Die Rattenplage in Rahal:
Hier stand er nun also. Trabant Grauwind…, ein seltsamer Beigeschmack. Eigentlich hätte er stolz auf sich sein sollen. Er hatte ein Stück Anerkennung erfahren. Ein Stück Selbstwert und Bestätigung bekommen. Der Eid auf Reich und Hauptmann war gesprochen, es gab kein Zurück mehr. Für die Glorie und das größere Gut des Herrn würde er nun streiten, bluten und vermutlich sein Leben aushauchen. Kinder des Krieges hatten die Greifen sich einst genannt. Jonath war auf dem Rücken des Pferdes erwachsen geworden. Seine Kinderstube war das Schlachtfeld gewesen, das liebste Spielzeug die blanke Klinge. Er hatte sich damit abgefunden nicht alles im Leben wissen oder können zu müssen. Es reichte der Wille zu streben, zu suchen, zu finden und nicht aufzugeben. Aber diese verdammten Nager raubten ihm den letzten Nerv.
Wieder knurrte der Wolfshund an der Seite des Landsknechts in eine der dunklen Ecken. Mit einem Griff in den pelzigen Nacken brachte Jonath ihn zur Ruhe. Das hellblaue Auge fixierte die Ecke, während das Ohr in angewiderter Vorahnung lauschte. Und da war es wieder, dieses leise Rascheln und das dezente Quieken der kleinen Plage. Den ganzen Vormittag hatte er bereits damit zugebracht in den Straßen und Gassen der Unterstadt die Köder auszulegen. Es fühlte sich an, als wäre nicht einmal die Hälfte geschafft. Trabant Grauwind. Verteidiger der Heiligen Stadt. Pha! Statthalter Stranamorius hätte besser einen Trank erfunden um ihn um ein vielfaches schrumpfen zu lassen. Dann hätte er wenigstens damit beginnen können diese Ratten in ihren eigenen Heimen aufzusuchen und ihnen mit bloßen Händen oder einem winzigen Schwert das Leben aus den Leib geprügelt. Bis vor einigen Tagen hatte es nicht für möglich gehalten etwas so kleines und unbedeutendes wie eine Ratte so entsetzlich inbrünstig hassen zu lernen. In Gewisserweise war es eine Genugtuung sich vorzustellen wie irgendeine verfresse stinkende Pelzplage in Verheißung eines raschen Mahls ihre gelben Zähne in das Fleisch des Köders stieß nur um dann mit einem langen und qualvollen Tod zu ringen, an dessen Ende ihre kleine Seele, wenn diese Biester überhaupt eine besitzen würden, wie ein kleiner beiläufiger Happen von Krathor selbst verschlungen werden würde und ihr ganzes jämmerliches Rattenleben keine Bedeutung für ihr Heil gehabt hätte. Viel wahrscheinlicher war es jedoch leider, dass Stranamorius sein Werk seinem Ruf nach zweckmäßig und effektiv getan hatte, und das Gift der Plage einen raschen Tod brachte.
Mit der linken schob Jonath die Schnauze des Wachhundes beiseite, um ihn davon abzuhalten in Kontakt mit einem der fleischigen Rattenköder zu kommen, welchen er vorsichtig aus der Hüfttasche zog. „Bleib!“ herrschte er den Hund an. Das Auge fixierte die dunkle Ecke, welcher sich der schwarz gerüstete als rot ummantelter Tod näherte. Hier und dort bedeckte Unrat und Müll den Boden. Gammliges Holz hinter einem Fass, welches lange seinen Sinn verloren hatte, bot wohl genug Unterschlupf und weitere Schlupfwinkel für die Nagerbrut.
„Es ist angerichtet…“ säuselte Jonath leise einem ungesehnen Gesprächspartner entgegen, als er den Köder sanft niederlegte. Vielleicht war es beginnender Wahnsinn.
Eigentlich war es ein grundsolider Plan, welchen auch ein simpler Geist fassen konnte. Nimm diese vergifteten Köder und lege sie in der Stadt aus. Man musste nicht besonders raffiniert sein um diese Aufgabe zu erfüllen. Allerdings sollte sie gründlich erledigt werden. Die großen Brutherde waren bereits bedient. In den Gassen um den Marktplatz und diesen selbst, waren die meisten Köder ausgelegt worden. Hier bot sich der kleinen vierbeinigen pelzigen Niedertracht die größte Nahrungsbreite. Hier tummelten sie sich. Jonath stellte sich vor wie sie in der Nacht ihre kleinen Bankette abhielten. Vielleicht hatten sie sogar einen König, mit einer kleinen verbogenen Krone auf einem fetten Kopf, aus dessen Gesicht winzige schwarze Knopfaugen gierig umherblickten. Und natürlich wäre er ungewaschen.
