… die Tochter von Raul Vincente Perera
Der Tag begann genauso üblich wie jeder andere auch. Das einzige besondere war, das Gracia sich entschlossen hatte mal wieder eine Schmucklerhöhlen der Bruderschaft der Küste aufzusuchen, um das Lager und dessen Bestand zu überprüfen. Doch es sollte an diesem Abend alles anders kommen als erwartet.
Sie war gerade in die Höhle geschlüpft, als ihr sofort was Seltsames auffiel. In der Höhle erklang Musik. Fein gezupfte Harfenklänge hallten aus der Ferne wieder und echoten durch das dunkle Gewölbe. Den Tönen langsam folgend, bahnte sich Gracia den Weg durch die verzweigten, durchaus tückisch angelegten, Tunnel. Ein eigenartiges Gefühl überkam sie, auch wenn die Melodie stets fröhlich und aufmuntern klang, so waren die Geräusche des verdächtig plätschernden Wasser umso auffälliger.
Nach wenigen Minuten durch die Dunkelheit, dabei der immer lauter werdenden Musik folgend, erreichte sie den kleinen Unterirdischen See, woher die Höhle auch ihren Namen hatte: Die Grüne Grotte.
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Wieder erklang das Plätschern, und aus dem grünen Wasser glitt anmutig eine Sirene empor, die sich auf einem Stein in der Mitte des Sees niederließ. Die Klänge der Harfe ertönten erneut, als das Wesen mit geschlossenen Augen die Saiten zupfte. Vorsichtig tastete sich Gracia weiter vor, und so schien es als ob die Sirene sie zu erst nicht bemerken würden. Immer näher kommend öffnete die Sirene plötzlich ihre Augen. Vom Schreck jemanden zu sehen zuckte die feine Hand der Sirene unkontrolliert für ein paar Noten über die Harfe. Schrill erklangen die Töne, gar schrecklich und unnatürlich wirkten sie, und so wurde Gracia von diesem magischen Klang in Halluzinationen gerissen. Der Zustand währte aber nicht lange. Nun die Aufmerksamkeit voll auf Gracia gezogen bewegte sich die Sirenenkönigin auf sie zu. Zischelnd erklang ihr Name, dabei huschte das Wesen immer wieder auf dem Wasser hin und her. Aufmerksam und vorsichtig zu gleich erhob Gracia ihre Stimme: Was willst du von mir, Sirena?“. Als antwort erhielt sie erneut nur ein zischeln. Einen Augenblick später bewegte die Sirene ihre Hand und Gracia erstarrte. Sie konnte sich nicht mehr bewegen. Gefangen wie in einer Falle war sie Hilflos, und wäre es ihr in diesem Moment möglich gewesen so hätte sie aufgeschrienen, und wäre geflüchtet. Stattdessen musste sie Bewegungsunfähig da stehen und voller schrecken auf eine Maske blicken die aus dem Wasser stieg und in Richtung ihres Mundes schwebte. Einen Wimpernschlag später saß diese bereits auf ihrem Mund, und ihr war es nicht möglich zu Atmen. Die Sirenenkönigin tauchte ab und war weg. Ein quälend langer Moment stand Gracia alleine da, und sie dachte es sei um sie geschehen. Eine Falle, die tödlich zugeschnappt hat, und sie nicht mehr her gibt.
Zum Glück erwies sich dieser tragischer Gedankengang als fehltritt, denn schon einen weiteren Augenblick später tauchte das Unterwasserwesen wieder mit tosen aus dem Wasser auf und umschlang Gracia an der Hüfte, um sie mit sich Unterwasser zu ziehen. Die Erleichterung war groß als sie endlich wieder atmen konnte, und tief die „Luft“ in ihre Lungen zog. Die Sirene bedeutete ihr sich hinzusetzen und zeitgleich erhoben sich aus dem Untergrund Steine und sonstiges Getier der Unterwasserwelt.
