"Wer mir nicht in meine Welt folgt, erträgt mich nicht lang. Wer mich ertragen kann, ist schon auf dem Weg ..."
So einfach war dieser Satz. Solveigh hatte es auf den Punkt gebracht, besser als je zuvor und hatte Cyrion dabei in die Augen geschaut.
Würde er ihr folgen können ?
Cyrion war keiner von denen die nur auf das schnelle Vergnügen mit einer hübschen Frau aussind, da war sich Solveigh recht sicher. Ein ruhiger Mann der durchaus tiefe Gedanken hinter seiner Stirn hegte. Aber würde er loslassen können ?
Vieles von dem, was Solveigh tat, dachte oder sprach schien auf den ersten Blick verständlich, weil alle dazu neigten sich das Bild von ihr so zurecht zulegen, dass es im Einklang mit dem eigenen Denken, dem eigenen Weltbild war. Verbrachte man mehr Zeit mit ihr, wollte das Ganze immer weniger passen, schien immer skurieler, abwägiger, ja verrückter für manche.
Weil sie nicht loslassen konnten.
Jemand der ihr wirklich folgen wollte, so denken und fühlen wollte wie sie, begreifen wollte worum es eigentlich ging im Leben, was Leben war, wer man selbst war und wozu das ganze Dasein eigentlich gut ist, der musste viel aufgeben und konnte dabei doch soviel gewinnen.
Sie sei ein Sonnenschein hatte einer der Männer gesagt, dem sie ansehen konnte, dass er mehr wollte als nur "Guten Tag" sagen. Solveigh war ausgeglichen, kaum zu reizen, trug fast ständig ein samtenes Lächeln mit sich, machte den Eindruck als beobachtete sie mehr, als sie am Leben wirklich teilnahm. Sie zog viele an, die einen Blick dafür hatten. Gab ihre gute Laune und Ruhe weiter ohne sich dessen immer bewusst zu sein. Warum war das so ?
Nicht dass die Leute sich diese Frage stellten, wenn sie mit ihr zusammen waren, nein, aber es schien ihnen gut zutun, ihnen zu helfen. Sie wollten daran teilhaben, ohne zu verstehen warum es so war.
Dabei wäre es so einfach.
Es wäre so einfach, wenn da nicht die Welt und die Idee der Menschen von ihrer Gesellschaft wäre. Die Idee vom "Ich", die Frage "Was mache _ich_ aus meinem Leben ?", "Was wird aus _mir_ nach dem Tod ?", "Wieso geht es _mir_ so schlecht ?"
Der Mensch hat zwei Augen aus denen er die Welt und "die Anderen" betrachtet, also war es ihm nicht zu verdenken, dass er _sich_ recht wichtig nahm. So einfach ist das, ja ... wäre es.
An sovielen Stellen erfinden sie, denken nach, grübeln, schaffen, bauen, entwicklen, tun, machen, ... den ganzen Tag lang und manche noch die Nacht dazu. Nur hier bei der Frage, was da die Welt sehen mochte, ob "die Anderen" zu sehen schon Beweis genug war, um zu sagen "man selbst" , "ich" sei. An dieser Stelle dachte niemand weiter.
Würde er ihr folgen können ? Würde er erkennen wann das Denken endet und ihm nicht mehr weiterhalf ? Ihn nur noch einsperrte in dieser Sackgasse, wie all die Anderen ?
Die meisten schreckten vor dem Schritt zurück, weil ihre Welt, in welcher sie die Hauptrolle spielen mochten zusammenbrach wie ein Kartenhaus. Ihr angenehmes Nest aus relativem Wohlstand, einem Haus vieleicht, einem Glauben mit einer "Heilsversprechung" und weis Mutter was ihnen alles im Kopf vorging. Sicher geglaubte und liebgewonnene Gewohnheiten, an die sie sich hielten wie Ertrinkende. Dauernd strampelnd und keine Müh unterlassend sie zu schützen und zu untermauern damit ihnen blos niemand sagte wie es wirklich war.
