Des Rabens Erkenntnisse...
- Neroith
- Beiträge: 708
- Registriert: Freitag 31. Oktober 2008, 04:44
Des Rabens Erkenntnisse...
Neroith schritt durch die Gänge der Eisenwart. Verlassen schienen sie
ihm in diesen Zeiten. Nur wenige Wachen patrollierten auf dem
Gelände. Solche Temperaturen hatten die Burgverwaltung nachsichtig
werden lassen und gestattete den Legionären sich in den nahen
Gewässern zu bespaßen.
Zu ruhig für seinen Geschmack. Zwar ist die Temperatur im Inneren der
Burg angenehm konstant und dies zwar das ganze Jahr über, doch trieb
ihn die merkwürdige Stille in den Hof. Normalerweise mochte Neroith die
Stille. Er genoss es nachts über die Totenäcker zu streifen. Doch die Stille
in einer Burg war eine andere. Jede Bewegung, ja selbst das Atmen
hallte unaufhaltbar von den Mauern zurück und verlor sich erst spät in
den Gemäuern. Es mussten solche Momente sein, die viele der
eingekerkerten Gefangenen der Eisenwart in den Wahnsinn trieben. Als
Neroith aus der schweren Pforte trat, blickte er gen Sonne. Noch
angewiderter von ihrer großen Hitze als durch das wiederhallen in den
Mauern, beschloss er sich in die Hallen der Dienerschaft zurückzuziehen.
Kurz noch einmal verschlug es ihn in seine Bibliothek. Er nahm einige
seiner Folianten an sich und trat zur Reise auf das Festland an.
[img]http://p3.focus.de/img/gen/c/G/HBcGzcA5_Pxgen_r_467xA.jpg[/img]
ihm in diesen Zeiten. Nur wenige Wachen patrollierten auf dem
Gelände. Solche Temperaturen hatten die Burgverwaltung nachsichtig
werden lassen und gestattete den Legionären sich in den nahen
Gewässern zu bespaßen.
Zu ruhig für seinen Geschmack. Zwar ist die Temperatur im Inneren der
Burg angenehm konstant und dies zwar das ganze Jahr über, doch trieb
ihn die merkwürdige Stille in den Hof. Normalerweise mochte Neroith die
Stille. Er genoss es nachts über die Totenäcker zu streifen. Doch die Stille
in einer Burg war eine andere. Jede Bewegung, ja selbst das Atmen
hallte unaufhaltbar von den Mauern zurück und verlor sich erst spät in
den Gemäuern. Es mussten solche Momente sein, die viele der
eingekerkerten Gefangenen der Eisenwart in den Wahnsinn trieben. Als
Neroith aus der schweren Pforte trat, blickte er gen Sonne. Noch
angewiderter von ihrer großen Hitze als durch das wiederhallen in den
Mauern, beschloss er sich in die Hallen der Dienerschaft zurückzuziehen.
Kurz noch einmal verschlug es ihn in seine Bibliothek. Er nahm einige
seiner Folianten an sich und trat zur Reise auf das Festland an.
[img]http://p3.focus.de/img/gen/c/G/HBcGzcA5_Pxgen_r_467xA.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Neroith am Donnerstag 15. Oktober 2009, 14:18, insgesamt 5-mal geändert.
btw. : Ruhm und Ehre der Eisenwart!
[img]http://i44.tinypic.com/10dse4n.jpg[/img]
[img]http://i44.tinypic.com/10dse4n.jpg[/img]
- Neroith
- Beiträge: 708
- Registriert: Freitag 31. Oktober 2008, 04:44
Das Schiff schob sich langsam an seinen Steg im Hafen Bajards. Die Reise
von der Wilden Insel zum Festland dauerte nur selten länger als ein paar
Stunden. Mit leichtigkeit hatte er die Überfahrt mit den Studien seinen
Folianten überbrücken können. Schon oft hatte er sie gelesen. Ihr
unscheinbarer Beschlag verbarg herrvorragend den unheiligen Inhalt. Nie
würde jemand vermuten, dass es sich nicht um Lagerbücher und
Insektenlexika handelte, sondern um Rituale im Namen seines Herren.
Neroith verließ seine kleine Kajutte und band die Bücher mit einem Tuch
zusammen ehe er sie in einer ledernen Tasche verscharrte. Als er über
eine knirschende Holztreppe das Oberdeck betrat, zurrten eifrige
Seemannsleute Taue in den Stegen fest. Es wurde langsam Abend und
die Sonne hatte schon viel von ihrer widerlichen, wärmenden Kraft
eingebüßt doch schien sie Den Rabendiener noch ein letztes mal hänseln
zu wollen, denn nur wenige Momente nach seiner Ankunft in Bajard
strahlte sich noch mal auf um sich dann am Horizont zu versenken.
Neroith schritt die Planke hinüber in das Hafenviertel des Fischerdorfes.
Einige Händler packten noch ihre übriggebliebenen Waren zusammen und
verstauten sie auf großen Waagen. Die Gassen befreiten sich langsam
von ihrer heimischen Menschenbrut und immer heller wurde der
Kerzenschein in den Hütten. Dumpf klingendes Gelächter und ab und an
klirrendes Glas hallte aus der nahen Taverne. Doch ihm war es nicht nach
einem Glas Wein. Zu dieser späteren Stunde traf sich dort das ganze
Gesindel des Reiches. Fettleibige Priester, großmäulige Abenteurer,
stinkende Tiefländer und hässliche Konkubinen, die für einige Taler die
Meute mit schrecklichem Gesang und Tanz bespaßten. Neroith zog sich in
eine dunkle Gasse zurück und vergewisserte sich seiner Einsamkeit. Weit
riss er dann die Arme auseinander und sprach ein Gebet. Die feinen
Kleider seiner Eisenwartischen Uniform verloren an Farbe und blichen
plötzlich aus. Sein edler Seidenumhang welchen ebenfalls die
Siegelzeichen der Burg auswiesen, zerfiel zu Staub und färbte seinen
Mantel dunkel Grau. knöcherne Handschuhe schlangen sich um seine
Hände und ein Schädelhelm mit grausamer Fratze umschloss seinen Kopf.
