Eine Reise geht zu Ende, die Andere beginnt
Die Reise war anstrengend, voller Gefahren und Enbehrungen. Von daher waren alle
froh, als der Handelstross endlich Bajard erreichte. Die Stimmung unter den begleitenden
Söldnern war ausgelassen, ganz besonders, als der fahrende Händler daran ging, den
Lohn in barer, klingender Münze auszuzahlen.
Lautstark verschwanden die gröhlenden Männer in der nahen Taverne, von ein Einheimischen
misstrauisch beäugt. Der Händler wandte sich ab, seine Aufmerksamkeit auf den
beschädigten Wagen und zurück blieben nur noch Jeridia sowie der Magier.
Selbiger war gerade beschäftigt, seine Habseligkeiten vom Wagen in einen Rucksack zu
packen, als Jeridia an ihn herantrat.
"Nunja, so trennen sich unsere Wege...", meinte er zu der Frau, "... ich bin schon gepannt,
ob wir uns wiedersehn. Denkt dran, Ihr solltet nun die Akademie aufsuchen, ich kann nichts
weiter für Euch tun."
Jeridia nickte nachdenklich. "Ich danke Euch vielmals für das was Ihr mir gezeigt habt."
Der Magus schüttelte nur den Kopf, lächelnd. "Nein, nein, hier gibt es keinen Grund sich
bei mir zu bedanken. Diese Gabe ist ein Geschenk, keine Frage, aber kein Geschenk von mir.
Geht nun, Ihr habt einen noch langen Weg vor Euch. Ich übringens auch, nun denn, es war mir
eine Freude." sprach der Mann, hob nochmals die Hand zum Grusse und marschierte los,
ohne sich nochmals umzudrehen.
Jeridia blickte ihm noch einige Zeitlang hinterher; kratzt sich nachdenklich am Kinn und nickte
dann entschlossen. Auf gehts - dachte sie. Von den Bewohnern hatte sie erfahren, dass die
Schule nicht weit von hier lag.
So stapfte sie los, ließ Bajard hinter sich - doch auf halben Weg blieb sie unvermittelt stehn.
Konnte sie so einfach dort auftauchen? Zweifel plagten sie. Ich kann doch nicht einfach so dort
auftauchen, murmelte sie vor sich hin und machte schliesslich kehrt, die Mauern der Academie
Arcana waren bereits zu erkennen.
Die Frau marschierte zurück in die kleine Hafenstadt. Dort angekommen, mietete sie sich ein
einfaches Zimmer, setzte sich an den Schreibtisch und begann, einen Brief an die Leitung der
Akademie aufzusetzen.