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Caelan wurde vor 17 Jahren von ihrer Mutter Enya und ihrem Vater Logan geboren. Sie waren gerade mal 1 Jahre verheiratet gewesen, als Enya ihrem Mann die kleine Caelan schenkte. Der Grundstein für seine eigene Familie wurde gelegt und die Anguren um sie herum wuchsen und wuchsen.
Enya hatte sich nach der Hochzeit der Tradition von Logans Familie gebeugt und den Hof übernommen. So kümmerten sie sich gemeinsam um das Vieh das auf der Weide graste und den Ackerbau. Sie hatten einen recht schönen Hof, umgeben von einigen kleinen Feldern auf denen Getreide, Baumwolle und Gemüse wuchs. Auf der kleinen Weide die ihrer Familie gehörte grasten Rinder und Schafe. Sie konnten sich gut selbst versorgen, auch wenn das Gold nie in großen Mengen vorhanden gewesen war.
Schon als kleines Mädchen spielte Caelan in der Nähe der Tiere. Sie liebte sie und verbrachte viel Zeit dort. Enya wusste genau, wenn sie ihre Tochter mal wieder suchte, so ging sie als erstes in den Schafstall. Mehr als einmal war sie dort unter den kleinen Lämmern erschöpft eingeschlafen.
Mit jedem Jahr das verging und das Caelan älter wurde, wollte sie ihrer Mutter mehr helfen. So durfte sie hin und wieder das Land besamen oder ihrem Vatter dabei helfen die Kühe zu melken. Anfangs tat sie sich recht schwer damit, die Milch wollte nicht fliesen und wenn sie es doch tat, dann nicht in den Eimer sondern eher auf ihren Rock oder die Kleider ihres Vaters. Er belächelte dies und amüsierte sich immer wieder mit seiner Frau darüber, wenn sie spät abends noch beisammen saßen, während Caelan schon schlief.
Als Caelan ihre 8. Sommersonnenwende erlebt hatte bekam sie kleinere Aufgaben zugeteilt, die ihr heiden Freude bereiteten. So durfte sie die frischen Zwiebeln zu bündeln binden, die ihre Mutter am Ende der Woche auf dem Markt verkaufte und auch beim Käse machen durfte sie inzwischen helfen.
Sie bekam immer mehr Rutine in dem was sie tat, dass Interesse wurde immer größer und sie konnte sich nichts schöneres vorstellen als eines Tages den Hof ihrer Eltern zu übernehmen. Sie war als Bäuerin geboren worden und hatte dies keine Sekunde ihres Lebens bereut. Da Logan wollte, dass seine Tochter auch in der Lage sein würde sich zu verteidigen und zu kämpfen sofern es von Nöten war, sorgte er dafür dass sie von einem der Nachbarn im Bogenschießen unterrichtet wurde.
Caelan wusste das es wichtig war, dass sie den Umgang mit einer Waffe lernte. Doch jede Unterrichtsstunde hielt sie von ihren geliebten Tieren fern. So fleißig sie bei ihren Eltern auf dem Hofe war, so fleißig widmete sie sich ihrer Ausbildung im Umgang mit dem Bogen. Colin zeigte ihr alles, wie sie den Bogen richtig hielt, wie sie die Pfeile einlegte, das Zielen, dass Pfeile binden und er war wirklich stolz darauf, wie schnell seine junge Schülerin lernte. Abends erzählte sie immer ihrem Vater davon was sie neues gelernt hatte und was sie inzwischen schon konnte. Es beruhigte ihn zunehmend mehr, zu wissen, dass seine geliebte Tochter in der Lage war eine Waffe zu bedienen. Er würde nicht immer auf sie aufpassen können und sie nicht sein ganzes Leben begleiten können. Soviel Unheil war in der Vergangenheit über ihre Ahnen gelangt, niemand wusste was die Zukunft bringen würde. Was er hingegen wusste war, dass er sich um sie keine Sorgen mehr machen musste.