Dann trat er aus seiner dunklen Ecke und blickte in die leeren Wege. Der
Dorfrand war nur noch wenige Schritte entfernt. Langsam schritt er dem
Dorfende entgegen. Fast schon einen Zwischenfall provozierend langsam
stolzierte er den getrampelten Pfad entlang. Zu seinem Bedauern kreuzte
er keinem den Weg. Eigentlich war ihm nach einer kleinen Grausamkeit
gewesen doch zügelte ihn dann die gemäßigtkeit eines Schreiberlings
selbst aktiv ein Opfer zu suchen. Und so machte sich der Seelenfänger auf
zu den Hallen der Dienerschaft. Geschickte mied er freie flächen und die
nähe von Wegen, doch fand er auch so zielstrebig seinen
Bestimmungsort. Schließlich wart er diese Wege schon oft gegangen.
[img]http://www.midgard-forum.de/cms/system/files/images/DSCF2482.preview.JPG[/img]
von der Wilden Insel zum Festland dauerte nur selten länger als ein paar
Stunden. Mit leichtigkeit hatte er die Überfahrt mit den Studien seinen
Folianten überbrücken können. Schon oft hatte er sie gelesen. Ihr
unscheinbarer Beschlag verbarg herrvorragend den unheiligen Inhalt. Nie
würde jemand vermuten, dass es sich nicht um Lagerbücher und
Insektenlexika handelte, sondern um Rituale im Namen seines Herren.
Neroith verließ seine kleine Kajutte und band die Bücher mit einem Tuch
zusammen ehe er sie in einer ledernen Tasche verscharrte. Als er über
eine knirschende Holztreppe das Oberdeck betrat, zurrten eifrige
Seemannsleute Taue in den Stegen fest. Es wurde langsam Abend und
die Sonne hatte schon viel von ihrer widerlichen, wärmenden Kraft
eingebüßt doch schien sie Den Rabendiener noch ein letztes mal hänseln
zu wollen, denn nur wenige Momente nach seiner Ankunft in Bajard
strahlte sich noch mal auf um sich dann am Horizont zu versenken.
Neroith schritt die Planke hinüber in das Hafenviertel des Fischerdorfes.
Einige Händler packten noch ihre übriggebliebenen Waren zusammen und
verstauten sie auf großen Waagen. Die Gassen befreiten sich langsam
von ihrer heimischen Menschenbrut und immer heller wurde der
Kerzenschein in den Hütten. Dumpf klingendes Gelächter und ab und an
klirrendes Glas hallte aus der nahen Taverne. Doch ihm war es nicht nach
einem Glas Wein. Zu dieser späteren Stunde traf sich dort das ganze
Gesindel des Reiches. Fettleibige Priester, großmäulige Abenteurer,
stinkende Tiefländer und hässliche Konkubinen, die für einige Taler die
Meute mit schrecklichem Gesang und Tanz bespaßten. Neroith zog sich in
eine dunkle Gasse zurück und vergewisserte sich seiner Einsamkeit. Weit
riss er dann die Arme auseinander und sprach ein Gebet. Die feinen
Kleider seiner Eisenwartischen Uniform verloren an Farbe und blichen
plötzlich aus. Sein edler Seidenumhang welchen ebenfalls die
Siegelzeichen der Burg auswiesen, zerfiel zu Staub und färbte seinen
Mantel dunkel Grau. knöcherne Handschuhe schlangen sich um seine
Hände und ein Schädelhelm mit grausamer Fratze umschloss seinen Kopf.
Dann trat er aus seiner dunklen Ecke und blickte in die leeren Wege. Der
Dorfrand war nur noch wenige Schritte entfernt. Langsam schritt er dem
Dorfende entgegen. Fast schon einen Zwischenfall provozierend langsam
stolzierte er den getrampelten Pfad entlang. Zu seinem Bedauern kreuzte
er keinem den Weg. Eigentlich war ihm nach einer kleinen Grausamkeit
gewesen doch zügelte ihn dann die gemäßigtkeit eines Schreiberlings
selbst aktiv ein Opfer zu suchen. Und so machte sich der Seelenfänger auf
zu den Hallen der Dienerschaft. Geschickte mied er freie flächen und die
nähe von Wegen, doch fand er auch so zielstrebig seinen
Bestimmungsort. Schließlich wart er diese Wege schon oft gegangen.
[img]http://www.midgard-forum.de/cms/system/files/images/DSCF2482.preview.JPG[/img]
Zuletzt geändert von Neroith am Samstag 22. August 2009, 15:52, insgesamt 2-mal geändert.
btw. : Ruhm und Ehre der Eisenwart!
[img]http://i44.tinypic.com/10dse4n.jpg[/img]
[img]http://i44.tinypic.com/10dse4n.jpg[/img]
- Neroith
- Beiträge: 708
- Registriert: Freitag 31. Oktober 2008, 04:44
Er schritt die alten Treppen hinunter und atmete tief ein. Der seltsame
Geruch welcher diesem Ort anhaftete, trieb Duftnoten von altem Blut,
getrockneten Kräutern und modrigem Holz in seine Nase. Neroith hatte sich
mit der Zeit an diese Luft gewöhnt, doch begann er Sie in letzter Zeit
zunehmend zu genießen. Überhaupt hatte er sich immer penibel um seine
Doppelidentität bemüht. Stets den zuvorkommenden Mann mit dem guten
benehmen Gemimt. Gar sein Leben aufs Spiel gesetzt um die Eisenwart
zu schützen.
Doch... Mit jedem Buch, dass er aus der verborgenen Bibliothek laß.
Die Bücher weitere finstere Geheimnisse mit ihm teilten.
Er immer tiefer in die Abgründe des allgegenwärtigen Todes eintauchte.
Mit jeder Seele die er seinem Gott opferte,
verlor er mehr und mehr seine Menschlichkeit.
Er begann zu verstehen, dass sein vorheriges Leben wertlos war.
Er begann zu begreifen, dass sich ihm der Sinn des Lebens nun erschlossen
hatte und dass er seinen Platz nun kannte.
Neroith schritt die steinernen Gänge entlang. Ging vorbei an den untoten
Wachen die jedes Fremde eindringen sofort mit dem Tode bestraft hätte.
Folgte den kalten dunklen Bodenplatten bis in die Ritualräume. Etwas
eigenartiges war mit ihm geschehen seitdem er seinen Bruder Alekis...
seitdem er Vikkos Leib hier gefunden hatte. Als er damals in seine leeren
Augen geblickt hatte, begriff er sofort. Auch ihn sollte einmal die Erlösung
überkommen. Auch ihn sollte Kra'thor irgendwann an seine Seite rufen
und ihm somit die höchste Gunst zukommen lassen. Einen Platz an der
Seite des unendlichen Herrschers über das Reich der Seelen.
