Feyja's kleine Welt
Verfasst: Dienstag 23. Februar 2010, 13:17
Gelangweilt hockte sie im Wald. Ihre Schwester war gerade nicht aufzufinden und so recht wusste sie nicht was sie nun tun sollte. Schließlich entschied sie sich durch das Fischerdorf zu streifen, vielleicht fand sich dort ja etwas zu Essen, oder ihre Schwester. Denn die im Wald zu finden war unmöglich. Bald schon entdeckte sie auch eines der grünen Schilder. Sie mochte die Schilder, denn das bedeutet in den meisten Fällen etwas zu essen oder zumindest etwas Interessantes. Rasch hatte sie auch an der Klingel gezupft und ein kleiner Mann öffnete ihr. Nachdem sie sich neugierig umgeblickt hatte fand sie auch etwas Interessantes. Eine komische Pflanze erweckte ihre Aufmerksamkeit. So eine hatte sie noch nie gesehen. Neugierig stupste sie mit dem Finger dagegen, um überrascht zurückzuzucken. Ein Stachel hing in ihrem Finger. Die Pflanze hatte sie angegriffen! Irgendwie.. Sie mochte die Pflanze plötzlich nicht mehr. Gerade als sie den Finger verarztete, in den Mund stecken und dran lutschen bis er nicht mehr wehtat, hörte sie draußen ihre Schwester rufen. Sogleich flitzte sie zur Türe und krachte fast dagegen. Abgeschlossen. Dem kleinen Mann klar zu machen, dass ihre Schwester draußen war, war ziemlich mühselig. Er stand nur da und hatte die Arme vor der Brust verschränkt. Verstand er denn nicht? Draußen war ihre Schwester. Er musste sie doch hören…. Schließlich öffnete er doch und ihre Schwester kam auch in die kleine Schmiede. Leider hatte sie tatsächlich einen Schmied gesucht, und so kümmerte sie sich eine Weile nicht um Feyja. Doch da hatte sie auch schon Wasser entdeckt. Wenn man das in eine Esse schüttete, dann dampfte und zischte das. Das wusste sie. Und schon schöpfte sie Wasser und ließ es zischen. Entzückt grinste sie auf. Das mochte sie. Das war lustig.
Der Schmied hämmerte eine Weile auf der glänzenden Klinge herum, dann gab er sie Marye wieder. Irgendetwas schien ihr jedoch zu missfallen und sie brummelte. Feyja mochte nicht wenn Marye brummelt. Warum sie brummelte verstand sie auch nicht, und so tapste sie nur zu ihr, lächelte ihr freundlich zu und legte die Hand auf Maryes Arm. Vielleicht beruhigte sie sich ja so wieder. Sie wusste zumindest nicht was sie sonst machen könnte. Nach einer Weile gingen sie dann auch und Marye brummelte noch eine Weile weiter. Irgendwann hörte sie jedoch auf. Da ging es Fey gleich viel besser.
Als nächstes besuchten sie den Hof in Bajard. Da wohnte eine nette Frau. Das erste Gespräch ging weit an Feyja vorbei. Sie verstand kein Wort. Irgendetwas über ‚auf dem Rücken liegen’ und ‚wie ein Käfer strampeln’. Die Frau war doch kein Käfer. Käfer waren klein und knusperten wenn man drauf herumkaute. So nutzte sie die Zeit und schaut sie ich Garten um. Sie mochte Bauernhöfe, da fühlte sie sich wohl. Schließlich sagte die Frau, Lairja hieß sie wohl, das es kalt draußen wäre und sie reingehen sollten. Feyja fand es zwar nicht besonders kalt, schließlich hatte sie ja nun Schuhe an, aber war froh endlich etwas zu tun, und flitzte prompt los. Als sie dann in den Raum trat, blieb ihr erst einmal der Atem weg. Der ganze Raum war voll gestellt mit Pflanzen. Nun war sie kein Mensch vieler Worte, dennoch war sie geradezu überwältigt. Sie huschte von einer Pflanze und schnupperte daran, streichelte die Pflanzen und war im Blumenhimmel. Plötzlich fühlte sie sich an ihre Mutter erinnert. Sie hatte auch Pflanzen gehabt, und Feyja durfte sie manchmal gießen, tote Blätter abzupfen und sie kritisch betrachten, um Parasiten zu entdecken und mit stinkenden Tinkturen wegzumachen. Und hier waren auch überall duftende Sträucher und Blumen. Fast hätte sie angefangen zu weinen. Komisch, sie