Der Morgen... er war da. Heute würde er den ganzen Tag in der Feste warten, und wenn er wie eine Schloßkatze vor ihrem Zimmer sitzen musste. Seit etwa einer Woche hatte er seine Liebste nicht mehr gesehen, seit sie im Streit auseinander gegangen waren. Seit etwa einer Woche litt er wie ein Hund. Drei Tage hatte er im nassen und kalten Wald gelegen. Danach hatte er sich nicht mehr nach Haus getraut. Und als er zuhause war, hatte er sie wohl ständige verpasst.
Nein, heute sollte der große Tag sein. Er würde sich entschuldigen, notfalls auf Knien daherrobben... und dann war da noch die Frage.
Am Tag zuvor noch hatten sie alle gemeinsam, also Alliestra, Thancred, Falk und Cailly, Laila, Erinna und er, bei Thancred im Turm gesessen. Und Cailly stellte eine Frage, die ihm schon lange auf der Zunge brannte. "Wann heiratet ihr denn endlich?" - Ja, in der Tat, es war eine gute Frage. Er liebte diese junge, dynamische, humorvolle, hübsche, teilweise recht schwierige Schneiderin mehr als alles andere. Und sie war die einzige auf dieser Welt, mit der er sein Leben verbringen wollte.
Vielleicht hatte er am Tag zuvor zuviel getrunken gehabt. Vielleicht war es einfach nur die Ausgelassenheit des Beisammenseins - Cailly fragte, die anderen gingen darauf ein - und Erik? Er sagte einfach ja. "Gut, ich werd sie morgen fragen". Natürlich war es nicht so einfach gewesen. Er hatte sich diese Frage schon einige Zeit im Kopf herumgehen lassen. Aber der Streit, der sie nun schon seit etwa einer Woche entzweit hatte... war das der richtige Zeitpunkt für einen Antrag?
Die anderen machten ihm Mut, vermutlich hauptsächlich, weil sie mal wieder ein großes Fest wollten. Zumindest kam es Erik so vor. Aber hatten sie nicht recht? Er hatte in diesen Tagen, in denen er da im wald herumirrte, gemerkt, wieviel sie ihm bedeutete. Welch besseren Zeitpunkt sollte es geben, ihr dies zu gestehen?
Der Tag verlief ereignislos. Luciana war nicht da, der Wald rief und Holz wird immer gebraucht. Die Zeit verstrich, und Erik übte ein wenig den Kampf mit dem Stab, nachdem er mit dem Bogen am Vortag eher versagt hatte. Dann saß er mit Erinna und Falk in der Taverne.
Falk erläuterte ihm einige Rechte und Pflichten, die ein Ehepaar erwarten, wenn sie das erste Handfasting begehen, eine Probeehe für ein Jahr. Die Zeit verging, und Luciana schien nicht aufzutauchen. Vielleicht kommt sie ja gar nicht? Vielleicht bleibt sie in Bajard? Oder Berchgard? Wo sie eben grade ist. Enttäuschung zuckte durch Eriks Kopf. Erleichterung zuckte durch seinen Körper.
Doch dann... Schritte. Jemand rannte im oberen Stockwerk, er konnte die Schritte und das Knarzen der Holzdielen hören. Er kannte diesen Schritt. Besser als jeden anderen. Sie war zuhause. Mit einem Mal war er nur noch angespannt und nervös. Seine Hände zitterten, ohne, dass er es kontrollieren konnte. Würde sie ihm verzeihen? Oder würde sie ihm die Augen auskratzen, bevor er überhaupt zu seiner Frage käme?
Schließlich ging es nicht mehr. Er musste sie sehen, bevor er den Mut verlor, den er sich eben mit einem Horn voll Met angetrunken hatte. Mühsam und vielleicht etwas staksig stapfte er nach draußen, von Erinnas und Falks "Viel Glück!" begleitet. Die Treppe nach oben... die Türe... nun noch der Gang... ihr gemeinsames Zimmer. Er war doch erst vor so kurzer Zeit hier eingezogen? Dieses Zimmer war sein Heim, doch er hatte es eine Woche lang nicht mehr gesehen. Zum ersten Mal traute er sich nicht, das Zimmer zu betreten. Er klopfte gegen die Tür.
"Luciana? bist du da?", meinte er, leise, aber laut genug, dass man es drinnen hören musste. Keine Antwort. Keine Regung. Vorsichtig öffnete er die Tür einen Spalt weit und lugte hinein. Die Fellbetten - leer. Das restliche Zimmer - leer. Die Truhen - unberührt. Wo war sie nur?
"Hrm... langsam werd ich wahnsinnig..." Wieder mit gemischten Gefühlen stapfte er nach unten und blieb im Hof der gewaltigen Holzfeste Grimwould stehen. "Da waren doch Schritte.. ihre Schritte... oder bin ich verrückt?", murmelte er, den Blick gen Stall wendend und die Pferde beobachtend.
"Erik? Bist du das?" - Erst hatte er es gar nicht begriffen. Es dauerte einen Moment, bis ihm auffiel, dass er gemeint war - und WER ihn da rief. Langsam, sehr langsam nur wagte er es, sich umzudrehen. Bei der Schmiede, neben einem Holzpfeiler stand sei, die Frau seines Lebens.