Doch würde er sich noch beweisen müssen. Er musste sich noch weiter
dem Weg des schwarzen Rabens nähern als er es schon getan hatte.
Er musste selbst der Weg werden!
Wie in Trance wanderte die grauberobte Gestalt weiter durch das Labyrinth
aus Hallen und engen Gängen. Bei jedem Schritt schien es ihm klarer zu
werden. Wurde ihm seine Aufgabe bewusster. Bald war er in seinem
Zimmer angekommen. Er legte seine mitgebrachten Bücher auf den kleinen
Tisch mit der Kerze in der Ecke und nahm selbst auf dem Bette platz.
Ein Lächeln legte sich auf seine Gesichtszüge. Denn was sich in den
kurzen Momenten der Strecke bis zum Schlafplatz in seinem Kopf
abgespielt hatte, war bisher sicher nur wenigen Menschen vergönnt
gewesen. Er konnte es sich nicht sofort erklären, was sich ihm da für ein
Gedankenkonstrukt offenbart hatte. Warum er nun vermeintlich auf alle
offenen Fragen eine Antwort wusste. Doch war ihm klar, dass dies das
Werk seines Herren und Meisters sein musste. Der auf seine Bitten und
Gebete nun reagiert hatte und ihm offenlegte, was er sich so sehr
wünschte. Sofort begab er sich an sein Schreiberpult und schriebt alles
nieder, was in seinem Kopfe kreiste. Und egal ob es Stunden oder Tage
dauern würde. Ruhe würde er erst wieder finden wenn alles zu Papier
gebracht ist.
Geruch welcher diesem Ort anhaftete, trieb Duftnoten von altem Blut,
getrockneten Kräutern und modrigem Holz in seine Nase. Neroith hatte sich
mit der Zeit an diese Luft gewöhnt, doch begann er Sie in letzter Zeit
zunehmend zu genießen. Überhaupt hatte er sich immer penibel um seine
Doppelidentität bemüht. Stets den zuvorkommenden Mann mit dem guten
benehmen Gemimt. Gar sein Leben aufs Spiel gesetzt um die Eisenwart
zu schützen.
Doch... Mit jedem Buch, dass er aus der verborgenen Bibliothek laß.
Die Bücher weitere finstere Geheimnisse mit ihm teilten.
Er immer tiefer in die Abgründe des allgegenwärtigen Todes eintauchte.
Mit jeder Seele die er seinem Gott opferte,
verlor er mehr und mehr seine Menschlichkeit.
Er begann zu verstehen, dass sein vorheriges Leben wertlos war.
Er begann zu begreifen, dass sich ihm der Sinn des Lebens nun erschlossen
hatte und dass er seinen Platz nun kannte.
Neroith schritt die steinernen Gänge entlang. Ging vorbei an den untoten
Wachen die jedes Fremde eindringen sofort mit dem Tode bestraft hätte.
Folgte den kalten dunklen Bodenplatten bis in die Ritualräume. Etwas
eigenartiges war mit ihm geschehen seitdem er seinen Bruder Alekis...
seitdem er Vikkos Leib hier gefunden hatte. Als er damals in seine leeren
Augen geblickt hatte, begriff er sofort. Auch ihn sollte einmal die Erlösung
überkommen. Auch ihn sollte Kra'thor irgendwann an seine Seite rufen
und ihm somit die höchste Gunst zukommen lassen. Einen Platz an der
Seite des unendlichen Herrschers über das Reich der Seelen.
Doch würde er sich noch beweisen müssen. Er musste sich noch weiter
dem Weg des schwarzen Rabens nähern als er es schon getan hatte.
Er musste selbst der Weg werden!
Wie in Trance wanderte die grauberobte Gestalt weiter durch das Labyrinth
aus Hallen und engen Gängen. Bei jedem Schritt schien es ihm klarer zu
werden. Wurde ihm seine Aufgabe bewusster. Bald war er in seinem
Zimmer angekommen. Er legte seine mitgebrachten Bücher auf den kleinen
Tisch mit der Kerze in der Ecke und nahm selbst auf dem Bette platz.
Ein Lächeln legte sich auf seine Gesichtszüge. Denn was sich in den
kurzen Momenten der Strecke bis zum Schlafplatz in seinem Kopf
abgespielt hatte, war bisher sicher nur wenigen Menschen vergönnt
gewesen. Er konnte es sich nicht sofort erklären, was sich ihm da für ein
Gedankenkonstrukt offenbart hatte. Warum er nun vermeintlich auf alle
offenen Fragen eine Antwort wusste. Doch war ihm klar, dass dies das
Werk seines Herren und Meisters sein musste. Der auf seine Bitten und
Gebete nun reagiert hatte und ihm offenlegte, was er sich so sehr
wünschte. Sofort begab er sich an sein Schreiberpult und schriebt alles
nieder, was in seinem Kopfe kreiste. Und egal ob es Stunden oder Tage
dauern würde. Ruhe würde er erst wieder finden wenn alles zu Papier
gebracht ist.
Zuletzt geändert von Neroith am Donnerstag 22. Oktober 2009, 22:25, insgesamt 3-mal geändert.
btw. : Ruhm und Ehre der Eisenwart!
[img]http://i44.tinypic.com/10dse4n.jpg[/img]
[img]http://i44.tinypic.com/10dse4n.jpg[/img]
-
Kaim
- Beiträge: 0
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
Kaim beendete gerade seinen Kontrollgang auf den Mauern der Burg Eisenwart. Ruhig war es. Schon lange hatte es niemand mehr gewagt sich den unüberwindbaren Mauern zu nähern, und auch die Legionäre selbst schienen ruhiger. Nur mehr zu den üblichen Dienstzeiten waren die Leute anzutreffen.
Auch die letzte Übungsstunde im Fechten mit dem Burgschreiber schien schon ewig her zu sein. Früher einmal hatten sie regelmäßig trainiert, aber seit einigen Tagen schien Aeogen wie vom Erdboden verschluckt.
Aber wahrscheinlich war er wiedermal auf irgendeiner Studienreise um sich etwas anzusehen dass er in einem seiner zahlreichen Bücher entdeckt hatte...
