Hitze,Ungewissheit, ein starker Wille und verheilende Narben

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Viola Ser´Rhal

Hitze,Ungewissheit, ein starker Wille und verheilende Narben

Beitrag von Viola Ser´Rhal »

Es war mitten in der Nacht gewesen, als Viola erwachte und sich im großen, dunklen Zimmer umsah. Neben ihr konnte sie die größere Gestalt von Cailly wahrnehmen, wie sie neben ihr lag und schlief. Sie hatte sich in der Nacht instinktiv an sie ran gerückt, hatte Nähe gesucht wie bei Freia, doch es war nicht das gleiche gewesen. Sie richtete sich leise auf und trat zur Türe, so leise es ging öffnete sie diese und trat hinaus. Sie lief auf nackten Füßen, wohl darauf bedacht keinen Lärm zu machen um am Ende gar Erinna oder den kleinen Seymour zu wecken. Sie verlies die Herberge und setzte sich auf die Treppenstufen vor diese. So heiß die Tage in Menek'ur doch waren, so kalt waren anscheinend seine Nächte, denn Viola fröstelte es stark. Sie hob den Blick an, hinauf zu den Sternen und dachte nach, wie sie es öfters getan hatte wenn sie bei den Hinras nachdenken wollte. Immer hatte sie sich auf die Palisaden gesetzt und in den Sternenhimmel gestarrt und sich ihren Gedanken hingegeben. Sie dachte nach, versuchte zu erfassen was sie fühlte. Wenn sie Erinna und Cailly beobachtet hatte, wieviele Tränen sie um Falk vergossen hatten, kam sich Viola fast schäbig vor. Sicher, sie hatte geweint als es darum ging Freia zu verlassen und ihr Herz hatte geschmerzt, doch Freia hatte ihr versprochen wiederzukommen und sie wusste einfach dass es so kommen würde.
Sie hatte es nach der anfänglichen Trauer akzeptiert und hingenommen, es blieb ihr nicht einmal etwas anderes übrig. Sie hatte Freia viele Dinge versprochen. Sie hatte versprochen diese Insel zu erkunden um ein wenig etwas über sie sagen zu können, sie hatte Versprochen auf Erinna, Cailly und den Jungen aufzupassen, sie hatte versprochen ihnen zur Hand zu gehen wann immer es ging, sie würde alles daran setzen diese Versprechen einzulösen nur um ihre neue Mutter stolz zu machen.

Ihre Blicke wanderten kurz zur Türe, als sie meinte Schritte gehört zu haben, doch sah sie dann wieder hoch in den Himmel. Sie hatte sich verändert, vielleicht sogar am extremsten in diesen zwei letzten Tagen. Vor wenigen Tagen gab es für sie nur Freia. Sie war der Mittelpunkt von allem. Der Clan, Falk, Cailly ... sie alle waren ihr zwar sympathisch, aber im Endeffekt waren sie ihr egal gewesen. Sie waren alle nur Nebenfiguren im Vergleich zu Freia. Die letzten zwei Tage hatten diese Einsicht geändert. Sie hatte viel mit ihrer neuen Mutter geredet, hatte nachgedacht und hatte immer mehr festgestellt, dass sie sich versteckte. Sie hatte sich immer noch nicht richtig eingelegt, das war ihr klar geworden. Sie hatte einen Wall um sich aufgebaut, hatte ihren eigenen Egoismus vorgesetzt und hatte Desinteresse als Schutz für sie genommen, und doch ... Freia war es gelungen das alles zu durchdringen und auch Erinna auf eine Art und Weise. Die letzten zwei Tage hatte sie die anderen Clansmitglieder beobachtet, mit denen sie bisher so wenig zu tun hatte und am Tag des Abschieds hatte sie es wohl am stärksten zu spüren bekommen. Da war jene Frau, Aisling. Viola hatte sie nie wirklich kennengelernt, nur vom Sehen und doch wollte Freia dass sich Viola von ihr verabschiedete und als sie sah, dass Traurigkeit in den Augen der Frau lag, obwohl sie Viola nichtmal richtig kannte, brach etwas aus diesem Wall heraus, ein großes Stück. Sie hatte es sich selbst geschworen, sie würde die Nähe zu den anderen suchen, es war auch etwas was sie Freia versprochen hatte, aber auch sich selbst.

Ein tiefer Atemzug lies die kalte Nachtluft in ihre Lungen steigen. Sie würde die Zeit hier auf Menek'ur für so vieles Nutzen, und dann würde der Moment wiederkommen, der in dem sie in Freias Armen war, sich fest an sie presst und wusste, dass sie wieder bei ihrer Mutter war. Es wäre jener Moment, wenn sie den anderen entgegenlächeln würde und der Moment, in dem sie wieder neu zum Leben erwachen würde. Es war an der Zeit die alten Narben verheilen zu lassen ... vielleicht war es sogar an der Zeit für eine Wiedergeburt, sie würde sehen was die zeit mit sich brachte.
Aradan Krenor

Beitrag von Aradan Krenor »

[OOC: *falscher char -.-* :) ]
Freia Hinrah

Beitrag von Freia Hinrah »

