Im Schutz der Nacht am Pranger vor Adoran
Verfasst: Montag 8. Februar 2010, 01:24
In der Nacht vom 07. auf den 08. Eisbruch 253
In Adoran, vor der adoraner Küste und in Rahal
Die Nacht lag wie ein gnädiger Schleier über den Mauern Adorans, der Residenzstadt des hiesigen Herzogtums des Reichs Alumenas.
In gleichmäßigen, langsamen Zügen stieß ich die Riemen ins Wasser, stets darauf bedacht, so wenige Geräusche wie nur möglich zu erzeugen – es war zwar nicht das erste Mal, dass ich mit meinem kleinen Kutter durch die Bucht in Adoran einfuhr, unter den Brücken hindurch, doch man konnte ja nie vorsichtig genug sein. Zumal es heute nicht um Schmuggel ging, sondern um eine Rettungsaktion… und einen Gefallen für einen Kameraden.
Kimroth saß seit einigen Tagen im Gefängnis in Adoran, seit die Elstern ihn an die Justiz verkauft hatten. Ich billigte die Entführung von ihm als einen üblichen Akt der Konfliktbewältigung unter Banden, bei dem Verkauf an die Reichsgerichte sah das allerdings anders aus. Dementsprechend hatte ich sofort eingewilligt, als mein erster Maat auf mich zugekommen war und mich darum gebeten hatte, ihr eine Gefälligkeit zu tun, nämlich ihr zu helfen, Kim aus den Klauen des Reiches zu befreien.
So hatte ich noch am selben frühen Abend im Schutz der herein brechenden Dämmerung meinen kleinen, leichten Kutter zu einer vertrauten Fischerin nahe Adoran gebracht und dort verwahren lassen.
In Adoran hatten wir uns dann gemeinsam umgehört und nachdem Gracia ihren Charme hatte spielen und einige Münzen den Besitzer wechseln lassen, wußten wir, wo wir zu suchen hatten: Sie hatten Kimroth an den Pranger gestellt, eine Form der Sühne, der häufig in der Rechtslehre der Reiche für allerlei Straftaten zu begegnen war. Zielstrebig ging es also weiter vor das Haupttor im Westen der Stadt. Zwischen den Vorwerken und em Tor befand sich eine kleine Insel, an deren West- und Ostflanke die Kanäle in die Bucht mündeten. An der Nordseite befand sich eine Brücke, die neben einer Wassermühle auch den Zugang zur Prangerinsel gewährte. Erwartungsgemäß fanden wir zur späten Stunde nur noch einen einzelnen Wachmann vor, der pflichtschuldig bei der Eiseskälte in Vollharnisch seinen Dienst schob – allerdings ohne Helm, wie wir zufrieden feststellten. Das sollte uns noch von Nutzen sein.
Während ich einige Äpfel, die ich vorsorglich mitgenommen hatte, aus der Tasche kramte und mit dem Wachmann, der offenbar wegen der langen, immer gleichen Haltung in der Kälte schon etwas umgänglicher geworden war, ein Gespräch anfing, näherten wir uns dem Areal bis einige Schritt. Zur Begründung wurde das Bewerfen des „vermaledeiten Sträflings“ mit den Äpfeln vorgebracht, dank der Dunkelheit, die durch die wenigen aufgestellten Fackeln nur leidlich bekämpft werden konnte, war freilich für den Wachmann nicht auszumachen, ob die Früchte faulig waren oder nicht. Es war nicht meine Absicht, Kim zu demütigen, so reichte ich Gracia für das folgende Gauklerstück auch einen Apfel – frisch wie die anderen, um letztlich mit dem großen Werfen zu beginnen. Dabei gingen die Würfe nicht auf Kims Leib nieder, sondern fielen als leichte Bogenförmige Würfe aus, die ihm die Äpfel vor die Füße beförderten. Ich hatte gehofft, er würde sie sich nehmen und essen können, sah er doch wie ein Hungerhaken aus.. doch es stand elender um ihn, als gedacht. Bei näherem Hinsehen war er bis auf die Knochen durchgefroren, die Lippen blau, das Haar von Schneeregen oder derlei nahezu festgefroren. Er sah malträtiert aus. Und tat mir in dem Moment sogar irgendwie Leid.
