In einem Stillen nebel lag Bajard diesen Morgen. Die junge Kriegerin Tarnya, ritt gerade in richtung der Kapelle, in der Dorfmitte als eine Vermummte gestalt ihren weg kreuzte. Trotz der beunruhigenden Erscheinung des Mannes lächelte sie freundlich und nickte der Gestalt zu und Ritt weiter zur Kappelle...
Dort angekommen betrachtete sie mit einem Traurigen blick das unbenutzt wirkende Gebäude, das wie sie erfuhr inzwischen als Bürgerhaus verwendet wird. Auch für diesen zweck wirgt es recht unbenutzt in ihren augen, etwas staub war auf den Bänken. Sie schritt vor bis zur vordersten Bank, entstaubte sie kurzer hand und liess sich zum stillen Gebet nieder. Kurz darauf kam die Gestalt ebenfalls in die Kapelle und setzte sich vorne in den nebenanliegende reihe. So saßen die beiden eine Weile still nebeneinander.
Plötzlich wurde die stille durch ein krazendes Geräusch gebrochen, die Gestalt richtete den Blick auf Tarnya.
"Glaubt ihr das euere Gebete erhört werden, Mädchen?"
Still beendete sie ihr gebent und blickte langsam zu der gestalt und entgegnete ihm ihr so übliches freundliches Lächeln.
"Ich weiss es nicht, doch hoffe ich das meine Gebete erhört werden" Entgegnete sie der Gestalt.
"Nun wisst Ihr... die Götter sind meist Selbstsüchtig. Sie fordern von ihren Gläubigen und geben Nichts."
"Manche sind Gütig und geben ohne zu Fordern"
"Nun, welchem Gott dient ihr, wenn ich fragen darf?"
Tarnya lächelte sanft und blickt zum alten Schrein des gebäudes.
"Temora ist die, der ich mich verschrieben habe"
"Ahh die Lichtbringerin.. Ehre, Geistigkeit, Demut... Die tugenden sind mir wohl bekannt. Auch ich diente einst der Lichtbringerin. Doch im Laufe der Zeit habe ich erkannt das auch ihre Lehren nur Lüge sind. Liebe ist die Lüge Eluive's. Hass die Alatar's. Hoffnung die Temora's. Alle sind sie Gleich und bringen den Menschen nur Leid und Tod. Ich entdeckte den Weg der Warheit und des Unendlichen Lebens. Ich kann euch diesen Weg zeigen..."
Auf diese wort schwindete Tarnyas selbstverständliches Lächeln und wisch Trotz und etwas Zorn in ihren Augen. Doch diese wurden nach einem moment der Besinnung wieder vertrieben und der Trauer.
"Es stimmt mich sehr Traurig, dass ihr eueren Glauben verloren habt. Doch sehe ich wie Güte und Liebe in den Menschen keimt. Und ich gedenke den Weg, für den ich mich freiwillig entschied, bis zum ende zu gehen."
Der Knochenstab der gestalt zerfiel nun zu Staub. Nur ein kleines eckiges und scharfkantiges Stück blieb in seiner Hand zurrück. Und die stille "Konfrontation der Ansichten" ging noch eine weile voran und drehte sich Thematisch im Kreis. Zwischendurch hatte Tarnya kurz das Gefühl das die Gestalt verärgert sei durch den festen Glauben mit dem sie ihm entgegen trat. Nach einiger Zeit des redens erhob sich die gestallt und ging ein paar schritte richtung Ausgang und blieb dann kurz hinter Tarnya stehen. Mit einer säuselnd, fast whispernden Stimme sprach er dann.
"Nun ich kann deine von den Göttern befleckte Seele nichtmehr Retten, aber ich kann deine Fesseln sprengen"
"Ich habe nie umr Rettung oder das Sprengen von Fesseln gebeten."
Sie faltete nun wieder die Hände ineinander und blickte zum Schrein. Die gestalt hingegen sprach kurz etwas in einer für Tarnya bedrohlich klingenden sprache. So gut sie konnte Ignorierte sie dies, doch als sie sich endlich doch umdrehte hatte die gestalt einen Speer aus Knochen in der Hand.
"Dies war und ist ein Gebetshaus, hier soll Ruhe und Frieden herrschen für Gläubige eines jeden Glaubens. Also bitte nehmt eueren Speer weg."
"Die Götter sind in jedem Stein, Baum und Tier. Wenn ich also darauf achten würde, würde ich mich garnichtmehr fortbewegen."
Die Gestalt nahm den Speer nun in beide Hände. Tarnya selbst richtete den blick wieder nach vorne und im Stillen glaubte sie nun auch wieder hier an den Verstand und Respekt der Menschen.
"Doch dies ist eine stätte des Friedens für jedermann, bitte Respektiert das."
Auf diese Worte hin stieß die Gestalt den Speer durch ihre linke Schulter. Heiss und Kalt zugleich ströhmte es durch ihren Körper, der Schmerz stieg ihr rach zu Kopf. Mit aller Kraft biss sie die Zähne zusammen um nicht zu Schreien oder sich zu Bewegen. Plötzlich wurde die Luft durch ein kaum merkliches, leises brummen erfüllt und der Schrein begann zu Leuchten. Vom Schrein ausgehen fiel ein Lichtstrahl auf die beiden, ein Warmer und Wohltuender Lichtstrahl. Der die Speerspitze die in Tarnyas schulter steckte löste sich in nichts auf und die Wunde schloss sich binnen weniger Augenblicke zu nicht mehr als einem gröberen einschnitt.
Die Gestalt hingegen blickte erst verwirrt auf den halben Speer und wich dann vor dem Lichtstrahl zurrück.
"Ihr seid keine Ahnungslose mehr, ihr seid eine Hexe!" Rief die Gestalt und wich immer weiter zurrück. Tarnya hingegen faltete ihre Hände wieder und fiel auf beide Knie und begann leise zu Murmeln. Immer weiter wich die Gestalt zurrück. Bis sie am Ausgang stand.
Die Gestalt rief noch "Wir rechnen noch ab!" ehe sie dan gänzlich verschwand.
Tarnya begann nun Laut zu beten.
"Verzeih ihm, das er zu schwach war deinem Weg zu folgen. Und verzeih ihm das er dem Dunkelen verfiel! Bitte leuchte ihm trotz seiner Taten den Weg, das er wieder zum Licht finden Mag."
Kaum waren diese worte ausgesprochen verglimmte das Licht und verklang das Brummen, so schnell wie es kam. Noch eine Weile verharrte Tarnya so, bis das Adrenalin in ihrem Körper nachließ und ihr ihre Wunde wieder in den Sinn kam. Sie verließ nun endlich die Kapelle...
Licht, Schatten und das andere auch... [C.v.T.S. Teil 1]
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Tarnya Silberwind
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