Wetten, dass...

Antworten
Berronan Hammergrund
Beiträge: 643
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Wetten, dass...

Beitrag von Berronan Hammergrund »

Es war ein recht ruhiger und geruhsamer abendlicher Zyklus in Nilzadan, als sich Berronan, Ingosch und seine Frau Tharina zufällig in der Eingangshalle der heiligen Stadt trafen. Man begrüßte sich freundlich, schließlich war man gut befreundet und unterhielt sich angeregt über die Mine, über den Ausbau der Stollen, über den Fortschritt der jungen Schmiede, über das neuangestochene Fass Bier beim Feuerklingen, etc.
Es hätte als ein ruhiger und entspannter Abend werden können, als Ingosch plötzlich mit seiner neuesten Schnapsidee alle Anwesenden überrascht. So hatte der Graubart doch wirklich eine Elfe als Ehrenmitglied in seine Sippe aufgenommen! Welcher Steinbeißer ihn da geritten hat, wusste er wohl selbst nicht. Auf jeden Fall kam es über diese vollendete Tatsache schnell zu einem recht heißgeführten Streit, der eine folgenschwere Wende nehmen sollte - eine Keilerei hätte locker jeder vertragen! - als Ingosch Berronan anbläffte mit den Worten, dass er sich ja wenigstens an die Oberfläche traue und deshalb die Elfen viel besser kenne und sie sich ohnehin nicht trauen würde auch nur einen Fuß aus dem Berg hinaus zu halten.

"Wetten, dass du Ork dich nicht traust an die Oberfläche zu gehen!?"

Die Wogen des Streites glätteten sich dadurch keineswegs, der Sturm nahm eher noch an Kraft zu. So stolzierte die kleine Versammlung an den Wachen hinaus aus der Stadt in die Stollen hinein die an die Oberfläche führten. Dieser Gang wurde nicht mal von einem aberwitzigen Ork gestört, so laut schrieen sich die Zwerge gegenseitig die Schimpfwörter an den Kopf.
An der Oberfläche angekommen ging der Streit munter weiter, denn schließlich ging es um die Ehrenmitgliedschaft einer Elfe in einer kalurischen Sippe! So wurde weiter in wütender Raserei herumgeschrieen, geflucht, gemeckert, gebrüllt! Doch nicht einmal die winterliche Landschaft konnte die aufgebrachten Zwerge abkühlen und so steuerten sie direkt in die nächste Katastrophe rein.

"Wetten, dass du Höhlenwurm dich nicht traust dir das gefrorene Wasser in den Bart zu schmieren!?"

Ein jeder Zwerg hat gehörigen Respekt vor Wasser und vor gefrorenem Wasser hat er noch viel, vielmehr Respekt, denn Wasser allein bewirkt schon Haarausfall, was würde da bloß erst mit gefrorenem Wasser geschehen? Zu allem Überfluss kam noch ein Langbein dazu, das meinte, es müsse den Streit schlichten, was natürlich zu noch größerem Chaos führte, schließlich kann sich kein gestandener Khaz-Aduir von einem Langbein was sagen lassen.

"Wetten, dass du Oger genauso dumm bist wie das Langbein!?"

Schlussendlich kam es zu einem fürchterlichen Handgemenge, das durch einen ehelichen Zwist zwischen Ingosch und Tharina ausgelöst wurde. Keine Zwergin würde es wohl tolerieren wollen, dass ihr Mann sich mit Elfen abgeben würde, außer sie würden Seite an Seite gegen den Feind kämpfen, wie es ja der neue Pakt vorsieht, doch eine Ehrenmitgliedschaft war wohl zu viel des Guten für die tapfere Ehefrau.
Während sich die Zwerge nun munter begannen ihren kleinen Disput noch etwas zu intensivieren, wurde es dem Langbein schon zu viel und er versuchte die sich streichelnden Zwerge zu trennen, wobei natürlich auch das Langbein kurz gestreichelt wurde und mit einem lauten Stöhnen K.O. zu Boden sank. Da hatten die Zwerge nun den Ogereintopf (der übrigens gar nicht mal so schlecht schmeckt, wie alle Langbeiner immer meinen, jawohl!) und während sich Ingosch und Tharina weiter prügelten versorgte Berronan das Langbein und holte ihn mit einem guten Schuss kalurischen, extraherben Pilzbieres zurück unter die Lebenden.

