Immer stiller wurde das Wehklagen der Gefallen.
Immer kraftloser der Wille am Leben.
Und obgleich der Abend nur schwach dunkler, vermochten die lodernden
Brünste ihn nicht zu erhellen. Zu viel Asch und Ruß ließen sie niedergehen.
Der Berobte, welcher eben noch tapfer für seinen Herren und das Reich
Rahal in die Schlacht gezogen war, schritt nun einsam durch die Gassen
Die meisten hatten beim Einfall des Lichtes das Weite gesucht. Die wenigen
Hinterbliebenen musste schwer schuften um nicht auch noch die Innenstadt
oder gar den Tempel an die Flammen zu verlieren.
An den Gefallenen hielt er inne, rief im Gebete den Seelenhüter an,
bot ihm ihre Seelen dar. Dann schritt er weiter. Den nächsten
Abgetretenen aufspürend.
Gesäusel bohrte in den Gassen. Quieken und Kratzen keimte langsam.
Ergoss sich dann in einem Meer von Ratten. Flüchtend wie es ihnen ihre
Sinnen vorgaben. Fliehend vor dem Feuersturm.
Einige von ihnen mit todbringenden Krankheiten zu infizieren. Es wäre
ihn ein leichtes gewesen. Den grünlichen Tod aus der Flasche hatte er
immer unter der Robe. Doch tat er es nicht.
Die Beweggründe wohl für keinen offen Ersichtlich. Würden sie sich
jedoch baldig offenbaren.
[img]http://abdulazeem.files.wordpress.com/2006/11/windowslivewritergreatfireoflondon-9d83great-fire-london3.jpg[/img]
... und Feuer zog auf, die Nacht zum Tage stoßend
- Neroith
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... und Feuer zog auf, die Nacht zum Tage stoßend
Zuletzt geändert von Neroith am Montag 19. Oktober 2009, 20:33, insgesamt 3-mal geändert.
btw. : Ruhm und Ehre der Eisenwart!
[img]http://i44.tinypic.com/10dse4n.jpg[/img]
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-
Leah Katuri
Die Unschuld zu verlieren...
“Kinder Eluives Schöpfungsgeschwister... und auch ihr Sohn des Cirmias...
Es sind dunkle Zeiten in denen wir Leben...
Alatar und seine Spießgesellen rufen zum Sturme auf;
sie bringen Tod über unsere Länder und Familie...
Doch wisset die Hohe Lichtbringerin ist mit einem jedem der ihre Lehren im Herzen trägt.
Jene, deren Schwertarm von Tapferkeit und Ehre geführt
und deren Seelen von Demut und Mitgefühl getränkt sind,
tragen ihren Segen zu jeder Zeit an jedem Orte bei sich.
Schöpfungsgeschwister; wir reiten heute in die Schlacht...
doch lasst sie uns nicht aus Zorn oder dem Gefühl nach Rache bestreiten;
dieses sind die niederen Motive des Feindes.
Wenn wir streiten,
so streiten wir im Namen der Tugend und der Götter,
im Namen der Notwendigkeit dem Dunkel Einheit zu gebieten,
und da dies unser Ziel ist Brüder und Schwestern,
ist die Herrin mit uns.
Sammelt das heilige Licht in euren Herzen und es wird die Dunkelheit verbrennen!
Wir ziehen zum Schutze des Lichtes...
Temora ist mit uns und mit ihrem Willen werden wir siegen.
DEA IUBET – die Göttin befiehlt es!“
Man sagt, der Krieg würde einen verändern. Er würde zeigen, dass die Welt erbarmungslos und kalt sein kann. Die niedersten Instinkte eines Menschen würden erwachen und nur auf eines zielen: Zu Überleben... Die größte Ehre sei es, auf dem Feld der Schlacht zu sterben. Nur dann sei man ein Held...ein ehrenvoller Mensch, der für das Gute starb und seine Pflicht erfüllte.
