Eine Strafe gegen sich selbst.

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Dalana D´Ron

Eine Strafe gegen sich selbst.

Beitrag von Dalana D´Ron »

Blind stolperte sie aus dem Haus hinaus, blind eilte sie in Richtung Varuna. Dal wusste nicht ob es der starke Regen oder ihre Traenen waren welche ihr die Sicht nahmen. Auch spuerte sie nicht die Feuchtigkeit, welche durch den duennen Stoff des Umhangs und ihres Kleides drang. Sie hatte nur ein Ziel, ein Ziel wo sie hoffte etwas zu finden. Da ragte ihr ziel auch schon aus den Schleier des Regens empor. Die Kirche in Varuna.

Immer noch mit nassem Gesicht schritt sie ehrfurchtsvoll ueber den roten Teppich zum Altar hin. Nur einmal war sie bisher hier gewesen, damals als sie auf Farion traf. Dann hatte die Schuetzin diesen Ort gemieden, doch nun war er fuer sie wie ein heilender Balsam fuer ihre Seele.

Vor dem Altar sank sie auf die Knie, dass Kleid bildete einen Ring aus meeresblauen Stoff um den, immer noch abgemagerten Koerper, her rum. Die Kapuze wurde zurueck geschlagen und sogleich fanden die schmalen Haende eine betende Position. Stumm, Hilfe suchend, verzweifelnd und auch etwas anklagend war der blick der braunen Augen auf den Ankh gerichtet.

Kein Wort drang ueber ihre Lippen und doch sprach sie zu Temora. – Warum? Warum passiert so etwas? Habe ich in meinem Leben nicht schon genug zerstoert? Warum muss ich noch mehr kaputt machen? Habe ich nicht schon genug gelitten? Warum muss ich noch mehr leiden?- Ich habe Worte gehoert, welche haetten nie ausgesprochen werden duerfen. Mir wurde etwas offenbart, was nicht sein darf. Was soll ich tun? Wie soll ich mich verhalten?-

- Ich moechte nicht der Grund sein feuer Kummer und Sorgen und doch bin ich oft der Grund vieler Probleme. Mir wurde einst gezeigt wie es ist wahre Liebe zu empfinden und nun sehnt sich alles in mir danach und doch versuche ich zu verzichten. Meinem Koerper wurde Gewalt angetan und doch verraet er mich. Meine Seele hat sich verschlossen und doch versucht sie einen Ausgang zu finden.-

Dalana krallte ihre Haende so stark in einander das sich ihre Fingernaegel in ihr Fleischgruben und tiefe blutige Abdruecke hinterließen. Auch ihre Knie begannen schmerzhaft gegen die ungewohnte Haltung zu protestieren. Doch das alles versuchte Dal zu ignorieren. Krampfhaft haftete ihr Blick auf den Ankh, als wuerde in jedem Moment dareuber eine Antwort erscheinen.

Sie konnte ihr Verlangen nicht kontrollieren, konnte es einfach nicht zurueck schicken. Sie schaemte sich selbst dafuer, ja sie hasste sich sogar fuer solcherlei Gefuehle. In solchen Augenblicken fand sie sich und ihren Koerper abstoßend und haette alles getan um aus jenen zu verschwinden.

Sie wuerde hier Knien bleiben, egal wie lange. Es war eine art Strafe die sie gegen sich selbst richtete. Strafe fuer das was sie empfand und Strafe fuer das was sie bisher getan hatte.
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