Auch die letzte Übungsstunde im Fechten mit dem Burgschreiber schien schon ewig her zu sein. Früher einmal hatten sie regelmäßig trainiert, aber seit einigen Tagen schien Aeogen wie vom Erdboden verschluckt.
Aber wahrscheinlich war er wiedermal auf irgendeiner Studienreise um sich etwas anzusehen dass er in einem seiner zahlreichen Bücher entdeckt hatte...
- Neroith
- Beiträge: 708
- Registriert: Freitag 31. Oktober 2008, 04:44
Momente, Stunden, Tage...
Was ward vergangen? Nicht wichtig!
Was ward erschaffen? Bedeutendes!
Die schwarze Feder bei Seite gelegt. Schmerzend alle Gelenke. Kein Wasser,
keine Nahrung für die scheinbare Ewigkeit. Die wunden Hände. Die leeren
Tintenfässer.
Wen kümmerte das schon?
Was auf diesem Pulte lag. Was hier in drei kompletten Folianten ward
niedergeschrieben, würd alles Entschädigen. Würd nicht aufzuwiegen
sein in Gold. Werd etwas neues Eröffnen. Eine andere Sicht der Dinge.
DIE Sicht der Dinge. Nicht jeder würde es verstehen. Nicht jeder würde
die Wahrheit erkennen. Doch nur weil sie nicht dazu im Stande wären.
Nur nicht, weil sie es nicht sehen könnten. Noch nicht. Er hatte seinen Weg
gefunden.
DEN WEG !
Den Einzigen. Den Wahren! Er war sich sicher wie noch nie. Er wusste das
Absolute. Sein Geist der Quell aller Antworten. Viele würden ihn für
verrückt halten. Über seine Gedanken spotten und ihn höhnen. War er
verrückt geworden?
NIEMALS!
War er sich doch plötzlich sicher wie noch nie.
Genoss er doch die Überlegenheit. Den Vorsprung an Wissen.
Nie mehr würde er zweifeln an seinen Erkenntnissen.
[img]http://de.geocities.com/maik_fiedler/book-and-candle2.jpg[/img]
Was ward vergangen? Nicht wichtig!
Was ward erschaffen? Bedeutendes!
Die schwarze Feder bei Seite gelegt. Schmerzend alle Gelenke. Kein Wasser,
keine Nahrung für die scheinbare Ewigkeit. Die wunden Hände. Die leeren
Tintenfässer.
Wen kümmerte das schon?
Was auf diesem Pulte lag. Was hier in drei kompletten Folianten ward
niedergeschrieben, würd alles Entschädigen. Würd nicht aufzuwiegen
sein in Gold. Werd etwas neues Eröffnen. Eine andere Sicht der Dinge.
DIE Sicht der Dinge. Nicht jeder würde es verstehen. Nicht jeder würde
die Wahrheit erkennen. Doch nur weil sie nicht dazu im Stande wären.
Nur nicht, weil sie es nicht sehen könnten. Noch nicht. Er hatte seinen Weg
gefunden.
DEN WEG !
Den Einzigen. Den Wahren! Er war sich sicher wie noch nie. Er wusste das
Absolute. Sein Geist der Quell aller Antworten. Viele würden ihn für
verrückt halten. Über seine Gedanken spotten und ihn höhnen. War er
verrückt geworden?
NIEMALS!
War er sich doch plötzlich sicher wie noch nie.
Genoss er doch die Überlegenheit. Den Vorsprung an Wissen.
Nie mehr würde er zweifeln an seinen Erkenntnissen.
[img]http://de.geocities.com/maik_fiedler/book-and-candle2.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Neroith am Montag 19. Oktober 2009, 19:52, insgesamt 2-mal geändert.
btw. : Ruhm und Ehre der Eisenwart!
[img]http://i44.tinypic.com/10dse4n.jpg[/img]
[img]http://i44.tinypic.com/10dse4n.jpg[/img]
- Khazkal Deslon
- Beiträge: 75
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
Der Schreiber, der solch einer nicht ist. Dessen Tinte der Existenzsaft selbst ist, aus Leibern gepresst. Blau nur, war er vorher im Adelshaus.
Die wenigsten wissen, von wem die Rede ist. Der Burgherr allerdings wusste um das Geheimnis des Neroith. Klug war er, hatte er sich doch der richtigen Seite anvertraut. Warum, fragt man sich? Lameriast ist eine ländliche Gegend, so kann man es mit dem Bauernhandwerk vergleichen.
Die Eisenwart schwingt die Sense über das Feld, welches des Bauern Länderei ist. Die Ehren gehen zu Boden, geköpft und zerschlagen. Der Erntehelfer sammelt das Getreide auf und bündelt es, um es heimzutragen. Diese Aufgabe übernahm Neroith. Nur war das Heim nicht die Eisenwart, denn Seelen gingen nach anderswo.
Neroith war auf der Burg Eisenwart behaust, doch nun schon seit einiger Zeit nicht mehr dort gesehen. Seltsam eigentlich, war Neroith doch sonst ein recht geselliger Mann gewesen. Auch wenn er zum Schein doch nur einfache Aufgaben erledigte, waren diese gut. Es fiel auf, wenn ein Bewohner der Burg nicht mehr da war ..
Dennoch machte sich der Burgherr wenig Sorge um seinen Schützling. Er war einer jener, die nicht so einfach vom Erntehelfer zum Getreide wurden.
[img]http://www.augedergasse.de/bilder/larp/heerlager/nach_schlacht_ambiente.jpg[/img]
Die wenigsten wissen, von wem die Rede ist. Der Burgherr allerdings wusste um das Geheimnis des Neroith. Klug war er, hatte er sich doch der richtigen Seite anvertraut. Warum, fragt man sich? Lameriast ist eine ländliche Gegend, so kann man es mit dem Bauernhandwerk vergleichen.
Die Eisenwart schwingt die Sense über das Feld, welches des Bauern Länderei ist. Die Ehren gehen zu Boden, geköpft und zerschlagen. Der Erntehelfer sammelt das Getreide auf und bündelt es, um es heimzutragen. Diese Aufgabe übernahm Neroith. Nur war das Heim nicht die Eisenwart, denn Seelen gingen nach anderswo.