Doch wo war dieses Gefühl der Ehre? Wo das Gefühl, im Sinne der Herrin gehandelt zu haben? Stattdessen...der schale Geschmack der Übelkeit im Rachen und stets das Bild Sterbender vor dem inneren Auge zu haben. Man hatte sie gewarnt: Es verändert einen, wenn man das erste Mal einen Menschen umbringt...
Unruhe und Nervosität waren steter Begleiter an diesem Abend. Die Eilnachricht war zu rasch angekommen und ließ die Unruhe wachsen: Der Feind wusste um den Angriff und würde sich rüsten. Und doch wollte man nicht umkehren, wollte das beenden, was man begonnen hatte: Rahal sollte sehen, dass man nicht tatenlos zusah und sich wehren konnte. Und mitten unter erfahrenen und tapferen Soldaten, Ordensleuten und Freiwilligen...Sie.
Welches Gefühl umgab die Knappin unter dem Heer, welches geführt wurde von Erlaucht von Arganta? Unsicherheit würde es wohl umschreiben mit einer guten Portion Nervosität und Anspannung. Die Ausmaße des Abends und dessen Ende waren ihr kaum bewusst.
„Heute gibt es ZWEI Ziele. Ziel Nummer Eins ist das Haus von Alexyos Rachus in Bajard. Es wird niedergebrannt um ein Exempel zu statuieren. Ziel Nummer ZWEI ist die alte Greifenfestung...“
Sie hielt sich zurück bei der Exempelstatuierung. Man hatte sie zuvor nicht eingewiesen und das Letzte, was sie unterstützen wollte, war die Zerstörungswut. Sie hatte den Namen zuvor nicht gehört, nur auf dem Ritt vernommen, dass jene Person im Bunde mit Rahal stand und man so auch die Menschen in Bajard “warnen“ wollte. Zu sehr erinnerte es sie an Ausführungen der Bruderschaft; nachvollziehen konnte sie jene bis dato nicht. Sie schien die Einzige oder zumindest schien es ihr in diesem Moment. Sie sah das Funkeln in den Blicken, hörte die begeistert enthusiastischen Ausrufe und vernahm das Klirren der Klingen sowie das Knacksende Geräusch der Fackeln.
Der Bann des Kampfes und der Durst nach Rache schien bereits seinen Griff fest um die Männer und Frauen gewoben zu haben. Und doch gab es da noch eine Reiterin, die nicht wusste, ob sie am rechten Platz zur rechten Zeit war...die den Bann als fremdes Wesen wahrnahm und sich nicht darauf einließ. Zu sehr das Gefühl des Neuen und der Befremdnis, als dass es einen positiven Eindruck erschuf.
Es schien alles so einfach und strukturiert...das Haus brannte und die Truppen formierten sich stringent nach den Befehlen der ausführenden Befehlshaber. Man kam bis zur Festung, gelangte in jene und ließ auch dort die ersten Feuer entstehen. Selbst die Feindbewegung, die sich außerhalb der Mauern entwickelte, schien wie einstudiert und man sorgte sich kaum um jene, da man sich innerhalb der Mauern befand und bald über die Wirkung des Magus von Goldenfall wieder wohlbehalten zurückkehren konnte.
Keine Verletzungen, keine Gefallenen und keine ausschweifenden Kämpfe, die an Kraft und Nerven zehrten. Es schien alles zu glatt, zu perfekt...
Mit dem Durchtreten des Portales begann der Alptraum. Der Hengst wieherte dunkel auf und wurde nervöser, als er den ganzen Abend bereits war, Dunkelheit umgab die Truppe, die sich klirrend ihren Weg bahnte. Die lauten Rufe, die raschen Befehle hallten unwirklich in ihren Ohren und ehe sie es sich versah, führte der Weg sie durch ein weiteres Portal mitten in die heilige Stadt. Weitere Rufe, Befehle und die ersten Kampfschreie schossen durch die Luft und zogen das Band des Bannes enger und enger. Und kaum dass sie es sich versah, war sie inmitten dieses Bannes und ritt mit den anderen Reiter durch die Strassen Rahals. Die Klinge in der Hand, vertraute sie dem Hengst unter sich und behielt nur locker die Zügel in der Schildhand, während man die Alarmglocken vernahm und erste fremde Rufe vernahm. Soldaten tauchten auf...in dunklen Rüstungen, blutroten Umhängen und einem Blick, der verriet, dass sie bis aufs Äußerste gehen würden, um ihre Stadt zu verteidigen.