Es war nun daran möglichst viele weitere Nistplätze ausfindig zu machen. Rhaegar war eine willkommene Hilfe. Der Hauptmann war zunächst nicht begeistert gewesen, den Wachhund der Greifen in der Kommandantur zu sehen. Es blieb keine andere Wahl, als ihn in den Stallungen unterzubringen. Er schien sich damit abzufinden und harrte stoischer Ruhe Tag für Tag auf sein Fressen. Bei der Rattenjagd mit Landsknecht Catulus Sorothel, hatte er einen ersten Geschmack an Nagetier gefunden. Zwar hatte er kein Interesse daran die Biester zu verschlingen, aber das hielt ihn nicht davon ab, das ein oder andere mal auf einem der Nager herumzukauen, wenn er ihn erwischte. Manchmal hatte Jonath sogar das Gefühl, der Hund starrte ihn in diesen Momenten stolz an, während ein Rattenschwanz aus seinen Lefzen baumelte. Hier und jetzt aber, war es besser er behielt sein Maul in Zaum. Was für die Ratten schädlich war, musste für diesen Hund noch lange nicht gut sein. Und seine Nase und sein Gehör waren gebraucht um das ein oder andere Versteck ausfindig zu machen. Wenn auch nur ein achtel der Signale des Hundes auf Nester hinwiesen, machte er seine Sache gut. Jonath gewährte sich ein zufriedenes Lächeln, als er sich dem Vierbeiner wieder zuwendete und den Köderbeutel mit einem festen Zug an der Schnurr wieder verschloss.
Einige Momente später striff ein Trabant mit seinem Hund durch eine weitere Gasse. Ertönte ein leises Knurren. „Nicht schon wieder…“, drang die resignierende Stimme des Mannes begleitet von leisem Stöhnen durch die Gasse.
Das Leben in der schwarzen Garde
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Anastasia Swynedd
Es war dunkel im Raum, zu dunkel um die Details der ausgebreiteten Pergamente auf dem Schreibtisch erkennen zu können.Die vor wenigen Stunden noch unangerührte Kerze, war inzwischen nur mehr ein kleiner Stummel, dessen Docht gierig nach weiteren Wachsresten lechzte. Die Flamme zuckte unregelmäßig, während sie verschiedene Schattenbilder an die Steinwände des Arbeitszimmers warfen. Hier kämpften Dämonen mit Bauern, dort jagten Raubtiere Ihre hilflosen Opfer über die Wand. Die einzige Lichtquelle im Raum, die Kerze, konnte eigenständig nicht mehr genug Kraft aufbringen, den kleinen Raum zu erleuchten und der am Schreibtisch sitzenden Person so die Arbeit erleichtern. Doch genau diese Person war es, die trotz der schummrigen Lichtverhältnisse regungslos und beinahe wie eine schwarze Statue, auf dem Stuhl saß und mit leeren Augen in das Nichts starrte. Die pechschwarze Rüstung schien die letzten Lichtreflektionen regelrecht in sich aufzusaugen, gierig aufzunehmen, um sich selber in eine Art düsteres Licht zu hüllen. Selbst die vielen, kleinen und im Moment recht unscheinbaren Runen auf dem Rüstwerk der Person, glimmten im fahlem, dunklen Schein. Mit jeder weiteren, flackernden Bewegung der orangefarbenen Flamme wurde das unbewegte Antlitz der Person in neues Licht getaucht. So schienen die starren Augen von einem Fanatismus geprägt, der mit dem nächsten Flackern bereits einem nachdenklichen, scharfsinnigen Ausdruck wich. Nur in den ungewöhnlich hellen Augen dieser Statue, war Leben zu erkennen, Leben dessen Grundfesten aus Streben, Kampf und Zielstrebigkeit bestanden. Auch trug die Flamme in Ihren letzten Zügen dazu bei, die harten Konturen des Gesichtes, so zu verhärten, dass man meinen konnte, auf harten Marmor zu starren. Die Wangenknochen wurden hart hervorgehoben, was die Augen in eine schmale Spalte zwischen gehobener Stirn und Jochbein fallen ließ. Aus eben diesem Spalt funkelten sie bei entsprechenden Lichteinfall hervor: Gerissen, scharfsinnig und berechnend. Die Entschlossenheit für Ihr Ziel zu kämpfen, zu töten, ja sogar zu hintergehen, während sie auf dem rechten Pfad des Herrn wandelte, ließ einem das Blut in den Adern gefrieren. Mit einem leisen, beinahe vergeblichen Zischen nahm der Docht den letzten Tropfen Wachs auf, ehe die Flamme kläglich zu Grunde ging und begann den Raum in Schwärze zu hüllen. Während dieses Überganges von der spärlichen Beleuchtung, zur absoluten Dunkelheit, hob sich der linke Mundwinkel der gerüsteten Person ansatzweise in die Höhe. Doch wäre man naiv, dieses augenscheinliche Lächeln, als auch genau so etwas zu deuten. Nein, schwangen doch purer Wahnsinn und Fanatismus in dieser knappen Geste mit, ehe die vollkommene Dunkelheit das Ebenbild einer Streiterin des Herrn in sich aufnahm und unkenntlich werden ließ.