Der fast volle Mond schien hell auf das leer wirkende Grimwould bei Nacht. Der eisige Wind der direkt von Fuachtero herüberzog wurde von Tag zu Tag kälter und jeder konnte spüren das es Winter wurde und bei dem was ihnen bevorstand sogar ein verdammt harter Winter. Freia lag in ihrem Zimmer und starrte zum Fenster hinaus zu den Sternen. Die dicken Felle welche sie sich übergestülpt hatte, sollten eigentlich vor der Kälte schützen und doch fröstelte sie. Sie wusste das es nicht die äussere sondern innere Kälte war die sie ergriffen hatte. Obwohl sie sich für die kommenden Tage besser ausruhen und schlafen sollte hatte sie es nach 3 versuchen schliesslich aufgegeben. Immer wenn ihre Hand im Schlaf zu der Stelle wanderte, wo die letzten Nächte ihre Kleine liegen sollte und spürte das da nichts war ist sie aus dem tiefsten Schlaf hochgeschreckt und hat sich nach ihr umgesehen. Langsam kam in solchen Momenten die Erinnerung das ihr liebes Mädchen ja auf Menek'ur war und sie es selbst mit den anderen dorthin gebracht hatte. Nun lag sie auf den Rücken und musste an die vielen schönen Tage der letzten Zeit denken. Viola hatte ein weiteres großes Stück Leben zu ihr zurückgebracht. Leben das durch den Tod ihrer Freunde und ihres Mannes aus ihr herausgerissen wurde. Sie fühlte wie es ihr gut tat für das junge Mädchen zu sorgen, wieder eine Aufgabe zu haben der sie sich mit ihrem ganzen Sein zuwenden konnte. Es ist schon erstaunlich wie schnell selbst ein so geschundenes Herz, aus der Asche seiner selbst auferstehen und für ein noch vor wenigen Wochen völlig fremdes Mädchen schlagen konnte. Unablässig wenn sie an diesem Abend an Viola dachte, musste sie auch an das denken was ihnen bevorstand. Daran das vielleicht noch mehr Blut ihres Volkes vergossen wurde und sie nicht zu Viola zurückkehren würde. Erneut jagte ein eiskalter Schauer über ihren Rücken, als sie sich ausmalte wie Falk der kleinen die Nachricht übermittelte das Freia gestorben sei, als sie sich das Gesicht des jungen Mädchens vorstellte wie es von einer noch tieferen Traurigkeit ergriffen wurde als es schon bei ihrem Abschied war. Unweigerlich schüttelte sie fest den Kopf. Nein ... sie würde zurückkehren und den Geschichten ihrer kleinen lauschen was sie mit Cailly und Erinna und dem kleinen Seymour alles erlebt hatte. Sie hatte sich ihre Worte zu herzen genommen, das spürte Freia und sah sie auch am gestrigen Tage wo sich viola zu ihnen setzte und versuchte mit dem kleinen Seymour in Kontakt zu treten. Freia lächelte still bei dem Gedanken und hoffte inständig das sie es vermochte mit Erinna Seymour und Cailly in Freundschaft zu treten. Denn dann, hätte diese Trennung wirklich etwas gutes gebracht so wie sie es sich wünschte. Freia tapste engvon einigen Fellen umschlungen durch ihr Zimmer und zündete eine Kerze an. Behutsam packte sie ihre letzten Sachen zusammen. Viola würde ihren Teil der Abmachung einhalten. Das spürte sie ... und nun war es an Freia ihren Teil der Abmachung einzuhalten, für Viola für Erinna und den Rest des Clanes ... und schliesslich auch für Isgar ...

Eisig umwehte der Wind die starre hölzerne Festung, welche aus den unheimlichen dicken Nebelschaden der Nacht ragte, alles schien still nur aus einem Fenster verlosch das schwach glimmende Kerzenlicht erst mit dem aufgehen der morgendlichen Sonne ....
Viola Ser´Rhal

Beitrag von Viola Ser´Rhal »

Nacht. Klare und schöne Nacht. Kein Geräusch drang an ihr Ohr, kein Tier schien draußen in der Wüste seinen Lärm zu machen, wie es manchmal im nahen Wald von Grimwould der Fall war. Cailly schlief neben ihr, ob fest oder nicht, das mochte sie nicht zu sagen, doch sie war wach. Hellwach. Ihre Augen hatten sich in Richtung Decke bewegt und ihre Gedanken rasten nur so dahin. Heute war nicht viel geschehen, doch was geschehen war, hatte vielleicht gereicht, war vielleicht der Stein für das Fundament.

Es waren Worte, und es waren Worte gewesen, die Viola falsch verstanden hatte. Doch das wusste sie nicht, sie hatte es falsch verstanden, doch war ihr Verstand noch nicht bereit es zu registrieren. Sie mochte Cailly sehr, und doch hatte sie die einfache Mahnung überbewertet, die kurze Erinnerung an ihre Sucht, nur die bloße Erwähnung machte sie verletzlich und sie dachte, Cailly würde sie anklagen und ihr vorwerfen, sie würde klauen wollen. Sie hatte sich in diesem Moment erbärmlich gefühlt und sie wollte weinen, sie wollte all ihrer Trauer, all der Frustration der letzten Tage freien Lauf lassen, doch sie tat es nicht. Schwäche ... Weinen zeugte von Schwäche die sie in dieser harten Zeit nicht zeigen durfte und auch nicht zeigen würde. Sie wollte außerdem Cailly nicht noch mehr Kummer machen als sie eh schon hatte, sie vermisste ihren Mann und da brauchte sie nicht noch ein kleines heulendes Kind. Sie schluckte alles runter, wie sie es auch beim Abschied von ihrer Mutter getan hatte, wie sie es getan hatte als sie sich bewusst geworden war, dass sie lange Zeit weg von ihr kommen würde, wie es immer getan hatte.