war doch gar nicht traurig. Eher ziemlich zufrieden und glücklich. Am liebsten hätte sie die Bäuerin umarmt und ihr gesagt, dass sie hier einzieht. Doch das tat sie natürlich nicht. Als ihre Schwester dann darum bat einige Pflanzen mitnehmen zu dürfen, wäre sie fast hochgesprungen vor Freude. Aber dann hätte sie vielleicht etwas umgeworfen. Und dann wären die Pflanzen traurig, die Bäuerin traurig und Feyja auch. Da hüpfte sie lieber nicht. Kurz berieten sich die drei noch wie man die Pflanzen nach Hause bekäme, und ob diese in ihrer Wohnhöhle überhaupt gedeihen würden. Das Licht war dort nicht so besonders gut. Und das Pflanzen Licht brauchten wusste ja jeder. Schließlich hatte sie einen Geistesblitz und zog einen dieser nicht besonders Gutschmeckenden Pilze aus ihrer Gürteltasche. Die waren lustig, man kaute darauf herum und es wurde um einen herum Hell. Das könnte man bestimmt den Pflanzen geben und dann wurde es um sie herum auch Hell. Aber die anderen beiden fanden die Idee nicht so Gut. Der Pilz wurde weggesteckt. Kurz war sie ein wenig enttäuscht, dass ihre tolle Idee nicht den erhofften erfolg gebracht hatte. Doch dann waren da wieder überall die Pflanzen, ihre Schwester, und die nette Käferfraubäuerin, da konnte sie nicht schmollen. Und außerdem würde sie doch ein paar der Pilze zerkleinern und zu den Pflanzen stecken. Und wenn sie dann Gut wuchsen weil sie genügen Licht hatten, dann wusste sie ja das es geklappt hatte. Die beiden Schwestern verabschiedeten sich freundlich und machten sich auf den Heimweg.
Dort wurden erst einmal Plätze für die Pflänzchen gesucht. Das Licht war leider weniger als erhofft, und so mussten ein paar neue Löcher in der Decke her. Natürlich nicht zu große. Es sollte ja nicht reinregnen und die Wärme entschwinden. Daher überlies Feyja es Marye, die geeigneten Stellen zu suchen. Beim Löchermachen half sie dann wieder mit. Als ihre Höhle dann im warmen Gelb erschien, war sie rundum zufrieden. Überall standen Pflanzen, wobei mehr natürlich auch nicht geschadet hätten, es war Gut ausgeleuchtet und ihre Schwester war da. Zufrieden und doch erschöpft krabbelte sie schließlich in die Felle. Die beiden kuschelten sich aneinander und schon rasch war sie eingeschlafen. Sie dachte noch eine Weile an ihre Mutter. Lange war sie alleine gewesen. Unbewusst drückte sie sich enger an ihre Schwester. Nun nicht mehr.
Aufwachen tat sie dann, weil irgendetwas sie kitzelte. Sie liebte es gekitzelt zu werden, das fühlte sich lustig an und man bekam immer sogleich gute Laune. Da sie eigentlich immer Gut gelaunt war, bekam sie durchs Kitzeln noch viel bessere. So geweckt zu werden war zwar ein bisschen gemein, aber doch recht angenehm. Doch danach sagte Marye etwas, das ihr weniger gefiel. Baden… Sie konnte doch nicht richtig Schwimmen, und außerdem war sie gar nicht so dreckig. Erst steckte sie nur den Kopf ins Wasser, in der Hoffnung, es würde genügen. Doch leider galt dies wohl nicht. Erst als Marye schon im Wasser war, folgte auch sie. So konnte ihre Schwester sie retten wenn sie ertrinken würde. Ihre Schwester öffnete ein kleines Fläschchen. Das roch lecker. Wie im Nadelwald. Auch wenn es sie im Nadelwald oft piekste, weil die Tannennadeln überallhin gelangen, mochte sie den Geruch. Neugierig verfolgte sie wie ihr das Haar mit der Leckerriechenden Flüssigkeit eingerieben wurde. Eine Kostprobe ergab aber jedoch dass es nur Gut roch. Schmecken tat es weitaus weniger. So wurde sie dann doch sauber und ließ sich auch widerwillig abtrocknen. Dabei trocknete das doch von alleine irgendwann. Und da sie Schuhe anhatte war es bestimmt auch nicht zu kalt draußen. Dann versorgten die Beiden noch die Tiere und huschten schließlich aus dem Lager.
