Berge der Sonne

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Shirin Ifrey

Berge der Sonne

Beitrag von Shirin Ifrey »

Erste Strahlen krochen über die Wüstenlandschaft. Unter dem von der Nacht noch kühlen Sand, regten sich Insekten um der Sonne entgegen zu fiebern. Auf dem Gerippe eines Pferdes saß eine Echse und wartete darauf gewärmt zu werden.
-Stille-
und doch ist Leben in der Wüste. Viele sehen es nicht, laufen daran vorbei oder darüber hinweg. Sie halten die Wüste für tot. Welch Narren. Doch ein Jäger der Wüste kennt die Schönheit und die Gefahr des Sonnenmeers.
Der Weg war nicht mehr lang. Der Sand knirschte leise unter ihren Füßen.
- Sie war unterwegs, zurück zur Goldenen Stadt.
Die Berge aus Sandkörnern lies sie hinter sich. Als sie ihre Reise begann, vor einigen Wochen, war sie ruhelos und wusste keinen Ausweg mehr. Sie wollte das Glück ernsten ohne etwas gesät zu haben, stieß an ihre Grenzen als sie Nachts weinte und am Tag wache hielt. Ihr Mentor, so bezeichnete sie Fuad leise, war entsetzt als ihre Charakterausbrüche immer schlimmer wurden.
Das Ausreisen tat ihr gut. Sie stieg über die Berge, welche sie sich selbst aufschüttete, hinweg und fand dahinter eine Oase der Gelassenheit.

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An dem Abend ihrer Rückkehr begegnete ihr Yaamal. Die Unterhaltung fiel sehr knapp aus, das sie gerade das aß auf was sie so lange verzichten musste: Kokostörtchen. Sie verabschiedete sich und schlug den Weg nach Hause ein, sie war sehr müde.

Am Tage darauf fand der große Basar statt, hier traf sie Raniya wieder. Sie unterhielten sich gut als sie zusammen zum Kontor liefen um Nachschub zu besorgen. Raniya war die einzige Bashir die Shirin mochte, doch auch bei ihr wusste sie: Raniya war mit Vorsicht zu genießen. Als sie wieder beim Basar ankamen, bediente Shirin die Handwerker mit frischem Wasser, ehe sie sich umkleidete und in den Wachdienst ging. Gerade als sie Posten bezog kam eine Tiefländerin vom Tor, sie sprach etwas von Fuad holen und Ärger. Da Shirin nicht wusste wo Fuad war, schritt sie selbst zur Tat. Am Tor hatten sich zwei Parteein gegenüber aufgestellt. Die Bruderschaft und ein Clan der Tiefländer.
Als Shirin von dem Ausschluss der Bruderschaft von der Insel der Sonne hörte, führte sie die beiden Männer aus der Bruderschaft ruhig zum Hafen und wünschte ihnen noch einen schönen Abend. Ein ruhiger Abend folgte. Shirin war froh, denn wäre es zu einem wirklichen Problem geworden, hätte sie sich zum Schluss auch noch bei den Tiefländern für ihre Hilfe bedanken müssen. Nein, sie mochte Festländer nicht und für sie waren Tiefländer nur große und breite Festländer, da konnte der Emir von ihnen halten was er wollte.

Am nächsten Abend besuchte Fuad Shirin. Er erzählte ihr was in ihrer Abwesenheit geschehen war und Shirin war innerlich froh nicht da gewesen zu sein. Wieder die gleichen Geschichten.. Frauenprobleme. Politisches Geplänkel. Sie seufzte und trank einen Schluck von ihrem Wasser als sie Fuad lauschte. Saajid tat sich wieder als Frauenheld auf. Nazeeya würde bald heiraten. Und genau dieser Punkt überraschte Shirin. Sie kannte die Schwester Saajid kaum, sie müsse erst vor ein paar Wochenläufen hier angekommen sein und schon wollte sie sich mit einem Yazir vermählen. Die junge Frau hatte es wohl sehr eilig unter einen Mann zu kommen. „Na ich sehe das Gelassen. Habe mittlerweile genug von diesen Schwärmerein hinter mir.“, sprach Shirin am Ende der Unterhaltung. Fuad nickte und meinte ernst: „Der nächste der an deiner Tür klopft ohne bei mir anzufragen, wird ein Finger abgehackt.“ Sie nahm ihn nicht ganz ernst, schmunzelte und belies es dabei. Fuad sprach Shirin darauf an, was sie mit Yaamal gemacht hätte, er wäre ganz verstört gewesen nach dem abendlichen Gespräch. Sie hob skeptisch die feinen Brauen und sah ihn ratlos an.
Dann brachen sie zusammen zum Kontor auf, hier trafen sie auf einige aus dem Haus und wenige von den Bashirs. Shirin jedoch überkam wieder die Müdigkeit, doch kurz bevor sie ging nahm sie noch Yaamal zur Seite. Die Beiden klärten das Missverständnis, er fühlte sich damals wohl etwas fehl am Platz. Doch Shirin war vor das sie sich herzlich trennten, sie mochte Yaamal sehr.