Nun lag sie da und dachte nach, dachte an alle möglichen Dinge und sie schloss die Augen. Es war etwas in ihr, etwas, was immer nur klein gewesen war, etwas, dass nie sonderlich groß gewesen war aber nun wuchs und zwar in Sekundenschnelle. Es war alles. All jener Schmerz, all jener Trotz, all jene Furcht und alle Ängste und Sorgen. Alles kam nun in ihr hoch, alles wuchs heran und wandelte sich um in etwas, was sie zuvor niemals groß verspürt hatte; Zorn, unglaublicher Zorn. Wie ein Schleier legte er sich über ihren Verstand,benebelte sie. Sie richtete sich auf und rutschte aus dem Bett, so leise wie nur möglich, und rutschte in ihre Kleidung. Sie zog sich ihre Stiefel an und hob den Bogen unter ihrem Bett hervor und ging ihn sich um die Schulter, sowie ihren spitzen Dolch. Sie trat aus dem Zimmer, nicht leise sondern in normalen Schritt, und ging hinaus in die Wüste.
Dort lief sie, sie lief eine ganze Weile, ohne schützenden Führer, ohne eine wirkliche Orientierung, doch erblickte sie in der Ferne plötzlich, was sie gesucht hatte. Ein dunkler Haufen krabbelte durch den Sand, ein Riesenskorpion, eine Jagdbeute. Sie zog aus sicherer Entfernung stumm einen Pfeil, spannte ihn in den Bogen und zielte. Der Pfeil flog los und traf, mit einem knackenden Laut bohrte er sich durch die Schale des Tieres, welches aufzischte. Viola spannte sogleich den nächsten ein und schoss erneut, es folgte Pfeil um Pfeil, bis das Tier mit seinen Kräften am Ende war und zusammensackte und sich nicht mehr regte. Viola schoss einen letzten Pfeil auf das Biest los, nur um sicherzugehen und trat dann zu ihm hin, um die Pfeile aus der toten Hülle zu entfernen. Als sie es erledigt hatte, wollte sie sich abdrehen, es war genug gewesen ... doch der Schleier legte sich nicht. Sie kniff die Augen zusammen und zog ihren Dolch und rannte auf das tote Wesen zu. Und mit blinder Wut, totalem Zorn hieb sie mit dem Dolch auf die weichere Schale des Skorpiones ein. Sie knurrte, sie schrie und sie fauchte dabei, sie schlug in blindem Zorn zu und vergrub den Dolch in der weicheren Schale, bis diese sich löste. Doch sie schlug weiter, schlug in das weiche Innere des Tieres und brüllte sich dabei die Seele aus dem Leib, bis sie nicht mehr konnte und zittirg zusammensackte. Sie starrte auf das leblose, und teils zerpflückte Monstrum und erhob sich, sehr langsam schlurfte sie zurück zum Hotel.

Dort angekommen trat sie wieder in die Herberge. Es war ihr egal gewesen, ob ihre Kleidung von den übel riechenden und klebrigen Säften des toten Monstrums an ihrer Kleidung klebten und es war ihr egal, dass sie ein paar kleine Schnittwunden beim Zuschlagen davongetragen hatte. Es war ihr alles egal, sie fühlte sich einfach nur leer und matt. Sie trat durch die Tür, nun wieder sehr leise, sank aber totmüde auf dem Boden zusammen und schlief ein. Heute war der Zorn ihrer Überhand geworden, zum ersten mal seit sie sich daran erinnern konnte, hatte sie alles aus sich gelassen. Sie dachte nicht darüber nach ob jemand ihr Gebrüll gehört haben könnte, sie dachte auch nicht darüber nach ob Cailly oder Erinna sie gerade gehört hatten, es war ihr alles egal. Sie wollte nur noch schlafen. Sie schloss die Augen und schlief unter Tränen ein ... Tränen die nicht sein dürften, aber sie waren da. Und mit ihnen, der erste Stein, zum neuen Fundament.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Still erhob sie sich vom Hafenbeckenrand und tapste richtung Herberge. Was war das? Das klang nicht nach einem Tier.

Langsam zog sie ihren Bogen und schlich durch den alles verschluckenden Sand auf die Geräusche zu. Im Mondschein glänzte ihre sehr helle Haut fast weiss und samtig. Sie hatte sich nur duenn bekleidet, die Hitze des Tages aus ihrem Körper durch den kalten Nachtwind wehen lassen wollend.

Im Mondschein erkannte sie bald eine Gestalt am Boden, das auf etwas immer wieder einschlug. Leise trat sie heran, doch so das die Gestalt sie nicht so bald bemerken wuerde.

Irgendwann erkannte sie die Stimme in den Zornesschreien und ein sanftes wissendes Lächeln legte sich ueber ihre Lippen. Sie begriff sofort was Viola da tat, nichts anderes hatte sie selber getan, wenn der Zorn sie uebermannt hatte.

Leise wie ein schuetzender Schatten verfolgte sie Viola, bis jene sicher wieder in der Herberge war. Danach setzte sie sich an die Hauswand und blickte zum Himmel empor.

Sie begriff jetzt eines. Sie war das älteste Kind, und Cailly in ihrem Zustand wirkte ihr eh fast wie ein Kind, es war jetzt an ihr stark zu sein. Langsam umschloss sie mit den Fingern das Stirnband ihres Vaters und ihre Gedanken gingen mit dem Wind nach Gerimor rueber.

Dah ich werde nicht mehr weinen, nicht mehr zittern, mich nicht mehr fallen lassen, mache dir keine Sorgen um uns, es geht uns gut und ich werde mein Versprechen das ich dir gab halten.

Die ganze nacht hockte sie im heissen Wuesstensand, den Mond und die Sterne betrachtend. Ihre Gedanken kreisten dabei um Viola. Sie liebte das junge Ding wie eine Schwester, und sie hatte das Gefuehl ganz langsam Zugang zu ihr zu finden.