Das interessierte kaum einen ... wie es wirklich war, hauptsache es war ... gut ? ... in ihren Augen.
Und selbst die Asketen, die Grübler und Zweifler, die Denker, Priester und Studierten ... sie mochten sich nicht im Zentrum der Welt sehen, manche zumindest, und doch lehrten sie Dinge, die sie selbst und Andere einsperrten. Nicht um ihrer Selbstwillen , sondern um das Selbst der Anderen willen.
Welch Wohltat , grad den Heranwachsenden gegenüber, ... ihnen zu sagen wie die Welt _wirklich_ sei, grausam und hart, dass sie etwas lernen müssten, für _ihr_ Leben, damit sie _sich_ behaupten können, oder damit sie etwas für _ihr_ Seelenheil täten !
Kaputt, sie machten alles kaputt damit, die schlauen Leute, mit ihrem Denken. Denken sich eine Welt zusammen, anstatt wenigstens ab und zu die Augen aufzumachen, zu fühlen, zu lauschen was wirklich ist und einmal in ihrem Leben nur um ihrer Selbst willen zufrieden zu sein, sich fallen zu lassen im Einklang mit all den wunderbaren Dingen Mutters. Sich treiben zu lassen und zu erkennen wie gut es ist ein Teil von allem zu sein, geborgen auch ohne Gold, Macht und Größenwahn.
Wenn sie doch nur die Augen öffneten. Wer nie den Duft einer Rose gerochen hat, kann nicht wissen was er verpasst. Ach wenn sie doch nur ....
Dafür brauchten sie nur sich selbst, mehr nicht.
Würde Cyrion loslassen können ? Solveigh wünschte es sich, für ihn und sich selbst.
Wer nie den Duft einer Rose roch ...
-
Cyrion Sha´Ar
'Solveigh... Eine wahrhaftig bemerkenswerte Frau.' Dachte sich Cyrion, während er an einem windigkaltem Tag durch den Wald ging.
Der kalte Nordwind hatte heute seinen eisigen Biss eingebüsst, wie er bemerkte. Nachdenklich zupfte er Blätter aus seinem langen losen Haar und nahm dann ein Haarband aus seiner Gürteltasche. So wie der Wind auch hier mitten im Wald ab und an pfiff, würden seine Haare irgendwo in die Äste gefegt werden. Mit raschen langen Fingern flochte er das schwere dichte Haar zu einem langen schwarzen Zopf, welcher seinen Rücken entlang schwang und gegen seine Schenkel pochte.
Wieder wanderten seine Gedanken - wie so oft in den letzten Tagen - zu Solveigh... Wann immer er sie traf und sie sich in Gespräche vertieften, brachte sie ihn dazu, seine Gedanken auf Wege zu lenken, die sie vorher nie oder zumindestens selten gegangen waren. Und über was hatten sie nicht schon alles gesprochen! Innerhalb eines gemütlichen Abends von einem Thema zum anderen gleitend, besprachen sie so viel, und doch war sie ihm ein ewiges Rätsel, ein reizvolles Rätsel, das er doch hoffte, eines Tages zu lösen. Nach einem Abend voller Gespräche verbrachte er den nächsten Tag gewöhnlich damit, sich immer wieder zu erwischen, wie er versuchte, all das neu erfahrene zu verarbeiten.
Dieses zarte Geschöpf war wie ein reissender Fluss. Er verstand ganz offensichtlich nicht alles, wovon sie sprach. Oder verstand es auf eine falsche Art und Weise, wenn er der Blicke bedachte, die sie ihm manchesmal auf eine Antwort seinerseits zuwarf. Keineswegs verächtliche oder anderweitig unangenehme Blicke, wohl aber derart, das er sich sicher war, etwas nicht verstanden zu haben. Es war nur eine winzige Veränderung in ihren Augen ab und an - manchmal sprach sie aber auch ihre Meinung aus, er habe sie nicht verstanden. Er wusste nicht so recht, was er davon halten sollte...