An diesem Abend saß Shirin wieder zu Hause. Die Stille kehrte in ihr Haus ein und sie hatte genug Zeit nachzudenken. In der Wüste gab es all diese Probleme nicht.. und hier machten sich die Menekaner Sorgen um Politik und Vermählungen. War es wirklich das einzigste was es gab? Mit wem wer was und besonders wann wo und wieso? Und wenn nicht, warum eigentlich? Kaum war sie da, hatte sie schon wieder genug von all dem..

Und die Berge der Sonne riefen wieder nach ihr, wie lange könnte die Goldene Stadt sie halten?
Zuletzt geändert von Shirin Ifrey am Dienstag 7. Juli 2009, 15:18, insgesamt 1-mal geändert.
Shirin Ifrey

Beitrag von Shirin Ifrey »

Der gestrige Familienabend verlief erschreckend nüchtern. Wiedereinmal hatte sie bemerkt dass sie keinen Platz bei den ‚normalen’ Wüstenblumen des Reiches hatte. Shirin beschloss an diesem Abend sich an die Frauen zu halten, welche wussten was wichtig im Leben war. In den letzten Mondläufen hatte sich das Haus geändert, so wie sie es in Erfahrung brachte auch zum Bedauern des Familienoberhauptes. Trübselig dachte sie an die Zeit zurück wo Rivkah noch das Haus beehrte und Sharie regelmäßig da war.
Um sich die Zeit am frühem Morgen zu vertreiben zog sie ihre polierte Rüstung an und schnappte sich ihre Armbrust. Die Jagd verlief gut, sie hatte ihre Gedanken und Sorgen in jenen Stunden beiseite gelegt und viel Gold erjagt. Im anschließenden Treffen mit Fuad berichtete sie von ihren Gedanken, wie immer hörte er ihr zu. Oft hatte er sich schon über sie geärgert, sich den Kopf zerbrochen und Sorgen gemacht. Doch gerade wegen all dem war Fuad eine wichtige Person in ihrem Leben geworden. Er war der Einzige dem sie sich wirklich vollkommen anvertraute.
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Shirin sprach ihn nochmals darauf an, weshalb Saajid nicht heiraten dürfte. Sie selbst empfand es durchaus als unfair und ihr lag Saajid auch am Herzen. Doch Fuads Entscheidung stand fest, Saajid würde nicht belohnt werden bis er sich nicht bewies. Raniya soll die Auserwählte sein erzählte ihr Fuad, worüber sich Shirin freute. Sie mochte Raniya. Doch war sie weiterhin der Meinung dass man bei ihr durchaus Acht geben sollte was man sagte.
Als sie wieder zu Hause war betrachtete sie ihre Rüstung, bald würde sie jene tragen wie ihre Stoffkleidung, Tag ein - Tag aus. Nachdenklich sah sie auf ihre Säbelscheide..


Einen kenn ich,
Wir lieben ihn nicht;
Einen nenn ich,
Der die Schwerter zerbricht.
Weh! sein Haupt steht in der Mitternacht,
Sein Fuß in dem Staub;
Vor ihm weht das Laub
Zur dunkeln Erde hernieder.
Ohne Erbarmen
In den Armen
Trägt er die kindisch taumelnde Welt;
Tod, so heißt er,
Und die Geister
Beben vor ihm, dem schrecklichen Held.
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