Das Leben in der schwarzen Garde
Verfasst: Freitag 13. November 2009, 14:45
Die Rattenplage in Rahal:
Hier stand er nun also. Trabant Grauwind…, ein seltsamer Beigeschmack. Eigentlich hätte er stolz auf sich sein sollen. Er hatte ein Stück Anerkennung erfahren. Ein Stück Selbstwert und Bestätigung bekommen. Der Eid auf Reich und Hauptmann war gesprochen, es gab kein Zurück mehr. Für die Glorie und das größere Gut des Herrn würde er nun streiten, bluten und vermutlich sein Leben aushauchen. Kinder des Krieges hatten die Greifen sich einst genannt. Jonath war auf dem Rücken des Pferdes erwachsen geworden. Seine Kinderstube war das Schlachtfeld gewesen, das liebste Spielzeug die blanke Klinge. Er hatte sich damit abgefunden nicht alles im Leben wissen oder können zu müssen. Es reichte der Wille zu streben, zu suchen, zu finden und nicht aufzugeben. Aber diese verdammten Nager raubten ihm den letzten Nerv.
Wieder knurrte der Wolfshund an der Seite des Landsknechts in eine der dunklen Ecken. Mit einem Griff in den pelzigen Nacken brachte Jonath ihn zur Ruhe. Das hellblaue Auge fixierte die Ecke, während das Ohr in angewiderter Vorahnung lauschte. Und da war es wieder, dieses leise Rascheln und das dezente Quieken der kleinen Plage. Den ganzen Vormittag hatte er bereits damit zugebracht in den Straßen und Gassen der Unterstadt die Köder auszulegen. Es fühlte sich an, als wäre nicht einmal die Hälfte geschafft. Trabant Grauwind. Verteidiger der Heiligen Stadt. Pha! Statthalter Stranamorius hätte besser einen Trank erfunden um ihn um ein vielfaches schrumpfen zu lassen. Dann hätte er wenigstens damit beginnen können diese Ratten in ihren eigenen Heimen aufzusuchen und ihnen mit bloßen Händen oder einem winzigen Schwert das Leben aus den Leib geprügelt. Bis vor einigen Tagen hatte es nicht für möglich gehalten etwas so kleines und unbedeutendes wie eine Ratte so entsetzlich inbrünstig hassen zu lernen. In Gewisserweise war es eine Genugtuung sich vorzustellen wie irgendeine verfresse stinkende Pelzplage in Verheißung eines raschen Mahls ihre gelben Zähne in das Fleisch des Köders stieß nur um dann mit einem langen und qualvollen Tod zu ringen, an dessen Ende ihre kleine Seele, wenn diese Biester überhaupt eine besitzen würden, wie ein kleiner beiläufiger Happen von Krathor selbst verschlungen werden würde und ihr ganzes jämmerliches Rattenleben keine Bedeutung für ihr Heil gehabt hätte. Viel wahrscheinlicher war es jedoch leider, dass Stranamorius sein Werk seinem Ruf nach zweckmäßig und effektiv getan hatte, und das Gift der Plage einen raschen Tod brachte.
Mit der linken schob Jonath die Schnauze des Wachhundes beiseite, um ihn davon abzuhalten in Kontakt mit einem der fleischigen Rattenköder zu kommen, welchen er vorsichtig aus der Hüfttasche zog. „Bleib!“ herrschte er den Hund an. Das Auge fixierte die dunkle Ecke, welcher sich der schwarz gerüstete als rot ummantelter Tod näherte. Hier und dort bedeckte Unrat und Müll den Boden. Gammliges Holz hinter einem Fass, welches lange seinen Sinn verloren hatte, bot wohl genug Unterschlupf und weitere Schlupfwinkel für die Nagerbrut.
„Es ist angerichtet…“ säuselte Jonath leise einem ungesehnen Gesprächspartner entgegen, als er den Köder sanft niederlegte. Vielleicht war es beginnender Wahnsinn.
