Sie verlor Alles
Verfasst: Freitag 12. März 2010, 23:51
[img]http://th03.deviantart.net/fs31/300W/f/2008/224/4/c/magic_wood_by_chosen.jpg[/img]
Die Sonne verschwand gerade hinter dem Horizont, die Nacht brach an. Leise hörte man dumpfe Hufschläge, sie näherten sich. Dann vernahm man das Schnauben eines Pferdes, man konnte die Dampfwolken sehen, welche das Tier ausbließ. „Scht, da kommt einer...“, wurde nach hinten gewispert. Die Männer bereiteten sich vor. Leise hörte man klimpern, scheinbar von Waffenscheiden. „Bewaffnet.“, wurde dann schon dumpf gemurmelt als der Späher den Reiter genauer sah. „Weiblich.“ Nun wurde gegrinst. Die Räuber bereiteten sich vor. Leise rauschte der Wald, in der Ferne hörte man einen Uhu. „Halt!“, rief man Laut und mit einem Satz war die Reiterin umzingelt. „All euer Hab und Gut oder ihr werdet hier sterben.“ Die Reiterin hob den Kopf, schnaubend hielt der Mustang. Ihr lang gelocktes Haar lag ihr über der Brust, der feine Umhang hüllte sie fast vollständig ein. Doch konnte man an ihren Beinen edles Metall auf blitzen sehen. „So.“, kam die Stimme der Frau. Sie sah sich um, es waren fünf Männer. „Seid nicht töricht und geht mir aus dem Weg.“ Der Blick ihrer hell braunen Augen lag direkt auf dem scheinbaren Anführer. Oh wie sie sich irrte, nicht die Räuber waren töricht..
Die Männer griffen an, die Reiterin ritt voran, wohl gerade einen Trank werfen wollend. Doch der größte der Fünf hob sie mit einem kräftigen Schlag mit seinem Knübbel vom Pferd. Ihr Körper segelte in einem schönen Bogen gen Boden. Ein dumpfer Schlag und ihr schmaler Körper traf auf. Der Trank in ihrer Hand zerberrste in ihrer Hand und mit einem mal.. konnte sie sich nicht mehr bewegen. Sie sah fünf Köpfe über sich, sie grinsten auf sie hinab. „Oh nun ist die hochmütige Reiterin im Dreck gelandet.. wie fühlt sich das an?“ und der erste Tritt traf ihren Magen. Die ersten vier Schläge mit ihren Fäusten spürte sie noch, danach war der Schmerz zu stark. Sie wurde gepackt und in den Wald gezerrt. Hier bekam sie dumpf mit wie die Männer ihr alles nahmen, was sie am Leibe trug. Es war stockdunkel, es war kalt.. und die Schläge und Tritte raubten ihr den Verstand.
Was habe ich im Leben? - Ich habe alles verloren.
Ich hüllte mich selbst ein, in Arroganz und Sturheit.
Niemand sollte an mich heran.
Derjenige, der mir etwas Bedeutete, zeigte mir mit jedem Tag aufs Neue, wie egal ich ihm bin.
Für was Lebe ich noch?
Hat es einen Sinn?
Ein anderes Wesen, mit mehr Willen, mit mehr Liebe im Herzen, hätte wohl an dem Funken Leben festgehalten. Hätte die Schläge überstanden und wäre nicht daran zerbrochen. Doch was macht ein Mensch, der innerlich zerbrochen ist. Welcher keine Hoffnung mehr hat? Er verliert.
Kalisha verlor.
Rote blut- und dreckverklebte Locken, angeschwollene Lippenpaare, ein braun gebrannter nackter Körper überseht mit tief lilanen Blutergüssen, grob wurde eine alte Robe darüber geworfen. Und in den Körper welcher einer Leiche glich, zuckte es. Ein reines Zusammenspiel von Synapsen, der Antrieb des Organismus sich zu retten. Ein Reiter fand sie und hielt sie schon für Tod als er sie auf sein Pferd lud um sie in den nächsten Friedhof abzuladen. Doch da war es wieder - dieser Antrieb des Körpers zu überleben und der Mann sah es. „Verdammt, da lebt ja noch was.“ Wie viele gutmütige Menschen gibt es auf der Welt? Und wie viel Glück muss man haben, um gerade dann einen zu begegnen wenn man ihn braucht? Der Mann lud sie vor der Haustüre eines bekannten Holzfällers ab. Er konnte ihn nicht leiden und er brauchte keinen Pflegefall daheim, also überlies er ihm die Entscheidung. Er klopfte an die Tür und machte sich dann daran zu verschwinden. Als die Tür sich öffnete sah eine junge Dame auf den Körper hinab. Ein Schrei entrann ihr bei diesem hässlichen Anblick. Sie schleppte sie hinein, legte sie vor den Kamin und begann irgendwie die vielen Blutergüsse mit Kräuterpaste einzureiben. Es dauerte fünf Tage bis der Körper wieder einer Frau glich und die Augenlider sich das erstemal öffneten. „Guten Morgen..“, sprach die junge Dame. Kalisha sah sie nur an. Ihr Blick war leer. „Wer seid ihr, was ist geschehen?“ Kalisha sah sie nur an. „Wie heißt ihr?“, wiederholte die Frau dann. „Wisst ihr euren Namen nicht?“ Sie öffnete die geschwollenen Lippen. „Kali..“, sie stockte. „Kalisha?“, fragte sie dann die junge Frau. „Nun ich weis das nicht, das müsst ihr wissen.“ Doch dies alles war zu viel für den schwachen Körper und Geist, sie verfiel wieder in einen tiefen Schlaf der einem Koma glich. Zwei Tage später spielte sich das Szenario nochmals ähnlich ab. „Kalisha?“, fragte die Frau als sie ihre Augen wieder öffnete. Kalisha sah sie nur an und verstand nicht. „Seid ihr wach?“ Wieder war sie verwirrt und blickte sie an. „Kalisha?“ - „Ich?“, fragte Kalisha dann. „Nun, ihr habt mir gesagt ihr heißt so.“ Ihr Kopf sank zurück, sie schüttelte den Kopf und versank wieder in der Tiefe des Schlafes.
