Einsame Entscheidung

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Hanna Faraltin

Einsame Entscheidung

Beitrag von Hanna Faraltin »

Sie warf einen letzten Blick auf das kleine Hafendörfchen das sie in letzter Zeit Heimat genannt hatte, dann wand sie sich um. Mit einer Bewegung rückte sie ihre Tasche auf der Schulter zurecht und trottete los. Die Tasche enthielt ihre Habseligkeiten, nichts hatte sie in dem kleinen Schränkchen der Herberge zurückgelassen. Jepp und die anderen würden das Bett bald einer anderen zur verfügung stellen. Keiner würde ich nachtrauern, Siran erinnerte sich nichteinmal mehr an sie.

Ihre Füsse folgten dem Weg entlang in die Dunkelheit. Im erschöpften trott bewältigte sie die Strecke die sie von Bajard fort führte. Ihre Gedanken waren bei der rothaarigen Gestalt welche sich keine Stunde zuvor von ihr Richtung Hafen entfernt hatte. Er hatte seine Entscheidung getroffen, und sie die ihre. Sie hatte ihn gemocht, ihm Vertraut und ein Teil von ihr hatte sich noch mehr erhofft. Sie hatte nie darüber geredet, hatte Angst den Freund zu verlieren und zu verschrecken. Wenn man auf der Strasse aufgewachsen war, dann war einem ein Freund schonmal wichtiger als eine Liebschaft.
Als Siran sich zu ihr hinabbeugte und ihr sagte wer die Frau neben Perrin war, wusste sie einen Moment nicht wie sie damit umgehen sollte. Sie hätte sich freuen sollen.
Vielelicht hätte sie es sogar.
Vielleicht.

Aber Perrin hatte ihren Blick gemieden und betont langsam, dafür oft hintereinander getrunken. Wie er es immer tat wenn er einer unangenehmen Situation entfliehen wollte. Auch seine Freundin hatte er nicht angesehen, sich gewunden wie ein Kind das den Eltern erzählte welchen Unsinn es angestellt hatte...und sich dafür schämte.

Hätte er nicht zumindest in jenem Moment etwas sagen können?
Irgendetwas?

Aber er tat es nicht, und sie fühlte sich verletzt und hintergangen. Hanna hatte ihm vertraut, doch er hatte nichteinmal das Wissen um sein Glück mit ihr teilen wollen.


Hannas Schritte folgten einem Weg. Die Wegweise zeigten in verschiedene Richtungen, aber sie konnte sie sowieso nicht lesen. Die eine Richtung würde sie ins zerstörte Varuna führen, die andere irgendwohin.
Irgendwohin...klang gut.
Irgendwohin...klang nach der Strasse der sie einfach folgen würde und sehen würde was sie fand.
So wie immer in ihrem Leben.
Eine rothaarige Streunerin.

Er war ihr gefolgt, in die dunkelheit der Nacht. Hatte sie angesprochen, hatte geredet. Aber es gab kein entrinnen aus diesem Strudel. Hätte er es ihr selbst gesagt, sie hätte sich gefreut. Aber so...
Sie nannte ihn einen Betrüger, und er hatte das Wort aufgenommen, gab ihr recht. Dennoch wollte er sie nicht mehr sehen. Wand sich ab von ihr.

"Lebe wohl Hanna"

Die Worte fühlten sich an wie glühende Eisen die man ihr in den Magen getrieben hatte. Er hatte sich abgewand und war gen Hafen gegangen, sah ihre Tränen nicht mehr.
Tränen um einen verlorenen Freund.


"Wer da? Gebt euch der Stadtgarde von Rahal zu erkennen!"

Die Worte rissen die Stille der dunkelheit entzwei, und holten Hanna aus ihren Trüben gedanken. Sie sah sich um, nahm erst jetzt die Bauruinen wahr die am Waldrand standen, und auch den Mann mit der Stangenwaffe der gerüstet vor ihr stand.

"Ihr solltet vorsichtig sein, es treiben sich Räuber in den Wäldern herum."