Eine Schifffahrt später waren sie in einer dieser Steinstädte. Berggarten oder so. Hier war sie noch nie gewesen. Neugierig umherschauend und Dicht bei Marye bleibend ging sie zu einem riesigen Haus. Da war ein grünes Schild. Sie mochte die Schilder. Doch ehe sie an der Klingel zupfen konnte, dann bimmelte es irgendwo im Haus, war ihre Schwester auch schon in dem Gebäude verschwunden. Enttäuscht brummte sie auf und schloss rasch zu Marye auf. Alleine wollte sie nicht in dieser komischen Steinstadt im freien bleiben. Im inneren gab es erst einmal einiges zu betrachten. Ein Handelshaus hatte viel Interessantes. So besah und beschnupperte sie die Auslagen. Als ihr Name fiel horchte sie auf. Und der Aufforderung ihrer Schwester, der anderen Frau ihr Armband zu zeigen, kam sie gleich nach. Sie mochte das Armband. Da stand ihr Name drauf. Außerdem waren da auch kleine Blumen und Ranken in die Schrift eingearbeitet. Marye wollte auch so eines, mit ihrem Namen drauf. Das gefiel ihr. Dann hatten sie nicht nur beide einen Zopf, den gleichen Nachnamen, sondern auch noch ein gleiches Armband. Nur mit eben einem anderen Namen. Als die Begutachtung ihres Armbands vorüber war, deutete sie noch auf eines der ausgelegten Kissen. So eines wollte sie haben. Da konnte man seine Schätze drauf lagern. Daher nahm sie auch zuerst das größte, denn da passte ja schließlich am meisten drauf. Doch ein zweites nahm sie auch noch. Das sah hübscher aus. Eines für sie, eines für ihre Schätze. Das war fair fand sie. Weil sie Hunger hatte, versuchte sie dies der Frau irgendwie begreiflich zu machen. Doch leider gab es nichts zu Essen als sie es dann verstanden hatte. Immerhin wurde ihr gesagt wo es welches gab. So verabschiedeten sich die beiden und gingen ein wenig weiter in die Stadt hinein.
Bald kamen sie an ein anderes großes Haus. Das hatte auch ein grünes Schild. Sie mochte die grünen Schilder. Im inneren blieb sie erst einmal hinter ihrer Schwester. Neugierig wurde der Raum gemustert. Hier waren mehr Menschen als in dem anderen Haus. Dafür roch es nach Essen. Die beiden Schwestern setzten sich an einen der Tische. Feyja fand den Stuhl jedoch unbequem. Doch als sie sich vor den Kamin setzte, folgte Marye ihr nicht weiter. Sie erzählte irgendetwas von ‚singen’. Singen? Was hatte denn der Kamin damit zu tun? Außerdem würde sie ganz bestimmt nicht singen. Das wusste Marye aber sehr wohl. Kurz blieb sie aus trotz da sitzen, und hoffte ihre Schwester käme doch noch. Doch sie kam nicht. Und alleine wollte Feyja auch nicht da sitzen. Also tapste sie wieder zu ihr und kletterte auf den Stuhl. Das gebrachte Getränk war lecker. Was das war wusste sie nicht, aber es schmeckte äußerst Gut. Die Suppe wurde zwar auch recht schnell geleert, aber die schmeckte weniger Gut als das Getränk. Außerdem machte sie nicht Satt. Wasser und Suppe löschten ja nur den Durst. Als ihre Schwester sie auf den Löffel aufmerksam machte, legte sie ihn artig in die Suppenschale. Warum das notwendig war verstand sie nicht. Aber sie freute sich immer wenn sie Marye einen gefallen tuen konnte. Und einen nervigen Löffel in der Suppe zu haben, während man diese schlürft, war das Wert. Die Frau, die das Essen gebracht hatte, kam wieder zu den beiden. Rasch machte Feyja klar, das sie doch gerne etwas zu beißen hätte. Und das wurde ihr dann auch gebracht. Außerdem eines der leckeren warmen Getränke. Gierig riss sie Fleisch aus dem Braten und steckte es sich in den Mund. Schmatzend und zufrieden kaute sie kurz, schlang es herunter, und machte sich über das nächste Stück her. Das ihre Schwester sich etwas von dem Teller stibitze war in Ordnung. Aber als dann der Mann kam, da wurde sie misstrauisch. Das war doch ihres. Der sollte sich eigenes holen. Den Arm schützend um den Teller legen und den Mann genaustens beobachtend aß sie rasch weiter. Er hatte offensichtlich nicht vor ihr Essen zu klauen, doch sicher war sicher. Vielleicht hatte ja auch nur Angst bekommen, weil sie so aufmerksam war. Erst als der Teller geleert war, legte sich ihr misstrauen. Eigentlich war er ja ganz nett. Und er kannte ihre Schwester. Und die hatte wohl nichts gegen ihn. Also hatte Feyja auch nichts gegen ihn. Marye und der Mann unterhielten sich eine Weile, dann ging er wieder. Dann teilte ihre Schwester ihr mit, sie sucht noch einmal den Schmied. Zuerst gefiel ihr das ja gar nicht und sie wollte mit. Aber Marye kannte den Mann und eine Frau, die auch kurz bei ihnen gewesen war. Und die beiden waren ja auch nett gewesen. So entschied sie sich hier zu bleiben. Außerdem hatte sie ja ihren kleinen Dolch. Und Marye würde sie nie alleine lassen, wenn hier Gefahr drohen würde. Doch am Tisch alleine war es ihr langweilig, so tapste sie zu der Frau die leckere Sachen brachte.