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Der Winter hat Einzug in das Land gehalten und mit Ihm, wagten sich die ersten weißen Flocken vom wolkenverhangenen Firmament. Sie flogen taumelnd in die Tiefe, um Bäume, Büsche, Gräser, Bauwerke und Menschen in eine zögerliche Schicht Ihrer Existenz zu hüllen. Manch' eine Flocke verirrte sich und führte dem aufmerksamen Beobachter einen stummen Tanz vor, bevor auch sie sich der Gruppe wieder anschloss und zu Ihrer letzten Reise gen des Erdbodens aufbrach. Eine dieser Flocken, ließ sich auf Ihrer gerüsteten Schulter nieder, während sie unbewegt auf der Stadtmauer, aus schwarzem Stein stand. Sie hatte entschlossen Ihre Reise frühzeitig zu beenden und den Kurs einige Meter vor der Erde zu ändern, jetzt ruhte sie hier auf dem kühlen Metall und genoss für wenige Momente noch die rettende Kälte, welche von der Rüstung ausging. Noch einige Moment würde genau diese Kälte, die Flocke am Leben halten. Immer mehr Flocken nahmen sich ein Beispiel an Ihr und tänzelten in irrsinnigen Drehungen vom Firmament nicht nur gen der Rüstung, sondern auch in Richtung der hellen, lockigen Haare, um sich in diesem Geflecht zu verlieren. Zögerlich entließen die schweren Wolken, mehr und mehr Ihrer Flocken, um sie auf die Erde zu senden. So war es nicht verwunderlich, dass die vollkommen bewegungslose Gestalt bald von einer dezenten, weißen Schicht bedeckt war. Die kühle, abendliche Brise zerrte an Ihrem pechschwarzen Umhang und ließ Ihn immer wieder regelrecht spielerisch, Ihre Plattenbeine umspielen. Nur wenige Flocken hielten sich auf dem schweren Stoff lange auf, ehe sie durch den Schwung weiter auf Ihre Reise geschickt wurden. Doch all dieses Treiben, schien die Person nicht im Geringsten zu stören. Stattdessen wanderten die hellen Augen stetig über das karge Land hinweg, um nur wenige Momente an einer einzigen Stelle zu verharren. Es schien, als wäre sie auf der Suche. Ja, gar schien es so als würde sie die Suche nicht eher einstellen, ehe sie das sah, was sie sehen wollte. Konzentriert war die Augenpartie verengt, um den Eindruck entstehen zu lassen, ein Raubtier würde hier hoch auf der Mauer auf seine Beute warten. Die hellen Locken peitschen um das reglose Antlitz, um immer wieder die Sicht auf die lauernden Augen zu verbergen. Immer wieder zuckte der Blick von einer, zur anderen Himmelsrichtung, unstet und doch so konzentriert, dass niemals der Anschein entstehen könnte, diese Person würde Ihr Ziel auch nur einen Moment aus den Augen lassen. Die Lider wagten es nicht einmal, sich zu senken, um den Augen neue Flüssigkeit zu gönnen – nein, sie bewegten sich keinen Millimeter herab. Noch während der Schnee zu nahm, und sie allmählich zu einem wahren Schneesturm entwickelte, stand sie dort – die dunkle Gestalt, hoch auf den Mauern der heiligen Stadt.
