Wer nie den Duft einer Rose roch ...
Verfasst: Samstag 26. November 2005, 16:38
"Wer mir nicht in meine Welt folgt, erträgt mich nicht lang. Wer mich ertragen kann, ist schon auf dem Weg ..."
So einfach war dieser Satz. Solveigh hatte es auf den Punkt gebracht, besser als je zuvor und hatte Cyrion dabei in die Augen geschaut.
Würde er ihr folgen können ?
Cyrion war keiner von denen die nur auf das schnelle Vergnügen mit einer hübschen Frau aussind, da war sich Solveigh recht sicher. Ein ruhiger Mann der durchaus tiefe Gedanken hinter seiner Stirn hegte. Aber würde er loslassen können ?
Vieles von dem, was Solveigh tat, dachte oder sprach schien auf den ersten Blick verständlich, weil alle dazu neigten sich das Bild von ihr so zurecht zulegen, dass es im Einklang mit dem eigenen Denken, dem eigenen Weltbild war. Verbrachte man mehr Zeit mit ihr, wollte das Ganze immer weniger passen, schien immer skurieler, abwägiger, ja verrückter für manche.
Weil sie nicht loslassen konnten.
Jemand der ihr wirklich folgen wollte, so denken und fühlen wollte wie sie, begreifen wollte worum es eigentlich ging im Leben, was Leben war, wer man selbst war und wozu das ganze Dasein eigentlich gut ist, der musste viel aufgeben und konnte dabei doch soviel gewinnen.
Sie sei ein Sonnenschein hatte einer der Männer gesagt, dem sie ansehen konnte, dass er mehr wollte als nur "Guten Tag" sagen. Solveigh war ausgeglichen, kaum zu reizen, trug fast ständig ein samtenes Lächeln mit sich, machte den Eindruck als beobachtete sie mehr, als sie am Leben wirklich teilnahm. Sie zog viele an, die einen Blick dafür hatten. Gab ihre gute Laune und Ruhe weiter ohne sich dessen immer bewusst zu sein. Warum war das so ?
Nicht dass die Leute sich diese Frage stellten, wenn sie mit ihr zusammen waren, nein, aber es schien ihnen gut zutun, ihnen zu helfen. Sie wollten daran teilhaben, ohne zu verstehen warum es so war.
Dabei wäre es so einfach.
Es wäre so einfach, wenn da nicht die Welt und die Idee der Menschen von ihrer Gesellschaft wäre. Die Idee vom "Ich", die Frage "Was mache _ich_ aus meinem Leben ?", "Was wird aus _mir_ nach dem Tod ?", "Wieso geht es _mir_ so schlecht ?"
Der Mensch hat zwei Augen aus denen er die Welt und "die Anderen" betrachtet, also war es ihm nicht zu verdenken, dass er _sich_ recht wichtig nahm. So einfach ist das, ja ... wäre es.
An sovielen Stellen erfinden sie, denken nach, grübeln, schaffen, bauen, entwicklen, tun, machen, ... den ganzen Tag lang und manche noch die Nacht dazu. Nur hier bei der Frage, was da die Welt sehen mochte, ob "die Anderen" zu sehen schon Beweis genug war, um zu sagen "man selbst" , "ich" sei. An dieser Stelle dachte niemand weiter.
Würde er ihr folgen können ? Würde er erkennen wann das Denken endet und ihm nicht mehr weiterhalf ? Ihn nur noch einsperrte in dieser Sackgasse, wie all die Anderen ?
Die meisten schreckten vor dem Schritt zurück, weil ihre Welt, in welcher sie die Hauptrolle spielen mochten zusammenbrach wie ein Kartenhaus. Ihr angenehmes Nest aus relativem Wohlstand, einem Haus vieleicht, einem Glauben mit einer "Heilsversprechung" und weis Mutter was ihnen alles im Kopf vorging. Sicher geglaubte und liebgewonnene Gewohnheiten, an die sie sich hielten wie Ertrinkende. Dauernd strampelnd und keine Müh unterlassend sie zu schützen und zu untermauern damit ihnen blos niemand sagte wie es wirklich war.
Das interessierte kaum einen ... wie es wirklich war, hauptsache es war ... gut ? ... in ihren Augen.
Und selbst die Asketen, die Grübler und Zweifler, die Denker, Priester und Studierten ... sie mochten sich nicht im Zentrum der Welt sehen, manche zumindest, und doch lehrten sie Dinge, die sie selbst und Andere einsperrten. Nicht um ihrer Selbstwillen , sondern um das Selbst der Anderen willen.
Welch Wohltat , grad den Heranwachsenden gegenüber, ... ihnen zu sagen wie die Welt _wirklich_ sei, grausam und hart, dass sie etwas lernen müssten, für _ihr_ Leben, damit sie _sich_ behaupten können, oder damit sie etwas für _ihr_ Seelenheil täten !
Kaputt, sie machten alles kaputt damit, die schlauen Leute, mit ihrem Denken. Denken sich eine Welt zusammen, anstatt wenigstens ab und zu die Augen aufzumachen, zu fühlen, zu lauschen was wirklich ist und einmal in ihrem Leben nur um ihrer Selbst willen zufrieden zu sein, sich fallen zu lassen im Einklang mit all den wunderbaren Dingen Mutters. Sich treiben zu lassen und zu erkennen wie gut es ist ein Teil von allem zu sein, geborgen auch ohne Gold, Macht und Größenwahn.
Wenn sie doch nur die Augen öffneten. Wer nie den Duft einer Rose gerochen hat, kann nicht wissen was er verpasst. Ach wenn sie doch nur ....
Dafür brauchten sie nur sich selbst, mehr nicht.
