Eigentlich wollte sie ja nur jagen gehen. Mal wieder die Klinge schwingen, ein paar Skelette zerbröseln. Die Gruft nahe des alten Varuna war ihr gerade richtig dafür. Ausrüstung gepackt, Panzer angelegt und ab auf das Schiff. Die ersten knochigen Krieger fielen, manche dabei noch mit verfallendem Fleisch an sich, sie alle zerbrachen unter den kräftigen Hieben, die sie mit dem Claymore ausführte.
Plötzlich hörte sie Stimmen, sie kamen aus dem Raum hinter ihr, dort wo es zum Ausgang führte. Viel hätte sie sich vorgestellt, sogar Marie hätte sie erwartet aber nicht den, der da tatsächlich kam. "Schau nur, ein Skelett ist zerfallen ohne unser Zutun" meinte der eine gepanzerte zum anderen. "Wer da!" riefen sie. Xinthra blickte um die Ecke, das große Schwert geschultert und fragte, wer das wissen wolle und die Antwort kam bald. Rahaler waren es also. Ausgerechnet auf die musste sie treffen, die so viel gegen ihre Schwestern getan hatten. Eigentlich verspürte sie den Wunsch, die beiden anzugreifen, doch sie waren eben zu zweit.
"Wir sind jetzt hier, verschwinde und lass uns die Männerarbeit machen" meinte der gepanzerte. Was sie sich erlaubten, sie fortschicken zu wollen fragte sie, denn dafür war sie schon zu stolz, einfach klein bei zu geben. "Ah, ihr müsst Xintra von den Waldweibern sein" meinte der andere. "Wo sind denn die anderen Weibern, in en Hurenhäusern und machen die Schere?" spottete er noch. Das war zu viel. Sie selbst könnten sie beleidigen wie sie wollten, aber nicht ihre Schwestern. "Meine Schwestern sind keine Huren. Ihr seid Narren, uns zu unterschätzen!" erwiderte sie laut. "Und du bist ein Narr, uns weiter im Weg stehen zu bleiben. Dafür wirst du jetzt sterben." erwiderte der erste kühl und stampfte auf sie zu. Sie ließ ihre bislang noch so locker geschulterte Klinge im festen Griff auf seine Beine zuschnellen, sie traf und warf ihn ein Stück zurück. Durch den SChlag schnellte die Klinge zurück, sie drehte sich und wandte sich wieder dem Krieger zu, welcher sie halb umkreist hatte. Mit einem Schlag von oben hieb sie nach ihm, doch er wich aus. Funken sprühten, als das Schwert aus rotem Metall auf den Boden schmetterte. "Na komm schon, ist das etwa alles!?" rief der Kämpfer nach ihr. "Ihr seid ein Narr, ein Narr! Ein toter Narr!" rief sie ihm entgegen. Da sie nicht wie er Plattenschuhe trug sondern feste Lederstiefel, konnte sie sich vom Boden nach vorn abdrücken, das Schwert im Anschlag. Er wich zurück und ließ sie an seinem Schild abgleiten, hieb hinterher, aber ins Leere. Sie wirbelte herum, riß die Klinge hoch und versuchte, sein SChild nach oben wegzu schlagen.
Doch deine Klinge schlug auf ihre, durch die Wucht wurde ihr diese aus der Hand gerissen und krachte auf den Boden. Sie musste schnell weg, und die einzige Möglichkeit lag darin, sich von seinem Schild abzustoßen, welches da wie ein Bollwerk vor ihr stand. Sie hob den Fuß, drückte sich weg, landete etwa einen Meter zurück auf dem Boden. Der Krieger selbst wich einen Schritt zurück. In ihrer Schwertscheide befand sich jetzt nur noch der Einhänder, ein Bastardschwert, sie zog es und packte es mit beiden Händen. Der Krieger unterdessen hatte SChwert und Schild fortgeworfen und zog einen Zweihänder, weit länger als ihr Claymore. Mit geweiteten Augen blickte sie auf, als der Krieger, welcher auch noch größer als sie war, mit erhobener Klinge auf sie zu kam. Glücklicherweise war der Schlag jedoch weniger gezielt als mehr brutal, so dass er eine Bodenfliese zerschlug. Splitter davon stieben durch den Raum, stießen an Rüstung und Wände. Durch ihr wesentlich kleineres Schwert konnte sie einen Hieb auf seine Flanke ausführen. Sie traf, doch die Rüstung war offensichtlich beschichtet und durchschlug die Panzerung nicht. Einzig die Wucht ließ den Kämpfer aufbrüllen.
Die Klinge wurde wieder heraus gerissen, doch sie hatte gleich seine gepanzerte Faust im Gesicht. Der Nasenflügel des Helmes verbog sich, die Nase knirschte ungesund und Blut lief hinaus. Benommen taumelte sie zurück, da krachte im nächsten Moment die Flache Seite des Bihänders an ihren Helm. Der Hieb war derart fest, dass sie gegen die Wand geschleudert wurde und an dieser bewusstlos zusammen sackte. "Nein, nein.. du hast verloren"... huschte durch ihren Kopf als letzter Gedanke. Der andere Krieger kam in den Raum, ihr wurde ein Fuß auf den Brustpanzer gestemmt. "Soll sie sterben?" fragte der Sieger. "Sie sagte, ihre Schwestern seien schon tot. Schick sie zu ihnen", meinte der andere. Die Spitze des Zweihänders wurde ihr an die Kehle gelegt und es gab einen Ruck. Xinthra riß ihre Augen auf, Blut floss aus der Wunde und in ihren Hals hinein, sie gurgelte, es dauerte einige Momente bis sie an ihrem Blut erstickt war.
"Nyame, ich komme zu dir.. nimm mich auf in dein Reich.."
Das Leben wich aus ihrem Leib.