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Diesmal deutlicher sprechend zischte die Sirene: „Graciaaa, ich, die Königin des Meeres und die Hüterin der Geheimnisse. Ich habe eines für dich, was ich dir Preisgeben würde. Du weißt sicher welches ich meine...“. Kurz herrschte Stille, und nur das rauschen des Wassers war zu hören, als die Sirene nach einer kurzen Pause weiter sprach. „... dein Vater“
Gracias Augen leuchteten voller Hoffnung auf. Sie würde erfahren wer ihr Vater ist. Noch besser, er war sogar noch am Leben. Bereits als Kind war es ihr sehnlichster Wunsch gewesen zu erfahren wer dieser war. Als Waise aufgewachsen unter der Hand von Madame Minfay in dem Freudenhaus auf la Cabeza, löcherte sie ihre Ziehmutter immer wieder nach diesem einen Thema. Doch jahrelang brachte es nichts und sie erhielt nie eine Antwort, bis sie es schließlich aufgab. Und Plötzlich heute, Jahre nachdem sie den Gedanken schon zur Seite geschoben hatte bot sich Gracia die Möglichkeit. Voller Neugier und Vorfreude, endlich das Geheimnis lüften zu können, nickte sie rasch. Die Sirene wand sich von ihr ab und schwamm auf eine Wand zu. Jene wirkte wie ein Regal, denn dieses war gefüllt mit hunderten Luftblasen. Die Sirene erklärte ihr, das ein jede Blase ein Geheimnis barg und dort auch ihres sei. Sie würde es ihr aushändigen, doch solle dies nicht umsonst sein. Der Preis würde hoch sein, und nachdem sie Seele von Gracia nicht mehr in Frage kam, da diese bereits an wen anderes verkauft wurde, unterbreitete ihr die Sirene ein anderes Angebot. Es war ihr klar, dass sie es annehmen musste. Hatte sie denn eine andere Wahl?
„Einmal in jedem folgendem Jahr, für zehn Stunden, wirssst du mir deinen Körper leihen mit diesen Stelzen. Ich werde deine Gedanken kontrollieren, und du musssst meinem Willen gehorchen, Gracsssia“, hallte die gurrende Stimme der Sirenenkönigin wieder.
Sie zögerte kurz ob des Preises, doch welches Mädchen würde ‚nein’ sagen, wenn sie das erfahren könnte was Gracia gerade im Inbegriff war zu erfahren.
Mit einem Handschlag besiegelten die beiden den außergewöhnliche Packt.
Die Sirene tippte an die Blase und diese begann sich heftig zu bewegen und stieg sprudelnd gen Oberfläche auf, doch im nächsten Moment wurde Gracia auch schon schwarz vor Augen und entglitt in die Bewusstlosigkeit.
Später als sie wieder aufwachte, befand sie sich am Strand von la Cabza. Langsam bewegten sich die Wellen in der Brandung und nässten ihre Füße. Flatternd öffneten sich ihre Augen. Ihr erster Gedanke war, dass sie um die Antwort betrogen wurde von der der Unterwasserkönigin. Jedoch den Gedanken nicht ganz zu Ende gebracht entsandt das Wasser eine kleine Schlange. Aalförmig schwamm jene aus dem Wasser und schlängelte über den feuchten Sand. Die Spur die die Schlange nach sich zog war keine einfache, denn folgendes war für wenige Sekunden zu lesen ehe die nächste sanft anrollende Welle wieder alles wegspülte: Raul Vincente Perera
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Ungläubig weitete Gracia ihre Augen. Das konnte nicht sein! Der König der Piraten - ’el Capitano war ihr Vater! Monate lang segelte sie unter ihm als sein erster Maat auf der Toro de Muerte, ohne auch nur ein Funke davon gewusst zu haben. Schüttelnd bewegt sie ihren Kopf um wieder Ordnung in ihre Gedanken zu bringen. Das konnte doch alles nicht Wahr sein!
Doch ob Gracia wollte oder nicht, dem war so. Etwas prickelte auf ihrem rechten Unterarm. Kleine schwarze Punkte bildeten sich auf der Haut, dabei ein juckendes Gefühl hinterlassend. Die Punkte waren ohne Anordnung oder bestimmtes Schema, doch ein jeder der bereits mit den Sirenen zu tun hatte, wusste was dies bedeuten würde. Eine Erinnerung an den Preis und an den Pakt der geschlossen wurde - dieses skurrile Siegel der Sirenenkönig bewies es.
Noch etwas zerstreut von den erlebten Ereignissen setzte sie ihre Füße in Bewegung und marschierte über den Stand von la Cabza. Den Weg zurück einschlagend zu Ambrosios Taverne, in der Hoffnung Perera irgendwann die Tage über den Weg zu laufen, bildete sich nur einziger Gedanke: Er war ihr Vater, der König der Piraten. Ein sardonisches lächeln umspielte ihre Lippen als sie dachte: ...bin ich nun also die Princesa der Piraten?
