stehe wieder mit heruntergelassenen Hosen da. Bier ist auch alle und Alayna wieder aufgebrochen. Scheiss Tag.
Heute mit Alayna noch spät nachts unterwegs gewesen. Als ich ihr einen Streich spielte und mein Verschwinden vortäuschte, da schien sie wirklich besorgt. Sie scheint mich wirklich gern zu haben...
Jeden Tag bestärkt sich das Gefühl, ich beginne sie sogar zu vermissen.
Ich glaube seit Mirandas Tod habe ich nicht mehr so empfunden... ich brauche echt dringend mehr Alkohol!
Bei Saremus mich verplappert und der hat Alayna erzählt, wie ich für sie empfinde. Ich hasse ihn - nicht wirklich, aber kurz wollte ich ihm unbedingt an die Gurgel gehen. Ich habe schon Alayna 'mein Herz ausgeschüttet', daher liebes Tagebuch, musst du leider nun darauf verzichten. Aber sie mag mich wirklich, ich weiß es nun genau. Ein guter Tag. Bin glücklich.
Ein Brief:
Wenig geschätzer und noch viel weniger verehrter Vater,
die Schuld, welche ich Eurer Ansicht nach trage, ist es, welche mich diese Zeilen an Euch richten lassen.
Ihr habt mir unmissverständlich klar gemacht, dass ich die Schuld für den Eurigen und meinigen Verlust zu tragen habe. Da ich nun - nach Eurem Willen - ohne Erbe und mittellos dastehe, füge ich mich in mein Schicksal. Ihr habt schon immer gesagt, wie nutzlos mein Dasein doch ist. Diesem Eindruck und 'Wunsch' möchte ich mit gutem Beispiel voran gehen und so lasse ich Euch wissen, dass ich mich einer verruchten Bande von Säufern, Schmugglern, Dieben und Gesindel angeschlossen habe. Ihr seht, nun erfülle ich wohl doch Eure Vorstellungen.
Falls Ihr jetzt noch nicht sitzt, dann laße ich Euch überdies wissen, dass mein Herz wieder seinen Schleier der Traurigkeit abgeschüttelt hat. Ich kann mir bereits Eure Gedanken dazu vorstellen, und Eure Vorwürfe, dass ich niemals wirkliche Gefühle gehegt hätte - wie gut Ihr mich doch kennt!
Es handelt sich im Übrigen um eine Dirne, derer ich mein Herz öffnete.
Ihr seht Vater, ich tue nur alles erdenklich Mögliche um Euch zu gefallen und den von Euch mir gewünschten Weg auch gehorsamst zu erfüllen.
Hochachtungsvoll Euer missratener Sohn
Kommentar:
Weit in die Lande ist bekannt, aus Zuneigung kann ein starkes Gefühl erwachsen. Obgleich jenes glückliche Empfinden dem Protagonisten berauschend durch die Adern wandert, so findet sich darin auch die Erklärung, weshalb so mancher dieser 'Glücklichen' einen raschen Tod fand, wenn er blindlings einer holden Maid hinter her lief. Es mag wohlmöglich der Tag kommen, an dem sich dies dem Jüngling zu erkennen gibt. Doch unser werter Protagonist trägt die rosarote Brille doch noch mit beachtlicher Standhaftigkeit herum.