Eisen traf auf Eisen, Stahl auf Stahl...Unwirklich hallten die Rufe durch die Gegend, während die Pferde sich aufbäumten und schrill aufwieherten. Hufe klapperten auf den Steinwegen, Menschen gingen klirrend in ihren Rüstungen zu Boden. Man drängte sich zusammen, versuchte, noch so jede winzig kleine ungeschützte Seite des Gegners zu treffen und sich selbst zu schützen. Ein Schlachtfeld hätte mehr Schutz geboten; hätte wissen lassen, dass man noch die Flucht wählen konnte...statt des Todes. Die Rillen des Pflasterweges waren schon bald vom Blut der Gefallenen getränkt, Körper in dunklen Rüstungen säumten den Weg, in dem es weiter hektisch zuging. Von Fern schlugen erste Rauchsäulen hinauf und bezeugten, dass die ausgesandten Befehle ihre Erfüllung gefunden hatten.
Das Blut rauscht durch deinen Kopf und du glaubst, dein Herz würde zerbersten. Wild pumpt der Körper das Lebenselixier durch deine Adern und treibt das Adrenalin immer weiter hinauf. Schon bald glaubt man, die Zeit wäre unwirklich und stillgestanden. Man hat kein Gefühl für das Hier und Jetzt, sondern besinnt sich nur noch auf seine Instinkte: Man will Überleben, aus diesen lodernd brennenden Tiegel entkommen und sich in Sicherheit wissen. Man fängt erst gar nicht an, darüber nachzudenken, ob der Kämpfende dir gegenüber eine Familie hat, ob er Kind und Frau hinterlässt. Wenn du ihn nicht tötest....wird er es mit dir tun. Deswegen denkt man gar nicht nach....man handelt einfach und versucht, zu überleben.
Sie erinnerte sich letztendlich nur an zwei, denen sie den letzten Stoß gegeben hatte aus der hiesigen Welt in die Arme der Mutter. Und doch war ihre Klinge weitaus öfters benutzt worden...Blut klebte an dem sonst so in der Sonne glänzenden Metall. Die engstirnige Rückkehr in den Schmelztiegel war wohl schon ohne jeden Verstandes. Es hatte sie auch büßen lassen, als der erste Bolzen sie vom Pferd riss und eine Klinge sich fast in sie verirrt hätte. Ira hatte sie da irgendwie rausgeholt samt des Mannes, den sie auf das Pferd gehievt hatten. Sie würde kaum herausfinden, wen sie da nun rausgeholt hatte und ob er noch lebte oder nicht...
Der Verteidigungskampf vor Adoran rannte an ihr vorbei, ohne dass sie wirklich an jenem anwesend war. Die Verletzungen schmerzten und ließen nur das Nötigste zu, während die Gedanken noch immer nicht wirklich zurück im Bereich des Vernünftigen angekommen waren. Sie hatte irgendwann Ira aus den Augen verloren, versuchte sie zu suchen...bis die Erinnerung ausblieb und sie im Heilerhaus wieder aufwachte.
Das Schlimmste sind die Bilder danach...wenn man wieder klar im Kopf ist und alles noch einmal sich vor das geistige Auge rufen kann. Man fragt sich, wie man zu solch Handeln fähig sein kann und wo bei dem Ganzen die Ehre ihre Position hat...
Sie fühlte sich weder ehrenhaft, noch demütig, noch aufopfernd an jenem Abend, als sie mitten in der frühen Nacht die Heilerin soweit überredet hatte, im eigenen Bett schlafen zu dürfen und sie sofort am nächsten Morgen zur Kontrolle der Verbände und Wunden vorbeikommen würde.