Eigentlich war es ein grundsolider Plan, welchen auch ein simpler Geist fassen konnte. Nimm diese vergifteten Köder und lege sie in der Stadt aus. Man musste nicht besonders raffiniert sein um diese Aufgabe zu erfüllen. Allerdings sollte sie gründlich erledigt werden. Die großen Brutherde waren bereits bedient. In den Gassen um den Marktplatz und diesen selbst, waren die meisten Köder ausgelegt worden. Hier bot sich der kleinen vierbeinigen pelzigen Niedertracht die größte Nahrungsbreite. Hier tummelten sie sich. Jonath stellte sich vor wie sie in der Nacht ihre kleinen Bankette abhielten. Vielleicht hatten sie sogar einen König, mit einer kleinen verbogenen Krone auf einem fetten Kopf, aus dessen Gesicht winzige schwarze Knopfaugen gierig umherblickten. Und natürlich wäre er ungewaschen.
Es war nun daran möglichst viele weitere Nistplätze ausfindig zu machen. Rhaegar war eine willkommene Hilfe. Der Hauptmann war zunächst nicht begeistert gewesen, den Wachhund der Greifen in der Kommandantur zu sehen. Es blieb keine andere Wahl, als ihn in den Stallungen unterzubringen. Er schien sich damit abzufinden und harrte stoischer Ruhe Tag für Tag auf sein Fressen. Bei der Rattenjagd mit Landsknecht Catulus Sorothel, hatte er einen ersten Geschmack an Nagetier gefunden. Zwar hatte er kein Interesse daran die Biester zu verschlingen, aber das hielt ihn nicht davon ab, das ein oder andere mal auf einem der Nager herumzukauen, wenn er ihn erwischte. Manchmal hatte Jonath sogar das Gefühl, der Hund starrte ihn in diesen Momenten stolz an, während ein Rattenschwanz aus seinen Lefzen baumelte. Hier und jetzt aber, war es besser er behielt sein Maul in Zaum. Was für die Ratten schädlich war, musste für diesen Hund noch lange nicht gut sein. Und seine Nase und sein Gehör waren gebraucht um das ein oder andere Versteck ausfindig zu machen. Wenn auch nur ein achtel der Signale des Hundes auf Nester hinwiesen, machte er seine Sache gut. Jonath gewährte sich ein zufriedenes Lächeln, als er sich dem Vierbeiner wieder zuwendete und den Köderbeutel mit einem festen Zug an der Schnurr wieder verschloss.
Einige Momente später striff ein Trabant mit seinem Hund durch eine weitere Gasse. Ertönte ein leises Knurren. „Nicht schon wieder…“, drang die resignierende Stimme des Mannes begleitet von leisem Stöhnen durch die Gasse.
Hier stand er nun also. Trabant Grauwind…, ein seltsamer Beigeschmack. Eigentlich hätte er stolz auf sich sein sollen. Er hatte ein Stück Anerkennung erfahren. Ein Stück Selbstwert und Bestätigung bekommen. Der Eid auf Reich und Hauptmann war gesprochen, es gab kein Zurück mehr. Für die Glorie und das größere Gut des Herrn würde er nun streiten, bluten und vermutlich sein Leben aushauchen. Kinder des Krieges hatten die Greifen sich einst genannt. Jonath war auf dem Rücken des Pferdes erwachsen geworden. Seine Kinderstube war das Schlachtfeld gewesen, das liebste Spielzeug die blanke Klinge. Er hatte sich damit abgefunden nicht alles im Leben wissen oder können zu müssen. Es reichte der Wille zu streben, zu suchen, zu finden und nicht aufzugeben. Aber diese verdammten Nager raubten ihm den letzten Nerv.
Wieder knurrte der Wolfshund an der Seite des Landsknechts in eine der dunklen Ecken. Mit einem Griff in den pelzigen Nacken brachte Jonath ihn zur Ruhe. Das hellblaue Auge fixierte die Ecke, während das Ohr in angewiderter Vorahnung lauschte. Und da war es wieder, dieses leise Rascheln und das dezente Quieken der kleinen Plage. Den ganzen Vormittag hatte er bereits damit zugebracht in den Straßen und Gassen der Unterstadt die Köder auszulegen. Es fühlte sich an, als wäre nicht einmal die Hälfte geschafft. Trabant Grauwind. Verteidiger der Heiligen Stadt. Pha! Statthalter Stranamorius hätte besser einen Trank erfunden um ihn um ein vielfaches schrumpfen zu lassen. Dann hätte er wenigstens damit beginnen können diese Ratten in ihren eigenen Heimen aufzusuchen und ihnen mit bloßen Händen oder einem winzigen Schwert das Leben aus den Leib geprügelt. Bis vor einigen Tagen hatte es nicht für möglich gehalten etwas so kleines und unbedeutendes wie eine Ratte so entsetzlich inbrünstig hassen zu lernen. In Gewisserweise war es eine Genugtuung sich vorzustellen wie irgendeine verfresse stinkende Pelzplage in Verheißung eines raschen Mahls ihre gelben Zähne in das Fleisch des Köders stieß nur um dann mit einem langen und qualvollen Tod zu ringen, an dessen Ende ihre kleine Seele, wenn diese Biester überhaupt eine besitzen würden, wie ein kleiner beiläufiger Happen von Krathor selbst verschlungen werden würde und ihr ganzes jämmerliches Rattenleben keine Bedeutung für ihr Heil gehabt hätte. Viel wahrscheinlicher war es jedoch leider, dass Stranamorius sein Werk seinem Ruf nach zweckmäßig und effektiv getan hatte, und das Gift der Plage einen raschen Tod brachte.