Die stritt mit einem kleinen dicken Mann. Also wartete sie. Dann deutete sie wehleidig blickend auf die leere Tasse. Die Frau verstand ihren Kummer und schon bald hielt sie eine neue Tasse in der Hand. Mit dieser ging sie zum großem Tisch. Da waren der Mann von eben, neben den sie sich auch setzte, und noch zwei andere. Der eine, ihr gegenüber, saß ganz Steif da. Das musste doch unbequem sein. Sie setzte sich kurz auch so hin, und es war unbequem. Allerdings war es recht schwierig ihn zu Fragen, wieso er da so saß. Und quer über den Tisch ging das schon gar nicht. Also nahm sie ihre Tasse, mittlerweile nur noch halbvoll, und tapste zu ihm hinüber. Sie mochte ihn irgendwie. Aber verstanden tat sie nicht genau. Sie gestikulierte eine Weile, bis er verstand was sie eigentlich wollte. Dann sagte er irgendetwas von ‚hohen Herren’. Ein blick durch den Raum zeigte aber das hier keine besonders großen Männer waren. Sicher, für Feyja waren alle groß, bis auf der Dicke am Tresen, aber sie war ja auch klein. Immerhin entspannte sich der Mann nun ein wenig. Das war ja schon etwas. Sonst tat ihm nachher noch der Rücken weh. Das war nicht schön, Rückenschmerzen zu haben. Und das war Dumm welche zu haben, weil man da sitzt als wäre man ein Stein, weil man sich vor großen Männern fürchtet, die ja gar nicht da waren. Er war ja immerhin selbst recht groß. Freundlich bot sie ihm die lauwarme heiße Schokolade an. Wenn er das trinken würde bekäme er sicher besser Laune. Das war lecker. Und was lecker ist, macht Gute Laune. Doch er wollte sie nicht. Dann trank sie die Tasse selbst leer. War er ja selbst Schuld. Als ihre Schwester wiederkam huschte sie sofort leise kichernd weg. Eine Ecke mit Sitzgelegenheiten bot ihr allerdings nicht viele Versteckmöglichkeiten. So nutzte sie eines der Sitzkissen als Versteck, indem sie es sich einfach vors Gesicht hielt. Das war lustig, so würde sie sicher nicht direkt gefunden. Kichernd lauschte sie was nun passiert. Doch die Neugierde war bald zu groß, so musste sie auch am Kissen vorbeilinsen. Marye krabbelte gerade auf dem Boden herum und unter den Tisch. Aber da war sie ja gar nicht. Triumphierend hockte sie weiter hinter dem Kissen und kicherte. Leider musste sie das ‚ums-Kissen-spähen’ verraten haben, denn schließlich fand Marye sie. Doch das stellte sich rasch als gar nicht mal so Schlecht heraus. Als sie nun ausgekitzelt wurde, ging es ihr gleich noch besser. So kicherte sie und wand sich eine Weile. Doch irgendwann hörte Marye einfach auf. Wie frech, dabei war sie doch noch gar nicht Fertig gewesen mit lachen. Schnell huschte sie zu ihr. Der Mann von eben stand wieder steif da und war wohl ein wenig durcheinander. Feyja versuchte seinen Namen zu erfahren, das war gar nicht so leicht. Schließlich hielt sie ihm ihr Armband hin. Doch leider verstand er nicht was sie wollte, stattdessen wollte er nach ihr greifen. Erschrocken zuckte sie zurück. Das durfte er nicht. Das mochte sie nicht. Doch er war ebenso überrascht. Etwas tun wollte er ihr wohl nicht. Gut so. Ihre Schwester und er unterhielten sich kurz, dann meinte ein Mann der noch am Tisch saß etwas zum Mann der da so steif stand. Das musste doch so unbequem sein. Er nuschelte etwas von ‚Waffen’ und ‚Erlaubnis’ und deutete auf... sie? Was hatte Feyja denn mit Waffen zu tun? Und was für eine Erlaubnis? Die Erklärungen brachten ihr auch keine neuen Erkenntnisse, sondern verwirrten sie nur noch weiter. Irgendetwas stimmte wohl nicht mit ihrem Köcher. Aber was? Irgendwann nahm sie ihn verwirrt ab. Sie versuchte ihrem Gegenüber begreiflich zu machen das dieser dazu da war, damit sie im Wald nicht verhungerte. Die wenigsten Tiere dienten schließlich freiwillig als Nahrung. Und nur Gemüse und Käfer und so waren auf Dauer auch nicht besonders schön. Als sie ihm den Köcher dann reichen wollte, wollte er ihn plötzlich nicht mehr. Jetzt verstand sie gar nichts mehr. Erst darf sie ihn nicht haben, und jetzt doch? Hilfesuchend blickte sie zu ihrer Schwester. Diese beschloss dann das sie gehen. Da hatte sie nun nichts mehr gegen. Das war ihr zuviel geworden. Der Köcher wurde wieder umgehangen. Ihre Schwester war schon etwas vorgegangen. Sie winkte dem Mann der recht nervös war und flitzte los. Doch rasch bleib sie neben ihm wieder stehen. Sie wollte ja noch seinen Namen wissen. Und eben hatte er nicht verstanden was sie wollte. Diesmal ging es schneller. Nachdem er ihr den Namen genannt hatte, und sich so lustig verbeugt hatte, sie mochte das, flitzte sie wieder zu ihrer Schwester. Die beiden verließen das Gasthaus, verließen die Stadt und verschwanden im Wald. Diesen Wald kannte sie auch noch nicht so Gut. Doch bald fanden sie eine Mulde. Es war recht eng und unbequem, und das Bad von heute würde mit Sicherheit bald schon umsonst gewesen sein, aber es genügte. Eng aneinander gekuschelt schliefen sie beide rasch ein.