Neroith war auf der Burg Eisenwart behaust, doch nun schon seit einiger Zeit nicht mehr dort gesehen. Seltsam eigentlich, war Neroith doch sonst ein recht geselliger Mann gewesen. Auch wenn er zum Schein doch nur einfache Aufgaben erledigte, waren diese gut. Es fiel auf, wenn ein Bewohner der Burg nicht mehr da war ..
Dennoch machte sich der Burgherr wenig Sorge um seinen Schützling. Er war einer jener, die nicht so einfach vom Erntehelfer zum Getreide wurden.
[img]http://www.augedergasse.de/bilder/larp/heerlager/nach_schlacht_ambiente.jpg[/img]
- Neroith
- Beiträge: 708
- Registriert: Freitag 31. Oktober 2008, 04:44
Es war ein großer Schritt für ihn gewesen den Schutz der Eisenwart zu ver-
lassen und von nun an allein zu streiten. Allein…. vorerst….
Ebenso mächtig war sein Schritt bei dem Stadthalter Rahals vorstellig zu
werden und sein Interesse an der Stadt und dem Glaube zu heucheln.
Doch stellte ihn Kra’thor wohl auf eine Probe, denn der Stadthalter wollte
den Bürgerbescheid nicht ausstellen.
Ihn nicht aushändigen, ohne dass Neroith… ohne dass Aeogen Rücksprache
mit einem Hohen des Tempels gehalten hatte. Riskant dies Unterfangen.
Neroith überdachte es lange. Was wäre wenn ihn der Priester erkennen
würde? Hatte er doch mit vielen von ihnen schon Kontakt gehabt. Zwar
stets verhüllt und in Rabensgewandung, doch war er mit ihnen schon
zusammengekommen das eine oder andere Mal.
Doch sein Ziel war ihm deutlich vor Augen.
Der Weg war allgegenwärtig nun in seinem Handeln. Schon bald würde er
ihnen berichten von dem Spiel der Götter. Ihnen den Unwissenden, den
Spielfiguren derer die sich Götter nennen. Ihnen verkünden von ihrem Verrat.
Doch erst musste er ihr Vertrauen gewinnen. Und wem würden sie nicht mehr
Vertrauen schenken als einem der ihren? Einen Bürger des Reiches Rahals.
Einen Ladenbesitzer und wohlmöglich gar Gardisten?... und jemandem, der
ihnen bieten kann was sie sonst wohlmöglich nie bekommen könnten.
Warum Rahal als erste Station seines Weges?
Nunja... in welcher Stadt und wo sonst gibt es leichter zu lockende Seelen.
Hier würde er sicher eine erste Anhängerschaft um sich scharen können.
lassen und von nun an allein zu streiten. Allein…. vorerst….
Ebenso mächtig war sein Schritt bei dem Stadthalter Rahals vorstellig zu
werden und sein Interesse an der Stadt und dem Glaube zu heucheln.
Doch stellte ihn Kra’thor wohl auf eine Probe, denn der Stadthalter wollte
den Bürgerbescheid nicht ausstellen.
Ihn nicht aushändigen, ohne dass Neroith… ohne dass Aeogen Rücksprache
mit einem Hohen des Tempels gehalten hatte. Riskant dies Unterfangen.
Neroith überdachte es lange. Was wäre wenn ihn der Priester erkennen
würde? Hatte er doch mit vielen von ihnen schon Kontakt gehabt. Zwar
stets verhüllt und in Rabensgewandung, doch war er mit ihnen schon
zusammengekommen das eine oder andere Mal.
Doch sein Ziel war ihm deutlich vor Augen.
Der Weg war allgegenwärtig nun in seinem Handeln. Schon bald würde er
ihnen berichten von dem Spiel der Götter. Ihnen den Unwissenden, den
Spielfiguren derer die sich Götter nennen. Ihnen verkünden von ihrem Verrat.
Doch erst musste er ihr Vertrauen gewinnen. Und wem würden sie nicht mehr
Vertrauen schenken als einem der ihren? Einen Bürger des Reiches Rahals.
Einen Ladenbesitzer und wohlmöglich gar Gardisten?... und jemandem, der
ihnen bieten kann was sie sonst wohlmöglich nie bekommen könnten.
Warum Rahal als erste Station seines Weges?
Nunja... in welcher Stadt und wo sonst gibt es leichter zu lockende Seelen.
Hier würde er sicher eine erste Anhängerschaft um sich scharen können.
Zuletzt geändert von Neroith am Donnerstag 22. Oktober 2009, 22:36, insgesamt 1-mal geändert.
btw. : Ruhm und Ehre der Eisenwart!
[img]http://i44.tinypic.com/10dse4n.jpg[/img]
[img]http://i44.tinypic.com/10dse4n.jpg[/img]
-
Nilas von Weidenheim
Normalerweise, wurde er von dem Stadthalter Informiert, so jener die Bürger in den Tempel schickte, um ihrem Verstand den letzten Schliff zu geben.
Doch dieser Mann überraschte den Templer. Im Gebet versunken, nahm er die widerhallenden Schritte in dem Tempelschiff erst spät wahr. Welche den Mausgrauen Mann auf ihn zu trugen.
Er wollte alles über den Glauben des Herrn wissen. Sich weiter Bilden und seinen Geist öffnen. Man könnte meinen ein Vorzeige "Neu"Bürger. Und doch machte es den Templer ein wenig Stutzig. Die graue Farbe kam ihm bekannt vor, und Erinnerte ihn an einen alten Freund, auch das Armband aus den feinen Knochen, war sehr ähnlich zu jenem welches Varoth immer am Arm trug.
Er würde ihm sicherlich etwas über den Glauben des Herren lehren. Doch blieben noch zwei Fragen welche in seinem Kopf umherschwirrten als der Mann sich wieder verabschieded hatte:
Wollte man ihn auf den Arm nehmen? Oder war es wirklich wieder so weit, dass ein Diener des Rabens sich der Vergangenheit entsinnte und zu seinen Wurzeln und den Wurzeln seines Demonens zurück kehrte?
Doch dieser Mann überraschte den Templer. Im Gebet versunken, nahm er die widerhallenden Schritte in dem Tempelschiff erst spät wahr. Welche den Mausgrauen Mann auf ihn zu trugen.
Er wollte alles über den Glauben des Herrn wissen. Sich weiter Bilden und seinen Geist öffnen. Man könnte meinen ein Vorzeige "Neu"Bürger. Und doch machte es den Templer ein wenig Stutzig. Die graue Farbe kam ihm bekannt vor, und Erinnerte ihn an einen alten Freund, auch das Armband aus den feinen Knochen, war sehr ähnlich zu jenem welches Varoth immer am Arm trug.
