Das Ende einer Reise

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Tjorwyn Thinelin

Das Ende einer Reise

Beitrag von Tjorwyn Thinelin »

Mehrere Wochen nun war es her, als Tjorwyn zusammen mit seinen Brüdern und Schwestern, gemeinsam am Tisch der Küche ihres Gutshof saßen und überlegten, wie es weitergehen sollte. Wie immer redeten sie wirr durcheinander und debatierten, denn eines war klar, sie konnten sich alle keine Zukunft in ihrer alten Heimat mehr vorstellen. Der König war ein finsterer Despot, der nur durch Lügen, Intriegen und durch Blendung an der Macht war. Doch die meisten der Untertanen und Getreuen ließen sich nur all zu gern von ihm blenden, etwas, was der Familie Thinelin zuwider war. Selbst Dirion, der Älteste von ihnen, legte eine Ämter und Titel nieder, welche er im jahrelangen treuen Dienst bei seinem Ritter erlangt hatte. Nun war er es, der das Wort ergriff und die anderen seiner Geschwister um Ruhe bat. Ruhig wie es seine Art war, sprach er recht gelasen zu ihnen: "Wir werden das Gut verkaufen und weggehen, um uns woanders eine neue Zukunft aufzubauen. In diesen Landen, wo der König nun Dämonen in Menschengestallt, ihre Anbeter und Schattenelfen einsezt, um an der Macht bleiben zu können, werden wir nie wirklich glücklich und frei sein können. Ich lassse es euch frei, wohin ihr gehen möchtet, solange wir nur irgendwie in Kontakt bleiben werden. Natürlich wäre ich froh, so wir nicht alle in verschiedene Gegenden reisen werden und zusammenbleiben, doch weiss ich, das unser Bruder Tjorwyn hier zum Beispiel, gerne in die Welt reisen möchte, um eigene Abenteuer zu bestehen, so wie ich es selber einst tat." Mit einem gütigen Lächeln blickte Dirion dabei seinem Bruder an, schloß sachte die Augen und nickte nur in stummer Zustimmung und Zuversicht, dann blickte er wieder in die Runde und sprach ruhig weiter. "Ich selber werde ein Schiff nehmen und mich auf machen in eine neue Welt. Ich habe am Hafen gehört, das einige tapfere und fleißige Hände benötigt werden, um eine Expedition zu unterstützen. Jeder von euch kann selber entscheiden, wohin ihn die Götter führen werden, doch werr von euch mit mir kommen möchte, dem verspreche ich kein leichtes oder gar besseres Leben. Das einzige was ich euch sagen kann ist, das wir eine Hoffnung in diesem Land haben werden, hart arbeiten müssen, um uns etwas neues aufzubauen. Doch wird dort kein König sein, der uns befiehlt und das Volk mit seinen Lügen irre leiten wird. Jeder von euch wird zu gleichen teilen etwas von dem Erlös bekommen, welches der Verkauf unseres Gutshof bringen wird."
Betroffenes Schweigen hüllte den Raum ein. Sie sahen sich an und nickten nur stumm, so entschlossen sie sich ihrem großen Bruder zu folgen, denn sie wußten, seitdem er seine Daira verloren hatte, war er recht alleine und sie versuchten ihm im Schoße der Familie etwas Trost zu spenden.


Die Tage verstrichen und die Vorbereitungen für ihre Abreise waren im vollen gang. Zwar hatten sie bereits einen Käufer für ihr Gestüt gefunden, doch wollte jener nicht all zu viel Geld dafür bezahlen, aber das trübte ihnen nicht ihre neue Hoffnung. Was ihr Geld in der neuen Welt wert sein würde, konnte eh keiner vorhersagen.
Dirion ritt noch einmal fort, doch er versprach innerhalb einer Woche zurück zu sein, er wollte sich noch von einigen Leuten verabschieden, die ihm doch noch am Herzen lagen.