Der Schmied hämmerte eine Weile auf der glänzenden Klinge herum, dann gab er sie Marye wieder. Irgendetwas schien ihr jedoch zu missfallen und sie brummelte. Feyja mochte nicht wenn Marye brummelt. Warum sie brummelte verstand sie auch nicht, und so tapste sie nur zu ihr, lächelte ihr freundlich zu und legte die Hand auf Maryes Arm. Vielleicht beruhigte sie sich ja so wieder. Sie wusste zumindest nicht was sie sonst machen könnte. Nach einer Weile gingen sie dann auch und Marye brummelte noch eine Weile weiter. Irgendwann hörte sie jedoch auf. Da ging es Fey gleich viel besser.
Als nächstes besuchten sie den Hof in Bajard. Da wohnte eine nette Frau. Das erste Gespräch ging weit an Feyja vorbei. Sie verstand kein Wort. Irgendetwas über ‚auf dem Rücken liegen’ und ‚wie ein Käfer strampeln’. Die Frau war doch kein Käfer. Käfer waren klein und knusperten wenn man drauf herumkaute. So nutzte sie die Zeit und schaut sie ich Garten um. Sie mochte Bauernhöfe, da fühlte sie sich wohl. Schließlich sagte die Frau, Lairja hieß sie wohl, das es kalt draußen wäre und sie reingehen sollten. Feyja fand es zwar nicht besonders kalt, schließlich hatte sie ja nun Schuhe an, aber war froh endlich etwas zu tun, und flitzte prompt los. Als sie dann in den Raum trat, blieb ihr erst einmal der Atem weg. Der ganze Raum war voll gestellt mit Pflanzen. Nun war sie kein Mensch vieler Worte, dennoch war sie geradezu überwältigt. Sie huschte von einer Pflanze und schnupperte daran, streichelte die Pflanzen und war im Blumenhimmel. Plötzlich fühlte sie sich an ihre Mutter erinnert. Sie hatte auch Pflanzen gehabt, und Feyja durfte sie manchmal gießen, tote Blätter abzupfen und sie kritisch betrachten, um Parasiten zu entdecken und mit stinkenden Tinkturen wegzumachen. Und hier waren auch überall duftende Sträucher und Blumen. Fast hätte sie angefangen zu weinen. Komisch, sie war doch gar nicht traurig. Eher ziemlich zufrieden und glücklich. Am liebsten hätte sie die Bäuerin umarmt und ihr gesagt, dass sie hier einzieht. Doch das tat sie natürlich nicht. Als ihre Schwester dann darum bat einige Pflanzen mitnehmen zu dürfen, wäre sie fast hochgesprungen vor Freude. Aber dann hätte sie vielleicht etwas umgeworfen. Und dann wären die Pflanzen traurig, die Bäuerin traurig und Feyja auch. Da hüpfte sie lieber nicht. Kurz berieten sich die drei noch wie man die Pflanzen nach Hause bekäme, und ob diese in ihrer Wohnhöhle überhaupt gedeihen würden. Das Licht war dort nicht so besonders gut. Und das Pflanzen Licht brauchten wusste ja jeder. Schließlich hatte sie einen Geistesblitz und zog einen dieser nicht besonders Gutschmeckenden Pilze aus ihrer Gürteltasche. Die waren lustig, man kaute darauf herum und es wurde um einen herum Hell. Das könnte man bestimmt den Pflanzen geben und dann wurde es um sie herum auch Hell. Aber die anderen beiden fanden die Idee nicht so Gut. Der Pilz wurde weggesteckt. Kurz war sie ein wenig enttäuscht, dass ihre tolle Idee nicht den erhofften erfolg gebracht hatte. Doch dann waren da wieder überall die Pflanzen, ihre Schwester, und die nette Käferfraubäuerin, da konnte sie nicht schmollen. Und außerdem würde sie doch ein paar der Pilze zerkleinern und zu den Pflanzen stecken. Und wenn sie dann Gut wuchsen weil sie genügen Licht hatten, dann wusste sie ja das es geklappt hatte. Die beiden Schwestern verabschiedeten sich freundlich und machten sich auf den Heimweg.