Sie verlor Alles.
[img]http://th00.deviantart.net/fs24/300W/f/2007/341/3/4/elusive_by_LonelyPierot.jpg[/img]
Der Holzfäller wollte die Verrückte schon längst wieder los werden, die junge Frau jedoch hatte ein so gutes Herz, dass sie sich um Kalisha sorgte. Ihre Wunden wurden besser und langsam wurde deutlich das unter den Wunden ein recht hübsches Gesicht lag. Wieder wachte sie auf.. nun waren schon 10 Tage seid dem Angriff vergangen. „Kalisha? Seid ihr endlich wach.“ Sie versuchte sich aufzurichten, doch alles in ihr schmerzte und sie sank wieder zurück. „Ja.“ Ihr wurde eine Brühe hingehalten und zugelöffelt. Brav trank sie jeden Löffel und sah die junge Frau das erste mal bewusst. „Danke.“, wisperte Kalisha dann. „Nun sagt mir erst einmal, woher ihr kommt.“, begann die junge Frau mit einem Lächeln.
„Ich..“, sie überlegte und verzog das Gesicht. „.. weiß es nicht.“ „Oh und.. heißt ihr nun Kalisha?“
„Ich.. weiß es nicht.“
„Mh, ihr wisst nicht wie ihr heißt? Ihr wurdet überfallen oder?“
„Ich, weiß es doch nicht.“
„Und, wie alt seid ihr?“
Kalisha konnte ihr die einfachsten Fragen nicht beantworten, wie ihre Mutter hieße, was ihr Beruf sei, woher sie stammte oder ob sie Kinder hätte.
Sie verlor.
Die Sonne verschwand gerade hinter dem Horizont, die Nacht brach an. Leise hörte man dumpfe Hufschläge, sie näherten sich. Dann vernahm man das Schnauben eines Pferdes, man konnte die Dampfwolken sehen, welche das Tier ausbließ. „Scht, da kommt einer...“, wurde nach hinten gewispert. Die Männer bereiteten sich vor. Leise hörte man klimpern, scheinbar von Waffenscheiden. „Bewaffnet.“, wurde dann schon dumpf gemurmelt als der Späher den Reiter genauer sah. „Weiblich.“ Nun wurde gegrinst. Die Räuber bereiteten sich vor. Leise rauschte der Wald, in der Ferne hörte man einen Uhu. „Halt!“, rief man Laut und mit einem Satz war die Reiterin umzingelt. „All euer Hab und Gut oder ihr werdet hier sterben.“ Die Reiterin hob den Kopf, schnaubend hielt der Mustang. Ihr lang gelocktes Haar lag ihr über der Brust, der feine Umhang hüllte sie fast vollständig ein. Doch konnte man an ihren Beinen edles Metall auf blitzen sehen. „So.“, kam die Stimme der Frau. Sie sah sich um, es waren fünf Männer. „Seid nicht töricht und geht mir aus dem Weg.“ Der Blick ihrer hell braunen Augen lag direkt auf dem scheinbaren Anführer. Oh wie sie sich irrte, nicht die Räuber waren töricht..
Die Männer griffen an, die Reiterin ritt voran, wohl gerade einen Trank werfen wollend. Doch der größte der Fünf hob sie mit einem kräftigen Schlag mit seinem Knübbel vom Pferd. Ihr Körper segelte in einem schönen Bogen gen Boden. Ein dumpfer Schlag und ihr schmaler Körper traf auf. Der Trank in ihrer Hand zerberrste in ihrer Hand und mit einem mal.. konnte sie sich nicht mehr bewegen. Sie sah fünf Köpfe über sich, sie grinsten auf sie hinab. „Oh nun ist die hochmütige Reiterin im Dreck gelandet.. wie fühlt sich das an?“ und der erste Tritt traf ihren Magen. Die ersten vier Schläge mit ihren Fäusten spürte sie noch, danach war der Schmerz zu stark. Sie wurde gepackt und in den Wald gezerrt. Hier bekam sie dumpf mit wie die Männer ihr alles nahmen, was sie am Leibe trug. Es war stockdunkel, es war kalt.. und die Schläge und Tritte raubten ihr den Verstand.