"Luci...", kam es ihm über die Lippen. Doch was sprach da aus ihm? Reue und Beschämung über seinen theathralischen und absolut irrsinnigen Abgang bei ihrem Streit? Erstaunen über ihre makellose und wunderschöne Gestalt? Einfach nur die Zärtlichkeit und Liebe, die er in diesem Moment für dieses kleine Persönchen empfand?
Er wusste es nicht. Wie sollte sie es wissen. Sie musterte ihn. Wahrscheinlich wollte sie wissen, ob er es wirklich war. Er hatt sich extra ordentlich angezogen, alles sauber, alles straff, kein Fusel störte das Bild. Sogar den blaune Umhang hatte er noch gefunden und sich umgehängt.
"Luci...", kam es ihm noch einmal über die Lippen. Und dann begann es. Das Spiel, dass er seit einer Woche wieder und wieder in seinem Kopf gesehen hatte. Das spiel, vor dem er seit dem heutigen Morgen Angst hatte. Erst die Versöhnung... und dann der Antrag.
Seine rechte Hand ballte sich zur Faust, den kleinen silbernen Ring fest umschlossen. Die Rose, eingeklemmt zwischen Hemd und Hose und vom Umhang verdeckt war an ihrem Platz. Jetzt ruhig bleiben. Ihr einfach nur sagen, was passiert ist, was innerlich geschehen ist... was gefühlt wird.
"Es tut mir so leid, das ist alles meine Schuld..." - wer hatte das gesgat? Sie? Er? Egal, im Grunde hatten sie es beide gesagt. Jeder nahm die Schuld auf sich. Gut. Sie machte ihm keine Vorwürfe. Leicht beruhigte er sich wieder. Zumindest seine Augen würden ganz bleiben. Aber noch wusste er nicht, was er alles zerstört hatte mit seiner egoistischen Art.
"Nein, Luciana, es ist meine Schuld. Ich war egoistisch. Ich habe dir Vorwürfe gemacht, die ich dir nie hätte machen dürfen, ich..." Was war das? Sie schüttelte nur den Kopf. Und dieser Blick... NEIN. Er würde nicht schon wieder mit ihr streiten, und sei es nur darum, wer denn nun schuld sei am letzten Streit.
"Lass es uns vergessen. Und nie wieder geschehen."
"Ich habe dich vermisst... du hast mir gefehlt..." da... er hatte ihr gefehlt! War das das Zeichen? Liebte sie ihn also noch? Auftmen. Ganz ruhig, nicht die Nerven verlieren. Das Schwerste kommt noch.
"Und ich habe dich vermisst..." - Langsam erzählt er ihr die Geschichte. Wie er durch den Wald geirrt war, sie zu suchen. Wie er zusammen gebrochen war. Ihr wird schwach, sie lehnt sich an die Säule. Schnell geht er vor, stützt sie, will sie halten, einfach nur halten.
"Nein, es ist nichts." Jetzt, die Überleitung. Wenn nicht jetzt, dann nie. "Aber mir ist in dieser Zeit, da draußen im Wald, klar geworden, wie sehr ich dich liebe. Wie sehr ich dich brauche. Du bist für mich ein heller Lichtschein in meinem Leben. Und ohne dich kann und will ich auch gar nicht mehr sein." Sanft spricht er diese Worte. Schaut ihr tief in die Augen. Liebe, Zärtlichkeit - all die Nähe, die er verspürt zu diesem kleinen, zerbrechlichen und so aufmüpfigen Wesen, all das glitzert in seinem Blick.
Seine Hände beginngen zu zittern. Wie verrückt krampft sich seine Rechte um den Ring. Verdammt, ERIK! Behalt die Nerven, verdammt! Rasch, zu rasch, nimmt er die zitternde Hand von ihrer Schulter und schlägt den Umhang beiseite. Die Rose! Ah, da ist sie. Er hält ihr die Rose hin. Den Blick kann er sowieso nicht mehr von ihren Augen lassen. Er tastet sich weiter und weiter. Ahnt sie, was kommt? Wie wird sie reagieren?
Die Frage! Nein... NEIN! Hinknien. so macht man das doch, oder? Ja, Hinknien... Schön auf ein Bein... sie immer anschauen... ja, so ist das gut...
"Es gibt auf dieser Welt nichts und niemandem, mit dem ich lieber zusammen bin, als mit dir... deshalb..."
Sie wird rot. Sie weiß es. Gut, jetzt wüsste jede Frau, was ihr blüht. Was ist das? Er hat nur noch Augen für sie. Blickt unverwandt in ihre Augen. Was für wundervolle Augen sie doch hat... erm. Sein Krampf in der rechten Hand löst sich. Mit der anderen Hand greift er sachte nach ihrer Rechten. Nun noch der Ring... ja. Nun hält er ihr auch noch den Ring hin, ein kleiner, kunstvoller Silberring, geschmiedet von der Hinrahschen Feinschmiedekünsterlin Alliestra.
"Deshalb... Willst du meine Frau werden?"