Er hatte sich selten so lebendig wegen eines anderen Menschen gefühlt, und andererseits so... begriffsstutzig. Aber er hatte ja noch Zeit, sie wirklich zu verstehen ihren Gedanken zu folgen, wie er nun einer Fährte eines Kaninchens folgte. Den Blick ab und an nach vorne richtend, beugte er sich vor und versuchte zu erkennen, wo das Tier entlang gehoppelt war. Den Bogen schon ein mal ziehend, legte er einen Pfeil ein und hielt ihn schwachgespannt auf dem Bogen.
Es fiel ihm nicht schwer, sich gleichzeitig auf seine Umgebung und auf Sol zu konzentrieren... Als Sonnenschein hatte er sie mal bezeichnet... wie andere auch schon, wie sie ihm gesagt hatte. Tatsächlich aber war sie eher wie ein Opal. Mit jeder Bewegung zeigten sich neue farbige Splitter, neue Aspekte ihres Wesens und doch... wie bei einem Opal verschwanden sie wieder unter der Oberfläche, sobald man wieder die Richtung wechselte und er - Cyrion - hatte einen Tag später Schwierigkeiten damit, all jenes wirklich zu erfassen, was ihm am Abend zuvor bewusst geworden war - es schien alles in einem milchigen Nebel zu verschwinden und ab und an wieder aufzutauchen. Was rief diesen seltsamen Effekt hervor? Die Geschwindigkeit, mit der sie von Thema zu Thema sprangen? Die Anzahl all der Themen. Er nahm an, das es die Unmengen an Einzelteilen waren... wie bei einem Puzzel und keine der Stücke passte zur Zeit zusammen. Sprachen sie vergangene Themen an, konnte er sich glasklar entsinnen - es war ja nicht so, das er vergass, was sie gesagt hatte - keineswegs! Dafür waren ihre Worte ihm zu gewichtig. Aber etwas...
Er hielt inne... er blickte sich nachdenklich um – irgendwo hatte er eine Bewegung wahrgenommen. 'Ah...dort bist du!' Gab er in Gedanken von sich und visierte das Langohr an, das in einiger Entfernung irgendwo zufrieden mümmelte. Ihm den Rücken zudrehend, hatte der Mümmelmann ihn noch nicht bemerkt... und nun war es zuspät dafür. Den Bogen aufmerksam spannent, hielt er einen Augenblick wie es schien inne, um den fernen Hasen anzuvisieren, dann liess er den Pfeil von der Sehne. Das Geschoss, fuhr in grader Linie auf den Hasen zu. Doch ein unerwarteter Windstoss verzog den Pfeil und er traff knapp neben dem Hasen in den Baum. Der Hase schoss erschrocken davon, Haken schlagend. „Mist!“ Fluchte Cyrion und zog den nächsten Pfeil. Auf den Hasen anvisierend schoss er dahin, wo er diesen im nächsten Moment vermutete. Kurz darauf wurde der Hase aus seinem wilden Lauf gerissen, überschlug sich und blieb liegen. Rasch lief der Mann mit langen Schritten zu dem Hasen. Dieser hatte den Aufprall nicht überlebt – sein Glück. Er mochte es nicht, Tiere leiden zu sehen, wenn man es verhindern konnte. Den Hasen aufnehmend ging er – nun mit gemessenen schritten zu dem Baum und zog den Pfeil heraus. Sein Abendessen hatte er schon mal. Sich nun wieder voll und ganz seinen Gedanken widment, maschierte er wieder Richtung Stadt.