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Mit gerader Haltung saß sie auf dem Sattel des muskulösen Schlachtrosses. Die linke Hand lag locker auf dem Knauf Ihrer pechschwarzen Klinge, während die andere Hand gen der anwesenden Krieger gehoben wurde: „Euer Schwert für Alatar!“, stieß die Person mit entschlossenem Gesichtsausdruck hervor. Ein jeder Krieger begegnet Ihr auf Grund dieser Aussage mit einem schweren Nicken und nicht wenige zogen bereits jetzt Ihre Klinge aus der Schwertscheide. Sie waren bereit Ihr in die Schlacht zu folgen, bereit Ihr Leben für den Herrn zu opfern. Noch einmal erklang die recht dunkle Stimme von dem mächtigen Ross herab: „Seine Pranke wird Euch schützen, sein Wille Euch leiten.“, vielleicht war es gerade Ihre unnachgiebige Entschlossenheit und der in den Augen glühende Fanatismus, der so vielen Kriegern Hoffnung gab diese Schlacht im Namen Alatars zu gewinnen. Selbst die Pferde gruben bereits erwartungsvoll Ihre Hufen in den schlammigen Untergrund, um wild Ihr Haupt in die Höhe zu recken. Wiehernd und schnaubend trieben sie Ihre Reiter dazu an, in den Lärm einer Schlacht einzustimmen. Gröhlend und mit in die Luft gereckten Schwertern, zogen die Gardisten an den Zügeln, um den Moment des Angriffs noch einige Sekunden hinauszuzögern. Sie alle sahen Ihr entgegen, entschlossen, aufmerksam und voller Respekt. Ihre Mienen waren ernst und teilweise von einem ähnlichen Wahnsinn entstellt, wie das Gesicht Ihrer Anführerin. Ihre Augen waren verengt, die Lippen bildeten einen schmalen Strich, während sie nun Ihre eigene Klinge empor streckte. „Für Alatar!“, mit diesen Worten preschte sie unter dem Hufgetrampel duzender anderer Streiter der Schwarzen Armee. Abermals schienen die Runen auf Ihrer Rüstung schwach zu glimmen, sie in eine Art dunkles Licht zu hüllen, als sie im wilden Galopp den Oberkörper so gut es ging nach vorne beugte, um den Luftwiderstand möglichst gering zu halten. Ihre Lippen bewegten sich stumm, Ihre Augen waren angestrengt verengt, während das Glühen stetig zu nahm und sie in eine mysteriöse Aura hüllte. Nicht lange und die, von den schweren Hufen der Schlachtrösser aufgewühlte Erde, hüllte die Kontrahenten in eine bräunliche Wolke aus Erdreich und Moos.
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Der Winter hat Einzug in das Land gehalten und mit Ihm, wagten sich die ersten weißen Flocken vom wolkenverhangenen Firmament. Sie flogen taumelnd in die Tiefe, um Bäume, Büsche, Gräser, Bauwerke und Menschen in eine zögerliche Schicht Ihrer Existenz zu hüllen. Manch' eine Flocke verirrte sich und führte dem aufmerksamen Beobachter einen stummen Tanz vor, bevor auch sie sich der Gruppe wieder anschloss und zu Ihrer letzten Reise gen des Erdbodens aufbrach. Eine dieser Flocken, ließ sich auf Ihrer gerüsteten Schulter nieder, während sie unbewegt auf der Stadtmauer, aus schwarzem Stein stand. Sie hatte entschlossen Ihre Reise frühzeitig zu beenden und den Kurs einige Meter vor der Erde zu ändern, jetzt ruhte sie hier auf dem kühlen Metall und genoss für wenige Momente noch die rettende Kälte, welche von der Rüstung ausging. Noch einige Moment würde genau diese Kälte, die Flocke am Leben halten. Immer mehr Flocken nahmen sich ein Beispiel an Ihr und tänzelten in irrsinnigen Drehungen vom Firmament nicht nur gen der Rüstung, sondern auch in Richtung der hellen, lockigen Haare, um sich in diesem Geflecht zu verlieren. Zögerlich entließen die schweren Wolken, mehr und mehr Ihrer Flocken, um sie auf die Erde zu senden. So war es nicht verwunderlich, dass die vollkommen bewegungslose Gestalt bald von einer dezenten, weißen Schicht bedeckt war. Die kühle, abendliche Brise zerrte