Mit dem Kopf an die Wand gelehnt, schlief sie irgendwann draussen ein.
Viola Ser´Rhal

Beitrag von Viola Ser´Rhal »

Unsicherheit. Das war es was sie gerade erfüllte. Sie saß vor der Herberge und starrte nachdenklich in den Himmel, ihre Gedanken überschlugen sich gerade. heute war wieder ein ereignisreicher Tag gewesen und sie hatte mehr erlebt als ihr Kopf gerade erst verarbeiten konnte. Es fing alles recht ruhig an, sie war in die Herberge gekommen um sich ein wenig auszuruhen, doch als sie die Türe öffnete erwartete sie die erste Überraschung; Falk war zu Besuch wie es schien, denn er stand mitten im Zimmer und auch Cailly und Erinna waren hier. Sie hatte erst die Hoffnung gehabt endlich wieder nach hause zu dürfen, doch starb diese Hoffnung recht schnell, als sie hörte dass es nicht so zu laufen schien wie es sollte. Doch der abgebrochenen Laune kam noch etwas hinzu; Cailly und Falk fragten sie plötzlich, was sie Arton erzählt hatte, was sie ihm erzählt hatte über den grund ihres Aufenthaltes und dass Erinna angeblich mitbekommen hatte, wie Viola gesagt haben sollte, dass Viola ihm gesagt hatte was Falk vorhabe. Viola blinzelte überrascht, sie hatte Arton doch nichts wichtiges erzählt, nur dass sie hier auf der Insel waren und das es cailly nicht gut ging, doch hatte sie nicht einmal Falk erwähnt. Kurz brannte Wut in ihr auf, wieso hatte Erinna sowas gesagt? Doch es ging weiter, Viola und Erinna erhielten fast im gleichem Zug das verbot alleine jagen zu gehen und Viola wurde von Erinna wieder als Lügnerin dargestellt, weil sie Erinna nicht gesagt hatte, dass sie am gestrigen Morgen von einem Untier bewusstlos geschlagen wurde.

Immer dichter wurden die Worte, wurden die Anschuldigungen und ihr Gesicht brannte vor Zorn. Zum ersten mal gab sie sich diesem auch für eine kurze Zeit hin, keifte Erinna an und auch Cailly gab sie ab und an einen giftigen Kommentar, was am Ende dazu führte, dass Erinna aus dem Zimmer stürmte und Viola sich von Cailly eine Predigt anhören durfte. Doch sie hörte Cailly nur teilweise zu, sie war wütend, wie kam Erinna nur dazu, sie als Lügnerin anzuprangern und dann auch noch zu sagen, sie hätte Falk und seine Angelegenheiten verpetzt? Sie schüttelte innerlich den Kopf und ihr Gesicht war mittlerweile feuerrot vor Wut. Sie hätte Erinna am liebsten eine Ohrfeige verpasst, doch lauschte sie dann Cailly weiter. Ihre Worte waren hart, sie sagte dass Erinna und Viola ihr Kopfzerbrechen bereiten würden, etwa swas Viola kurz stutzen lies. Wie das Ganze weitergegangen wäre, wollte Viola nun im nachinein gar nicht wissen, doch zum Glück kam Freia genau in diesem Moment herein, genau, Freia. Ihre Mutter war komplett verändert, immer noch hatte sie die Tarnung in ihr Gesicht geschmiert, doch erkannte Viola sie sofort wieder. Ein unglaubliches Glücksgefühl machte sich ungehends in ihr breit und sie presste sich vollkommen an ihre Mutter, doch auch mit ihr folgte ein längeres Gespräch über sich, Erinna und die Zukunft. Freia laushcte ihr, hörte ihren Einwänden zu, belehrte sie jedoch in vielen Fällen und egal wie sehr manche Belehrungen kurz weh taten, sie war überglücklich endlich wieder bei ihrer Mutter zu sein, wenn auch nur kurz, wie sie wusste. Bereits am nächsten Tag würde sie Freia wieder verlieren für eine ganze Zeit und dann blieb nichts anderes als zu warten.

Sie hatte eine ganze Weile mit Freia geredet, nachgedacht und dann einen Entschluss gefasst. Freia hatte Recht gehabt mit ihren Worten, sie und Erinna mussten sich endlich zusammenrufen, denn sie brauchten einander und anstatt sich in dieser harten Zeit zu bekämpfen, mussten sie zusammenhalten und sich gegenseitig beistehen. Sie suchte Erinna auch im Verlauf des nachmittags auf und entschuldigte sich bei ihr. Die Worte fielen ihr keineswegs leicht, doch tat es ihr Innerlich gut. Sie liebte Erinna, und sie hatte sie längst als ihre Schwester akzeptiert und heute hatte sie Erinna auch das erste mal als eben diese betitelt. Der Abend klang dann noch in der Taverne zusammen mit Freia und Falk ab und irgendwann kam dann auch die zeit des erneuten Abschieds, auch wenn es Viola schwer fiel, doch sie lies Freia ziehen und ermahnte sich, nicht zu weinen oder zu jammern, es würde nicht mehr lange Dauern.