Was habe ich im Leben? - Ich habe alles verloren.
Ich hüllte mich selbst ein, in Arroganz und Sturheit.
Niemand sollte an mich heran.
Derjenige, der mir etwas Bedeutete, zeigte mir mit jedem Tag aufs Neue, wie egal ich ihm bin.
Für was Lebe ich noch?
Hat es einen Sinn?
Ein anderes Wesen, mit mehr Willen, mit mehr Liebe im Herzen, hätte wohl an dem Funken Leben festgehalten. Hätte die Schläge überstanden und wäre nicht daran zerbrochen. Doch was macht ein Mensch, der innerlich zerbrochen ist. Welcher keine Hoffnung mehr hat? Er verliert.
Kalisha verlor.
Rote blut- und dreckverklebte Locken, angeschwollene Lippenpaare, ein braun gebrannter nackter Körper überseht mit tief lilanen Blutergüssen, grob wurde eine alte Robe darüber geworfen. Und in den Körper welcher einer Leiche glich, zuckte es. Ein reines Zusammenspiel von Synapsen, der Antrieb des Organismus sich zu retten. Ein Reiter fand sie und hielt sie schon für Tod als er sie auf sein Pferd lud um sie in den nächsten Friedhof abzuladen. Doch da war es wieder - dieser Antrieb des Körpers zu überleben und der Mann sah es. „Verdammt, da lebt ja noch was.“ Wie viele gutmütige Menschen gibt es auf der Welt? Und wie viel Glück muss man haben, um gerade dann einen zu begegnen wenn man ihn braucht? Der Mann lud sie vor der Haustüre eines bekannten Holzfällers ab. Er konnte ihn nicht leiden und er brauchte keinen Pflegefall daheim, also überlies er ihm die Entscheidung. Er klopfte an die Tür und machte sich dann daran zu verschwinden. Als die Tür sich öffnete sah eine junge Dame auf den Körper hinab. Ein Schrei entrann ihr bei diesem hässlichen Anblick. Sie schleppte sie hinein, legte sie vor den Kamin und begann irgendwie die vielen Blutergüsse mit Kräuterpaste einzureiben. Es dauerte fünf Tage bis der Körper wieder einer Frau glich und die Augenlider sich das erstemal öffneten. „Guten Morgen..“, sprach die junge Dame. Kalisha sah sie nur an. Ihr Blick war leer. „Wer seid ihr, was ist geschehen?“ Kalisha sah sie nur an. „Wie heißt ihr?“, wiederholte die Frau dann. „Wisst ihr euren Namen nicht?“ Sie öffnete die geschwollenen Lippen. „Kali..“, sie stockte. „Kalisha?“, fragte sie dann die junge Frau. „Nun ich weis das nicht, das müsst ihr wissen.“ Doch dies alles war zu viel für den schwachen Körper und Geist, sie verfiel wieder in einen tiefen Schlaf der einem Koma glich. Zwei Tage später spielte sich das Szenario nochmals ähnlich ab. „Kalisha?“, fragte die Frau als sie ihre Augen wieder öffnete. Kalisha sah sie nur an und verstand nicht. „Seid ihr wach?“ Wieder war sie verwirrt und blickte sie an. „Kalisha?“ - „Ich?“, fragte Kalisha dann. „Nun, ihr habt mir gesagt ihr heißt so.“ Ihr Kopf sank zurück, sie schüttelte den Kopf und versank wieder in der Tiefe des Schlafes.
Sie verlor Alles.
[img]http://th00.deviantart.net/fs24/300W/f/2007/341/3/4/elusive_by_LonelyPierot.jpg[/img]
Der Holzfäller wollte die Verrückte schon längst wieder los werden, die junge Frau jedoch hatte ein so gutes Herz, dass sie sich um Kalisha sorgte. Ihre Wunden wurden besser und langsam wurde deutlich das unter den Wunden ein recht hübsches Gesicht lag. Wieder wachte sie auf.. nun waren schon 10 Tage seid dem Angriff vergangen. „Kalisha? Seid ihr endlich wach.“ Sie versuchte sich aufzurichten, doch alles in ihr schmerzte und sie sank wieder zurück. „Ja.“ Ihr wurde eine Brühe hingehalten und zugelöffelt. Brav trank sie jeden Löffel und sah die junge Frau das erste mal bewusst. „Danke.“, wisperte Kalisha dann. „Nun sagt mir erst einmal, woher ihr kommt.“, begann die junge Frau mit einem Lächeln.
„Ich..“, sie überlegte und verzog das Gesicht. „.. weiß es nicht.“ „Oh und.. heißt ihr nun Kalisha?“
„Ich.. weiß es nicht.“
„Mh, ihr wisst nicht wie ihr heißt? Ihr wurdet überfallen oder?“
„Ich, weiß es doch nicht.“
„Und, wie alt seid ihr?“
Kalisha konnte ihr die einfachsten Fragen nicht beantworten, wie ihre Mutter hieße, was ihr Beruf sei, woher sie stammte oder ob sie Kinder hätte.
Sie verlor.