"Wetten, dass, wenn ich zugehaut hätte, würde er gar nicht mehr aufstehen!"

Ein Triumph über ein Langbein tut jedem Khaz-Aduir recht gut, doch in diesem Augenblick wollte jeder Zwerg diesen fulminanten Sieg für sich beanspruchen und nicht teilen und so wurde weiter geschimpft, gemeckert, geschrieen, geflucht und gebrüllt. Und als Ingosch von Berronan mit dem geflügelten Wort "Langbein" bedacht wurde, tja, da bedachte Tharina Berronan mit einer deftigen Ohrfeige. Schließlich kann ein Zwerg zwar verrückt genug sein, sich einen Haus und Hof Elf zu halten, aber umso verrückt wie ein Langbein zu sein, da bedarf es wirklich schon mehr.

"Wetten, dass...!"

Die abgekämpften Zwerge - streiten macht durstig und Durst nach Bier haben Zwerge ja immer, aber leider ist nicht immer genügend Zeit zum Trinken da... - stritten also munter weiter, und die Stimmung heizte sich immer mehr auf, bis sie schließlich am Hafen von Berchgard ankamen, wo der folgenschwere Satz fiel:

"Wetten, dass du fauler Höhlenwurm dich nicht auf dieses schwimmenden Ding traust!?"

Wer die Zwerge kennt, der weiß, dass Zwerge nur eins mehr fürchten wie Wasser und das sind... hmm, wer weiß es? Du? Du? Niemand? Nein, es sind nicht Boote, es ist der Fluch im Herzen der Welt nutzlos zu werden, was bedeuten würde, dass der Zwerg mal nicht an Cirmias Weltenschmiede stehen dürfen würde und davor fürchtet sich jeder Zwerg mehr als vor ein bisschen Wasser.
So wurde am Schiff weitergezankt und gestritten, dass die Zwerge gar nicht merkten, dass der Kahn ablegte und in See stach. Man muss den beiden bemitleidenswerten Zwergen aber zugute halten, dass der Kapitän ob der riesigen Axt die Ingosch bereits schwang, es sich nicht getraute die beiden vor dem Losmachen der Leinen zu warnen.

So wurde munter weitergestritten, ein paar Mal wollte Ingosch sogar einen Matrosen als Wurfgeschoss gegen Berronan verwenden, zum Glück traf er aber nur die Kiste mit den nautischen Instrumenten, die unglücklicherweise dadurch über Bord ging. Dadurch kam das Schiff von Kurs ab. Da aber die Mannschaft aus alten Seebären bestand und der Kapitän etwas von seinem Metier verstand - was ja bei Langbeiner ja nur selten vorkommt - konnte zumindest ein rettender Hafen angesteuert werden: Rahal.

"Wetten, dass..."

... die beiden Zwerge wohl eher zum Streiten aufgehört hätten, hätten sie gewusst, was ihnen passieren würde? Tja, da standen die beiden nun, ein Schiff, eine schmale Fallreep, und auf dem Pier eine herrisch dreinschauende Wache.
Die Matrosen und Hafenarbeiter waren schon dabei die Ladung zu löschen, schließlich brauchte man Stoffe überall und da kam Ingosch die rettende Idee! Im steten Strom der fleißige Arbeiter wollten die beiden sich runter schmuggeln und ihr Heil in der Flucht suchen. Da traf es sich doch ganz gut, dass ein Matrose wie durch Zufall die Faust eines Zwergen in die Magengrube bekam, vor Schmerzen lauft aufschrie und alles, einschließlich der Wache zu ihm hineilte! Die Gelegenheit für die Zwerge, die den Tumult ausnutzen, getarnt als riesige Stoffballen vom Schiff stürmten und ihr Heil in der Flucht in das erstbeste Haus suchten, dass ein bisschen nach Spelunke aussah.

