Ein lauter Knall ertönt, als ein befüllter Sack auf dem hölzernen, zerbrechlichen Steg landet. Ein Steg der sicherlich schon in Vergessenheit geriet, denn es sah nicht so aus, als würde ihn wer sein Eigen nennen. Das Holz knarrt und die Segel des kleinen Bootes verstummen. Neben dem befüllten Gepäckstück landen nun auch zwei Füße. Ein Sprung wurde gemacht und die Zehnspitzen, welche umringt sind vom dunklen, einfachen Leder, landen synchron auf dem zum Brechen verurteilten Holz. Die Gestalt beugt sich herab, verankert ihre Finger im Stoff des Sacks, welchen sie nun anhebt und sich über die Schulter wirft. Das Boot hinter ihr wird nicht festgebunden, es erhält nicht einmal einen letzten Blick, als Schritte getätigt werden und der feste Boden ins Visier genommen wird.
Die frische Abendluft schlägt der Gestalt die langen, dunklen Haare ins Gesicht und die Augen des kleinen Wesens tasten die Umgebung ruhig ab. Die Tragetasche wird hier und da zurecht gerückt, bevor dann erneut Schritte vollzogen werden. Langsam bewegt sie sich in Richtung Zivilastion, es kommen sogar mittlerweile Passanten ins Blickfeld, die allerdings eher weniger Aufmerksamkeit erhalten. Ein minimales Brummen ertönt und die Gestalt beendet ihren Gang und lässt den Blick an sich herab gleiten. Die freie Hand streift über den dürren Bauch und es wird registriert: Körperfunktion – Hunger. Der Kopf der Gestalt hebt sich und ein kurzes Schnalzen mit der Zunge wird vollzogen. Mittlerweile nimmt es an Dunkelheit zu und die Laterne, unter der sie stand, wurde gerade zum Leuchten gebracht. Von wem ist der Frau anscheinend unklar, die da nun aufgedeckt wird. Die braunen Augen tasten umher und es wird Ausschau gehalten, Ausschau nach einem Gasthaus, verdammt, es könnte auch eine Müllhalde sein, der Körper verlangt nach Essen. Hier war sie bereits, oft, lange, jedoch scheint die Orientierung verloren gegangen zu sein und so steht die Frau noch eine ganze Weile an dieser Stelle, sieht sich um und sieht an sich nichts, denn die Füße bewegen sich nicht. Der Kopf dröhnt, der Magen knurrt.und wo war sie hier noch gleich? Nach mehreren Minuten ringt sie sich dann endlich durch ihren Weg fortzusetzen und die Körpergelüste zu stillen, sei es auch nur ein angefressener Apfel, welcher ihren Hunger nun besiegen soll.
Allmählich ist es Nacht geworden und das Knurren des Magens hat sich erhöht. Es wurde kein Apfel gefunden, ob nun berührt oder bereits angefressen. Und so könnte das Übel nicht schlimmer werden, würde da nun nicht ein Trunkenbold heran spazieren, in der rechten Hand eine saftige Keule, in der Linken einen Krug voll Alkohol. Natürlich könnte es auch schlichter Saft sein und nur der Kerl selbst stinkt so bestialisch nach diesem Gesöff. Ach bitte. Die Augen der Frau verengen sich, denn der Geruch ist ihr egal, was seine rechte Hand da trägt, das ist es, was sie interessiert. Lange wird nicht gezögert, er ist betrunken, weiß eh nicht mehr wie ihm geschieht, sie? Sie ist hungrig. Einige schnelle Schritte werden getätigt und es dauert keine Minute, bis ein dumpfer Knall erklingt und ein Scheppern folgt. Glas ist zersprungen, etwas schweres gefallen.