Prinzessin von La Cabeza…
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Gracia Orthez
Prinzessin von La Cabeza…
Zuletzt geändert von Gracia Orthez am Freitag 26. Februar 2010, 14:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Gracia Orthez
Es verging die Zeit. Aus Tagen wurden Wochen, und aus Wochen wurden gar Monate bis sich endlich die Gelegenheit ergab das Gracia ihren vermeintlichen Vater persönlich aufsuchen konnte. Klar sie hatte ihn in der Zeit mehrfach gesehen, das ließ sich auf einem Schiff, auch wenn es noch so groß war wie die Toro de Muerte, nicht vermeiden. Doch nie bot sich bisher die Gelegenheit ihn unter vier Augen zu sprechen, als es endlich doch soweit war.
Gracia suchte eines abends die Kapitänskajüte auf. Nach einem sachten Klopfen wurde ihr auch schon die Tür von Perera geöffnet und sie trat ein. Freundlich bot er ihr an sich doch zu setzen doch sie lehne ab mit der Begründung, das es wohl besser sei wenn er sich setzen würde, was er dann auch tat. Ohne viel umschweife kam Gracia zum Thema und krempelte den rechten Ärmel ihrer Jacke hoch, um Raul die kleinen schwarzen Punkte auf ihrem Unterarm zu zeigen. Die ‚erinnerungs’-Male der Sirenenprinzessin.
„Kommen die dir irgendwie bekannt vor?“, fragte sie ihn erwartungsvoll. El Capitano wiegte den Kopf und er murmelte lediglich eine knappe Antwort die nach einem ja klang. Gracia nickt lediglich kaum merklich und sprach dabei:
„Denken male drüber nach el Capitano, vielleichte fallen dir dazu was ein“! Nach diesen, mehr oder weniger knappen und wenig aufschlussreichen Worten, verließ sie die Kapitänskajüte wieder.
Es sollten wieder einige Tage vergehen, als sie ihren Kapitän erneut aufsuchte. Heute werden die Tag sein, an dem ich ihm es sagen werden, dachte Gracia bei sich und hob dabei gerade die Hand an um an die Tür zu klopfen. Zwei mal, und diesmal fordernder klang ihr Klopfen. Schnell war Perera an der Türe und ließ sie eintreten. Diesmal nahm sie das Angebot an, und setze sich auf die Bank. Nervös wanderte ihr Blick umher ehe sie zu ihm fand. Ihre Stimme unruhig erhebend fragte sie nach:
„Und haben du dir Gedanken darüber gemacht? Zu welche Schluss sein du gekommen Perera?“.
Seine Antwort viel schlicht aus, als er lediglich erwiderte:
„La Sirena“.
„Si la Sirena, und sie haben mir für eine hohe Preis eine Geheimnis offenbart“, sprach sie dann weiter und blickte den Kapitän erwertungsvoll an.
„Welchen Preis musstest du Zahlen“, wollte er genauer wissen.
Doch Gracia ging nicht auf seine Frage ein und sprach einfach weiter, ihre Augen dabei eindringlich auf ihn gerichtet:
„Sie vertrauten mir eine Geheimnis an,....eine Geheimnis, welche ich schon meine ganze Leben wissen wollte“.
„Ja, doch was war der Preis?“, harkte Perera erneut, offenbar gar nicht darauf erpicht ihre Geschichte zu hören, nach.
Gracia wunderte sich innerlich, weil es ihn anscheinend gar nicht zu interessieren schien, was das Geheimnis war, sondern er immer nur nach dem Preis fragte. Wieso wollte er denn unbedingt wissen, welchen Preis es sie gekostet hatte. Das war doch egal, in ihren Augen. Hauptsache sie wusste nun endlich wer ihr Vater war.
„Gleich“, wiegelte sie seine Frage einfach ab und sprach weiter:
„Dich werden die Antwort sicher auch interessieren. Was glauben du wohl porque ich zu DIR gekommen bin?“.
Da die frage nur rein rhetorisch gestellt war und sie keine Antwort erwartete sprach Gracia nach einer kurzen Pause einfach weiter. Ihre Stimme längst zittrig wegen der Aufregung, Perera gleich ihr Geheimnis zu entlüften, redete sie einfach drauf los:
„Du sein meine Padre, DU !!!“
„Ja ich weiß“, antwortet er trocken.
