All die Sorgen, was die nötigen Vorbereitungen anging, hatte Mor am Tag der Schlacht beiseite geschoben. Ändern könnte man nun eh nur schwer was daran, sollte man etwas vergessen haben. Sie besorgte lediglich an dem Tag einige Kaltblüter, ideale Zugtiere, von Karinas Hof vor den Toren Rahals, die für die Katapulte gedacht waren, ehe sie sich selber vorzubereiten begann. Eine Rüstung, dieses Mal ohne dem Siegel Sindrams, um im Bedarfsfall vielleicht sogar in die Reihen des Feindes zu reiten, sei es um sie auszukundschaften oder um einen hinterhältigen Angriff auf eine vielleicht wichtige Person zu verüben. Dazu eine Tasche mit allerlei Tränken und ihr Schwert, welches sie geschärft und gepflegt hatte, bereit um ihr blutiges Werk zu verrichten.
An der Kommandatur der Garde angekommen, wo sich der Kriegsrat noch einmal zusammensetzen wollte, um die Vorgehensweise zu besprechen, traf Mor auf zwei Angehörige der Stählernen Krallen, die den Anwesenden Bericht erstatteten - das Tor in der Höhle bei Berchgard war erfolgreich geöffnet worden und die Diener Kryndlagors hatten angefangen, über Berchgard und die dortigen Truppen herzufallen. Madlene fragte Mor noch, ob es weitere Aufgaben gäbe, doch Mor verneinte dies. Was den Wald anging - ein weiterer, wenn auch sehr unwegsamer Pfad in Richtung Varuna -, so würde dieser von Kimroth Grünfels und seinen Leuten in Brand gesteckt werden, doch das behielt sie für sich, denn der Umstand, dass sie gerade das sogenannte Gesindel des Hafenviertels dafür auserkoren hatte, mochte vielleicht dem ein oder anderen wohl sauer aufstoßen. Andererseits - würde ihnen was in diesem Inferno geschehen, wäre es ein Verlust, der nicht weiter tragisch gewesen wäre.
Der andere, mögliche Weg in Richtung Varuna, war der Pass gewesen, doch sollte es Kryndlagor wohl gelungen sein, hier eine Lawine auszulösen. Die nichtmagischen Wege wären damit also verschlossen oder schwer passierbar.
So machten sich die Krallen auf in Richtung des Exerzierplatzes, während sich die Mitglieder des Kriegsrates im Besprechungsraum der Garde zusammensetzten. Der Rat tagte kurz, denn nur das Nötigste sollte noch besprochen werden, um so bald wie möglich aufzubrechen. Auch auf dem Exerzierplatz hielt sich Rahal mit seinen Verbündeten nicht lange auf.
Einen Moment über schweifte Mors Blick über die Reihe von blau-schwarz gekleideten Personen zu ihrer Linken. Die Burg Eisenwart hatte sich ihnen angeschlossen und auch wenn sie aufgrund dessen, was zwischen den Greifen und der Burg einst geschah, skeptisch war, war sie erleichtert, dass sie sich doch Rahal angeschlossen hatten.
Zumal - sie war keine Greifin mehr. Mit jeder Lektion, die ihr die Ritterin van Lilienhayn oder Clericus Anastra erteilten, entfernte sie sich mehr und mehr von den einstigen, hochgehaltenen Idealen des Banners. Immer öfter wog sie eher den Nutzen einer Sache oder eines Menschen ab und wenn sich eine Gelegenheit zu einem tückischen Angriff bot, hatte sie auch immer weniger Skrupel, diese zu ergreifen. Auch der Hass auf die Feinde wurde in den letzten Monaten mehr und mehr in ihr geschürt. War es erst vor allem der Hass auf die Angehörigen der Bruderschaft der Streiter Temoras, so dehnte sich dieser beständig aus. Mor lehnte dieses Gefühl nicht einmal mehr ab, denn der Hass, so lehrte man es ihr, setzte ungeahnte Kräfte frei.