So machte er sich auf in die großen Sümpfe, welche nahe dem Hexenwald lagen. Zum Lager der lezten Rechtschaffenen dieser Gefilde, welche nach einem verzweifelten Kampf gegen die Übermacht des finsteren Königs und seinen Schergen, ihre angestammte Heimat verloren hatten und nun in den Sümpfen versuchten, eine neue Heimat zu errichten. Doch die Götter schienen sie im Stich gelasssen zu haben, ihre Bemühungen, die alte Feste der Reiter Ayanyehs wieder aufzubauen schienen vom Pech verfolgt zu sein und so hausten sie noch immer recht provisorisch in den Ruinen der einst so stolzen Feste.
Einige Tage verbrachte Dirion dort unter ihnen, während seine Geschwister die Vorbereitungen abgeschlossen hatten.

Tjorwyn half ihnen so gut er konnte und erledigte einige ihn von Dirion aufgetragenen Arbeiten. Er war froh über diese Aufgabe, denn die glücklichen Gesichter der Schuldner seines Bruders, wlcher ihnen durch ein Schriftstück alle ihre Schulden erlies, lenkte ihn etwas von der Trennung von seiner Familie etwas ab.
Nachdem er auch den letzten Brief zugestellt hatte, ritt er zurück. Dirion kam ihm im Hof entgegen. Mit einem sachten Nicken und einer brüderlichen Umarmung empfing er ihn.
Am nächsten Tag würden sie sich trennen und wohl eine lange Zeit nicht mehr sehen, was Tjorwyn etwas betrübte, doch die Aussicht auf ein Leben voller Abenteuer stimmte ihn wiederum froh. Ein seltsames Gefühl machte sich in ihm breit, er war aufgewühlt.

Am Abend nahm er seine letzte gemeinsame Speise zusammen mit seinen geschwistern ein, denn am nächsten Morgen würden sie abreisen und auch sein Schiff wartete bereits am Hafen.
Die Nacht über lag er meist wach in seinem Bett und starrte nachdneklich die Decke an, bis ihn doch irgendwann der Schlaf überkam und er seelenruhig einschlummerte.

Der Abschied von seinen Geschwistern verlief herzlich und noch lange stand Tjorwyn an der Pier und winkte dem Schiff hinterher, welches seine Familie in andere, sichere Gestade bringen würde. Wieder wußte er seine Gefühle nicht recht zu deuten, war er doch einerseits über die Trennung traurig, doch andererseits froh darüber, das sie nun alle außerhalb der Reichweite des Königs und somit in Sicherheit waren.
Nachdenklich überprüfte er noch einmal seinen seesack und ging nun seinerseits auf das Schiff, welches ihn aus diesen verfluchten Landen bringen würde. Er dachte noch den ganzen Tag über die letzten Worte Dirions nach, welche er ihn mit auf seinem Weg gab: "Geh mit voller Zuversicht und demütigen Glauben an die lichten Götter und du wirst sehen, sie werden dich geleiten und führen in den Stunden der Not!"
Ein stetiger Wind blies von Backbord, während er an der reling stand und den Segeln hinterher blickte, welches seine Brüder und Schwestern in ihre neue Heimat bringen würde. Ihm fröstelte und als Tjorwyn aus seinen Gedanken zurück ins Diesseits kam, bemerkte er, das sich bereits die Sonne dem Horizont näherte und sich langsam sein Magen bemerkbar machte. Er schmunzelte, nahm seinen Seesack, der neben ihm noch immer an der Reling stand und ging unter Deck.
Tjorwyn Thinelin

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Viele Tage und Wochen zogen dahin und Tjorwyn hatte das Gefühl, als würde die Welt nur noch aus Wasser bestehen. An den ersten tagen seiner Reise, kreuzte ihr Schiff noch in den bekannten Gewässern der häufig genuzten Handelsrouten, so das Tjorwyn noch andere Schiffe und Menschen sehen konnte, doch nun war es schon mehr als 3 Wochen her, das er ein anderes Schiff außer dem ihren zu Gesicht bekommen hatte.
Ihr Trinkwasser hatte bereits durch die vorherrschende Wärme einen brackigen Geschmack angenommen und die letzte frische Nahrung war längst verzehrt worden. Zwieback und abgestandenes Wasser, so sah nun ihre karge Mahlzeit aus, welche die Reisenden zusammen mit den Matrosen einnahmen.

Die Matrosen waren jedoch voller Zuversicht, denn der Wind waren ihnen gewogen und sie machten gute Fahrt. Sie schwärmten von ihrem Reiseiel, von der Hafentaverne mit den Köstlichkeiten der neuen Welt und dem guten Wein, dem Rum und dem Bier, welches dort nur auf sie zu warten schien. Gedankenverloren in ihren Ausführungen, schien es den Seeleuten weit aus weniger etwas auszumachen, was ihr jetziges Nahrungsangebot betraf.