Würde Cyrion loslassen können ? Solveigh wünschte es sich, für ihn und sich selbst.
So einfach war dieser Satz. Solveigh hatte es auf den Punkt gebracht, besser als je zuvor und hatte Cyrion dabei in die Augen geschaut.
Würde er ihr folgen können ?
Cyrion war keiner von denen die nur auf das schnelle Vergnügen mit einer hübschen Frau aussind, da war sich Solveigh recht sicher. Ein ruhiger Mann der durchaus tiefe Gedanken hinter seiner Stirn hegte. Aber würde er loslassen können ?
Vieles von dem, was Solveigh tat, dachte oder sprach schien auf den ersten Blick verständlich, weil alle dazu neigten sich das Bild von ihr so zurecht zulegen, dass es im Einklang mit dem eigenen Denken, dem eigenen Weltbild war. Verbrachte man mehr Zeit mit ihr, wollte das Ganze immer weniger passen, schien immer skurieler, abwägiger, ja verrückter für manche.
Weil sie nicht loslassen konnten.
Jemand der ihr wirklich folgen wollte, so denken und fühlen wollte wie sie, begreifen wollte worum es eigentlich ging im Leben, was Leben war, wer man selbst war und wozu das ganze Dasein eigentlich gut ist, der musste viel aufgeben und konnte dabei doch soviel gewinnen.
Sie sei ein Sonnenschein hatte einer der Männer gesagt, dem sie ansehen konnte, dass er mehr wollte als nur "Guten Tag" sagen. Solveigh war ausgeglichen, kaum zu reizen, trug fast ständig ein samtenes Lächeln mit sich, machte den Eindruck als beobachtete sie mehr, als sie am Leben wirklich teilnahm. Sie zog viele an, die einen Blick dafür hatten. Gab ihre gute Laune und Ruhe weiter ohne sich dessen immer bewusst zu sein. Warum war das so ?
Nicht dass die Leute sich diese Frage stellten, wenn sie mit ihr zusammen waren, nein, aber es schien ihnen gut zutun, ihnen zu helfen. Sie wollten daran teilhaben, ohne zu verstehen warum es so war.
Dabei wäre es so einfach.
Es wäre so einfach, wenn da nicht die Welt und die Idee der Menschen von ihrer Gesellschaft wäre. Die Idee vom "Ich", die Frage "Was mache _ich_ aus meinem Leben ?", "Was wird aus _mir_ nach dem Tod ?", "Wieso geht es _mir_ so schlecht ?"
Der Mensch hat zwei Augen aus denen er die Welt und "die Anderen" betrachtet, also war es ihm nicht zu verdenken, dass er _sich_ recht wichtig nahm. So einfach ist das, ja ... wäre es.
An sovielen Stellen erfinden sie, denken nach, grübeln, schaffen, bauen, entwicklen, tun, machen, ... den ganzen Tag lang und manche noch die Nacht dazu. Nur hier bei der Frage, was da die Welt sehen mochte, ob "die Anderen" zu sehen schon Beweis genug war, um zu sagen "man selbst" , "ich" sei. An dieser Stelle dachte niemand weiter.
Würde er ihr folgen können ? Würde er erkennen wann das Denken endet und ihm nicht mehr weiterhalf ? Ihn nur noch einsperrte in dieser Sackgasse, wie all die Anderen ?
Die meisten schreckten vor dem Schritt zurück, weil ihre Welt, in welcher sie die Hauptrolle spielen mochten zusammenbrach wie ein Kartenhaus. Ihr angenehmes Nest aus relativem Wohlstand, einem Haus vieleicht, einem Glauben mit einer "Heilsversprechung" und weis Mutter was ihnen alles im Kopf vorging. Sicher geglaubte und liebgewonnene Gewohnheiten, an die sie sich hielten wie Ertrinkende. Dauernd strampelnd und keine Müh unterlassend sie zu schützen und zu untermauern damit ihnen blos niemand sagte wie es wirklich war.
Das interessierte kaum einen ... wie es wirklich war, hauptsache es war ... gut ? ... in ihren Augen.
Und selbst die Asketen, die Grübler und Zweifler, die Denker, Priester und Studierten ... sie mochten sich nicht im Zentrum der Welt sehen, manche zumindest, und doch lehrten sie Dinge, die sie selbst und Andere einsperrten. Nicht um ihrer Selbstwillen , sondern um das Selbst der Anderen willen.
Welch Wohltat , grad den Heranwachsenden gegenüber, ... ihnen zu sagen wie die Welt _wirklich_ sei, grausam und hart, dass sie etwas lernen müssten, für _ihr_ Leben, damit sie _sich_ behaupten können, oder damit sie etwas für _ihr_ Seelenheil täten !
Kaputt, sie machten alles kaputt damit, die schlauen Leute, mit ihrem Denken. Denken sich eine Welt zusammen, anstatt wenigstens ab und zu die Augen aufzumachen, zu fühlen, zu lauschen was wirklich ist und einmal in ihrem Leben nur um ihrer Selbst willen zufrieden zu sein, sich fallen zu lassen im Einklang mit all den wunderbaren Dingen Mutters. Sich treiben zu lassen und zu erkennen wie gut es ist ein Teil von allem zu sein, geborgen auch ohne Gold, Macht und Größenwahn.
Wenn sie doch nur die Augen öffneten. Wer nie den Duft einer Rose gerochen hat, kann nicht wissen was er verpasst. Ach wenn sie doch nur ....
Dafür brauchten sie nur sich selbst, mehr nicht.
Würde Cyrion loslassen können ? Solveigh wünschte es sich, für ihn und sich selbst.