Er würde ihm sicherlich etwas über den Glauben des Herren lehren. Doch blieben noch zwei Fragen welche in seinem Kopf umherschwirrten als der Mann sich wieder verabschieded hatte:
Wollte man ihn auf den Arm nehmen? Oder war es wirklich wieder so weit, dass ein Diener des Rabens sich der Vergangenheit entsinnte und zu seinen Wurzeln und den Wurzeln seines Demonens zurück kehrte?
-
Kaim
- Beiträge: 0
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
Erschöpft von der Jagd saß Kaim in der Bank zu Bajard. Gerade hatte er seine Beute ins Fach gelegt und wollte sich einen Moment ausruhen. In letzter Zeit hatte er immer ein ungutes Gefühl. Taten sie nicht alles was Alatar von ihnen verlangte? Sie stärkten sich, lernten es ihren Hass zu nutzen um ihre Feinde zu zerschlagen. Und doch erlitten sie in Rahal eine gräßliche Niederlage. Eine Niederlage die Kaim immer noch tief in den Knochen saß. Waren sie doch dem Heer der schwächlichen Temora an Stärke weit überlegen. Nicht mehr als einen Wimpernschlag hätten sie benötigt um die feindliche Streitmacht in einem Sturm aus Blut vom Schlachtfeld zu fegen.
Aber so sollte es nicht sein.
Feige flohen sie, lockten sie immer weiter von Rahal weg, um schließlich auf magischem Wege direkt vor die Tore der Stadt zu gehen. Kaim hatte es kommen sehen, doch leider war es schon zu spät.
Wie konnte Alatar das zulassen?
Ein leiser Seufzer entkam Kaims Kehle, und erst als der Mann in der grauen Robe ihn ansprach viel Kaim auf dass er nicht alleine war. Als der Mann ihn fragte was los sei erzählte ihm Kaim von seinen Gedanken. Dass er nicht wisse was er falsch gemacht hat dass Alatar seiner eigenen Stadt so eine harte Strafe auferlegte.
Die andere Gestalt kommentierte dies lediglich mit einem schmunzeln.
Natürlich tun die Götter das. Es bereitet ihnen Spaß die Menschen leiden zu sehen, immer und immer wieder. Doch warum? Warum waren die Götter so? Der Fremde hatte durchaus einleuchtende Argumente, und hatte Kaim neugierig gemacht. Er bot Kaim auch an ihm mehr zu erzählen, ihm einen Weg zu zeigen wie er dem Spiel der Götter entkommen könnte, er müsse ihm nur folgen.
Und so stand der Mann auf und verließ die Bank, einen Moment im Rahmen der Tür inne haltend.
Unschlüssig was er nun tun sollte warf Kaim einen kurzen Blick zum Bankier, dieser jedoch schien sich nicht sonderlich für das Geschehen draußen zu interessieren. Einem Bauchgefühl folgend stand Kaim schließlich auf und folgte der Gestalt.
Gemächlich gingen sie in Richtung des alten Gasthauses von Tirell, und im gehen erzählte der Mann weitere Einzelheiten von dem falschen Spiel das die Götter mit den Menschen trieben. Letztlich war es egal für welche Seite man sich entschied. Man war dazu verdammt auf ewig einen Kampf zu führen, immer wieder von vorne beginnend. Egal was man tat, aus eigener Kraft konnte man diesem Kreislauf nicht entfliehen. Doch scheinbar schien dieser Fremde einen Weg zu kennen, eine Möglichkeit sich von allem zu befreien.
Nur ein Gedanke hinderte Kaim daran dem Mann weiter zu Folgen. Warum sollte er einem Fremden vertrauen, einem Mann der es nichteinmal für nötig hielt sein Gesicht zu zeigen. Und als hätte der Fremde diese Gedanken wahrnehmen können sprach er eben diese aus. Und mit diesen Worten legte er seine Maske ab und zog die Kapuze zurück.
Damit hätte Kaim wirklich nicht gerechnet. Für einen Moment verschlug es ihm die Sprache als er ins Gesicht seines alten Freundes Aeogen blickte, dem Burgschreiber der Eisenwart. Wieviele male hatte er an der Seite dieses Mannes gekämpft. Unzählige male rettete er Kaims leben, wie auch Kaim sein Leben gerettet hatte. Er kannte Aeogen als äußerst klugen und aufrichtigen Mann. Wenn er ihm all diese Dinge sagte dann nicht ohne Grund. Es musste einfach wahr sein. Und sein Freund Aeogen konnte ihm einen Ausweg zeigen.
Doch beschritt er diesen Weg einmal würde es kein Zurück mehr geben. Aber wollte Kaim überhaupt zurück? Nein, bestimmt nicht. Zu viel hatte er gehört, und auch schon selbst erlebt. Er hatte einen Schritt auf den Pfad der Erlösung gesetzt, und er konnte nicht einfach umkehren und so tun als sei nichts gewesen. Er musste den Weg bis zu seinem Ende beschreiten, und so folgte er Aeogen nach Rahal in sein Haus um noch mehr zu erfahren.
In der heiligen Stadt angekommen gingen sie zu Aeogens Haus, und dort geradewegs in den Keller. Dort war es dunkel, unheimlich, aber der Ort strahlte auch eine gewisse Hoffnung aus. Die Hoffnung auf Erneuerung, Erlösung. In der Mitte des Raumes prangte ein großes Pentagramm auf dem Boden. Kaim musste seine Rüstung ablegen und sich in die Mitte des Pentagramms stellen. Er tat dies nur zögerlich. Seine Rüstung legte Kaim sonst nur so selten wie möglich ab. Nur um ein Bad zu nehmen und um Nachts zu schlafen. Die Eisenwart hatte viele Feinde, deshalb war er immer auf der Hut.