Gracia konnte kaum ihren Ohren trauen. Was sagte er gerade zu ihr? Das war wohl eine Antwort mit der sie so überhaupt nicht gerechnet hatte. Das konnte doch nicht sein. Beinahe wütend blicke sie Perera entgegen und fragte energisch:
„Porque haben du nada gesagt zu mir, wenn du es wussten?!“
Pereras Antwort fiel beinahe Kryptisch aus als er sagte, dass jedes Geheimnis seinen Preis hatte, der gezahlt werden musste.
Ob dieser Erklärung brodelte es in Gracia auf. Wütend schlitze sie ihre Augen zusammen. War dies doch nicht gerade die Erklärung die sie sich von ihm erhofft hatte. Er wusste es, und er hat dennoch sie so einen hohen Preis dafür zahlen lassen? Die Sirene würde ein mal im Jahr für viele Stunden, fast einen ganzen Tag, in ihren Körper schlüpfen, und diesen als Hülle für sich benutzen. Sie selbst hilflos und dem Willen der Sirene ausgesetzt, müsste sie dann das tun, was sie wollte. Egal was es war.
Gracias Lippen pressten sich zusammen, als ihr die Gedanken durch den Kopf gingen. Kein wunder das Perera immer nach dem Preis fragte! Er wusste es ja! Es fehlte nicht viel das Gracia hysterisch aufschrie, doch sie behielt die Fassung und erzählte ihrem Vater eine kurze Version dessen, welchen Preis sie für das Geheimnis hat Zahlen müssen.
Nun mehr traurig Blickte sie ihrem Vater entgegen. Ihre Augen gefüllt von Enttäuschung richtete sich der Kapitän auf und sprach mit bestimmenden Worten:
„Komm mit. Ich muss dir etwas erzählen, das ich bisher noch keinem erzählt habe, aber dafür müssen wir woanders hin“.
Nach einem Ortswechsel und einem kurzen Fußmarsch, fanden sich die beiden in der Grünen-Grotte wieder. Sie waren an dem Ort als Gracia vor Monaten auf die Sirenenprinzessin traf. Den verwinkelten Gang zur Schmucklerhöle folgend, trafen sie dort nach einigen Minuten Fußweg ein.
„Setz dich“, erklang Pereras Stimme und er deutete auf einen Hocker, welcher wohl auch schon bessere Zeiten gesehen hatte, aber Gracias Gewicht noch standhalten sollte. Er warf ihr eine Flasche Rum zu, die er aus einem morschen Fass gezogen hatte und nahm für sich selbst auch eine, ehe er sich zur ihr gesellte. Für den Moment einiger Atemzüge betrachtete er Gracia. Nun nahezu mit einem Schmollmund dasitzend, schmunzelte er sanft.
„Als Kind hast du auch immer so geschaut, und mir gefällt es heute immer noch genauso wenig wie damals“ , sagte er sanft während sich sein Schmunzeln zu einem Lächeln verbreiterte. Langsam verzog sich das Schmollen von ihren Lippen während ihre Augen sich immer erwartungsvoller auf ihren Vater richteten. Nach einem großzügigen Schluck beiderseits aus ihrer jeweiligen Rumflasche begann Perera lang zu erzählen:
„Ich liebte deine Mutter sehr. Du kannst dir gar nicht vorstellen wie sie mir über all die Jahre gefehlt hat. Doch deine Mutter war keine gewöhnliche Frau. Sie war keine von Minfays Mädchen in dem Sinne. Sie war eine Art Hausdame, die sich um die Zimmer kümmerte und die Gäste im Schankraum bewirtete. Sie ist auch nicht bei deiner Geburt gestorben und auch all das andere was man dir die ganzen Jahre über erzählt hat, stimmt nicht. Es gehörte alles zu einem Plan“.
Kurz legte el Capitano eine Pause eine, bis er weiter erzählte:
„Du hast sicherlich von la Sirena erfahren, das ich selbst auch einen Packt mit ihr habe, beziehungsweise wir Pereras. Du musst wissen die Sirenen waren nicht immer Böse. Früher waren sie unsere Freunde, ja fast eine Göttin war ihre Königin für uns. Wir beteten sie regelrecht an, doch eines Tages war es ihrer Königin nicht mehr genug. Sie strebte immer mehr nach Macht und wollte selbst das Land, dass mein Vater Alejandro Perera entdeckt hatte für sich beanspruchen. Immer mehr wollte sie für sich haben und verfiel so dem Größenwahn und all den schlechten Seiten die solch blinde Machterstrebtheit mit sich führte.