Gracia hatte sich während meines ständigen Palaverns mit dem Gardisten, dem ich jetzt auch Äpfel anbot, zum Essen oder wenigstens, um sich auch „etwas Spaß“ zu gönnen – respektive den Gefangenen zu bewerfen. Vorgesetzte seien doch ohnehin nicht vor Ort. Der Mann schien tatsächlich von der Möglichkeit, ein Gespräch zu führen, angetan zu sein, denn er achtete meiner mehr, als Gracias, die sich dadurch in aller Ruhe außerhalb seines Blickfelds an ihn heran machen konnte. Von hinten, von dem erhöhten Podest herab schlug sie ihn mit einem geübten Schlag des Pistolenknaufs nieder. Dank der bedingten Diensteifrigkeit, die im Fehlen des Helms Niederschlag fand, eine Leichtigkeit. Ohne zu Zögern tauschte ich die Äpfel mit meiner Muskete, die ich unter dem langen Mantel, den ich extra dafür angezogen hatte, aus und eilte, diese weiter unter dem Stoff verbergend, von der Prangerinsel. Wie abgesprochen, ging es zu der vertrauten Fischerin, um das Boot wieder in Empfang zu nehmen. Dabei sah ich mich auch noch gründlich um, ob es Anzeichen davon gebe, dass die Torwachen etwas bemerkt hatten. Dank der Dunkelheit und Eiseskälte sahen die wenigen Wächter, die draußen standen jedoch herzlich wenig. Wir hatten Glück.
Am Steg angekommen überließ ich unserer Agentin einige cabezianische Goldmünzen und stieg in meinen Kahn. In aller Eile, aber ohne einen unüberlegten Griff zu machen, baute ich die Takelage ab und legte den Mast um. Die Rah kam der quer dazu und alles wurde, zusammen mit der gerefften kleinen Schonerbeseglung ordentlich verzurrt. Das war notwendig, damit mein Kutter unter den Brückenpfeilern durchpasste – von der Breite her ging es sich gerade so aus, doch mit dem aufgestellten Mast wäre ich dort nie durchgekommen. Zudem wäre es zu auffällig gewesen. So ruderte ich gemächlich, leise und vorsichtig.. immer wieder anhaltend, um zu lauschen, durch das dunkle Wasser in ebenso finstrer Nacht. Es dauerte gut eine viertel Stunde, bis ich endlich die Brücke hinter mir gelassen hatte und die letzten Fuß zur Prangerinsel zurücklegen konnte.
[img]http://view.stern.de/de/picture/1620531/Flu%DF-Nacht-Golden-River-Schwarz-Natur-510x510.jpg[/img]
Dort erwarteten mich bereits Gracia und Kim, der von ihr gestützt wurde. Mein erster Maat hatte in der Zwischenzeit sowohl Kim aus dem Pranger geholt und von den Ketten befreit (sie war ja gewandt in solchen Dingen) als auch den Soldaten, den sie niedergeschlagen hatte, in die Ketten gelegt, die zuvor Kim banden. Vertauschte Rollen. Hätte ich es gewagt, Lärm zu machen, hätte ich vor Amüsement aufgelacht. So beließ ich es bei einem leisen Lächeln in der Dunkelheit, während ich Gracia dabei half, den geschwächten Kim an Bord meines kleinen Seelenverkäufers zu schaffen. Nachdem wir alle drei an Bord waren, stieß ich den Kahn mit einem der Riemen vom Ufer ab – in gleichmäßigen, ebenso leisen Riemenschlägen ging es auf dem anderen Kanal hinaus aufs Meer. Ein Dieb nahm nie dieselbe Route hinaus, wie hinein. Das galt irgendwo auch für Schmuggler. Oder eben.. Gefangenen-Retter. Was auch immer. Ich war nur froh, wenn ich das endlich hinter mir hatte. Trotz der Handschuhe waren meine Finger nach einer halben Stunde intensiven Ruderns bereits klamm, so dass es mir schwer fiel, Mast, Takelagen und Segel wieder bereit zu machen. Gracia half mir dankenswerterweise dabei, kümmerte sich ansonsten jedoch nur aufopfernd um „ihren“ Kim – und ich konnte es ihr nicht verübeln. Das war nur natürlich. Die fahrbaren Rinnen im Küsteneis waren verstreut, so dass wir bisweilen anhalten mussten, um mit Haken und Eisen neue Wege frei zu schlagen; Mühe lohnte sich bekanntlich, denn nach ein paar anstrengenden Stunden waren wir endlich in Rahal und liefen in den Hafen ein. Gracia wollte sich weiter um Kim kümmern, für mich hingegen war die Gefälligkeit mit der Ablieferung in Rahal erledigt.