Zum Glück war gerade kein Betrieb und so konnten die beiden Zwerge erst mal ihre "Burg" inspizieren, sich über ein Fass Bier hermachen und sich dann einen sicheren Platz zum Verstecken aussuchen.

"Wetten, dass uns hier niemand findet!"

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht ob ihres geglückten Husarenstückes saßen die beiden nun im feuchten Keller, tranken sich durch die Biervorräte ihrer Gastgeber, sangen mit leisen Stimmen ein Loblied auf Cirmias und harrten der Dinge die da noch so kommen könnten.
Zuletzt geändert von Berronan Hammergrund am Donnerstag 21. Januar 2010, 00:05, insgesamt 3-mal geändert.
Hier könnte Ihre Signatur stehen!
Kimroth Gruenfels
Beiträge: 951
Registriert: Freitag 11. Januar 2008, 21:57

Beitrag von Kimroth Gruenfels »

"Chef! Jamend hat von meinem Teller gegessen!"

Das Genörgel seiner Mannen heute Morgen war unüberhörbar. Kim war ja ohnehin schon überempfindlich nach dem Angriff dieser angeblichen Gräfin, die sich ganz und gar nicht wie eine solche benommen hat. Aber die Rache würde folgen. Konnte es sein, dass sie sich jetzt schon im Hafenviertel breitmachten? Öl und leicht brennbares Material wurden die Tage herbeigeschafft. Irgendetwas würde demnächst brennen - todsicher.

"Chef, jemand hat in meinem Bettchen geschlafen, und heute Nacht hatt' ich keine Dirne"

Nicht auszudenken, wen Lorne sich da angelacht hatte. War das überhaupt Lorne? Sein Kopf tat ihm weh vom gestrigen Saufelage. Mann war das ein Abend.

"Chef, ist dir eigentlich aufgefallen, dass die Kellertür sperrangelweit offen steht?"

Mensch - dann mach sie gefälligst zu, dachte sich Kimroth verärert. Unglaublich. Heute schimpfte wirklich jeder rum. Was kam als nächstes? Entlaufene Katzen, offene Kellertüren, noch dazu...

"Chef, jemand hat die Latrine verschissen...
UND ES WAR NICHT LUBBO!!!


In der Tat - das war eigenartig. nalocks Gejammer, als er mal wieder das Hafenklo putzen durfte war kaum überhörbar. Nein, da war etwas äußerst Seltsames im Gange.

"Chef! Aus dem Keller kommen eigenartige Geräusche!"

Eigenartige Geräusche drangen öfter aus dem Keller, das war nichts Ungewöhnliches. Zumeist war es das Geschnarche eines Besoffenen, der aus dem labyrinth nicht mehr herausgefunden hatte.

"Chef, ist es normal, dass es im Keller nach Bier stinkt?"

Das war normal. Immerhin war daas Zeug, das sie selbst im Keller brauten nur mit viel Fantasie als Bier zu bezeichnen.

"CHEF! DAS BIeR IST ALLE!

Feindkontakt! Jemand hatte es gewagt, die Taverne zu beklauen! Und vielleicht war dieser Jemand noch da!

"MÄNNER! AN DIE WAFFEN!"

Kampfbereit stürmten sie in den keller, darauf gefasst, einer Armee von Feinden gegenüberzustehen! Der Kampf hatte begonnen!
Zuletzt geändert von Kimroth Gruenfels am Donnerstag 21. Januar 2010, 18:04, insgesamt 1-mal geändert.
Ingosch Felshammer

Beitrag von Ingosch Felshammer »

als die Kellertür aufsprang, ergriff er die schwere Axt die auf seinem Rücken hing, und wie ein Donnerhall schlug den Hereinstürmenden schon ein gewalltiger Rülpser entgegen von einem in schimmernden Blau gekleideten Khaz-Aduir der zu allem bereit war
Berronan Hammergrund
Beiträge: 643
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Berronan Hammergrund »

Zu allem bereit waren die beiden Urlauber in Rahal auf jeden Fall und sie waren ganz schön erbost darüber, dass sich so eine in Rage geratene Horde von nichtsnutzigen Schankknechten erdreiste, ihren geruhsamen Schlaf zwischen leeren Fässer und abgenagten Schweine- und Rinderhälften zu stören. Auf jeden Fall wurden diese manierlosen Rabauken von Ingosch mit einem übelkeitserregenden Rülpser und von Berronan mit einem ohrenbetäubenden Schlachtruf begrüsst. Um diese Warnung noch zu unterstreichen wurden die mitgebrachten Äxte bedrohlich über den Häuptern geschwungen.

