Day of the Dead

Antworten
Benutzeravatar
Malachai Schwarzmourne
Beiträge: 1606
Registriert: Montag 2. April 2007, 01:04

Day of the Dead

Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

In schnellster Eile galoppierte Schattenhuf durch den Wald. Das Pferd schien den Ernst der Gefahr wohl zu spüren, schnaubte es wild auf und sorgte dafür, dass sein Reiter nicht vom Rücken gerissen wird.
Wieder erhob sich eine knochrige Hand aus dem Boden, wieder konnte das edle, nachtschwarze Ross ausweichen.
Das Hufgetrappel tönte durch die finstere Nacht.
Was war bloss geschehen?
Wie aus dem Nichts erhoben sich die Toten aus ihren Gräbern. Überall, auf ganz Gerimor.
Es war merkwürdig, einige griffen ihn an, der erste, aus dem Hinterhalt, konnte er nur mit Mühen davon abbringen, ihn das Fleisch aus den Arme zu beissen und erst, als seine Klinge dessen Kopf abtrennte, hörte der Körper auf zu zucken.
Doch er musste sich beeilen.
Überall waren panische Schreie. In einer Lichtsillhoette konnte er erkennen, wie etwas schlürfend sich über eine Frau warf und ihr in den Hals biss. Anderswo kämpften Bauern mit Mistgabeln vor ihren Scheunen gegen das untote Heer und wiederrum andere fielen auf die Knien, als Sie, schon lange verstorbene Ansahen, ungläubig, Sie aus dem Totenreich wiederzusehen.
Doch das alles Interessierte Malachai wenig.
Er war kein Weltenretter, er wusste nur, dass sein kleiner Sohn alleine zu Hause war, während das Untotenpack ums Haus schleicht.
Er hasste sich, er hasste es, dass er so oft des Nachtens weg musste. Früher war Sienara da, um auf ihn aufzupassen. Doch sie...
Kurz huscht ihr Gedanke zu ihr.
Wie es ihr ginge?
Ob Sie schon einen runden Bauch hatte?
War Sie glücklich?
War Sie im Streß?
Oder....mied sie ihn einfach nur.
Wieder einige Untote direkt vor ihnen. Ausweichen ging nicht mehr. Die Arme ausstreckend, an jeder Hand eine im Mondlicht leuchtende Klinge. Surrend durchschnitt sie den Wind, dann, als das mächtige Ross durch die Untoten rannte, pulsierte das Geräusch von durchschneidenden Fleisch, plätschernden Blut und rollenden Körperteilen.
In der ferne ragte das große Holzanwesen in den Himmel. Wie gedacht, schlürften die Leblosen an den Wänden entlang, nach einem Eingang suchend, wohl das frische Fleisch riechend.
Im Galopp noch sprang Malachai ab, hechtete über die Hecke und begann, einen nach den anderen wieder ins Höllenreich zurück zu befördern.
Nach vorne preschend, die Klingen wetzend, ausfallschritt, rechte Klinge ins Fleisch des Feindes werfend, neue Klinge ziehend, 90 Grad Drehung, wieder Klingenwurf, nach vorne springend, die linke Klinge in den Brustkorb eines Zombies ramment, das Gewicht nach hinten verlagernd und sie dann bis zum Halse hochreissend. Eine Drehung, die andere Klinge aus den nun toten Leichnahm ziehend, weiter drehend, wie ein klingender Wirbelwind.
Schattenhuf bäumte sich auf, seine riesigen Hufe zertrümmerten die Köpfe der Untoten. Der Weg zur Tür war Frei. Nun hiess es laufen, einmal zum eleganten Ross drehend und mit der Hand abwinkend, auf dass der schwarze Mustang in der Dunkelheit entschwindet und sich einen sicheren Platz sucht.
Die Tür wurde aufgerissen.
Es sah alles noch normal aus, Fenster waren heile.
Man rief, der Name des Sohnes hallte durch die Räume.
Hecktisch, die Klingen im Anschlag, rannte er die Stufen hinauf, Zwei auf einmal nehmend, ehe er die Tür aufriss und ihn schon am Fenster sah.
Diese Gestalten waren ihm nicht entgangen, auf die Frage hin, was Sie sind, antwortete man nur leicht "Untote".
Marick ging es gut, er wurde in den Arm geschlossen, Malachai´s Herz raste. Nie wieder würde er ihn solange Alleine lassen.
Man ersparte sich lange Erklärungen, sie waren eh unnötig, das Factum war wichtig, Untote hausten durch die Straßen und Wälder und man müsste die Nacht überstehen.
Schnell wurden unten alle Möbel gegen die Türen gestemmt. Holzbretter wurden ergriffen und die Fenster verbarrikadiert. Das letzte Brett, der letzte Nagel, als eine Hand durchs Glas berstete und nach Malachai´s Arm griff.
Oben ein Schrei. Mit dem Hammer wurde direkt in die Hand des Zombies geprügelt, liess Sie in Blut ertränken und das letzte Brett anbringend.
Kratzgeräusche an den Wänden, schlürfende Gestalten, die Laut aufstöhnten.
Oben angekommen, sah man den Anblick einer geisterhaften Erscheinung, die durch die Wand griff, die Schulter Maricks haltend. Das Schwert durchtrennte jenen, liess ihn in Nebel zerfallen und entschwinden.
Nun hiess es, das Haus gegen die Plage zu verteidigen und bis zum ersten Sonnenschein zu überleben, in der Hoffnung, die heisse Wärme lässt die Untoten zu staube zerfallen und die Normalität in die Welt einkehren.
[img]http://www.bilder-upload.eu/upload/6f34ff-1435746730.gif[/img]
Marick Schwarzmourne