Nachdem mein Kutter ordentlich vertäut und im Hafenregister vermeldet war, begab ich mich nach Hause zu Jacky, die wohl schon lang schlief. In der Tat lag sie dort unter dem Wust an Decken und Fellen, den wir unsere Schlafstätte nannten; ich war erleichtert, dass ich ihr diese Befreiungsaktion verheimlichen konnte, sie war auf keinem guten Fuß mit Kimroth. Für mich war er nicht mehr als ein Geschäftspartner, doch aus Loyalität zu meiner Kameradin… riskierte man halt doch den Kopf. Wenn Jacky von der Befreiung erfahren sollte – und das würde sie – würde ich meine Hände in Unschuld waschen.
Nicht umsonst hatte ich mich heute Nachmittag mit Schnaps zulaufen lassen, der freilich mit Wasser verdünnt war. Manchmal musste man eben zum Wohl derer, die einem lieb und teuer waren, ein kleines Täuschmanöver aufführen.
Welcher vom Alkohol komplett Gefällter würde schon an einer bewaffneten Befreiungsaktion teilnehmen können?
Mit dieser Sicherheit im Hinterkopf legte ich mich leise zu meiner Liebsten und erwartete den Schlaf, der sich schon bald gnädig zeigte.
In Adoran, vor der adoraner Küste und in Rahal
Die Nacht lag wie ein gnädiger Schleier über den Mauern Adorans, der Residenzstadt des hiesigen Herzogtums des Reichs Alumenas.
In gleichmäßigen, langsamen Zügen stieß ich die Riemen ins Wasser, stets darauf bedacht, so wenige Geräusche wie nur möglich zu erzeugen – es war zwar nicht das erste Mal, dass ich mit meinem kleinen Kutter durch die Bucht in Adoran einfuhr, unter den Brücken hindurch, doch man konnte ja nie vorsichtig genug sein. Zumal es heute nicht um Schmuggel ging, sondern um eine Rettungsaktion… und einen Gefallen für einen Kameraden.
Kimroth saß seit einigen Tagen im Gefängnis in Adoran, seit die Elstern ihn an die Justiz verkauft hatten. Ich billigte die Entführung von ihm als einen üblichen Akt der Konfliktbewältigung unter Banden, bei dem Verkauf an die Reichsgerichte sah das allerdings anders aus. Dementsprechend hatte ich sofort eingewilligt, als mein erster Maat auf mich zugekommen war und mich darum gebeten hatte, ihr eine Gefälligkeit zu tun, nämlich ihr zu helfen, Kim aus den Klauen des Reiches zu befreien.
So hatte ich noch am selben frühen Abend im Schutz der herein brechenden Dämmerung meinen kleinen, leichten Kutter zu einer vertrauten Fischerin nahe Adoran gebracht und dort verwahren lassen.