Stille. Verdammt, warum antwortet die nicht? ... ... ... Hab ich einen Fleck auf dem Hemd? Nein, ich kann nicht runterschaun, diese Augen... ... ... Immer noch keine Antwort... Für ein JA kann man doch nicht sooo lange brauchen, oder? Vielleicht für ein... nein, das kann nicht sein.
Alles außen herum verstummt. Erik empfindet nichts mehr, nur noch ihre Augen... ihr Blick... ihre Wangen... die Feste? Falk und Erinna, die in der Taverne sitzen? Die anderen aus dem Clan, die irgendwo arbeiten oder schlummern? Vergessen. Gibt es nicht. Nur... Luciana... und ihre Antwort...
Und dann öffnet sie den Mund. Wieso geht das so langsam. Sie öffnet den Mund und sagt:
Weg ins Glück?
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Erik Forstnam
Weg ins Glück?
Zuletzt geändert von Erik Forstnam am Sonntag 1. Januar 2006, 18:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Luciana van Elyn
oh himmel ... *murmelt sie sanft, wohl dazu nickend*...natürlich...jaa ...
Die Überraschung, Freude und ihre unendliche Liebe zu ihm, stand ihr dabei wohl unausweichlich im Gesicht, die Röte überzog ihr Gesicht, als sie bemerkte, was er vorzuhaben schien, als er auf Knien vor ihr ... sie konnte es gar nicht fassen.
Als die langersehnte Frage dann endlich aus seinem Munde kam ... innerlich zerbrach sie momentan, vor Freude vor Glück ... sie konnte erstmal gar nicht antworten. Erstmal musste sie Fassung gewinnen, um sich nichts anmerken zu lassen, wie schwach sie so eine Frage doch machte, wie unendlich glücklich. Würde der Mann, der ihr soviel Liebe schenkte und sie ihm, doch endlich unentwegt an ihrer Seite sein, und den restlichen Weg des Lebens mit ihr teilen. Was könnte sich eine Frau schöneres vorstellen.
So schnell sie dann die zustimmenden Worte sagte, so schnell ging sie zu ihm runter auf die Knie und umarmte ihn schlichtweg stürmisch, um sie herum alles vergessend, nichts bemerkend, nur noch Augen für ihn habend, so unendlich glücklich war sie.
"ich ... ich liebe dich ... " kam es über ihre Lippen, wobei diese Worte nicht das leiseste ausdrücken konnten, diese drei Worte beschrieben nur ein ähnliches Gefühl, ihre Gefühle zu Erik waren wohl grösser, mächtiger, als diese Worte es nur beschreiben konnten.
"wenn ich gewusst hätte .... dass ein streit sowas auslöst ... hätt ich schon früher mit dir gestritten!" Da sie eigentlich nie stritten, nur dieses eine Mal ... der Streit, sie hatte ihn schon vergessen und wollte auch gar nicht mehr darüber nachdenken.
Langsam lösten sie sich wieder aus der Umarmung, sie blickten sich beide nur an, ein unbeschreibliches, glückliches Gefühl ... aber einen schöneren Moment gab es wohl nicht, bisjetzt.
Die Überraschung, Freude und ihre unendliche Liebe zu ihm, stand ihr dabei wohl unausweichlich im Gesicht, die Röte überzog ihr Gesicht, als sie bemerkte, was er vorzuhaben schien, als er auf Knien vor ihr ... sie konnte es gar nicht fassen.
Als die langersehnte Frage dann endlich aus seinem Munde kam ... innerlich zerbrach sie momentan, vor Freude vor Glück ... sie konnte erstmal gar nicht antworten. Erstmal musste sie Fassung gewinnen, um sich nichts anmerken zu lassen, wie schwach sie so eine Frage doch machte, wie unendlich glücklich. Würde der Mann, der ihr soviel Liebe schenkte und sie ihm, doch endlich unentwegt an ihrer Seite sein, und den restlichen Weg des Lebens mit ihr teilen. Was könnte sich eine Frau schöneres vorstellen.
So schnell sie dann die zustimmenden Worte sagte, so schnell ging sie zu ihm runter auf die Knie und umarmte ihn schlichtweg stürmisch, um sie herum alles vergessend, nichts bemerkend, nur noch Augen für ihn habend, so unendlich glücklich war sie.
"ich ... ich liebe dich ... " kam es über ihre Lippen, wobei diese Worte nicht das leiseste ausdrücken konnten, diese drei Worte beschrieben nur ein ähnliches Gefühl, ihre Gefühle zu Erik waren wohl grösser, mächtiger, als diese Worte es nur beschreiben konnten.
"wenn ich gewusst hätte .... dass ein streit sowas auslöst ... hätt ich schon früher mit dir gestritten!" Da sie eigentlich nie stritten, nur dieses eine Mal ... der Streit, sie hatte ihn schon vergessen und wollte auch gar nicht mehr darüber nachdenken.
Langsam lösten sie sich wieder aus der Umarmung, sie blickten sich beide nur an, ein unbeschreibliches, glückliches Gefühl ... aber einen schöneren Moment gab es wohl nicht, bisjetzt.