Er wusste nicht, was die Zukunft bringen würde, was Solveigh betraf. Sie hatte seltsame Andeutungen gemacht – wie vieles an ihr seltsam, oder vielmehr merkwürdig war – im Sinne von würdig, es sich zu merken. Eine Aufgabe hatte sie ihm gegeben, für ihr nächstes treffen. Er solle sich überlegen, was für ihn an einem Menschen – beziehungsweise an ihr – so fürchterlich wäre, das es ihrer Freundschaft einen Abbruch tat. Und dabei hatte sie – wie bei vielem ihrer Gedankengänge vollkommen ernst gewirkt. Er war sich sicher, das sie keine banalen Dinge meinte... Sich ernsthaft Gedanken drüber machend, was für ihn unverzeihlich wäre... Auch etwas, was ihn noch nie jemand gefragt hatte. Aber sie würde ihre Antworten erhalten. Dieses zarte Geschöpf mit dem starken Willen. Er vermutete das sie allerlei Dornen aufweisen würde, wenn er wirklich anfing sie zu verstehen. Aber nun... Die Blüten von Wildrosen waren zart und wunderschön, aber ihr Zentrum war dornig und schwer zu erreichen. Und noch schwerer war es, diese Pflanzen auszurotten, wenn sie erstmal Fuss gefasst hatten. Er seufzte leicht. Genauso schwer wie das Gedankengut, mit dem sie ihn gefüttert hatte, und von dem er nun nicht ablassen konnte. Ein kleines zartes Lächeln lag auf seinen Lippen während er im Wald einherschritt. Er würde schon sehen, was für eine Wildblume dieses Geschöpf war.
Der kalte Nordwind hatte heute seinen eisigen Biss eingebüsst, wie er bemerkte. Nachdenklich zupfte er Blätter aus seinem langen losen Haar und nahm dann ein Haarband aus seiner Gürteltasche. So wie der Wind auch hier mitten im Wald ab und an pfiff, würden seine Haare irgendwo in die Äste gefegt werden. Mit raschen langen Fingern flochte er das schwere dichte Haar zu einem langen schwarzen Zopf, welcher seinen Rücken entlang schwang und gegen seine Schenkel pochte.
Wieder wanderten seine Gedanken - wie so oft in den letzten Tagen - zu Solveigh... Wann immer er sie traf und sie sich in Gespräche vertieften, brachte sie ihn dazu, seine Gedanken auf Wege zu lenken, die sie vorher nie oder zumindestens selten gegangen waren. Und über was hatten sie nicht schon alles gesprochen! Innerhalb eines gemütlichen Abends von einem Thema zum anderen gleitend, besprachen sie so viel, und doch war sie ihm ein ewiges Rätsel, ein reizvolles Rätsel, das er doch hoffte, eines Tages zu lösen. Nach einem Abend voller Gespräche verbrachte er den nächsten Tag gewöhnlich damit, sich immer wieder zu erwischen, wie er versuchte, all das neu erfahrene zu verarbeiten.
Dieses zarte Geschöpf war wie ein reissender Fluss. Er verstand ganz offensichtlich nicht alles, wovon sie sprach. Oder verstand es auf eine falsche Art und Weise, wenn er der Blicke bedachte, die sie ihm manchesmal auf eine Antwort seinerseits zuwarf. Keineswegs verächtliche oder anderweitig unangenehme Blicke, wohl aber derart, das er sich sicher war, etwas nicht verstanden zu haben. Es war nur eine winzige Veränderung in ihren Augen ab und an - manchmal sprach sie aber auch ihre Meinung aus, er habe sie nicht verstanden. Er wusste nicht so recht, was er davon halten sollte...
Er hatte sich selten so lebendig wegen eines anderen Menschen gefühlt, und andererseits so... begriffsstutzig. Aber er hatte ja noch Zeit, sie wirklich zu verstehen ihren Gedanken zu folgen, wie er nun einer Fährte eines Kaninchens folgte. Den Blick ab und an nach vorne richtend, beugte er sich vor und versuchte zu erkennen, wo das Tier entlang gehoppelt war. Den Bogen schon ein mal ziehend, legte er einen Pfeil ein und hielt ihn schwachgespannt auf dem Bogen.