So stand er nun in einem Keller in Rahal, ohne Rüstung, unbewaffnet, in der Obhut eines Mannes den Kaim schon lange kannte, zumindest dachte er das. Aeogen trat schließlich an ihn heran und reichte ihm eine Phiole die mit tiefschwarzer Flüssigkeit gefüllt war. Er reichte sie Kaim und sprach:"Trink dies, und du wirst die Wahrheit sehen." Kaim nahm die Phiole, schwenkte sie einmal kurz und blickte Aeogen dann tief in die Augen. Der ultimative Vertrauensbeweis. Der Legionär schloss also die Augen und trank den Inhalt der Phiole in einem Zug. Plötzlich viel er in einen tiefen Schlaf. Dies geschah so schnell und unvermittelt dass er die Phiole fallen ließ. Er selbst wäre auch hart zu Boden gegangen hätte Aeogen ihn nicht aufgefangen. Sacht wurde er zu Boden gelegt, doch bekam Kaim nichts von alledem mit. Erst war alles schwarz. Dann sah Kaim Bilder. Viele Bilder, schnell hintereinander. Er konnte kaum erfassen was er sah ehe das nächste Bild durch seinen Kopf schoss. Er sah jemanden auf einem Schlachtfeld kämpfen, er sah einen fein gekleideten Mann vor einem reich gedeckten Tisch sitzen. Einen Schmied der gerade das beste Schwert seines Lebens fertigte. Er sah unbeschreiblich vieles, und wie Aeogen ihm zuvor sagte alles Bilder der Leben die seine Seele vor diesem hier gelebt hat.
Dann wurde es wieder schwarz.
Langsam schälten sich Gestalten aus der Dunkelheit. Ihre Erscheinung vermochte Kaim nicht genau zu Erfassen. Waren es Seelen? Es wurden immer mehr und mehr. Sie umringten ihn, tanzten mit ihm und von Sekunde zu Sekunde wurden es mehr, er selbst schien eines dieser Wesen zu sein. Doch plötzlich tat sich ein Abgrund auf und die Seelen stürzten hinunter. Panisch versuchten sie sich zu wehren, wollten nicht hinabgezogen werden, doch es half nichts. Nur einige wenige wurden nicht hinabgezogen, jene welchen dem wahren Weg folgten. Sie wurden von einer größeren Macht beschützt. Und so konnten sie hinabsehen, bei dem zusehen was sich dort abspielte. Kaim spähte also hinab, sah eine Landschaft. In der Mitte eine Ruine, auf einer Seite Seen. Und dort waren sie, die Götter. Sie spielten mit den Seelen der Menschen wie ein Kind mit Puppen. Erfreuten sich daran sie leiden zu sehen. Dies war es, dies war die Wahrheit und nun war Kaim endgültig überzeugt. Sobald er diese Erkenntnis gewann entfernte sich die Landschaft auch schon wieder. Es wurde immer undeutlicher. Schließlich erwachte Kaim aus seinem Traum. Aeogen war noch immer bei ihm. Nun war ihm klar was er tun musste, ihm war klar dass er den Weg zu Ende gehen musste. Und Aeogen würde ihm die Richtung weisen.
Aber so sollte es nicht sein.
Feige flohen sie, lockten sie immer weiter von Rahal weg, um schließlich auf magischem Wege direkt vor die Tore der Stadt zu gehen. Kaim hatte es kommen sehen, doch leider war es schon zu spät.
Wie konnte Alatar das zulassen?
Ein leiser Seufzer entkam Kaims Kehle, und erst als der Mann in der grauen Robe ihn ansprach viel Kaim auf dass er nicht alleine war. Als der Mann ihn fragte was los sei erzählte ihm Kaim von seinen Gedanken. Dass er nicht wisse was er falsch gemacht hat dass Alatar seiner eigenen Stadt so eine harte Strafe auferlegte.
Die andere Gestalt kommentierte dies lediglich mit einem schmunzeln.
Natürlich tun die Götter das. Es bereitet ihnen Spaß die Menschen leiden zu sehen, immer und immer wieder. Doch warum? Warum waren die Götter so? Der Fremde hatte durchaus einleuchtende Argumente, und hatte Kaim neugierig gemacht. Er bot Kaim auch an ihm mehr zu erzählen, ihm einen Weg zu zeigen wie er dem Spiel der Götter entkommen könnte, er müsse ihm nur folgen.
Und so stand der Mann auf und verließ die Bank, einen Moment im Rahmen der Tür inne haltend.
Unschlüssig was er nun tun sollte warf Kaim einen kurzen Blick zum Bankier, dieser jedoch schien sich nicht sonderlich für das Geschehen draußen zu interessieren. Einem Bauchgefühl folgend stand Kaim schließlich auf und folgte der Gestalt.
Gemächlich gingen sie in Richtung des alten Gasthauses von Tirell, und im gehen erzählte der Mann weitere Einzelheiten von dem falschen Spiel das die Götter mit den Menschen trieben. Letztlich war es egal für welche Seite man sich entschied. Man war dazu verdammt auf ewig einen Kampf zu führen, immer wieder von vorne beginnend. Egal was man tat, aus eigener Kraft konnte man diesem Kreislauf nicht entfliehen. Doch scheinbar schien dieser Fremde einen Weg zu kennen, eine Möglichkeit sich von allem zu befreien.
Nur ein Gedanke hinderte Kaim daran dem Mann weiter zu Folgen. Warum sollte er einem Fremden vertrauen, einem Mann der es nichteinmal für nötig hielt sein Gesicht zu zeigen. Und als hätte der Fremde diese Gedanken wahrnehmen können sprach er eben diese aus. Und mit diesen Worten legte er seine Maske ab und zog die Kapuze zurück.
Damit hätte Kaim wirklich nicht gerechnet. Für einen Moment verschlug es ihm die Sprache als er ins Gesicht seines alten Freundes Aeogen blickte, dem Burgschreiber der Eisenwart. Wieviele male hatte er an der Seite dieses Mannes gekämpft. Unzählige male rettete er Kaims leben, wie auch Kaim sein Leben gerettet hatte. Er kannte Aeogen als äußerst klugen und aufrichtigen Mann. Wenn er ihm all diese Dinge sagte dann nicht ohne Grund. Es musste einfach wahr sein. Und sein Freund Aeogen konnte ihm einen Ausweg zeigen.
Doch beschritt er diesen Weg einmal würde es kein Zurück mehr geben. Aber wollte Kaim überhaupt zurück? Nein, bestimmt nicht. Zu viel hatte er gehört, und auch schon selbst erlebt. Er hatte einen Schritt auf den Pfad der Erlösung gesetzt, und er konnte nicht einfach umkehren und so tun als sei nichts gewesen. Er musste den Weg bis zu seinem Ende beschreiten, und so folgte er Aeogen nach Rahal in sein Haus um noch mehr zu erfahren.