Recht zügig riefen Ritter Crain und Ritterin van Lilienhayn den Aufbruch aus und man schwang sich auf seine Pferde, um sich vor dem Tor Rahals noch einmal zu sammeln. Kurz konnte Mor einen Blick auf einen reichlich angekokelten Kimroth werfen, der die Streiter passierte, was sie zufrieden zur Kenntnis nahm, dann tauchte auch schon der Wyrm auf und der Zug in Richtung Varuna, bei dem der Drache die Lage ihnen voraus ausspähte, begann.
Vor dem Westtor Varunas sammelte man sich, die Katapulte wurden bereit gestellt, wie auch der Rammbock nun zum Einsatz kam und das Tor aufbrach. Einen Moment lang erklang die Stimme des Wyrms in ihren Gedanken, wohlwollende Worte von sich gebend. Doch dann wandte sich die Ritterin van Lilienhayn wieder an ihre Knappin und gab ihr noch die Aufgabe, die Lage in der Südwestecke Varunas auszuspähen, wobei der Wyrm Mor einen eigenwilligen Begleiter zur Seite stellte - einen dunklen Drachling, welcher ihr folgte, doch wenig den Eindruck machte, als wäre er ein braves Schoßtierchen und einzig dem Willen seines Meisters folgte. Mit dieser Begleitung machte sich die Knappin auf den Weg, ritt den Bereich immer wieder ab, erstattete zwischendurch Ritter Crain Bericht, ehe sie von ihm nochmals losgeschickt wurde und um die einstmals belebte Stadt ritt. Doch nichts war zu sehen, was Mor durchaus stutzen liess.
Eine Weile harrten die Streiter Rahals und ihre Verbündeten vor dem Osttor aus, doch dann erschienen die Truppen des Feindes, zogen sich jedoch bald wieder etwas zurück. Vermutlich hatte der Angriff auf Berchgard die Truppen Alumenas schon stark geschwächt, so dass sie nun vorsichtiger vorgingen, doch schon bald wurde der Kampf entfesselt, infolgedessen auch noch zwei Verblendete in ihre Hände fielen.
Kryndlagor, auf dem Dach eines Hauses förmlich thronend, ordnete an, sie ins alatarische Reich zu schaffen - er hatte Hunger.
Nach den Kämpfen am Osttor, splitteten sich die Truppen Rahals auf, wobei Mor es als Angehörige der Garde oblag, gemeinsam mit den Krallen die beiden Gefangenen nach Rahal zu schaffen. Diese wurden noch durchsucht, eingesperrt, auf dass sie am nächsten Tag Kryndlagor zum Frass vorgeworfen werden konnten und - man wollte ja, dass er genug zu beißen bekam - ihnen etwas Wasser und gebratenen Fisch in die Zellen gestellt.
Ein kurzes Gespräch mit Nuria wie auch einer Angehörigen von Kimroths Gefolge, dann konnte sich auch die Knappin endlich zurückziehen.
Sie war geschafft, doch zufrieden, denn Varuna war gefallen und Rahal hatte einen Sieg davongetragen - Alatar war an diesem Tag wahrlich mit ihnen und ihren Verbündeten gewesen.
Ein siegreicher Tag
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Sharay Lessard
Der Höhepunkt der Schlacht war schon lange vorbei und einige Teile des Heeres zogen sich schon mit Gefangenen zur heiligen Stadt zurück. Um die Gruppe der Ritter herum standen brennende Gebäude und schwarze Rauchschwaden zogen durch die Straßen, die Hitze war teils unerträglich.