So geschah es eines Tages, als die Sirenenprinzessin immer wütender wurde, da wir ihr nicht das gaben was sie wollte, unser Schiff in einen tosenden Sturm schickte. Deine Mutter, mein Vater Alejandro, ich und viele andere waren an Board. La Sirena drohte uns alle umzubringen in den tobenden Fluten, wenn wir ihr nicht das gaben was sie wollte. So entstand ein Packt zwischen Alejandro, der damals der Kapitän des Schiffs war, und la Sirena, bei welchem deine Mutter der Gegenstand dieser wurde. La Sirena hatte es abgesehen auf einen Körper, welcher so schön und unvergleichlich war, hübscher und wohlgeformter als ihrer selbst. Welcher eignete sich dazu nicht besser als der deiner Mutter, denn die komplette Beschreibung traf auf sie zu.
So wurde der Handel also beschlossen, unser aller Leben gegen den Körper deiner Mutter. Doch denke nicht wir hätten diese Entscheidung über den Kopf deiner Mutter getroffen. Deine Mutter selbst Schlug den Handel vor und war bereit sich für uns...vielmehr für mich zu opfern. Wir wollten heiraten, mein Vater selbst solltre und trauen, doch uns zeriss es das Herz, dass alles so enden sollte. Keiner von uns konnte sein Schicksal akzeptieren, und so tricksten wir la Sirena aus.
Wir erhielten eine Gnadenfrist von knapp neun Monaten, denn deine Mutter war gerade mit dir Schwanger geworden. Wir dachten, nein wir hofften die Sirene würde nicht wiederkehren, und vielleicht vergessen was an diesem Tag beschlossen wurde. Doch dem war leider nicht so. Sie gewährte deiner Mutter nur noch eine Woche nach deiner Geburt, ehe sie die Seele deiner Mutter aus ihrem Körper riss und sich skrupellos diesem einnistete. Dies geschah schneller als das man noch hätte handeln können. Glaube nicht ich hätte nicht noch alles versucht, dies wieder rückgängig zu machen, trotzdem, der Packt der Sirene war geschlossen und alle Möglichkeiten verstrichen...
Und heute, auch wenn der Körper nun gezeichnet von all der Zeit und dem Verfall ist, so ist er doch der Körper deiner Mutter welchen la Sirena besitzt. Als du sie gesehen hast konntest du natürlich nichts davon wissen.
Doch das ist nicht alles, die Sirenenkönigin ist nicht blöde. Das war sie damals nicht und heute erst recht nicht. Dafür das wir sie ein Stück weit um die Nase geführt hatten die neun Monate lang, legte la Sirena ein unsichtbares Siegel auf meinen Mund. Sie hatte es mir untersagt irgendwas zu dir zu sagen bezüglich meiner Vaterschaft. Du solltest es selbst herausfinden, dass ich dein Vater bin. Ich konnte also all die Jahre nichts sagen, bis du nicht selbst auf das Geheimnis stoßen würdest. Oder eben mit der Hilfe von la Sirena selbst.“
Es vergingen einige Minuten ehe Gracia die gesagten Worte halbwegs begriffen hatte. Wie konnte das alles nur sein, fragte sie sich. All die Jahre ist das offensichtliche vor ihrer Nase und sie sah nichts. Nicht die geringste Ahnung hatte sie. Von den Neuigkeiten völlig überfordert trank sie erstmal einen kräftigen Schluck von dem Rum.
Perera stand auf und ging auf und ab, ehe er erneut zu sprechen begann:
„Da ich noch einige Dinge klären muss, sollte das erstmal unter uns bleiben. Also das ich dein Vater bin“.
Gracia nickte lediglich schwach. Bis auf eine Person wusste eh noch niemand etwas von der Geschichte mit der Sirene und ihrem Vater. Nun hatte sie so lange darauf gewartet mit ihm zu sprechen, also könnte sie auch noch Wochen oder Monate warten bis es die anderen erfahren würden. Hauptsache Perera wusste nun bescheid.
Gracia erhob sich ebenfalls und schlug dann in seine Hand ein, die er ihr hinstreckte um das Abkommen zu besiegeln. Kurz schlich sich ein lächeln auf ihre Lippen als sie daran dachte, dass ihr ganzes Leben nur aus Abkommen, Versprechungen und irgendwelchen Preisen bestand Selbst mit dem eigenen Vater hatte sie nun eine Abmachung.