Keiner hatte sie gewarnt, wie es sein würde nach der Schlacht mit den Gedanken allein zu sein und nur später kam die Erkenntnis, warum Soldaten sich so gerne am Feuer betranken nach einer gelungenen Schlacht. Man konnte weiter die Gedanken vernebeln und am nächsten Morgen würde der Kopfschmerz zunächst Thema sein, bevor man sich wieder in den nächsten Kampf stürzte...
Doch es würde keinen Kampf geben am nächsten Tag...keinen geplanten zumindest. Man würde zur Tagesordnung übergehen und sich wieder dem widmen, mit dem man vertraut war. Doch die blutige Klinge, die von ihresgleichen blutgetränkter Wappenrock und Rüstteile verrieten, dass sich etwas verändert hatten. Und auch die Träume, die sie wieder schreckensgleich in der Nacht heimsuchten, waren Zeugen von dem, was geschehen war: Die Unschuld war auf dem Schlachtfeld unter Rauchsäulen zurück geblieben...so wie viele tapfere Kämpfer und Kämpferinnen.
“Kinder Eluives Schöpfungsgeschwister... und auch ihr Sohn des Cirmias...
Es sind dunkle Zeiten in denen wir Leben...
Alatar und seine Spießgesellen rufen zum Sturme auf;
sie bringen Tod über unsere Länder und Familie...
Doch wisset die Hohe Lichtbringerin ist mit einem jedem der ihre Lehren im Herzen trägt.
Jene, deren Schwertarm von Tapferkeit und Ehre geführt
und deren Seelen von Demut und Mitgefühl getränkt sind,
tragen ihren Segen zu jeder Zeit an jedem Orte bei sich.
Schöpfungsgeschwister; wir reiten heute in die Schlacht...
doch lasst sie uns nicht aus Zorn oder dem Gefühl nach Rache bestreiten;
dieses sind die niederen Motive des Feindes.
Wenn wir streiten,
so streiten wir im Namen der Tugend und der Götter,
im Namen der Notwendigkeit dem Dunkel Einheit zu gebieten,
und da dies unser Ziel ist Brüder und Schwestern,
ist die Herrin mit uns.
Sammelt das heilige Licht in euren Herzen und es wird die Dunkelheit verbrennen!
Wir ziehen zum Schutze des Lichtes...
Temora ist mit uns und mit ihrem Willen werden wir siegen.
DEA IUBET – die Göttin befiehlt es!“
Man sagt, der Krieg würde einen verändern. Er würde zeigen, dass die Welt erbarmungslos und kalt sein kann. Die niedersten Instinkte eines Menschen würden erwachen und nur auf eines zielen: Zu Überleben... Die größte Ehre sei es, auf dem Feld der Schlacht zu sterben. Nur dann sei man ein Held...ein ehrenvoller Mensch, der für das Gute starb und seine Pflicht erfüllte.
Doch wo war dieses Gefühl der Ehre? Wo das Gefühl, im Sinne der Herrin gehandelt zu haben? Stattdessen...der schale Geschmack der Übelkeit im Rachen und stets das Bild Sterbender vor dem inneren Auge zu haben. Man hatte sie gewarnt: Es verändert einen, wenn man das erste Mal einen Menschen umbringt...
Unruhe und Nervosität waren steter Begleiter an diesem Abend. Die Eilnachricht war zu rasch angekommen und ließ die Unruhe wachsen: Der Feind wusste um den Angriff und würde sich rüsten. Und doch wollte man nicht umkehren, wollte das beenden, was man begonnen hatte: Rahal sollte sehen, dass man nicht tatenlos zusah und sich wehren konnte. Und mitten unter erfahrenen und tapferen Soldaten, Ordensleuten und Freiwilligen...Sie.
Welches Gefühl umgab die Knappin unter dem Heer, welches geführt wurde von Erlaucht von Arganta? Unsicherheit würde es wohl umschreiben mit einer guten Portion Nervosität und Anspannung. Die Ausmaße des Abends und dessen Ende waren ihr kaum bewusst.