Kryndlagors Anweisung war denkbar einfach: die Stadt sollte geschleift werden und nie wieder nutzbar sein. Daher hatte man die Katapulte in die Stadt gebracht und unermüdlich arbeiteten nun Gardisten unter den wachsamen Augen der Ritter daran, den Befehl auszuführen. Immer wieder war das Geräusch von den Wurfarmen zu hören, wie sie gegen die Polsterungen der Katapulte prallten, abruppt gestoppt wurden und somit ihre zerstörerische Ladung in schon einstürzende Häuser oder Mauern warfen. Abwechselnd wurden schwere Steine oder Amphoren gefüllt mit Pech und brennender Lunte auf die Reise geschickt, um Mauerwerk zu zerschmettern und schon erloschene Brände neu zu entfachen.
In anderen Teilen der Stadt waren Gruppen von Gardisten unterwegs um, sich noch versteckende, hohenfelsche Gardisten zu erledigen und weiteres Pech in den Häusern zu verteilen, damit diese als nächste beschossen werden konnten. Bis spät in die Nacht hinein waren solche Trupps und die Katapulte damit beschäftigt, keinen Stein mehr auf dem anderen zu belassen und irgendwann gaben die drei Ritter Befehl, nach Rahal zurück zu kehren. Das Zerstörungswerk an der ehemals stolzen Stadt war vollbracht..
Kryndlagors Anweisung war denkbar einfach: die Stadt sollte geschleift werden und nie wieder nutzbar sein. Daher hatte man die Katapulte in die Stadt gebracht und unermüdlich arbeiteten nun Gardisten unter den wachsamen Augen der Ritter daran, den Befehl auszuführen. Immer wieder war das Geräusch von den Wurfarmen zu hören, wie sie gegen die Polsterungen der Katapulte prallten, abruppt gestoppt wurden und somit ihre zerstörerische Ladung in schon einstürzende Häuser oder Mauern warfen. Abwechselnd wurden schwere Steine oder Amphoren gefüllt mit Pech und brennender Lunte auf die Reise geschickt, um Mauerwerk zu zerschmettern und schon erloschene Brände neu zu entfachen.
In anderen Teilen der Stadt waren Gruppen von Gardisten unterwegs um, sich noch versteckende, hohenfelsche Gardisten zu erledigen und weiteres Pech in den Häusern zu verteilen, damit diese als nächste beschossen werden konnten. Bis spät in die Nacht hinein waren solche Trupps und die Katapulte damit beschäftigt, keinen Stein mehr auf dem anderen zu belassen und irgendwann gaben die drei Ritter Befehl, nach Rahal zurück zu kehren. Das Zerstörungswerk an der ehemals stolzen Stadt war vollbracht..
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Nuria Mondin
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- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
Sie war eine gute Beobachterin. Ein Vogel war unauffällig - und mobil zugleich. Die Dinge hatte sie laufen lassen - und sie überwacht. Eine Schwester hatte im lichten Reich Flagge gezeigt und sich um Verletzte gekümmert. Wichtige Präsenz. Doch es galt weitere Grundlagen zu legen und auszubauen. Sie ließ sich in Rahal blicken - das streunende Pferd kam ihr gerade recht, wenn es schon keine Verletzten auf dunkler Seite zu beklagen gab, um sich als nützlich zu erweisen.
Die Türen in den lichten Reihen waren noch recht verschlossen. Das würde sich ändern - sie würde ihnen das Gefühl geben, einen mächtigen Verbündeten im Verborgenen zu haben. Keine wichtige Information, nichts, was Rahal schwächen konnte, brachte der kleine Vogel und stiftete damit ein wenig Chaos in Berchgard und Adoran. Doch es war ein Zeichen.
Die Türen in den lichten Reihen waren noch recht verschlossen. Das würde sich ändern - sie würde ihnen das Gefühl geben, einen mächtigen Verbündeten im Verborgenen zu haben. Keine wichtige Information, nichts, was Rahal schwächen konnte, brachte der kleine Vogel und stiftete damit ein wenig Chaos in Berchgard und Adoran. Doch es war ein Zeichen.