Der Smutje, welcher sich nun, da die anderen Vorräte aufgebraucht waren, nur noch um die Ein- und Zuteilung des Trinkwassers und Zwiebacks zu kümmern hatte und dadurch eine Menge freier Zeit zur Verfügung hatte, erzählte Tjorwyn von den Landen, in welche er reiste.
So schwärmte der alte Seebär von der Schönheit der dortigen Königin, welche selbst die Pracht ihrer Stadt Varuna in den Schatten stellte.
Doch mehr noch als die Berichte über die Lieblichkeit der Königin, war Tjorwyn an das kirchliche Geschehen dieser neuen Gefilde interessiert.
Da er seinem Bruder Dirion nacheifern und seine Kräfte in den Dienst des Guten stellen wollte, um es mit dem Schwerte zu verteidigen, damit dieser Welt nicht das gleiche Schicksal ereile wie seiner angestammten Heimat, war er besonders an die Ausführungen des Smutje über dem Ordem der Temora interessiert und nahm sich vor, diesen alsbald, nach seiner Ankunft seine Aufwartung zu machen. "Hoffentlich kann ich mich als würdig erweisen", dachte er noch so bei sich, als er an diesen Abend in seiner Hängematte unter Deck ins Reich des Schlafes hinüberglitt.
Tjorwyn Thinelin

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Nun waren es bereits mehrere Wochen, die Tjorwyn in den ihm noch recht unbekannten Ländern verbracht hatte. Die anfänglichen Probleme, wie und wo er sich etwas für seinen Lebensunterhalt dazuverdienen konnte waren schnell gelöst, sein Überleben war so gesichtert, doch um sich eine Zukunft aufbauen zu können, mußte er sich noch etwas mehr ins Zeug legen. Wenige Tage nach seiner Landung in Barjard, konnte er bereits ersten KOntakt zum Orden der Temora herstellen und bekam auch Termine genannt, wo er sich persönlich vorstellen konnte. Jeden der ihm genannten Termine hielt er ein, doch anscheinend war es dem Orden nicht daran gelegen, weitere Ordensbrüder aufzunehmen. Schließlich, als er nun auch am dritten Termin wieder nur vor verschlossenen Türen stand, resignierte er und gab sein Ziel auf dem Orden beizutreten.


Gut eine Woche später, saß Tkorwyn bei einem heißen würzigen Getränk in Barjard in der kleinen Taverne, hörte er von einigen anderen Gästen, das es wohl noch eine Gemeinschaft gibt, welche sich Temora zugeordnet fühlen - die "Allianz des Lichtes". So nahm sic Tjorwyn vor, sich früh am nächsten Morgen auf die Suche zu begeben, um Angehörige dieser Gemeinschaft zu finden.


Es regnete- mal wieder. Barjard war in einem grauen Schleier steter fallenen Regentropfen verhüllt. Die Straße war schlammig, vom Regen der letzten Tage gänzlich aufgeweicht, was einem Vorankommen nicht gerade sehr vörderlich war. Tjorwyn schnürte zusätzliche Lederbänder am oberen Schaft seiner Stiefel fest, damit, so er mal tiefer einsacken sollte, keinen Schlamm in sein Schuhwerk bekam. Sich mit einem Wanderstab behelfend, machte er sich auf, den beschwerlichen Weg auf sich zu nehmen, um seinen Ziel näher zu kommen.
Die anderen Tavernenbesucher am gestrigen Abend berichteten ihm, da diese Gemeinschaft des Lichtes von einem Ritter angeführt werden, leise seufzte Tjorwyn, hoffentlich war dieser Ritter besser und aufrichtiger, als es derjenige war, welcher sein Bruder einst diente. Mit diesen Gedanken zog er seine Kaputze tiefer ins gesicht, ob des steten Regens und verließ Barjard.