Dort wurden erst einmal Plätze für die Pflänzchen gesucht. Das Licht war leider weniger als erhofft, und so mussten ein paar neue Löcher in der Decke her. Natürlich nicht zu große. Es sollte ja nicht reinregnen und die Wärme entschwinden. Daher überlies Feyja es Marye, die geeigneten Stellen zu suchen. Beim Löchermachen half sie dann wieder mit. Als ihre Höhle dann im warmen Gelb erschien, war sie rundum zufrieden. Überall standen Pflanzen, wobei mehr natürlich auch nicht geschadet hätten, es war Gut ausgeleuchtet und ihre Schwester war da. Zufrieden und doch erschöpft krabbelte sie schließlich in die Felle. Die beiden kuschelten sich aneinander und schon rasch war sie eingeschlafen. Sie dachte noch eine Weile an ihre Mutter. Lange war sie alleine gewesen. Unbewusst drückte sie sich enger an ihre Schwester. Nun nicht mehr.
Aufwachen tat sie dann, weil irgendetwas sie kitzelte. Sie liebte es gekitzelt zu werden, das fühlte sich lustig an und man bekam immer sogleich gute Laune. Da sie eigentlich immer Gut gelaunt war, bekam sie durchs Kitzeln noch viel bessere. So geweckt zu werden war zwar ein bisschen gemein, aber doch recht angenehm. Doch danach sagte Marye etwas, das ihr weniger gefiel. Baden… Sie konnte doch nicht richtig Schwimmen, und außerdem war sie gar nicht so dreckig. Erst steckte sie nur den Kopf ins Wasser, in der Hoffnung, es würde genügen. Doch leider galt dies wohl nicht. Erst als Marye schon im Wasser war, folgte auch sie. So konnte ihre Schwester sie retten wenn sie ertrinken würde. Ihre Schwester öffnete ein kleines Fläschchen. Das roch lecker. Wie im Nadelwald. Auch wenn es sie im Nadelwald oft piekste, weil die Tannennadeln überallhin gelangen, mochte sie den Geruch. Neugierig verfolgte sie wie ihr das Haar mit der Leckerriechenden Flüssigkeit eingerieben wurde. Eine Kostprobe ergab aber jedoch dass es nur Gut roch. Schmecken tat es weitaus weniger. So wurde sie dann doch sauber und ließ sich auch widerwillig abtrocknen. Dabei trocknete das doch von alleine irgendwann. Und da sie Schuhe anhatte war es bestimmt auch nicht zu kalt draußen. Dann versorgten die Beiden noch die Tiere und huschten schließlich aus dem Lager.
Eine Schifffahrt später waren sie in einer dieser Steinstädte. Berggarten oder so. Hier war sie noch nie gewesen. Neugierig umherschauend und Dicht bei Marye bleibend ging sie zu einem riesigen Haus. Da war ein grünes Schild. Sie mochte die Schilder. Doch ehe sie an der Klingel zupfen konnte, dann bimmelte es irgendwo im Haus, war ihre Schwester auch schon in dem Gebäude verschwunden. Enttäuscht brummte sie auf und schloss rasch zu Marye auf. Alleine wollte sie nicht in dieser komischen Steinstadt im freien bleiben. Im inneren gab es erst einmal einiges zu betrachten. Ein Handelshaus hatte viel Interessantes. So besah und beschnupperte sie die Auslagen. Als ihr Name fiel horchte sie auf. Und der Aufforderung ihrer Schwester, der anderen Frau ihr Armband zu zeigen, kam sie gleich nach. Sie mochte das Armband. Da stand ihr Name drauf. Außerdem waren da auch kleine Blumen und Ranken in die Schrift eingearbeitet. Marye wollte auch so eines, mit ihrem Namen drauf. Das gefiel ihr. Dann hatten sie nicht nur beide einen Zopf, den gleichen Nachnamen, sondern auch noch ein gleiches Armband. Nur mit eben einem anderen Namen. Als die Begutachtung ihres Armbands vorüber war, deutete sie noch auf eines der ausgelegten Kissen. So eines wollte sie haben. Da konnte man seine Schätze drauf lagern. Daher nahm sie auch zuerst das größte, denn da passte ja schließlich am meisten drauf. Doch ein zweites nahm sie auch noch. Das sah hübscher aus. Eines für sie, eines für ihre Schätze. Das war fair fand sie. Weil sie Hunger hatte, versuchte sie dies der Frau irgendwie begreiflich zu machen. Doch leider gab es nichts zu Essen als sie es dann verstanden hatte. Immerhin wurde ihr gesagt wo es welches gab. So verabschiedeten sich die beiden und gingen ein wenig weiter in die Stadt hinein.