In Adoran hatten wir uns dann gemeinsam umgehört und nachdem Gracia ihren Charme hatte spielen und einige Münzen den Besitzer wechseln lassen, wußten wir, wo wir zu suchen hatten: Sie hatten Kimroth an den Pranger gestellt, eine Form der Sühne, der häufig in der Rechtslehre der Reiche für allerlei Straftaten zu begegnen war. Zielstrebig ging es also weiter vor das Haupttor im Westen der Stadt. Zwischen den Vorwerken und em Tor befand sich eine kleine Insel, an deren West- und Ostflanke die Kanäle in die Bucht mündeten. An der Nordseite befand sich eine Brücke, die neben einer Wassermühle auch den Zugang zur Prangerinsel gewährte. Erwartungsgemäß fanden wir zur späten Stunde nur noch einen einzelnen Wachmann vor, der pflichtschuldig bei der Eiseskälte in Vollharnisch seinen Dienst schob – allerdings ohne Helm, wie wir zufrieden feststellten. Das sollte uns noch von Nutzen sein.
Während ich einige Äpfel, die ich vorsorglich mitgenommen hatte, aus der Tasche kramte und mit dem Wachmann, der offenbar wegen der langen, immer gleichen Haltung in der Kälte schon etwas umgänglicher geworden war, ein Gespräch anfing, näherten wir uns dem Areal bis einige Schritt. Zur Begründung wurde das Bewerfen des „vermaledeiten Sträflings“ mit den Äpfeln vorgebracht, dank der Dunkelheit, die durch die wenigen aufgestellten Fackeln nur leidlich bekämpft werden konnte, war freilich für den Wachmann nicht auszumachen, ob die Früchte faulig waren oder nicht. Es war nicht meine Absicht, Kim zu demütigen, so reichte ich Gracia für das folgende Gauklerstück auch einen Apfel – frisch wie die anderen, um letztlich mit dem großen Werfen zu beginnen. Dabei gingen die Würfe nicht auf Kims Leib nieder, sondern fielen als leichte Bogenförmige Würfe aus, die ihm die Äpfel vor die Füße beförderten. Ich hatte gehofft, er würde sie sich nehmen und essen können, sah er doch wie ein Hungerhaken aus.. doch es stand elender um ihn, als gedacht. Bei näherem Hinsehen war er bis auf die Knochen durchgefroren, die Lippen blau, das Haar von Schneeregen oder derlei nahezu festgefroren. Er sah malträtiert aus. Und tat mir in dem Moment sogar irgendwie Leid.
Gracia hatte sich während meines ständigen Palaverns mit dem Gardisten, dem ich jetzt auch Äpfel anbot, zum Essen oder wenigstens, um sich auch „etwas Spaß“ zu gönnen – respektive den Gefangenen zu bewerfen. Vorgesetzte seien doch ohnehin nicht vor Ort. Der Mann schien tatsächlich von der Möglichkeit, ein Gespräch zu führen, angetan zu sein, denn er achtete meiner mehr, als Gracias, die sich dadurch in aller Ruhe außerhalb seines Blickfelds an ihn heran machen konnte. Von hinten, von dem erhöhten Podest herab schlug sie ihn mit einem geübten Schlag des Pistolenknaufs nieder. Dank der bedingten Diensteifrigkeit, die im Fehlen des Helms Niederschlag fand, eine Leichtigkeit. Ohne zu Zögern tauschte ich die Äpfel mit meiner Muskete, die ich unter dem langen Mantel, den ich extra dafür angezogen hatte, aus und eilte, diese weiter unter dem Stoff verbergend, von der Prangerinsel. Wie abgesprochen, ging es zu der vertrauten Fischerin, um das Boot wieder in Empfang zu nehmen. Dabei sah ich mich auch noch gründlich um, ob es Anzeichen davon gebe, dass die Torwachen etwas bemerkt hatten. Dank der Dunkelheit und Eiseskälte sahen die wenigen Wächter, die draußen standen jedoch herzlich wenig. Wir hatten Glück.