Nicht mehr lange ... je öfter sie die Worte wiederholte, desto falscher wurden sie. Viola hatte sich vorgenommen nicht zu weinen, aber wieso? Auch wenn sie es nicht selbst gemerkt hatte, sie hatte sich verändert. Sie hatte sich zurückgestellt von dem gefühlsarmen und harten Mädchen dass in den Strassen lebte, hin zu dem kleinen Kind was sie doch war. Und immer mehr machte sich dies zu Bemerken, sei es an ihrem Verhalten heute Morgen als sie Erinna und Cailly angegiftet hatte und aus Trotz nichts gesagt hatte, oder wegen ihrer jetzigen Situation. Ihr ganzer Körper zitterte erbärmlich und sie weinte, sie weinte einfach und jammerte in die Nacht hinein. Sie brüllte nach Freia, sie verfluchte das Leben und sie wollte einfach nur wieder bei ihrer Mutter sein. Alles was früher nicht erschwinglich für sie war, alles was früher für sie keinerlei Rollen gespielt hatte, all das kam nun mit voller Geschwindigkeit auf sie zugerast und rammte sie gnadenlos. Sie hatte an diesem Abend schon mit dem gedanken gespielt wegzurennen, sich unter eines der Schiffe nach Bajard zu schmuggeln und zu Freia zu rennen, doch sie wusste dass sie das nicht durfte. Sie würde es aushalten müssen und zum ersten mal seit sie in menek'ur waren, verstand sie, wie sich Erinna gefühlt hatte, als sie um falk geweint hatte, den sie zurücklassen musste. Sie wollte nur noch nach Hause zu ihrer Mutter, und zwar jetzt.
Sie gab sich noch lange ihren Gefühlen hin, nahm keine Rücksicht mehr auf ihre Arroganz, auf ihre starke Seite die ihr sagte sie solle nicht jammern und stark sein und war heute das, was sie eigentlich sein sollte, ein Kind das seine Mutter vermisste und die Welt nicht verstand.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Oh sie verstand Viola zu gut.
Als jene sich entschuldigen kam, hatte Erinna fest die Arme schon um Viola geschlossen und sie an sich gedrueckt. Das Mädchen tat ihr unendlich leid, aber sie fühlte auch eine innige liebe zu ihr.

Sie verstand Viola gut, aber sie machte sich auch grosse Sorgen. Weil Viola immer so still war und Erinna spürte deutlich das Viola lieber Dinge schluckte als zu reden. Vielleicht war sie deswegen oft so zornig auf Viola, weil sie sie so unendlich gut verstand, aber ihr zeigen wollte das man mit offenen Worten weit mehr erreichen kann, als mit Schweigen.

Erinna wollte Viola nicht drängen, sie wollte ihr alle Zeit lassen, aber sie waren in eine schwere Zeit gerutscht. Die Sorge um Cailly hatte sie fast zerbrochen, dann noch den kleinen Seymour versorgen und dann erfahren zu muessen, das Viola bewusstlos gewesen war. Es war wie als haette man ihr gesagt "Du hast versagt" .

Sie wusste das sie keinerlei Befehlsgewalt hatte, aber Cailly war krank gewesen, es war niemand mehr da der sich um die Kinder kuemmerte und Erinna fand es selbstverständlich das sie als Älteste des Kinder somit in dem Moment eine Art Sorgerecht uebernahm. Sie wusste die Hilfe der Menekaner zu schaetzen, sehr sogar, aber sie waren nicht ihre Familie.

Ihre Familie auf Menekur waren Cailly, Viola und Seymour. Fuer sie war klar gewesen, faellt einer aus, musste sie dessen Aufgabe uebernehme. Cailly war ausgefallen aber Erinna überschaetzte sich selber. Innerhalb weniger Tage verflog fast alle Kindlichkeit von ihr.

Als Viola sagte es ginge ihr gut, war es fuer Erinna wie eine Lüge, wie ein Faustschlag in den Magen. Wie als vertraue ihr Viola nicht. Sie sah doch in den Augen von Viola das es ihr nicht gut ging, nur deswegen empfand sie es als Lüge, als jene sagte es ginge ihr gut. Dann hatte sie das gefluester mitbekommen, das die wenigen Haendler gefluestert hatten, dass Arton dagewesen war und sie wusste Arton konnte eins und eins zusammen zählen.

Normal würde ein Falk seine Frau und seine Tochter niemals irgendwo alleine lassen. Sie spürte das Arton bereits mehr wusste als er durfte und sie machte sich heftige Sorgen. Sie wusste es war nicht recht zu sagen das Viola... aber sie hatte es selber fest geglaubt, weil die Händler doch gesagt hatten das Arton sich mit Viola unterhalten hatte. Sie schämte sich fürchterlich und so nahm sie Viola fest in den Arm um ihr ihre Liebe zu zeigen, zu zeigen das sie auch da war und das sie auch Viola wirklich wie eine Schwester von ganzem Herzen liebte.
Viola Ser´Rhal

Erinna

Beitrag von Viola Ser´Rhal »

Irgendwann war sie eingeschlafen, irgendwann hatte sie endlich ihre Ruhe gefunden. Vor dem Einschlafen hatte sie nachgedacht, hatte über Erinna nachgedacht und was alles in ihr vorging, wenn sie an das Mädchen dachte. Damals, als sie Erinna das erste mal kennengelernt hatte, kam sie ihr vor, als wolle sie Viola zwanghaft in eine Richtung stoßen, auch wenn sie sich immer gemüht hatte, niemals direkt vorzugehen. Erinna hatte eine gewisse Geduld entwickelt, hörte Viola zu und schon sehr früh hörte sie die Worte, dass Erinna in ihr eine Schwester sah. Sie hatte Viola auf die probe gestellt, hatte ihr Dinge anvertraut, von denen sich Viola immer fragte, warum sie es ihr sagte und sie steckte immer eine ganze Menge an Geduld in Viola.

Und doch, wenn sie dann wieder nachdachte, kamen immer wieder die Momente, in denen der Zorn hoch brodelte wenn sie daran dachte. Die Tatsache dass Erinna sie als Lügnerin dargestellt hatte, ihre Belehrungen und ihr Ton den sie ab und an aufsetzte, ihre Art mit Viola umzugehen, jene Momente waren selten aber es gab sie. Und in diesem Momenten wünschte sie sich nichts sehnlicher, als aufzuspringen und Erinna die Fäuste ins Gesicht zu schlagen. Jene Momente waren da und dann sah sie zu erinna und kniff die Augen zusammen, fragte sich woher sie das recht nahm, sie manchmal so zu behandeln.
Es gab Momente, da schüttelte Viola den Kopf stumm, es waren jene Momente in denen Erinna mehr sein wollte als ein Kind. Freia hatte es gesagt, Erinna war sehr reif für ihr Alter und Viola erkannte dies, und Erinna auch. Und dies war auch die Seite, die sie an Erinna kennengelernt hatte, die des Mädchens dass sich selbst ganz hinten anstellte. Sie kümmerte sich um alle Probleme, doch sich selbst vernachlässigte sie. Viola hatte es ihr bereits das eine oder andere mal gesagt, sie würde irgendwann die Strafe dafür bekommen, und sie war sich sicher, Erinna war sich dessen bewusst. Doch es gab jene Tage, da vergass Erinna was sie nun einmal war, immer noch ein Kind, ob sie es wollte oder nicht und sie konnte nichts daran ändern.