Es fiel ihm nicht schwer, sich gleichzeitig auf seine Umgebung und auf Sol zu konzentrieren... Als Sonnenschein hatte er sie mal bezeichnet... wie andere auch schon, wie sie ihm gesagt hatte. Tatsächlich aber war sie eher wie ein Opal. Mit jeder Bewegung zeigten sich neue farbige Splitter, neue Aspekte ihres Wesens und doch... wie bei einem Opal verschwanden sie wieder unter der Oberfläche, sobald man wieder die Richtung wechselte und er - Cyrion - hatte einen Tag später Schwierigkeiten damit, all jenes wirklich zu erfassen, was ihm am Abend zuvor bewusst geworden war - es schien alles in einem milchigen Nebel zu verschwinden und ab und an wieder aufzutauchen. Was rief diesen seltsamen Effekt hervor? Die Geschwindigkeit, mit der sie von Thema zu Thema sprangen? Die Anzahl all der Themen. Er nahm an, das es die Unmengen an Einzelteilen waren... wie bei einem Puzzel und keine der Stücke passte zur Zeit zusammen. Sprachen sie vergangene Themen an, konnte er sich glasklar entsinnen - es war ja nicht so, das er vergass, was sie gesagt hatte - keineswegs! Dafür waren ihre Worte ihm zu gewichtig. Aber etwas...
Er hielt inne... er blickte sich nachdenklich um – irgendwo hatte er eine Bewegung wahrgenommen. 'Ah...dort bist du!' Gab er in Gedanken von sich und visierte das Langohr an, das in einiger Entfernung irgendwo zufrieden mümmelte. Ihm den Rücken zudrehend, hatte der Mümmelmann ihn noch nicht bemerkt... und nun war es zuspät dafür. Den Bogen aufmerksam spannent, hielt er einen Augenblick wie es schien inne, um den fernen Hasen anzuvisieren, dann liess er den Pfeil von der Sehne. Das Geschoss, fuhr in grader Linie auf den Hasen zu. Doch ein unerwarteter Windstoss verzog den Pfeil und er traff knapp neben dem Hasen in den Baum. Der Hase schoss erschrocken davon, Haken schlagend. „Mist!“ Fluchte Cyrion und zog den nächsten Pfeil. Auf den Hasen anvisierend schoss er dahin, wo er diesen im nächsten Moment vermutete. Kurz darauf wurde der Hase aus seinem wilden Lauf gerissen, überschlug sich und blieb liegen. Rasch lief der Mann mit langen Schritten zu dem Hasen. Dieser hatte den Aufprall nicht überlebt – sein Glück. Er mochte es nicht, Tiere leiden zu sehen, wenn man es verhindern konnte. Den Hasen aufnehmend ging er – nun mit gemessenen schritten zu dem Baum und zog den Pfeil heraus. Sein Abendessen hatte er schon mal. Sich nun wieder voll und ganz seinen Gedanken widment, maschierte er wieder Richtung Stadt.
Er wusste nicht, was die Zukunft bringen würde, was Solveigh betraf. Sie hatte seltsame Andeutungen gemacht – wie vieles an ihr seltsam, oder vielmehr merkwürdig war – im Sinne von würdig, es sich zu merken. Eine Aufgabe hatte sie ihm gegeben, für ihr nächstes treffen. Er solle sich überlegen, was für ihn an einem Menschen – beziehungsweise an ihr – so fürchterlich wäre, das es ihrer Freundschaft einen Abbruch tat. Und dabei hatte sie – wie bei vielem ihrer Gedankengänge vollkommen ernst gewirkt. Er war sich sicher, das sie keine banalen Dinge meinte... Sich ernsthaft Gedanken drüber machend, was für ihn unverzeihlich wäre... Auch etwas, was ihn noch nie jemand gefragt hatte. Aber sie würde ihre Antworten erhalten. Dieses zarte Geschöpf mit dem starken Willen. Er vermutete das sie allerlei Dornen aufweisen würde, wenn er wirklich anfing sie zu verstehen. Aber nun... Die Blüten von Wildrosen waren zart und wunderschön, aber ihr Zentrum war dornig und schwer zu erreichen. Und noch schwerer war es, diese Pflanzen auszurotten, wenn sie erstmal Fuss gefasst hatten. Er seufzte leicht. Genauso schwer wie das Gedankengut, mit dem sie ihn gefüttert hatte, und von dem er nun nicht ablassen konnte. Ein kleines zartes Lächeln lag auf seinen Lippen während er im Wald einherschritt. Er würde schon sehen, was für eine Wildblume dieses Geschöpf war.