Einige Tage vergingen, das Reisen zu Fuß in dieser Jahreszeit war alles andere als gemütlich, gar nicht so, wie man es aus Büchern vergangener Tage und deren Helden her gedacht hatte zu kennen. Schnell wurde sein Proviant schimmelig und sein Geld ging zur Neige. Die paar Bauern auf die er trraf, gaben ihn zwar für einige Münzen neue Vorräte, doch waren die Mahlzeiten karg und bereits nach dem dritten Tage seiner Wanderung, konnte er das nun wieder pappig schmeckende brot nicht mehr sehen. Ihm war eher nach einer heißen Suppe und ein warmes Bad, doch schien es so, als das ihn solche Vergnügen noch fern bleiben sollten.

GUt eine Woche war er so unterwegs, bis er endlich sein Ziel gefunden hatte, das Gildenhaus der Allianz. Klein war es. Fast anschmiegend war in in die Bergfront gebaut worden. Doch war ihm die Größe des Gebäudes egal, die erste Etappe war geschaft, nun ging es daran überzeugend sein Anliegen vorzutragen und zu hoffen, das sie ihn aufnehmen würden.
Tjorwyn Thinelin

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Etwas überrascht war Tjorwyn, als er dem Ritter, welcher die Gemeinschaft der Allianz anführte gegenübertand. Es war eben jener Sir Rafael de Arganta, den er erst wenige Tage vor seiner Abreise aus Barjard kennen gelernt hatte, als dieser eine gewisse Dalana suchte. Nun stand er wieder vor ihm, leider nicht mit der Nachricht für den Ritter, das er, Tjorwyn, diese Dame gefunden hätte, doch er hofte dennoch, sein Anliegen zur Sprache bringen zu können.


Schummrig war es im Inneren des Gildenhauses. Das flackernde Kerzenlicht verströme eine gwissse Gemütlichkeit aus, welche über die eher engen räumlichen Verhältnisse hinweg täuschte. Es waren nun bereits einige Mitglieder der Allianz eingetroffen, allesamt blickten ihn misternd an, mit einer Mischung aus Neugierde und Mißtrauen, einige jedoch wiederum mit einem sehr freundlichen Blick. Nach ein ander stellten sie ihm ihre Fragen und Tjorwyn beantwortete sie wahrheitsgemäß. Ihm war etwas flau im Magen, hieß es doch nun, so er scheitern sollte, das er weiterhin alleine war. Doch das Glück schien ihm am diesen Abend gewogen zu sein, so schaffte er es, das man ihm Vertrauen schenkte. Erlegte im Dasein aller die ihn befragten ein Gelübde ab, das er sich bemühen werde, ssich der Allianz als würdig zu erweisen.
Sein erstes Ziel war geschafft.
Tjorwyn Thinelin

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Die Tage verstrichen und Tjorwyn lernte so nach und nach die Mitglieder der Allianz besser kennen, die einen mehr, andere wie dieser Zeron weniger. Tjorwyn war oft unwohl in dessen Gegenwart, wenn er so wortkarg da saß, sich einfach alle lediglich beobachtete und das Geschehen um ihn herum mit seiner gelassenen Art und Weise hinnahm.
Dieser Arton hingegen, schien ihm ein wahrer Heißsporn zu sein. Dieser erfahrene Krieger schien sich oft eher von seinen Emotionen leiten zu lassen, als von seinem Verstand, doch war sich Tjorwyn bewußt, das dies eher der Anschein war, da Arton recht aufbrausend sein konnte.


Tjorwyn lebte sich recht schnell ein in die Gemeinschaft, zumindest hatte er so das Gefühl, das es so war. Mit der Dame de´Ron saß er nun schon einige male alleine zusammen und führte mit ihr sehr tiefgehende Gespräche. Ein Gefühl der Geborgenheit verspürte er jedesmal, wenn sie so zuammen saßen. Sie schien eine schwere Last mit ssich zu führen, etwas, was ihr oft aufs Gemüt schlug. Oft saß Tjorwyn früher mit seinem großen Bruder zusammen vorm dem Kamin in den Räumen Dirions und unterhielt sich über sehr philosophische Fragen mit ihm. Nun schien ihm diese Gespräche zugute zu kommen, denn anscheinend konnte er dank dieser Gespräche der dame de`Ron etwas Hilfe geben. Zwar war er beiten weitem nicht so gebildet wie sein großer Bruder, doch, so hofte er, das ihr seine Worte hilfreich sein würden.
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