Bald kamen sie an ein anderes großes Haus. Das hatte auch ein grünes Schild. Sie mochte die grünen Schilder. Im inneren blieb sie erst einmal hinter ihrer Schwester. Neugierig wurde der Raum gemustert. Hier waren mehr Menschen als in dem anderen Haus. Dafür roch es nach Essen. Die beiden Schwestern setzten sich an einen der Tische. Feyja fand den Stuhl jedoch unbequem. Doch als sie sich vor den Kamin setzte, folgte Marye ihr nicht weiter. Sie erzählte irgendetwas von ‚singen’. Singen? Was hatte denn der Kamin damit zu tun? Außerdem würde sie ganz bestimmt nicht singen. Das wusste Marye aber sehr wohl. Kurz blieb sie aus trotz da sitzen, und hoffte ihre Schwester käme doch noch. Doch sie kam nicht. Und alleine wollte Feyja auch nicht da sitzen. Also tapste sie wieder zu ihr und kletterte auf den Stuhl. Das gebrachte Getränk war lecker. Was das war wusste sie nicht, aber es schmeckte äußerst Gut. Die Suppe wurde zwar auch recht schnell geleert, aber die schmeckte weniger Gut als das Getränk. Außerdem machte sie nicht Satt. Wasser und Suppe löschten ja nur den Durst. Als ihre Schwester sie auf den Löffel aufmerksam machte, legte sie ihn artig in die Suppenschale. Warum das notwendig war verstand sie nicht. Aber sie freute sich immer wenn sie Marye einen gefallen tuen konnte. Und einen nervigen Löffel in der Suppe zu haben, während man diese schlürft, war das Wert. Die Frau, die das Essen gebracht hatte, kam wieder zu den beiden. Rasch machte Feyja klar, das sie doch gerne etwas zu beißen hätte. Und das wurde ihr dann auch gebracht. Außerdem eines der leckeren warmen Getränke. Gierig riss sie Fleisch aus dem Braten und steckte es sich in den Mund. Schmatzend und zufrieden kaute sie kurz, schlang es herunter, und machte sich über das nächste Stück her. Das ihre Schwester sich etwas von dem Teller stibitze war in Ordnung. Aber als dann der Mann kam, da wurde sie misstrauisch. Das war doch ihres. Der sollte sich eigenes holen. Den Arm schützend um den Teller legen und den Mann genaustens beobachtend aß sie rasch weiter. Er hatte offensichtlich nicht vor ihr Essen zu klauen, doch sicher war sicher. Vielleicht hatte ja auch nur Angst bekommen, weil sie so aufmerksam war. Erst als der Teller geleert war, legte sich ihr misstrauen. Eigentlich war er ja ganz nett. Und er kannte ihre Schwester. Und die hatte wohl nichts gegen ihn. Also hatte Feyja auch nichts gegen ihn. Marye und der Mann unterhielten sich eine Weile, dann ging er wieder. Dann teilte ihre Schwester ihr mit, sie sucht noch einmal den Schmied. Zuerst gefiel ihr das ja gar nicht und sie wollte mit. Aber Marye kannte den Mann und eine Frau, die auch kurz bei ihnen gewesen war. Und die beiden waren ja auch nett gewesen. So entschied sie sich hier zu bleiben. Außerdem hatte sie ja ihren kleinen Dolch. Und Marye würde sie nie alleine lassen, wenn hier Gefahr drohen würde. Doch am Tisch alleine war es ihr langweilig, so tapste sie zu der Frau die leckere Sachen brachte.
