(ooc: Vorgeschichte des Chars: [url=http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=41402] Bitte anklicken[/url] )
Teil 1: Das Streben nach Glück
Hätte man mir vor anderthalb Jahren manche Dinge gesagt, die ich in den letzten tagen immer wieder erfuhr, vielleicht hätte ich mit dem Finger auf mich gedeutet und die Hauswachen gerufen, um die Person wegbringen zu lassen, oder Schlimmeres. Tatsächlich aber kann ich heute vielleicht behaupten so Etwas wie wahres Glück in seiner Reinform erlebt zu haben. Aber eines nach dem Anderen, ich verwirre sicher nur …
Angefangen hatte alles an diesem einen Abend, die Sonne war bereits dabei hinter dem Horizont zu verschwinden und als ob es nicht unpassender hätte sein können, begannen noch einige dunkle Wolken dabei aufzuziehen. Wisst ihr, in dem letzten Jahr, in dem ich nun alleine auf den eigenen Füßen stehe habe ich angefangen an so etwas wie Schicksal zu glauben …. oder an der sehr trockenen Humor der Götter. Anders kann ich mir diesen plötzlichen Regenschauer nämlich nicht erklären, der mich so unvorbereitet erwischt hatte, dass man glatt meinen konnte, ich hätte in diesem einen Jahr rein gar nichts in der Freiheit gelernt. Nun das Ende vom Lied war doch recht vorhersehbar; meine Kleidung, so gut ich sie die letzten Monde auch gepflegt und gehegt hatte, war innerhalb von Minuten nicht mehr als nasser Stoff, und ich konnte das kalte Wasser auf meiner haut spüren. Eine Möglichkeit zum Unterstellen zu finden, war alles andere als leicht, denn außer Bäumen, bei denen ich gewettet hätte dass mal eben ein Blitz eingeschlagen hätte, war nichts zu sehen und so blieb mir nur eines über; irgendwo eine belebte Taverne finden, etwas wo ich mich hätte wärmen können, und da ich schon das Schicksal erwähnte, ich fand solch einen Ort auch.
Die erhoffte Taverne entpuppte sich als Herberge, was aber nicht sonderlich schlimm war, denn Gold hatte ich keines bei mir. Nicht dass es das erste mal gewesen wäre, bitte fragt mich nicht, wie oft ich mit dem Gedanken gespielt hatte, in Notzeiten einfach zu dem kleinen Vermögen zu greifen, welches ich gehortet hatte … aber ich hatte mir etwas geschworen, und jenes Gold leichtfertig anzurühren, wäre ein Bruch jenes Schwures geworden und so würde es auch an diesem Abend darauf hinauslaufen, dass ich nichts zu Essen haben würde … jedenfalls dachte ich so.
Was ich an jenem einen Abend jedoch erleben durfte, ja, das kann man sicher als Glück bezeichnen. Und damit wären wir wieder beim Anfang; denn damals, als ich noch in den schützenden Mauern meiner Familie lebte, wäre eine Mahlzeit, etwas zu trinken, ein Gespräch mit anderen Menschen und eine warme Stube, etwas völlig normales gewesen, gar eine Selbstverständlichkeit. Doch eines dürft ihr mir glauben, wenn man einen solch schnellen lebenswechsel miterleben durfte, betrachtet man die Welt mit anderen Augen, und so auch an jenem Abend, als mich eine Frau Namens Rikara an einen vollen Tisch eingeladen hatte.
Jene Menschen kannten mich nicht, sie hatten keinerlei Ahnung wer ich war und doch … sie boten mir Hilfe an, ich durfte von ihren Speisen nehmen und man interessierte sich für mich und zwar nicht für einen Titel oder für eine Stellung, die ich früher einmal trug, sondern für mich, für die Vagabundin Sarya.
Der Abend schloss mehr als entspannt ab und heute, nach all der Zeit könnte ich einem jeden meiner adligen und blaublütigen Freundinnen aus der Heimat nur eines sagen; ihr habt niemals wirklich gelebt … und daher tut ihr mir leid.
Und so fand ich an diesem Abend wahres Glück … und vielleicht würde ich schon bald meinem eigentlichen Ziel auch einen großen Schritt näher sein.
Kulturschock
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Sarya Loanir
Kulturschock
Zuletzt geändert von Sarya Loanir am Sonntag 3. Mai 2009, 23:56, insgesamt 1-mal geändert.