„Heute gibt es ZWEI Ziele. Ziel Nummer Eins ist das Haus von Alexyos Rachus in Bajard. Es wird niedergebrannt um ein Exempel zu statuieren. Ziel Nummer ZWEI ist die alte Greifenfestung...“
Sie hielt sich zurück bei der Exempelstatuierung. Man hatte sie zuvor nicht eingewiesen und das Letzte, was sie unterstützen wollte, war die Zerstörungswut. Sie hatte den Namen zuvor nicht gehört, nur auf dem Ritt vernommen, dass jene Person im Bunde mit Rahal stand und man so auch die Menschen in Bajard “warnen“ wollte. Zu sehr erinnerte es sie an Ausführungen der Bruderschaft; nachvollziehen konnte sie jene bis dato nicht. Sie schien die Einzige oder zumindest schien es ihr in diesem Moment. Sie sah das Funkeln in den Blicken, hörte die begeistert enthusiastischen Ausrufe und vernahm das Klirren der Klingen sowie das Knacksende Geräusch der Fackeln.
Der Bann des Kampfes und der Durst nach Rache schien bereits seinen Griff fest um die Männer und Frauen gewoben zu haben. Und doch gab es da noch eine Reiterin, die nicht wusste, ob sie am rechten Platz zur rechten Zeit war...die den Bann als fremdes Wesen wahrnahm und sich nicht darauf einließ. Zu sehr das Gefühl des Neuen und der Befremdnis, als dass es einen positiven Eindruck erschuf.
Es schien alles so einfach und strukturiert...das Haus brannte und die Truppen formierten sich stringent nach den Befehlen der ausführenden Befehlshaber. Man kam bis zur Festung, gelangte in jene und ließ auch dort die ersten Feuer entstehen. Selbst die Feindbewegung, die sich außerhalb der Mauern entwickelte, schien wie einstudiert und man sorgte sich kaum um jene, da man sich innerhalb der Mauern befand und bald über die Wirkung des Magus von Goldenfall wieder wohlbehalten zurückkehren konnte.
Keine Verletzungen, keine Gefallenen und keine ausschweifenden Kämpfe, die an Kraft und Nerven zehrten. Es schien alles zu glatt, zu perfekt...
Mit dem Durchtreten des Portales begann der Alptraum. Der Hengst wieherte dunkel auf und wurde nervöser, als er den ganzen Abend bereits war, Dunkelheit umgab die Truppe, die sich klirrend ihren Weg bahnte. Die lauten Rufe, die raschen Befehle hallten unwirklich in ihren Ohren und ehe sie es sich versah, führte der Weg sie durch ein weiteres Portal mitten in die heilige Stadt. Weitere Rufe, Befehle und die ersten Kampfschreie schossen durch die Luft und zogen das Band des Bannes enger und enger. Und kaum dass sie es sich versah, war sie inmitten dieses Bannes und ritt mit den anderen Reiter durch die Strassen Rahals. Die Klinge in der Hand, vertraute sie dem Hengst unter sich und behielt nur locker die Zügel in der Schildhand, während man die Alarmglocken vernahm und erste fremde Rufe vernahm. Soldaten tauchten auf...in dunklen Rüstungen, blutroten Umhängen und einem Blick, der verriet, dass sie bis aufs Äußerste gehen würden, um ihre Stadt zu verteidigen.
Eisen traf auf Eisen, Stahl auf Stahl...Unwirklich hallten die Rufe durch die Gegend, während die Pferde sich aufbäumten und schrill aufwieherten. Hufe klapperten auf den Steinwegen, Menschen gingen klirrend in ihren Rüstungen zu Boden. Man drängte sich zusammen, versuchte, noch so jede winzig kleine ungeschützte Seite des Gegners zu treffen und sich selbst zu schützen. Ein Schlachtfeld hätte mehr Schutz geboten; hätte wissen lassen, dass man noch die Flucht wählen konnte...statt des Todes. Die Rillen des Pflasterweges waren schon bald vom Blut der Gefallenen getränkt, Körper in dunklen Rüstungen säumten den Weg, in dem es weiter hektisch zuging. Von Fern schlugen erste Rauchsäulen hinauf und bezeugten, dass die ausgesandten Befehle ihre Erfüllung gefunden hatten.