Die stritt mit einem kleinen dicken Mann. Also wartete sie. Dann deutete sie wehleidig blickend auf die leere Tasse. Die Frau verstand ihren Kummer und schon bald hielt sie eine neue Tasse in der Hand. Mit dieser ging sie zum großem Tisch. Da waren der Mann von eben, neben den sie sich auch setzte, und noch zwei andere. Der eine, ihr gegenüber, saß ganz Steif da. Das musste doch unbequem sein. Sie setzte sich kurz auch so hin, und es war unbequem. Allerdings war es recht schwierig ihn zu Fragen, wieso er da so saß. Und quer über den Tisch ging das schon gar nicht. Also nahm sie ihre Tasse, mittlerweile nur noch halbvoll, und tapste zu ihm hinüber. Sie mochte ihn irgendwie. Aber verstanden tat sie nicht genau. Sie gestikulierte eine Weile, bis er verstand was sie eigentlich wollte. Dann sagte er irgendetwas von ‚hohen Herren’. Ein blick durch den Raum zeigte aber das hier keine besonders großen Männer waren. Sicher, für Feyja waren alle groß, bis auf der Dicke am Tresen, aber sie war ja auch klein. Immerhin entspannte sich der Mann nun ein wenig. Das war ja schon etwas. Sonst tat ihm nachher noch der Rücken weh. Das war nicht schön, Rückenschmerzen zu haben. Und das war Dumm welche zu haben, weil man da sitzt als wäre man ein Stein, weil man sich vor großen Männern fürchtet, die ja gar nicht da waren. Er war ja immerhin selbst recht groß. Freundlich bot sie ihm die lauwarme heiße Schokolade an. Wenn er das trinken würde bekäme er sicher besser Laune. Das war lecker. Und was lecker ist, macht Gute Laune. Doch er wollte sie nicht. Dann trank sie die Tasse selbst leer. War er ja selbst Schuld. Als ihre Schwester wiederkam huschte sie sofort leise kichernd weg. Eine Ecke mit Sitzgelegenheiten bot ihr allerdings nicht viele Versteckmöglichkeiten. So nutzte sie eines der Sitzkissen als Versteck, indem sie es sich einfach vors Gesicht hielt. Das war lustig, so würde sie sicher nicht direkt gefunden. Kichernd lauschte sie was nun passiert. Doch die Neugierde war bald zu groß, so musste sie auch am Kissen vorbeilinsen. Marye krabbelte gerade auf dem Boden herum und unter den Tisch. Aber da war sie ja gar nicht. Triumphierend hockte sie weiter hinter dem Kissen und kicherte. Leider musste sie das ‚ums-Kissen-spähen’ verraten haben, denn schließlich fand Marye sie. Doch das stellte sich rasch als gar nicht mal so Schlecht heraus. Als sie nun ausgekitzelt wurde, ging es ihr gleich noch besser. So kicherte sie und wand sich eine Weile. Doch irgendwann hörte Marye einfach auf. Wie frech, dabei war sie doch noch gar nicht Fertig gewesen mit lachen. Schnell huschte sie zu ihr. Der Mann von eben stand wieder steif da und war wohl ein wenig durcheinander. Feyja versuchte seinen Namen zu erfahren, das war gar nicht so leicht. Schließlich hielt sie ihm ihr Armband hin. Doch leider verstand er nicht was sie wollte, stattdessen wollte er nach ihr greifen. Erschrocken zuckte sie zurück. Das durfte er nicht. Das mochte sie nicht. Doch er war ebenso überrascht. Etwas tun wollte er ihr wohl nicht. Gut so. Ihre Schwester und er unterhielten sich kurz, dann meinte ein Mann der noch am Tisch saß etwas zum Mann der da so steif stand. Das musste doch so unbequem sein. Er nuschelte etwas von ‚Waffen’ und ‚Erlaubnis’ und deutete auf... sie? Was hatte Feyja denn mit Waffen zu tun? Und was für eine Erlaubnis? Die Erklärungen brachten ihr auch keine neuen Erkenntnisse, sondern verwirrten sie nur noch weiter. Irgendetwas stimmte wohl nicht mit ihrem Köcher. Aber was? Irgendwann nahm sie ihn verwirrt ab. Sie versuchte ihrem Gegenüber begreiflich zu machen das dieser dazu da war, damit sie im Wald nicht verhungerte. Die wenigsten Tiere dienten schließlich freiwillig als Nahrung. Und nur Gemüse und Käfer und so waren auf Dauer auch nicht besonders schön. Als sie ihm den Köcher dann reichen wollte, wollte er ihn plötzlich nicht mehr. Jetzt verstand sie gar nichts mehr. Erst darf sie ihn nicht haben, und jetzt doch? Hilfesuchend blickte sie zu ihrer Schwester. Diese beschloss dann das sie gehen. Da hatte sie nun nichts mehr gegen. Das war ihr zuviel geworden. Der Köcher wurde wieder umgehangen. Ihre Schwester war schon etwas vorgegangen. Sie winkte dem Mann der recht nervös war und flitzte los. Doch rasch bleib sie neben ihm wieder stehen. Sie wollte ja noch seinen Namen wissen. Und eben hatte er nicht verstanden was sie wollte. Diesmal ging es schneller. Nachdem er ihr den Namen genannt hatte, und sich so lustig verbeugt hatte, sie mochte das, flitzte sie wieder zu ihrer Schwester. Die beiden verließen das Gasthaus, verließen die Stadt und verschwanden im Wald. Diesen Wald kannte sie auch noch nicht so Gut. Doch bald fanden sie eine Mulde. Es war recht eng und unbequem, und das Bad von heute würde mit Sicherheit bald schon umsonst gewesen sein, aber es genügte. Eng aneinander gekuschelt schliefen sie beide rasch ein.