Von den Gefühlen in der Wüste...

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Nazeeya Rafa Masari

Von den Gefühlen in der Wüste...

Beitrag von Nazeeya Rafa Masari »

Der ewige Sand der Wüste, er erstreckte sich vor ihren Füßen wie das Meer vor all jenen die an der Küste standen.
Und auch in jenem Sand konnte man ertrinken im Wahnsinn der Ewigkeit.
Ihre Füße trugen sie vorran, Schritt um Schritt. Der Kopf der jungen Heilerin war wie leergeblasen, nichts spielte sich mehr in ihrem Kopf ab.

Es war schon einen halben Tag her als sie losgelaufen war. Damals war ihr Kopf noch vor und ihr Herz brannte wie ein Feuer. Sie konnte nicht verstehen wie der erhabene Kalif so hatte handeln können. Wieso hatte er sie in die Wüste 'verbannt' in jene Einöde. Seine Worte die in ihrem Kopf wiederhalten Schnitten wie scharfe Klingen durch ihre Seele hindurch.

War sie nicht immer Treu gewesen? Hatte sie nicht versucht die Ehre ihrer Familie immer hoch zu halten. Sie war es die vor den Tiefländern gekniet hatte den Kopf fest auf den Teppich gepresst und sie um vergebung für die Taten ihres Bruders gebeten hatte. Ihre Ehre hatte sie gegeben um die Ehre der Familie hoch zu halten. Wieso war sie es dann der jenes nun fern war?
Entehrt und in die Wüste geschickt, ihren Posten beraubt, sogar aus ihrer Familie war sie ausgeschlossen worden. Und bis jetzt verstand sie immer noch nicht genauso wieso.
Sie hatte neimals ihre Trauer mit in den Palast gebraucht. Nur im Stillen für sich um ihren Verlobten getrauert. Natürlich waren ihre Gedanken oft weggeglitten aber sie hatte sich immer wieder dazu gezwungen im Palast daran zu denken was wichtig war. An das Reich und an den Emir.

Sie war Stundenlang auf dem Weg durch die Wüste alle Schritte durchgegangen wo sie jemals hätte etwas falsch machen hätte können. Ihr war nichts aufgefallen... Aber dem Kalifen war es aufgefallen, dass ihre Gedanken immer wieder abgeglitten waren.
Wo bei Eluive war ihm das aufgefallen. Sie hatte immer Gedacht ihre Maske war perfekt. Sie war eine perfekte Natifah oder eher doch nicht?
War sie für so eine inteligente und erhabene Person so leicht zu durchschauen?

Und er machte auch kein Geheimnis daraus, er sagte es ihr so hart wie es war, dass er sie mit solch einer Ablenkung nicht brauchen konnte. Und er hatte recht, der erhabene Emir brauchte jemand, der voll und ganz mit Kopf und Seele bei ihm war. Sie dachte immer sie wäre dies im Palast gewesen, aber sie hätte es rund um die Uhr sein müssen ohne Ausnahme.

Die Sonne ging langsam über der Wüste auf und tauchte sie in ein Gold der ersten Sonnenstrahlen. Die Wüste war schön in jenen Momenten, sie hatte etwas reines und unschuldiges und doch gab es Abgründe in jener Wüste.
Die Tiere die dort lebten, die großen und die kleinen. Die Aussätzigen die in der Wüste lebten und durchaus gefährlich waren und wer weis was noch alles an Menschen oder nicht mehr Menschen in der Wüste herumliefen.
War sie wie jene Wüste? Von außen so Rein und Unschuldig und innerlich hatte sie doch tiefe Abgründe?
Sie müsste jene Abgründe finden und vernichten, sie dürfte keine Gefahr für die erhabene Familie sein. Und sie war sich sicher, Eluive würde ihr dabei bei stehen diese Abgründe zu finden und zu vernichten.

Sie machte eine Rast um weiter in die aufgehende Sonne zu sehen. Sie war ein Geschenk der Eluive, das Leben. Denn ohne die Sonne würde das Leben kalt und kahl sein.
Nazeeya Rafa Masari

Beitrag von Nazeeya Rafa Masari »

Hoch oben von der Düne konnte sie auf die Stadt vor sich blicken. Sie lag so ruhig da wie als würde sie schlafen. Keine Wachen waren auf den Mauern auszumachen und auch aus den Kaminen stieg kein Rauch auf. Einzig und alleine die Wüstenvögel die nahe der Stadt kreisten unterbrachten die Stille mit ihren Schreien.
Wie sehr sie jene Stadt und ihre Bewohner liebte. Das Herz war ihr schwer bei dem Gedanken diese Stadt vielleicht nie mehr wieder betreten zu können.
Sie wusste nicht wie sie jene Aufgabe bestehen sollte. Wie sollte sie alle Zweifel von sich streifen, alle Gedanken der Trauer aus sich löschen. Wenn sie alles um sich herum an IHN erinnerte.
Sie umfasste die Kette um ihrem Hals, malte die Form des Herzes nach. Er liebte sie jetzt noch, wo er bereits zu Eluive gewandert war. Die Kette war nie verschwunden. Und sie war sich sicher, er hatte sie auf irgendeine magische Art und Weise erschaffen oder damit zumindest versehen.
Und nun wo er gegangen war, hätte auch jenes gehen müssen. Aber es war bei ihr geblieben. Also war auch er bei ihr.

Jener Gedanke traff sie wir ein Schlag mitten ins Gesicht. Wieso war sie vorher noch nie darauf gekommen, dass Eluive ihr zwar ihre Lieber zu einem höheren Sinn genommen hatte. Aber Sie ihr etwas gelassen hatte, damit er immer bei ihr sein konnte? Weshalb war diese Idee ihr bisher so befremdlich gewesen.
Eluive liebte das Leben und die Liebe, sie würde sie nicht zerstören ganz und gar, etwas würde immer bleiben in ihren Erinnerungen aber auch ein Teil von ihm blieb bei ihr. Es war diese Kette.
Wie hatte sie nur einen Moment daran denken können das Eluive sie hasste? Sie wusste nicht mehr wie sie damals darauf kam, aber nun wusste sie, die Göttin war immer bei ihr, sie hatte sie nie verlassen und ihr nie etwas übles gewollt. Nein sie hatte ihr sogar etwas bleibendes von ihm gelassen.

Sie lächelte hinauf zum Himmel und saugte die Luft der Wüste tief in sich ein. Ihre Luft, ihre Anwesenheit in jenem ganzen Land umfüllte sie für einen Moment, bis sie den Atem wieder ausstoß.

Sie wollte aufbrechen zum heiligen Berg. Dort würde sie Beten, dafür, dass alle Zweifel aus ihr weichen würden wie bereits der erste Zweifel. Der Erste niedere Abgrund in ihr beseitigt worden war.

Mit der Hilfe der Göttin würde sie auch alle weiteren Abgründe in sich soweit ausmerzen, dass sie wieder in die heilige Stadt zurück kehren könnte. Auf eine Art und Weise, würde sie dabei sicher ein andere Mensch werden, aber sie würde besser zurück kehren, reiner und voller neuer Kraft um dem erhabenen Emir zu dienen.
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