Mit der linken schob Jonath die Schnauze des Wachhundes beiseite, um ihn davon abzuhalten in Kontakt mit einem der fleischigen Rattenköder zu kommen, welchen er vorsichtig aus der Hüfttasche zog. „Bleib!“ herrschte er den Hund an. Das Auge fixierte die dunkle Ecke, welcher sich der schwarz gerüstete als rot ummantelter Tod näherte. Hier und dort bedeckte Unrat und Müll den Boden. Gammliges Holz hinter einem Fass, welches lange seinen Sinn verloren hatte, bot wohl genug Unterschlupf und weitere Schlupfwinkel für die Nagerbrut.
„Es ist angerichtet…“ säuselte Jonath leise einem ungesehnen Gesprächspartner entgegen, als er den Köder sanft niederlegte. Vielleicht war es beginnender Wahnsinn.
Eigentlich war es ein grundsolider Plan, welchen auch ein simpler Geist fassen konnte. Nimm diese vergifteten Köder und lege sie in der Stadt aus. Man musste nicht besonders raffiniert sein um diese Aufgabe zu erfüllen. Allerdings sollte sie gründlich erledigt werden. Die großen Brutherde waren bereits bedient. In den Gassen um den Marktplatz und diesen selbst, waren die meisten Köder ausgelegt worden. Hier bot sich der kleinen vierbeinigen pelzigen Niedertracht die größte Nahrungsbreite. Hier tummelten sie sich. Jonath stellte sich vor wie sie in der Nacht ihre kleinen Bankette abhielten. Vielleicht hatten sie sogar einen König, mit einer kleinen verbogenen Krone auf einem fetten Kopf, aus dessen Gesicht winzige schwarze Knopfaugen gierig umherblickten. Und natürlich wäre er ungewaschen.
Es war nun daran möglichst viele weitere Nistplätze ausfindig zu machen. Rhaegar war eine willkommene Hilfe. Der Hauptmann war zunächst nicht begeistert gewesen, den Wachhund der Greifen in der Kommandantur zu sehen. Es blieb keine andere Wahl, als ihn in den Stallungen unterzubringen. Er schien sich damit abzufinden und harrte stoischer Ruhe Tag für Tag auf sein Fressen. Bei der Rattenjagd mit Landsknecht Catulus Sorothel, hatte er einen ersten Geschmack an Nagetier gefunden. Zwar hatte er kein Interesse daran die Biester zu verschlingen, aber das hielt ihn nicht davon ab, das ein oder andere mal auf einem der Nager herumzukauen, wenn er ihn erwischte. Manchmal hatte Jonath sogar das Gefühl, der Hund starrte ihn in diesen Momenten stolz an, während ein Rattenschwanz aus seinen Lefzen baumelte. Hier und jetzt aber, war es besser er behielt sein Maul in Zaum. Was für die Ratten schädlich war, musste für diesen Hund noch lange nicht gut sein. Und seine Nase und sein Gehör waren gebraucht um das ein oder andere Versteck ausfindig zu machen. Wenn auch nur ein achtel der Signale des Hundes auf Nester hinwiesen, machte er seine Sache gut. Jonath gewährte sich ein zufriedenes Lächeln, als er sich dem Vierbeiner wieder zuwendete und den Köderbeutel mit einem festen Zug an der Schnurr wieder verschloss.
Einige Momente später striff ein Trabant mit seinem Hund durch eine weitere Gasse. Ertönte ein leises Knurren. „Nicht schon wieder…“, drang die resignierende Stimme des Mannes begleitet von leisem Stöhnen durch die Gasse.