Im Anschluss verließen Vater und Tochter die Grüne Grotte wieder. Beide auf dem Weg richtung des Rahaler Hafenviertels, bis sich dort ihre Wege wieder trennten. Die Zeit würde also zeigen, wie es hoffentlich bald, weiter gehen würde...
Gracia suchte eines abends die Kapitänskajüte auf. Nach einem sachten Klopfen wurde ihr auch schon die Tür von Perera geöffnet und sie trat ein. Freundlich bot er ihr an sich doch zu setzen doch sie lehne ab mit der Begründung, das es wohl besser sei wenn er sich setzen würde, was er dann auch tat. Ohne viel umschweife kam Gracia zum Thema und krempelte den rechten Ärmel ihrer Jacke hoch, um Raul die kleinen schwarzen Punkte auf ihrem Unterarm zu zeigen. Die ‚erinnerungs’-Male der Sirenenprinzessin.
„Kommen die dir irgendwie bekannt vor?“, fragte sie ihn erwartungsvoll. El Capitano wiegte den Kopf und er murmelte lediglich eine knappe Antwort die nach einem ja klang. Gracia nickt lediglich kaum merklich und sprach dabei:
„Denken male drüber nach el Capitano, vielleichte fallen dir dazu was ein“! Nach diesen, mehr oder weniger knappen und wenig aufschlussreichen Worten, verließ sie die Kapitänskajüte wieder.
Es sollten wieder einige Tage vergehen, als sie ihren Kapitän erneut aufsuchte. Heute werden die Tag sein, an dem ich ihm es sagen werden, dachte Gracia bei sich und hob dabei gerade die Hand an um an die Tür zu klopfen. Zwei mal, und diesmal fordernder klang ihr Klopfen. Schnell war Perera an der Türe und ließ sie eintreten. Diesmal nahm sie das Angebot an, und setze sich auf die Bank. Nervös wanderte ihr Blick umher ehe sie zu ihm fand. Ihre Stimme unruhig erhebend fragte sie nach:
„Und haben du dir Gedanken darüber gemacht? Zu welche Schluss sein du gekommen Perera?“.
Seine Antwort viel schlicht aus, als er lediglich erwiderte:
„La Sirena“.
„Si la Sirena, und sie haben mir für eine hohe Preis eine Geheimnis offenbart“, sprach sie dann weiter und blickte den Kapitän erwertungsvoll an.
„Welchen Preis musstest du Zahlen“, wollte er genauer wissen.
Doch Gracia ging nicht auf seine Frage ein und sprach einfach weiter, ihre Augen dabei eindringlich auf ihn gerichtet:
„Sie vertrauten mir eine Geheimnis an,....eine Geheimnis, welche ich schon meine ganze Leben wissen wollte“.
„Ja, doch was war der Preis?“, harkte Perera erneut, offenbar gar nicht darauf erpicht ihre Geschichte zu hören, nach.
Gracia wunderte sich innerlich, weil es ihn anscheinend gar nicht zu interessieren schien, was das Geheimnis war, sondern er immer nur nach dem Preis fragte. Wieso wollte er denn unbedingt wissen, welchen Preis es sie gekostet hatte. Das war doch egal, in ihren Augen. Hauptsache sie wusste nun endlich wer ihr Vater war.
„Gleich“, wiegelte sie seine Frage einfach ab und sprach weiter:
„Dich werden die Antwort sicher auch interessieren. Was glauben du wohl porque ich zu DIR gekommen bin?“.
Da die frage nur rein rhetorisch gestellt war und sie keine Antwort erwartete sprach Gracia nach einer kurzen Pause einfach weiter. Ihre Stimme längst zittrig wegen der Aufregung, Perera gleich ihr Geheimnis zu entlüften, redete sie einfach drauf los:
„Du sein meine Padre, DU !!!“
„Ja ich weiß“, antwortet er trocken.
Gracia konnte kaum ihren Ohren trauen. Was sagte er gerade zu ihr? Das war wohl eine Antwort mit der sie so überhaupt nicht gerechnet hatte. Das konnte doch nicht sein. Beinahe wütend blicke sie Perera entgegen und fragte energisch:
„Porque haben du nada gesagt zu mir, wenn du es wussten?!“
Pereras Antwort fiel beinahe Kryptisch aus als er sagte, dass jedes Geheimnis seinen Preis hatte, der gezahlt werden musste.