Am Steg angekommen überließ ich unserer Agentin einige cabezianische Goldmünzen und stieg in meinen Kahn. In aller Eile, aber ohne einen unüberlegten Griff zu machen, baute ich die Takelage ab und legte den Mast um. Die Rah kam der quer dazu und alles wurde, zusammen mit der gerefften kleinen Schonerbeseglung ordentlich verzurrt. Das war notwendig, damit mein Kutter unter den Brückenpfeilern durchpasste – von der Breite her ging es sich gerade so aus, doch mit dem aufgestellten Mast wäre ich dort nie durchgekommen. Zudem wäre es zu auffällig gewesen. So ruderte ich gemächlich, leise und vorsichtig.. immer wieder anhaltend, um zu lauschen, durch das dunkle Wasser in ebenso finstrer Nacht. Es dauerte gut eine viertel Stunde, bis ich endlich die Brücke hinter mir gelassen hatte und die letzten Fuß zur Prangerinsel zurücklegen konnte.
[img]http://view.stern.de/de/picture/1620531/Flu%DF-Nacht-Golden-River-Schwarz-Natur-510x510.jpg[/img]
Dort erwarteten mich bereits Gracia und Kim, der von ihr gestützt wurde. Mein erster Maat hatte in der Zwischenzeit sowohl Kim aus dem Pranger geholt und von den Ketten befreit (sie war ja gewandt in solchen Dingen) als auch den Soldaten, den sie niedergeschlagen hatte, in die Ketten gelegt, die zuvor Kim banden. Vertauschte Rollen. Hätte ich es gewagt, Lärm zu machen, hätte ich vor Amüsement aufgelacht. So beließ ich es bei einem leisen Lächeln in der Dunkelheit, während ich Gracia dabei half, den geschwächten Kim an Bord meines kleinen Seelenverkäufers zu schaffen. Nachdem wir alle drei an Bord waren, stieß ich den Kahn mit einem der Riemen vom Ufer ab – in gleichmäßigen, ebenso leisen Riemenschlägen ging es auf dem anderen Kanal hinaus aufs Meer. Ein Dieb nahm nie dieselbe Route hinaus, wie hinein. Das galt irgendwo auch für Schmuggler. Oder eben.. Gefangenen-Retter. Was auch immer. Ich war nur froh, wenn ich das endlich hinter mir hatte. Trotz der Handschuhe waren meine Finger nach einer halben Stunde intensiven Ruderns bereits klamm, so dass es mir schwer fiel, Mast, Takelagen und Segel wieder bereit zu machen. Gracia half mir dankenswerterweise dabei, kümmerte sich ansonsten jedoch nur aufopfernd um „ihren“ Kim – und ich konnte es ihr nicht verübeln. Das war nur natürlich. Die fahrbaren Rinnen im Küsteneis waren verstreut, so dass wir bisweilen anhalten mussten, um mit Haken und Eisen neue Wege frei zu schlagen; Mühe lohnte sich bekanntlich, denn nach ein paar anstrengenden Stunden waren wir endlich in Rahal und liefen in den Hafen ein. Gracia wollte sich weiter um Kim kümmern, für mich hingegen war die Gefälligkeit mit der Ablieferung in Rahal erledigt.
Nachdem mein Kutter ordentlich vertäut und im Hafenregister vermeldet war, begab ich mich nach Hause zu Jacky, die wohl schon lang schlief. In der Tat lag sie dort unter dem Wust an Decken und Fellen, den wir unsere Schlafstätte nannten; ich war erleichtert, dass ich ihr diese Befreiungsaktion verheimlichen konnte, sie war auf keinem guten Fuß mit Kimroth. Für mich war er nicht mehr als ein Geschäftspartner, doch aus Loyalität zu meiner Kameradin… riskierte man halt doch den Kopf. Wenn Jacky von der Befreiung erfahren sollte – und das würde sie – würde ich meine Hände in Unschuld waschen.
Nicht umsonst hatte ich mich heute Nachmittag mit Schnaps zulaufen lassen, der freilich mit Wasser verdünnt war. Manchmal musste man eben zum Wohl derer, die einem lieb und teuer waren, ein kleines Täuschmanöver aufführen.
Welcher vom Alkohol komplett Gefällter würde schon an einer bewaffneten Befreiungsaktion teilnehmen können?
Mit dieser Sicherheit im Hinterkopf legte ich mich leise zu meiner Liebsten und erwartete den Schlaf, der sich schon bald gnädig zeigte.