Haut. Sie war inzwischen 15 Jahre alt, als der kälteste Winter hereinbrach, den ihre Familie je erlebt hatte. Logan verbot ihr das Haus zu verlassen, es sei zu kalt. Trotzig und in warme Kleidung gehüllt verbrachte sie die Zeit vor dem Fenster oder dem Kamin der ihr Haus mit wohliger Wärme erfüllte. Enya und Logan hingegen mussten nach wie vor ihrer Arbeit nach gehen. Auch sie hüllten sich in warme Kleider, Umhänge und Pelze und versuchten von den Feldern soviel Ernte zu retten wie sie konnten. Der eisige Wind ging Enya durch Mark und Bein. Natürlich waren sie die Kälte gewöhnt gewesen, doch so eisig kalt? Die Arbeit im freien setzte ihr sehr zu. Das Wetter wollte und wollte sich nicht bessern. Enya begann zu husten, sie war sichtlich angeschlagen von der Arbeit im Freien. Logan wollte die Arbeit alleine machen, doch es ging nicht und das wusste er. Er versuchte seine Frau dennoch so gut es ging zu schonen. Ihr Zustand verschlechterte sich, sie bekam Fieber, Schüttelfrost und konnte das Bett nicht mehr verlassen.
Rührend und liebevoll kümmerte sich Caelan um ihre kranke Mutter. Sie kochte ihr warme Suppe die sie ihr Löffelweise einflößte, doch das Zittern und husten verebbte nicht. Das Fieber stieg und stieg. Logan machte seiner Frau Wickel in der Hoffnung das Fieber zu senken doch nichts half. Und so erlag Enya nach 5 Tagen Fieber und Schüttelfrost ihrer Lungenentzündung.
Auszug aus dem Tagebuch von Caelan
Ich fühle mich leer. Das Haus ist erfüllt von Wärme die der Kamin uns spendet und doch fröstelt es mich. Es fehlt und es ist nicht zu leugnen dass nichts mehr ist wie es war. Der eisige Wind ist weiter gezogen. Man könnte glauben er habe nur auf meine Mutter gewartet um sie mit zu nehmen. Vor 2 Tagen haben sie wir, wie es unseren Riten gehört, verbrannt. Der dunkle Rauch zog mit dem Wind hoch hinauf in den Himmel, hoch zu unseren Ahnen die sie dort mit offenen Armen entgegen genommen haben. Vater ist ruhig... er versucht sich nichts anmerken zu lassen und doch spüre ich, dass auch in ihm ein Teil verstorben ist. So viele Jahre lang teilten sie sich ein Leben. Da lässt er mich den Umgang mit einem Bogen lernen um mich zu schützen und nun war es nicht der Feind der meine Mutter mit sich nahm. Sie starb nicht durch den Schwerthieb eines Räubers... die Krankheit machte sie schwach und lies sie ihren letzten Atemzug nehmen. Wer schützt mich hier vor? Vater hatte überlegt den Hof zu verkleinern. Das kommt nicht in Frage sagte ich ihm. Er war Mutters leben, wofür hat sie ihr Leben gelassen, wenn er nun einen Teil davon verkaufen würde?
Ich werde ihm in Zukunft helfen. Ich werde ihre Aufgaben übernehmen. Ich fühle mich ihr dadurch verbunden. Wenn meine Hände die kalte und harte Erde des Ackers berühren fühle ich mich ihr so nah. Ich werde fortführen wofür sie lebte, was sie so liebevoll pflegte und sie stolz machen. So wird sie mich eines Tages mit einem Lächeln auf den Lippen empfangen, wenn der Ruf der Ahnen auch mich ereilt.
Sie hielt Wort! Von jenem Tage an stand sie schon morgens in der früh auf, wenn der Mond noch das Land mit seinem Licht bedeckte und fütterte das Vieh. Sie brachte die Milch in die Hütte, trieb das Vieh hinaus auf die Felder. Sie half ihrem Vater bei der Ernte. Kraftzerrende Arbeit, gerade wenn die Erntezeit über das Land kam. Er hörte sie nie auch nur ein Wort klagen. Es schien als sei sie mit dem Tod ihrer Mutter von heute auf morgen erwachsen geworden. Sie wusste worauf es an kam und Logan war froh, dass er sie hatte auch wenn ihr Anblick ihn oft schmerzte. Hatte sie doch dieselben stahlgrauen Augen wie ihre Mutter und dasselbe entzückende Lächeln.
Durch die Arbeit lebte ihre Mutter in ihr weiter, manchmal war ihr als höre sie ihre Stimme im Wind über die Felder wehen. So stur und dickköpfig wie sie war, wusste ihr Vater genau, wenn sie sagte sie würde ihn nicht enttäuschen, würde sie es nicht tun. Sie gab alles um den Hof nicht verkommen zu lassen doch wartete noch viel zu lernen auf sie...