Ob dieser Erklärung brodelte es in Gracia auf. Wütend schlitze sie ihre Augen zusammen. War dies doch nicht gerade die Erklärung die sie sich von ihm erhofft hatte. Er wusste es, und er hat dennoch sie so einen hohen Preis dafür zahlen lassen? Die Sirene würde ein mal im Jahr für viele Stunden, fast einen ganzen Tag, in ihren Körper schlüpfen, und diesen als Hülle für sich benutzen. Sie selbst hilflos und dem Willen der Sirene ausgesetzt, müsste sie dann das tun, was sie wollte. Egal was es war.
Gracias Lippen pressten sich zusammen, als ihr die Gedanken durch den Kopf gingen. Kein wunder das Perera immer nach dem Preis fragte! Er wusste es ja! Es fehlte nicht viel das Gracia hysterisch aufschrie, doch sie behielt die Fassung und erzählte ihrem Vater eine kurze Version dessen, welchen Preis sie für das Geheimnis hat Zahlen müssen.
Nun mehr traurig Blickte sie ihrem Vater entgegen. Ihre Augen gefüllt von Enttäuschung richtete sich der Kapitän auf und sprach mit bestimmenden Worten:
„Komm mit. Ich muss dir etwas erzählen, das ich bisher noch keinem erzählt habe, aber dafür müssen wir woanders hin“.
Nach einem Ortswechsel und einem kurzen Fußmarsch, fanden sich die beiden in der Grünen-Grotte wieder. Sie waren an dem Ort als Gracia vor Monaten auf die Sirenenprinzessin traf. Den verwinkelten Gang zur Schmucklerhöle folgend, trafen sie dort nach einigen Minuten Fußweg ein.
„Setz dich“, erklang Pereras Stimme und er deutete auf einen Hocker, welcher wohl auch schon bessere Zeiten gesehen hatte, aber Gracias Gewicht noch standhalten sollte. Er warf ihr eine Flasche Rum zu, die er aus einem morschen Fass gezogen hatte und nahm für sich selbst auch eine, ehe er sich zur ihr gesellte. Für den Moment einiger Atemzüge betrachtete er Gracia. Nun nahezu mit einem Schmollmund dasitzend, schmunzelte er sanft.
„Als Kind hast du auch immer so geschaut, und mir gefällt es heute immer noch genauso wenig wie damals“ , sagte er sanft während sich sein Schmunzeln zu einem Lächeln verbreiterte. Langsam verzog sich das Schmollen von ihren Lippen während ihre Augen sich immer erwartungsvoller auf ihren Vater richteten. Nach einem großzügigen Schluck beiderseits aus ihrer jeweiligen Rumflasche begann Perera lang zu erzählen:
„Ich liebte deine Mutter sehr. Du kannst dir gar nicht vorstellen wie sie mir über all die Jahre gefehlt hat. Doch deine Mutter war keine gewöhnliche Frau. Sie war keine von Minfays Mädchen in dem Sinne. Sie war eine Art Hausdame, die sich um die Zimmer kümmerte und die Gäste im Schankraum bewirtete. Sie ist auch nicht bei deiner Geburt gestorben und auch all das andere was man dir die ganzen Jahre über erzählt hat, stimmt nicht. Es gehörte alles zu einem Plan“.
Kurz legte el Capitano eine Pause eine, bis er weiter erzählte:
„Du hast sicherlich von la Sirena erfahren, das ich selbst auch einen Packt mit ihr habe, beziehungsweise wir Pereras. Du musst wissen die Sirenen waren nicht immer Böse. Früher waren sie unsere Freunde, ja fast eine Göttin war ihre Königin für uns. Wir beteten sie regelrecht an, doch eines Tages war es ihrer Königin nicht mehr genug. Sie strebte immer mehr nach Macht und wollte selbst das Land, dass mein Vater Alejandro Perera entdeckt hatte für sich beanspruchen. Immer mehr wollte sie für sich haben und verfiel so dem Größenwahn und all den schlechten Seiten die solch blinde Machterstrebtheit mit sich führte.