Zum Glück oder auch Unglück - der knausrige Wirt jammerte unentwegt wegen den paar kleinen Bier, die die beiden Zwerge während ihres Aufenthalts den Tag über so tranken - wurden keine Köpfe von den Schultern getrennt, sondern die Zwerge wurden von den Wirtsleuten sogar freundlich aufgenommen.

Die nächsten Tage wurde gezecht und geschmaust, gefeiert und gelacht, wobei sich Ingosch in seiner Rolle als buckeliger Kellner, was er tat, um zwischen all den Reichen und Schönen nicht weiter aufzufallen, besonders zu gefallen schien und sogar der Wirt war zufrieden, was wohl an der gut gefüllten Kasse lag.

Doch leider geht auch der schönste Urlaub mal vorbei und die beiden Zwerge sehnten sich bereits zurück nach Nilzadan. Doch wie sollte man sich aus Rahal wieder verdrücken, ohne die Stadt in Schutt und Asche legen zu müssen. Da traf es sich ganz gut, dass die beiden Zwerge dem gemeinen Schankwirt auf die Schliche kamen, dass er in einem versteckten Kellerabteil Sklavenhandel betrieb, oder was auch immer. Tja, nur hatte da der Wirt die Rechnung ohne die Zwerge gemacht, denn zwei so ehrenvolle Khaz-Aduir konnten es ja schlecht vor dem Bergvater verantworten, dass eine noch so missratene Gussform des Weltenschmiedes so unwürdig behandelt wurde.

So wurde kurzerhand der Beschluss gefasst, die Gefangene zu befreien, die sich schließlich als Bekanntschaft von Ingosch entpuppte, - ihr hätte mal sein zorniges Gesicht sehen sollen - nur leider kein Plan, wie man aus Rahal unbeheiligt abreisen konnte. Der Wirt, der sich schon um seinen schönen Gewinn betrogen sah, zog beleidigt von dannen, wohl um eine Kohorte von Stadtwachen aufzutreiben, um die beiden Khaz-Aduir aufzuhalten. Die Khaz-Aduir, nun doch in Bedrängnis geraten, wagten nun die Flucht nach vorne. Erstmal raus aus dem Wirthaus und dann weiterdenken lautete die Devise.

Die einzige Fluchtmöglichkeit für die Khaz-Aduir nebst Anhängsel schien ein kleines Handelsschiff zu sein, dass anscheinend gerade fürs Auslaufen vorbereitet wurde. Mit grimmigen Schlachtrufen und der Wunderwaffe namens rülpsenden Ingosch, wurde sich der Weg dorthin freigewalzt - das Essen der Langbeiner schlägt ja halt doch ziemlich auf die Hüften.

Die einsame, am Hafen stationiert Wache, wollte sich den Dreien nicht in den Weg stellte und zog sich zurück um Hilfe zu holen und der Wirt und ein anderer zwielichtiger Spießgeselle waren schnell überrumpelt und noch schneller das Schiff geentert.

Während die Zwerge das Kommando übernahmen und alles befahlen, von Leinen los, bis werft den Anker, kam auch schon die Wache samt Verstärkung zurück, doch gerade zu spät, denn langsam wurde das Schiff nun schon von einem sanften Landwind in die offene See hinausgetrieben.

"Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus"...

Beinahe schon wären die beiden strahlenden Helden in Versuchung geraten ein Liedchen zu singen, doch verging ihnen das dann doch recht schnell, denn ohne Streit, der sie von den Gefahren der Meeres ablenkte, hingen sie furchtsam, wie Kinder an den Rockzipfeln einer Mutter, an den Masten.
Hier könnte Ihre Signatur stehen!
Antworten