Letztendlich gab es noch die Seite an Erinna, die Viola bisher beuwsst mied. Die Seite der liebenden und herzlichen Erinna. Viola wusste nicht einmal wieso, vielleicht fürchtete sich zu sehr, sich Erinna anzuvertrauen, ihr zu zeigen dass es ihr manchmal doch nicht so gut ging, wie es es sagte. Diese seite, wenn sie Viola in den Arm nahm und drückte, wenn sie für Viola da war und sie einfach nur beruhigte. Es war ihr Fremd, bei Freia war es das gefühl der Mütterlichkeit aber bei Erinna war es für Viola immer noch ein Zeichen von Schwäche, und sie wollte nicht vor dem älteren Mädchen Schwäche zeigen. Sie wollte einfach nicht abhängig sein von ihr und von ihrem Schutz abhängig sein und sie wollte nicht, dass Erinna sie beschützen musste. Sie sollte sich keine Sorgen um Viola machen, sie sollte sich auf sich oder andere konzentrieren. Es waren jene Momente, in denen sie in die alte Kälte zurückverfiel und einfach nur so dachte, wie man es ihr eingeprügelt hatte. Dann dachte sie starr, dann dachte sie daran niemals Schwach zu sein und anderen nicht zur Last zu fallen. Wenn sie sich der Älteren und Stärkeren gegenüber schwächer zeigte, würde sie unter ihr stehen, es war diese tief verwurzelte "Angst" die nicht weichen wollte.

Aber das alles war vergessen und sie schlief, gab sich ihren Träumen hin, jene seltsamen träume welche so undeutlich waren. Schon seit Nächten hatte sie nur verschwommene Bilder gesehen, nie etwas genaues, was sicherlich nicht schlecht war. Doch diese Nacht festigten sich diese Bilder.

Die Bilder eines Mädchen, wie es zitternd dahockte und ihm nachsah, er ging ... er hatte das Doppelschwert aufgeschnallt und hatte dem Mädchen den Rücken zugedreht. Blut tropfte von der Klinge und verfolgte die Spur zum Mädchen. Sie zitterte am ganzen Körper und jammerte sie hielt im Traum inne, es war keine Erinnerung, es war kein Bild von früher ... das Mädchen jammerte erbärmlich und er entfernte sich immer weiter. "Ich habe es dir gesagt, Schwäche ist der erste Schritt zum Ende ... ich werde nicht mehr da sein ... und du bist alleine ..." seine Stimme war ein Whispern und das Mädchen jammerte, bis Viola das Gesicht erkannte, ihr eigenes Gesicht. Und sie hörte den Namen den sie jammerte "Erinna ... "

Jenen Namen den sie auch im Schlaf vor sich hinwimmerte und sich enger zusammenrollte. Etwas in ihr hatte akzeptiert, und dieser Teil brauchte nun Geborgenheit. Das Fundament wurde immer fester ... und das Kind erwachte immer mehr zum Leben.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Sie hatte sich entschlossen gehabt, bei Viola zu schlafen. Cailly schlief bei Seymour und sie wollte ihr einfach ein wenig das Gefuehl schonmal geben, neben einem Kleinkind zu liegen.

Wenig konnte sie nur schlafen, nicht wegen anderen diesmal, sondern wegen sich selber... Ihre Augen brannten, es schmerzte sie einfach, aber die Zeit in der sie schlief , eher war es ein Wachschlaf, kuschelte sie sich unbewusst an Viola.

Es dauerte eine Weile bis sie begriff das nicht jemand in ihrem Traum nach ich jammerte, sondern das es Viola neben ihr war. Mit verklepten geschlossenen augen, strich sie , gänzlich hellwach, über Violas Haar und nahm sie behutsam in den Arm. Wohl um ihr Naehe zu geben, aber auch Distanz wahrend um sie nicht im Schlaf das gefuehl zu geben bedrängt zu werden.

Sie wusste von sich selber, wie unsicher sie zu Anfang war wenn sie jemand umarmt hatte, wie sie sich versteift hatte ja gar zurückgewichen ist. Sie wollte wenn immer selber die Naehe suchen und nicht das andere sie erst bei ihr suchten. Es hatte sich mit der Zeit geändert seit sie im Clan war.

Immer wieder strich sie durch Violas schwarzes Haar und leise sagte sie, das sie da wäre, das sie keine Angst haben muesse, das ihr nichts passieren koenne und das sie nicht alleine wäre.