So geschah es eines Tages, als die Sirenenprinzessin immer wütender wurde, da wir ihr nicht das gaben was sie wollte, unser Schiff in einen tosenden Sturm schickte. Deine Mutter, mein Vater Alejandro, ich und viele andere waren an Board. La Sirena drohte uns alle umzubringen in den tobenden Fluten, wenn wir ihr nicht das gaben was sie wollte. So entstand ein Packt zwischen Alejandro, der damals der Kapitän des Schiffs war, und la Sirena, bei welchem deine Mutter der Gegenstand dieser wurde. La Sirena hatte es abgesehen auf einen Körper, welcher so schön und unvergleichlich war, hübscher und wohlgeformter als ihrer selbst. Welcher eignete sich dazu nicht besser als der deiner Mutter, denn die komplette Beschreibung traf auf sie zu.
So wurde der Handel also beschlossen, unser aller Leben gegen den Körper deiner Mutter. Doch denke nicht wir hätten diese Entscheidung über den Kopf deiner Mutter getroffen. Deine Mutter selbst Schlug den Handel vor und war bereit sich für uns...vielmehr für mich zu opfern. Wir wollten heiraten, mein Vater selbst solltre und trauen, doch uns zeriss es das Herz, dass alles so enden sollte. Keiner von uns konnte sein Schicksal akzeptieren, und so tricksten wir la Sirena aus.
Wir erhielten eine Gnadenfrist von knapp neun Monaten, denn deine Mutter war gerade mit dir Schwanger geworden. Wir dachten, nein wir hofften die Sirene würde nicht wiederkehren, und vielleicht vergessen was an diesem Tag beschlossen wurde. Doch dem war leider nicht so. Sie gewährte deiner Mutter nur noch eine Woche nach deiner Geburt, ehe sie die Seele deiner Mutter aus ihrem Körper riss und sich skrupellos diesem einnistete. Dies geschah schneller als das man noch hätte handeln können. Glaube nicht ich hätte nicht noch alles versucht, dies wieder rückgängig zu machen, trotzdem, der Packt der Sirene war geschlossen und alle Möglichkeiten verstrichen...
Und heute, auch wenn der Körper nun gezeichnet von all der Zeit und dem Verfall ist, so ist er doch der Körper deiner Mutter welchen la Sirena besitzt. Als du sie gesehen hast konntest du natürlich nichts davon wissen.
Doch das ist nicht alles, die Sirenenkönigin ist nicht blöde. Das war sie damals nicht und heute erst recht nicht. Dafür das wir sie ein Stück weit um die Nase geführt hatten die neun Monate lang, legte la Sirena ein unsichtbares Siegel auf meinen Mund. Sie hatte es mir untersagt irgendwas zu dir zu sagen bezüglich meiner Vaterschaft. Du solltest es selbst herausfinden, dass ich dein Vater bin. Ich konnte also all die Jahre nichts sagen, bis du nicht selbst auf das Geheimnis stoßen würdest. Oder eben mit der Hilfe von la Sirena selbst.“
Es vergingen einige Minuten ehe Gracia die gesagten Worte halbwegs begriffen hatte. Wie konnte das alles nur sein, fragte sie sich. All die Jahre ist das offensichtliche vor ihrer Nase und sie sah nichts. Nicht die geringste Ahnung hatte sie. Von den Neuigkeiten völlig überfordert trank sie erstmal einen kräftigen Schluck von dem Rum.
Perera stand auf und ging auf und ab, ehe er erneut zu sprechen begann:
„Da ich noch einige Dinge klären muss, sollte das erstmal unter uns bleiben. Also das ich dein Vater bin“.
Gracia nickte lediglich schwach. Bis auf eine Person wusste eh noch niemand etwas von der Geschichte mit der Sirene und ihrem Vater. Nun hatte sie so lange darauf gewartet mit ihm zu sprechen, also könnte sie auch noch Wochen oder Monate warten bis es die anderen erfahren würden. Hauptsache Perera wusste nun bescheid.
Gracia erhob sich ebenfalls und schlug dann in seine Hand ein, die er ihr hinstreckte um das Abkommen zu besiegeln. Kurz schlich sich ein lächeln auf ihre Lippen als sie daran dachte, dass ihr ganzes Leben nur aus Abkommen, Versprechungen und irgendwelchen Preisen bestand Selbst mit dem eigenen Vater hatte sie nun eine Abmachung.
Im Anschluss verließen Vater und Tochter die Grüne Grotte wieder. Beide auf dem Weg richtung des Rahaler Hafenviertels, bis sich dort ihre Wege wieder trennten. Die Zeit würde also zeigen, wie es hoffentlich bald, weiter gehen würde...
Zuletzt geändert von Gracia Orthez am Montag 21. Juni 2010, 08:03, insgesamt 1-mal geändert.