Hanna konnte nur matt lächeln. Ihre Antwort war leise, aber er Vrstand sie. Hanna glaubte das er sie nicht nur in Worten, sondern auch im Sinn verstand denn seine Züge wurden freundlicher und er geleitete sie bis vor die Stadttore.

"Mir kann man nichts stehlen ausser meinem Kummer."

Und so betrat eine rothaarige Streunerin die schwarze Stadt, auf der Suche nach Ablenkung, Vergessen und mit einer Sehnsucht im Herzen die sie lange nicht mehr gespürt hatte. Sehnsucht nach denen welche ihre Freunde waren.
Darindel und Kyle waren verschwunden.
Soraya führte ein glückliches Leben das keine Sorge brauchen konnte.
Und Perrin hatte sich abgewand.
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Siran van Zac
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Registriert: Donnerstag 25. Dezember 2008, 04:47

Beitrag von Siran van Zac »

Die Herberge war voll, wie so oft in den letzen Tagen wieder.
Siran sah neben Rogan, Linnet noch zwei bekannte Gesichter an deren Namen er sich beim besten Willen nicht erinnern konnte. Sie waren wohl lange nicht mehr da gewesen, aber er hatte ein warmes Gefühl ihnen gegenüber. Er mochte sie wohl, wer weis was sie schon zusammen erlebt hatten. Genau in diesen Momenten hasste er seine Gedächtnislücke, die ihm seit der Entführung zu schaffen machte und versuchte durch ruhiges Auftreten seine Unsicherheit etwas zu überspielen. Er lauschte und schnappte die Namen auf, um sie Ereignissen zuordnen zu können. So beobachtete er weiter die Anwesenden.
Leace ein Lächeln und Glänzen in den Augen wie immer, die süße Hanna wie früher oft mit ihren Blicken auf Perrin fixiert.
Manchmal könnte er seinem Schüler ein paar Ohrfeigen verpassen, warum nahm er sie nicht zur Seite und sprach mit ihr über sein neues Glück, welches neben ihm saß?
Er machte sich Gedanken darüber, wie Sarah sich gerade fühlen würde, denn sie war ja keineswegs blind. Malachais Worte drangen in sein Bewusstsein, als er stundenlang mit ihm über die Beiden sprach. So langsam füllten sich seine Erinnerungen wieder auf und ordneten sich Personen und Ereignissen zu.
Er war etwas zerrissen, was sollte er nun tun? Bei einer passenden Gelegenheit ging er an Hannah vorbei, legte ihr seine Hand auf die Schulter und beugte sich an ihr Ohr und flüstert ihr zu.
Du solltest Perrin nicht so mit deinen Blicken verschlingen. Seine derzeitiges Glück sitzt neben ihm. Wer weis was sonst passiert.
Er versuchte seine Worte möglichst schonend und wohlgeformt und in einer sanften Stimmlage von sich zu geben, denn er wollte sie einerseits nicht verletzen und andererseits wollte er beide vor einer Dummheit bewahren.
Aus eigener Erfahrung wusste er viel zu gut, was aus solche einer ungeklärten Situation entstehen könnte. Er lies noch eine Weile seine Hand zu Beruhigung auf ihrer Schulter. Sie schien äußerlich stark zu sein und kaum eine Regung an ihr war zu erkennen. So klopfte er ihr noch mal freundschaftlich auf die Schulter und zog sich dann wieder in die Küche zurück.
Einen weiteren Neuankömmling hatte Hannah wohl mitgebracht, um den er sich nun kümmerte, dabei verlor er den Rest der Geschehnisse in der Herberge etwas aus den Augen.

Tage später merkte er, das Hannah wohl ausgezogen war und traurig setze er sich auf die Kante seine Bettes. Vorwurfsvoll fluchte er vor sich hin:
Verdammt, sie hätte sich wenigstens bei ihm verabschieden können oder eine Nachricht hinterlassen.
Was hatte er denn da nur wieder angestellt?.
So zog er die Bettdecke noch einmal straff, schaute nach, ob er noch etwas finden würde, was zu verwahren war und ihr den Anlass gab, doch noch einmal zurück zu kommen.
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