Es tat aber auch irgendwie gut, das Viola nach ihr jammerte. Es gab ihr ein Gefuehl von tiefer Freude, auch wenn der Grund weswegen Viola nach ihr jammerte fuer Viola bestimmt nicht schoen war.
Viola Ser´Rhal

Beitrag von Viola Ser´Rhal »

Träume ... was sind Träume? Der eine sagt, sie sind ein Spiegel in die tiefen der Seele eines Menschen, der andere wiederum sagt sie seien Visionen, andere wiederum stempeln sie als ein kleines Wunder ab, dass man nicht erklären mag. Viola wusste es nicht, Viola dachte aber auch ehrlich gesagt darüber nach, wieso sollte sie es auch tun? Doch im Grunde waren es Träume, die sie in den letzten Tagen immer mehr heimsuchten. Es waren Bilder, Bilder aus vergangenen Tagen, Bilder die noch fast frisch waren und Bilder, die eine Mischung aus beiden zu sein schienen und einfach keinen Sinn ergaben. Sie träumte viel, im Vergleich zu den letzten Wochen hatte es drastisch zugenommen, aber in wenigen Fällen konnte sie sich wirklich immer wieder an ihre Träume erinnern, sie wusste nur dass sie da waren.
Auch in dieser Nacht suchten sie die Träume heim und ließen sie nicht los, auch in dieser Nacht spuckten die Bilder vor ihren Augen und ließen sie kalten Schweiss produzieren, welcher über ihren Körper lief. Vielleicht lag es an der Sonne Menek'urs, vielleicht war es auch einfach nur das Heimweh nach Freia und Grimwould. Egal was es war, der Traum war heute Nacht da und fast klarer, denn je.

Kälte ... bittere Kälte. Sie, sie selbst ... sie konnte sich sehen. Stimmen ... fern aber doch so nahe ... und dann wurde die Umgebung klarer, dann wich das Zwielicht und sie erkannte ihre Umgebung, erkannte die toten Bäume , erkannte grimwould vor sich. Der Himmel war grau, die Sonne war nicht mehr am Horizont und es wirkte alles still, verlassen. Sie bewegte sich auf die Taverne zu, und sie wusste, sie hatte keine Wahl. Egal wie trügerisch alles wirkte, egal wie sehr sie ahnte was folgen würde, ihre Füße würden sie automatisch mit sich tragen und selbst das Wissen, dass dies ein Traum war würde ihr nicht ersparen, was sie sehen würde. Sie ging langsam auf das Haus zu und öffnete sachte die Tür zu Taverne und sah in das prasselnde Feuer inmitten dieser. Sanft und Warm wirkte es immer, es spendete Wärme und Sicherheit, doch nun war die Flamme kahl und trostlos und dann sah sie ihn ... Falk. Der Hühne saß in seinem Sessel, kraftvoll und ruhig ... und die Augen leer. Leer und tot waren sie, den Lebenshauch lange ausgehaucht. Sie ging weiter, lies ihn sitzen und trat in Richtung der Werkstatt. Sie konnte für einen kurzen Moment die Geräusche der Handwerker hören, ehe diese jäh verstummten. Als sie die Tür öffnete, sah sie zwei Gestalten am Boden liegen, es waren Aisling und Shaja ... beide lagen sie auf dem Bauch, die Kleidung blutdurchtränkt. Es wirkte alles so fremd, so bizarr und falsch ... und doch ging sie weiter, verlies die Werkstatt und trat die Treppe hoch , zu den Schlafgemächern. Sie zitterte, sie wusste was nun folgen würde, und sie hatte Angst davor. Sie bog um zu Freias Quartieren, und sah noch aus den augenwinkeln, wie eine leichte Spur aus Blut den Weg in Caillys Schlafgemacht führte, doch ihre Schritte führten sie weiter, bis in Freias Quartier. Sie trat langsam um das Bücherregal herum und machte sich bereit zu schreien, oder zu sterben ... sie würde diesen Anblick nicht überstehen.
Doch dann sah sie nicht Freia da liegen, sondern sie sah Erinna vor sich stehen. Sie starrte Viola an, ihre Augen waren leer, kalt und dunkel. Sie starrte Viola einfach nur an, unbarmherzig und dann wurde es Dunkel um sie herum, ehe sie ihn vor sich erkannte. Er hatte Erinnas Platz eingenommen und lächelte dürr. "Unsere größten Ängste sind es, die uns stark und schwach zugleich machen ... sie sind es, die uns zusammenbinden ... sie sind es, die uns verändern. Ich sagte dir, lass los und schaue nicht zurück, ich sagte dir, zeig keine Schwäche ..." Erinna tauchte neben ihm auf, ein Dolch lag in seiner hand ... an Erinnas Hals. "Schwäche raubt uns alles, was wir lieben, Schwäche macht uns verletzlich, Schwäche ist es, die deinen Weg zum Bröckeln bringt." und damit zog er den Dolch einmal quer über Erinnas Hals, der Körper sank zusammen und ..


ihr entfuhr ein markerschütternder Schrei und sie schreckte hoch. Ihre Hände krallten sich fest im Bettlacken und sie sprang auf, stürmte aus der Herberge raus und schmieß sich draussen in den Sand. Niemals ... niemals lasse es soweit kommen ...
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Erschrocken fuhr sie hoch. Sie lehnte gerade entspannt oben im Schwimmbecken. Den ganzen Tag hatte sie geschlafen und war jetzt munter.
Mit einem kurzen Schwung zog sie sich aus dem Wasser und ihre Haut glänzte leicht von der Nässe und des Öles, welches sie sich sorgsam auf dem gesamten Körper verteilt, einmassiert, hatte. Sie warf sich nur ein Handtuch um, das ihre Blösse komplett bedeckte und tapste schnell die Treppe herunter.

Violas Schrei hatte sie gleich erkannt, auch hatte sie gehoert das jene rausgerannt war. Kurz überlegt sie sich anzuziehen, aber sie kannte auch die Gefahren der Wüste. Irgendwie schaffte sie es im Gehen, sich komplett anzuziehen, auch wenn einmal eine Säule anrammte mit ihrem Kopf, als sie gerade dann das Hemd über den Augen hatte.

Innerlich fluchte sie. Cailly hatte gesagt es wäre sowas wie Urlaub auf Menek'ur aber die ganze letzte Woche war es mehr Arbeit als Erholung gewesen. Wärend sie noch mit beiden Händen verzweifelt versuchte ihren Zopf irgendwie zu flechten und öffnete umständlich mit einem Fuss die Herbergstüre.