Das Blut rauscht durch deinen Kopf und du glaubst, dein Herz würde zerbersten. Wild pumpt der Körper das Lebenselixier durch deine Adern und treibt das Adrenalin immer weiter hinauf. Schon bald glaubt man, die Zeit wäre unwirklich und stillgestanden. Man hat kein Gefühl für das Hier und Jetzt, sondern besinnt sich nur noch auf seine Instinkte: Man will Überleben, aus diesen lodernd brennenden Tiegel entkommen und sich in Sicherheit wissen. Man fängt erst gar nicht an, darüber nachzudenken, ob der Kämpfende dir gegenüber eine Familie hat, ob er Kind und Frau hinterlässt. Wenn du ihn nicht tötest....wird er es mit dir tun. Deswegen denkt man gar nicht nach....man handelt einfach und versucht, zu überleben.
Sie erinnerte sich letztendlich nur an zwei, denen sie den letzten Stoß gegeben hatte aus der hiesigen Welt in die Arme der Mutter. Und doch war ihre Klinge weitaus öfters benutzt worden...Blut klebte an dem sonst so in der Sonne glänzenden Metall. Die engstirnige Rückkehr in den Schmelztiegel war wohl schon ohne jeden Verstandes. Es hatte sie auch büßen lassen, als der erste Bolzen sie vom Pferd riss und eine Klinge sich fast in sie verirrt hätte. Ira hatte sie da irgendwie rausgeholt samt des Mannes, den sie auf das Pferd gehievt hatten. Sie würde kaum herausfinden, wen sie da nun rausgeholt hatte und ob er noch lebte oder nicht...
Der Verteidigungskampf vor Adoran rannte an ihr vorbei, ohne dass sie wirklich an jenem anwesend war. Die Verletzungen schmerzten und ließen nur das Nötigste zu, während die Gedanken noch immer nicht wirklich zurück im Bereich des Vernünftigen angekommen waren. Sie hatte irgendwann Ira aus den Augen verloren, versuchte sie zu suchen...bis die Erinnerung ausblieb und sie im Heilerhaus wieder aufwachte.
Das Schlimmste sind die Bilder danach...wenn man wieder klar im Kopf ist und alles noch einmal sich vor das geistige Auge rufen kann. Man fragt sich, wie man zu solch Handeln fähig sein kann und wo bei dem Ganzen die Ehre ihre Position hat...
Sie fühlte sich weder ehrenhaft, noch demütig, noch aufopfernd an jenem Abend, als sie mitten in der frühen Nacht die Heilerin soweit überredet hatte, im eigenen Bett schlafen zu dürfen und sie sofort am nächsten Morgen zur Kontrolle der Verbände und Wunden vorbeikommen würde.
Keiner hatte sie gewarnt, wie es sein würde nach der Schlacht mit den Gedanken allein zu sein und nur später kam die Erkenntnis, warum Soldaten sich so gerne am Feuer betranken nach einer gelungenen Schlacht. Man konnte weiter die Gedanken vernebeln und am nächsten Morgen würde der Kopfschmerz zunächst Thema sein, bevor man sich wieder in den nächsten Kampf stürzte...
Doch es würde keinen Kampf geben am nächsten Tag...keinen geplanten zumindest. Man würde zur Tagesordnung übergehen und sich wieder dem widmen, mit dem man vertraut war. Doch die blutige Klinge, die von ihresgleichen blutgetränkter Wappenrock und Rüstteile verrieten, dass sich etwas verändert hatten. Und auch die Träume, die sie wieder schreckensgleich in der Nacht heimsuchten, waren Zeugen von dem, was geschehen war: Die Unschuld war auf dem Schlachtfeld unter Rauchsäulen zurück geblieben...so wie viele tapfere Kämpfer und Kämpferinnen.
Zuletzt geändert von Leah Katuri am Dienstag 20. Oktober 2009, 16:17, insgesamt 1-mal geändert.