Beitrag von Marick Schwarzmourne »

Die Dunkelheit schlich heran, wieder einmal. Ein Abend wie viele und natürlich war Papa wieder nicht daheim. Ablenkung suchend, wo er doch ohnehin nicht hinaus durfte ohne zu fragen, blätterte er zum unzähligsten male in seinen Büchern. Längst war er neugierig auf andere Bücher, jetzt wo er endlich ordentlich lesen und schreiben konnte. Sog alles was dort auf diesen Seiten stand förmlich interessiert in sich auf. Es war eine gute Ablenkung.. bis zu diesem seltsamen Kratzgeräusch.

Er blickte von den Seiten auf, gen Fenster. Lauschte den Geräuschen. Nein nicht unter dem Zimmerfenster.. es schien eher aus dem Nebenzimmer zu kommen. Vorsichtig schlich er näher zum dortigen Fenster..unten zwischen den Bäumen schlichen Gestalten durch die Schatten.. einer kratzte weiterhin am Holz als wollte er sich durchgraben. Hastig tastete er nach seinem kleinen Schwert und murmelte immer wieder zu sich, dass er jeden verhauen würde, der hier hereinkäme.. Ja ganz bestimmt..

Er zuckte zusammen als er das Klappern der Tür unten hörte..die Schritte jedoch wirkten vertraut und so hielt er den Blick weiterhin aus dem Fenster, bis Papa hinter ihm stand. "Papa, da draussen sind seltsame Leute." Keine seltsamen Leute, wie er kurz darauf wusste.. Untote.. ein seltsames Wort, dass er nicht wirklich schon einordnen konnte. Nur, dass sie unheimlich waren und offenbar herein wollten. Wenigstens war Papa jetzt hier und er half ihm so gut er mit 6 Jahren schon helfen konnte, das Haus zu sichern.

Er blieb oben aber.. diese Dinger kletterten die Wand hoch und plötzlich griff diese Hand nach ihm. Gedanken an das Schwert.. und doch traute er sich nicht, alles was er gelernt hatte war fort.. Panik.. er schrie nach Papa. Jetzt war er nicht mehr der mächtige kleine Krieger, der er sein wollte um Papa stolz zu machen.. nur noch ein in Panik aufschreiender 6 Jähriger. Er bekam kaum mit, dass er aus den Fängen gerettet war.. verkroch sich in Papas Arme. Irgendwann musste er dort eingeschlafen sein. Die Nacht überstehend, in wenig angenehmen Träumen von zahlreichen Klauen die ihn fortzerrten in die Nacht hinaus, wissend er war bei weitem nicht der Held mit dem Schwert... nicht in dieser Nacht.
Antworten