Ruhig stand sie da und beobachtete im dunkeln Viola. Unschluessig war sie was sie tun sollte. Eisiger Wind liess sie erschaudern, wärend sie langsam zu Viola trat. Sie hockte sich still vor sie und wartete erstmal ruhig.

Es dauerte eine Weile bis Viola zu ihr sah und Erinna sah deutlich die Pnaik in Violas Augen. Sanft zog sie Viola zu sich und hielt sie fest in den Armen. Ihr nasses Haar tropfte in den Sand neben sich und nässte ihr Hemd voellig ein. Leicht roch sie nach Kokosnuss.

Leise murmelte sie vor sich her, sanft klang sie, dabei begann sie im Sand hockend langsam Viola zu wiegen in ihrem Arm. Was auch immer jemals jemand Viola angetan haben musste, dass jene so schrecklich träumte und oft mit einem Schrei wachwurde, wuerde niemals mehr passieren, das schwor sich Erinna und wenn sie dafuer sterben musste.

Vorsichtig bewegte Erinna Viola dazu aufzustehen und brachte sie wieder in ihr Zimmer. Viola liess sich muede und erschöpft auf die Felle fallen und Erinna legte sich daneben. Die restliche Nacht lag sie wach da und huetete Violas Schlaf. Sie hoffte das Falk bald wiederkäme und sie alle abholen käme.
Viola Ser´Rhal

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Dämmerung, die Nacht brach über Menek'ur herein. An anderen orten dauerte es immer recht lange bis die Dunkelheit endlich kam, doch hier kam es Viola sehr kurz vor, der Übergang zwischen Tag und Nacht. Sie saß inmitten der Übungshalle und starrte auf die Zielschiebe für Bogenschützen, welche von den angebrachten Fackeln sanft beleuchtet wurde. Kein Ton drang von den Strassen her in die Halle und Violas gerötete Augen richteten sich auf die Scheibe vor sich. Ihre Arme spannten die Sehne des Bogens der in ihrer Hand lag, bis sich ihre Muskeln spannten. Sie kniff die Augen zusammen, zielte und lies dann los. Mit einem Zischen flog der Pfeil auf die Scheibe zu und bohrte sich in den zweitinnersten Ring. Sie senkte den Bogen kurz ab und wollte nach dem nächsten Pfeil greifen, doch es war keiner mehr da. Sie seufzte kurz, schritt zur Zielscheibe und machte sich daran, die benutzten Pfeile von dieser zu befreien.
Fünf Tage waren es nun, fünf Tage in denen sie fast nur hier war. Es war ein Fehler, das wusste irgendetwas in ihr. Sie hatte wieder angefangen sich zu isolieren. Sie hatte die Hitze nicht mehr ertragen, sie hatte ihr schlechtes Gewissen und die ganzen Gedanken, die sie erfüllten und sie plagten, nicht ertragen können. Ihr Körper hatte mit Erschöpfung reagiert und sie hatte viel geschlafen, doch dann war sie in diese Halle gekommen. Erst war es nur Langeweile, aber je mehr Pfeile die verschoss, desto mehr wurde daraus Training.
Sie hatte sich abgekapselt, von Erinna, von Cailly, von den Menekanern, von allen. Sie ging nur aus der Halle um ab und an zu Essen oder etwas zu trinken oder zu schlafen, und selbst das tat sie manchmal einfach in der Halle. Sie wollte nicht mehr über all diese Gefühle nachdenken, die sie fast erdrückten, all diese Sorgen, all diese Nachdenklichkeit, sie wollte nur noch den Pfeil in die Mitte der Zielscheibe feuern. Es gab mehr als einen Moment, vor allem Nachts, da fühlte sie sich elendig, dass sie sich so von Erinna und Cailly abgekapselt hatte aber egal wie oft ihre vernunft sie anbrüllte, sie solle wieder zu den Beiden, ignorierte etwas in ihr diese Stimme. Was war nur los? Sie wusste dass sie riskierte all das Vertrauen was sie sich aufgebaut hatte, nun wieder zu verlieren, aber in den letzten Tagen war sie nur erfüllt von einer gähnenden Leere. Alles hatte seinen Sinn verloren, selbst ihr Glaube daran hier noch bald wegzukommen, war verloren und zerstrümmert. Stattdessen schlief sie die letzten drei Tage kaum, was ihre geröteten Augen und die Ringe unter diesen deutlich zur Aussprache brachten.
Immer wieder hatte mal ein Menekaner oder eine Menekanerin vorbeigeschaut, gefragt ob es ihr gut ginge oder ob sie etwas brauchen würde, doch sie nickte entweder nur, oder sagte, dass sie gerade nichts brauchen würde. Es war nicht mehr als ein dumpfes Gefühl was blieb, als die Pfeile sich in die Zielscheibe bohrten und ihr Kopf, ihr Denken, ihre Sorgen und auch die Vernunft verstummten immer langsamer und wichen einfach nur der emotionslosen Leere. Sie hatte auch geweint, bitterlich geweint, vor allem die letzten zwei Nächte war es schlimm gewesen, sie hatte nach Freia gejammert und auch zu Erinna wollte sie, doch als Viola dann einmal los war sie zu suchen, war sie nirgends aufzutreiben. Danach hatte sie sich wieder in die Halle gesellt, hatte sich dem vermeintlichen Training gewidmet.
Erfolg oder nicht ... mit jedem Pfeil der traf, zerstörte sie sich selbst etwas, was sie mühsam erarbeitet und erkämpft hatte. Mit jedem Pfeil, wuchs die Leere ... wieso konnte das alles kein böser Traum sein?
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