an Ihrem pechschwarzen Umhang und ließ Ihn immer wieder regelrecht spielerisch, Ihre Plattenbeine umspielen. Nur wenige Flocken hielten sich auf dem schweren Stoff lange auf, ehe sie durch den Schwung weiter auf Ihre Reise geschickt wurden. Doch all dieses Treiben, schien die Person nicht im Geringsten zu stören. Stattdessen wanderten die hellen Augen stetig über das karge Land hinweg, um nur wenige Momente an einer einzigen Stelle zu verharren. Es schien, als wäre sie auf der Suche. Ja, gar schien es so als würde sie die Suche nicht eher einstellen, ehe sie das sah, was sie sehen wollte. Konzentriert war die Augenpartie verengt, um den Eindruck entstehen zu lassen, ein Raubtier würde hier hoch auf der Mauer auf seine Beute warten. Die hellen Locken peitschen um das reglose Antlitz, um immer wieder die Sicht auf die lauernden Augen zu verbergen. Immer wieder zuckte der Blick von einer, zur anderen Himmelsrichtung, unstet und doch so konzentriert, dass niemals der Anschein entstehen könnte, diese Person würde Ihr Ziel auch nur einen Moment aus den Augen lassen. Die Lider wagten es nicht einmal, sich zu senken, um den Augen neue Flüssigkeit zu gönnen – nein, sie bewegten sich keinen Millimeter herab. Noch während der Schnee zu nahm, und sie allmählich zu einem wahren Schneesturm entwickelte, stand sie dort – die dunkle Gestalt, hoch auf den Mauern der heiligen Stadt.
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Mit gerader Haltung saß sie auf dem Sattel des muskulösen Schlachtrosses. Die linke Hand lag locker auf dem Knauf Ihrer pechschwarzen Klinge, während die andere Hand gen der anwesenden Krieger gehoben wurde: „Euer Schwert für Alatar!“, stieß die Person mit entschlossenem Gesichtsausdruck hervor. Ein jeder Krieger begegnet Ihr auf Grund dieser Aussage mit einem schweren Nicken und nicht wenige zogen bereits jetzt Ihre Klinge aus der Schwertscheide. Sie waren bereit Ihr in die Schlacht zu folgen, bereit Ihr Leben für den Herrn zu opfern. Noch einmal erklang die recht dunkle Stimme von dem mächtigen Ross herab: „Seine Pranke wird Euch schützen, sein Wille Euch leiten.“, vielleicht war es gerade Ihre unnachgiebige Entschlossenheit und der in den Augen glühende Fanatismus, der so vielen Kriegern Hoffnung gab diese Schlacht im Namen Alatars zu gewinnen. Selbst die Pferde gruben bereits erwartungsvoll Ihre Hufen in den schlammigen Untergrund, um wild Ihr Haupt in die Höhe zu recken. Wiehernd und schnaubend trieben sie Ihre Reiter dazu an, in den Lärm einer Schlacht einzustimmen. Gröhlend und mit in die Luft gereckten Schwertern, zogen die Gardisten an den Zügeln, um den Moment des Angriffs noch einige Sekunden hinauszuzögern. Sie alle sahen Ihr entgegen, entschlossen, aufmerksam und voller Respekt. Ihre Mienen waren ernst und teilweise von einem ähnlichen Wahnsinn entstellt, wie das Gesicht Ihrer Anführerin. Ihre Augen waren verengt, die Lippen bildeten einen schmalen Strich, während sie nun Ihre eigene Klinge empor streckte. „Für Alatar!“, mit diesen Worten preschte sie unter dem Hufgetrampel duzender anderer Streiter der Schwarzen Armee. Abermals schienen die Runen auf Ihrer Rüstung schwach zu glimmen, sie in eine Art dunkles Licht zu hüllen, als sie im wilden Galopp den Oberkörper so gut es ging nach vorne beugte, um den Luftwiderstand möglichst gering zu halten. Ihre Lippen bewegten sich stumm, Ihre Augen waren angestrengt verengt, während das Glühen stetig zu nahm und sie in eine mysteriöse Aura hüllte. Nicht lange und die, von den schweren Hufen der Schlachtrösser aufgewühlte Erde, hüllte die Kontrahenten in eine bräunliche Wolke aus Erdreich und Moos.
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