In der heiligen Stadt angekommen gingen sie zu Aeogens Haus, und dort geradewegs in den Keller. Dort war es dunkel, unheimlich, aber der Ort strahlte auch eine gewisse Hoffnung aus. Die Hoffnung auf Erneuerung, Erlösung. In der Mitte des Raumes prangte ein großes Pentagramm auf dem Boden. Kaim musste seine Rüstung ablegen und sich in die Mitte des Pentagramms stellen. Er tat dies nur zögerlich. Seine Rüstung legte Kaim sonst nur so selten wie möglich ab. Nur um ein Bad zu nehmen und um Nachts zu schlafen. Die Eisenwart hatte viele Feinde, deshalb war er immer auf der Hut.
So stand er nun in einem Keller in Rahal, ohne Rüstung, unbewaffnet, in der Obhut eines Mannes den Kaim schon lange kannte, zumindest dachte er das. Aeogen trat schließlich an ihn heran und reichte ihm eine Phiole die mit tiefschwarzer Flüssigkeit gefüllt war. Er reichte sie Kaim und sprach:"Trink dies, und du wirst die Wahrheit sehen." Kaim nahm die Phiole, schwenkte sie einmal kurz und blickte Aeogen dann tief in die Augen. Der ultimative Vertrauensbeweis. Der Legionär schloss also die Augen und trank den Inhalt der Phiole in einem Zug. Plötzlich viel er in einen tiefen Schlaf. Dies geschah so schnell und unvermittelt dass er die Phiole fallen ließ. Er selbst wäre auch hart zu Boden gegangen hätte Aeogen ihn nicht aufgefangen. Sacht wurde er zu Boden gelegt, doch bekam Kaim nichts von alledem mit. Erst war alles schwarz. Dann sah Kaim Bilder. Viele Bilder, schnell hintereinander. Er konnte kaum erfassen was er sah ehe das nächste Bild durch seinen Kopf schoss. Er sah jemanden auf einem Schlachtfeld kämpfen, er sah einen fein gekleideten Mann vor einem reich gedeckten Tisch sitzen. Einen Schmied der gerade das beste Schwert seines Lebens fertigte. Er sah unbeschreiblich vieles, und wie Aeogen ihm zuvor sagte alles Bilder der Leben die seine Seele vor diesem hier gelebt hat.
Dann wurde es wieder schwarz.
Langsam schälten sich Gestalten aus der Dunkelheit. Ihre Erscheinung vermochte Kaim nicht genau zu Erfassen. Waren es Seelen? Es wurden immer mehr und mehr. Sie umringten ihn, tanzten mit ihm und von Sekunde zu Sekunde wurden es mehr, er selbst schien eines dieser Wesen zu sein. Doch plötzlich tat sich ein Abgrund auf und die Seelen stürzten hinunter. Panisch versuchten sie sich zu wehren, wollten nicht hinabgezogen werden, doch es half nichts. Nur einige wenige wurden nicht hinabgezogen, jene welchen dem wahren Weg folgten. Sie wurden von einer größeren Macht beschützt. Und so konnten sie hinabsehen, bei dem zusehen was sich dort abspielte. Kaim spähte also hinab, sah eine Landschaft. In der Mitte eine Ruine, auf einer Seite Seen. Und dort waren sie, die Götter. Sie spielten mit den Seelen der Menschen wie ein Kind mit Puppen. Erfreuten sich daran sie leiden zu sehen. Dies war es, dies war die Wahrheit und nun war Kaim endgültig überzeugt. Sobald er diese Erkenntnis gewann entfernte sich die Landschaft auch schon wieder. Es wurde immer undeutlicher. Schließlich erwachte Kaim aus seinem Traum. Aeogen war noch immer bei ihm. Nun war ihm klar was er tun musste, ihm war klar dass er den Weg zu Ende gehen musste. Und Aeogen würde ihm die Richtung weisen.
- Neroith
- Beiträge: 708
- Registriert: Freitag 31. Oktober 2008, 04:44
Kräftezehrend. Der Rabensdiener drückte sich angestrengt an die Wand.
Es kostete ihn einiges an Kraft so tief in den Geist eines Menschen
einzudringen.
Der Zustand in den der Eisenwartler nach der Verabreichung seines
Gebräus gefallen war, machte sein Walten jedoch erheblich leichter.
Er hatte ihn sehen lassen was er sehen sollte. Keinen Zweifel würde er nach
seinem Erwachen noch an der Wahrheit haben. Neroiths Atem kam nur
langsam wieder in geordnete Bahnen zurück. Doch war es ihm das wert
gewesen.
"Einer ist schon gekommen. Weitere werden folgen.", sprach der Seelen-
fänger und wandte seine Blicke wieder zu dem noch auf dem Boden
liegenden Kaim. Er würde bald wieder aufwachen und ausziehen, die
Botschaft verlautbaren zu lassen. Schon bald würde es viele wie ihn geben.
Boten des wahren Weges. Die Kra’thor in ihren Gebeten um die
Erlösung bittend und nur darauf warten würden die Feinde des Raben ihre
Klingen spüren lassen.
Es kostete ihn einiges an Kraft so tief in den Geist eines Menschen
einzudringen.
Der Zustand in den der Eisenwartler nach der Verabreichung seines
Gebräus gefallen war, machte sein Walten jedoch erheblich leichter.
Er hatte ihn sehen lassen was er sehen sollte. Keinen Zweifel würde er nach
seinem Erwachen noch an der Wahrheit haben. Neroiths Atem kam nur
langsam wieder in geordnete Bahnen zurück. Doch war es ihm das wert
gewesen.
"Einer ist schon gekommen. Weitere werden folgen.", sprach der Seelen-
fänger und wandte seine Blicke wieder zu dem noch auf dem Boden
liegenden Kaim. Er würde bald wieder aufwachen und ausziehen, die
Botschaft verlautbaren zu lassen. Schon bald würde es viele wie ihn geben.
Boten des wahren Weges. Die Kra’thor in ihren Gebeten um die
Erlösung bittend und nur darauf warten würden die Feinde des Raben ihre
Klingen spüren lassen.
btw. : Ruhm und Ehre der Eisenwart!
[img]http://i44.tinypic.com/10dse4n.jpg[/img]
[img]http://i44.tinypic.com/10dse4n.jpg[/img]