Die Last der Welt
Verfasst: Freitag 27. März 2009, 05:19
Prolog: Zwiesprache
An diesem Abend saß sie gemeinsam mit Torina am Feuer - selten waren diese Momente, da sie Torina so gesprächig erlebt hatte, und für Tajara selbst war eben jener Moment sehr eindrucksvoll und versetzte ihr gleichzeitig einen Schlag. Die Worte der Schmiedin enthielten viel Wahrheit - so viel Wahrheit. Kein Vorwurf war es - aber es war ein Beweis dessen, dass die Welt nicht besser wurde nur weil eine einzelne Person versuchte, sie besser zu machen.
Tajaras ganzes Leben beruhte nur auf den Grundsatz: "Laste dir das Gewicht der Welt auf die Schultern, denn es tut niemand anders." War es so einfach? In der Tat! Torina hatte der Waldläuferin die Augen geöffnet, jetzt da sie so dasaßen und sprachen.
Tajara MUSSTE zurücktreten - just gerade aus dem Grund, da....
Oh meine Güte, sie hatte so recht. Nun war Tajara nicht mehr dazu berechtigt sich vor die Schwestern zu stellen und sich bereit zu erklären, jeden Hieb in Kauf zu nehmen. Sie trug ein neues Leben in sich. Sie war schwanger!
"Nein Tajara, du lastest dir diese Bürden selbst auf, und die Menschen versinken wirder in ihre melancholie, sobald die Wogen geglättet sind. 'Das wird Taja schon machen' sagen sie und leben ihr Leben. Ich hingegen lebe nur für meine Schwestern. ich würde sofort für euch in den krieg ziehen. Ich denke nicht, ich handle. Du hingegen lastest dir diese Bürde auf."
Tajara konnte nur eines erwiedern. "Irgendjemand muss es doch tun."
Die Städter auf Gerimor verrichten Heldentaten in ihrem Wunsch, dass dereinst eine Statue ihr Grabmahl ziert und dass sich auf ewig jemand ihrer Taten gedenkt. Doch Tajara würde in einem erdloch verrotten - ihr Name würde einst vergessen werden.
In dieser Nacht fand sie nur schwer Ruhe. Ihr Leben zog an ihren Augen vorbei - und stets war es geprägt von Leid und Schmerz in ihrem Versprechen, das sie insgeheim schon als Kind ihrem Vater schwor. "Ich werde leben und sterben um die Welt besser zu machen. Um der Welt zu zeigen, es gibt bessere Menschen."
Doch sie war vielleicht für lange zeit die Einzige, die das wirklich begriffen hatte.
Was hast du denn aus deinem Leben schon gemacht? Dem Tod dreimal entkommen im Wunsch etwas zu ändern - Leid hingenommen nur damit der Zorn auf dich gelenkt wird - Schmerz erduldet um ihn anderen zu ersparen - dein Leben einer Insel verpfändet, die dein Opfer nie zu schätzen wissen wird. Du hast eine Armee gegen jene geführt - und nun haben sie dich schon wieder vergessen!
Vielleicht sollen sie es nicht vergessen - sie sollen nur begreifen.
Sie sind am Leben - und ist es nicht das was zählt?
Ja - nur das zählt.
Verflucht nochmal! Lieder sollten geschrieben werden über dich. In jungen Jahren hast du schon so viel erfahren! Kaum jemand wird das in diesen Tagen Dir nachmachen können!
Mein Lied erklingt solange ich am Leben bin in meinem Herzen. Nirgendwo anders soll es Platz haben.
Und was dann? Wenn der Rabe dich gar holt - meinst du er legt Wert darauf?
Nein.... Das tut er nicht.
Warum also tust du es? Du erwartest keine Anerkennung aber du hättest sie verdient! Du erwartest keinen Dank, doch du wirst verachtet. Du erwartest nichts!
...und ich bekomme nichts!
Du bist verrückt!
Aye... das bin ich.
Die beiden Stimmen in ihr fochten sich einen lauten und langen Streit aus. Und dennoch. Als Tajara früh am Morgen nach langer Schlaflosigkeit aufstand und das Lager klammheimlich verließ um Luft zu schnappen durchstreifte sie die kühlen nebelverhangenen Wälder um Neu-Sturmwipfel.
Die Luft duftete nach frischem nassem Holz. In der Ferne erwachten die kleinen Vögelchen und schrien um Futter, welches ihre Eltern bereits jagten (ebenso wie Tajara bald ein schreiendes Bündel im Arm halten würde, wenn sie es ausgetragen hatte um es zu füttern) - genoss die Ruhe und das Gefühl, dass keine böse Macht dieser Welt diese Idylle trüben konnte...
...und da fiel es ihr wieder ein. Es waren jene Momente des Friedens und der Ruhe, die es wert machten...
...wert, die Last der Welt auf die Schultern zu nehmen.
Das Inselpfand um ihren Hals war diese Last. Und geduldig trug sie jene.
An diesem Abend saß sie gemeinsam mit Torina am Feuer - selten waren diese Momente, da sie Torina so gesprächig erlebt hatte, und für Tajara selbst war eben jener Moment sehr eindrucksvoll und versetzte ihr gleichzeitig einen Schlag. Die Worte der Schmiedin enthielten viel Wahrheit - so viel Wahrheit. Kein Vorwurf war es - aber es war ein Beweis dessen, dass die Welt nicht besser wurde nur weil eine einzelne Person versuchte, sie besser zu machen.
Tajaras ganzes Leben beruhte nur auf den Grundsatz: "Laste dir das Gewicht der Welt auf die Schultern, denn es tut niemand anders." War es so einfach? In der Tat! Torina hatte der Waldläuferin die Augen geöffnet, jetzt da sie so dasaßen und sprachen.
Tajara MUSSTE zurücktreten - just gerade aus dem Grund, da....
Oh meine Güte, sie hatte so recht. Nun war Tajara nicht mehr dazu berechtigt sich vor die Schwestern zu stellen und sich bereit zu erklären, jeden Hieb in Kauf zu nehmen. Sie trug ein neues Leben in sich. Sie war schwanger!
"Nein Tajara, du lastest dir diese Bürden selbst auf, und die Menschen versinken wirder in ihre melancholie, sobald die Wogen geglättet sind. 'Das wird Taja schon machen' sagen sie und leben ihr Leben. Ich hingegen lebe nur für meine Schwestern. ich würde sofort für euch in den krieg ziehen. Ich denke nicht, ich handle. Du hingegen lastest dir diese Bürde auf."
Tajara konnte nur eines erwiedern. "Irgendjemand muss es doch tun."
Die Städter auf Gerimor verrichten Heldentaten in ihrem Wunsch, dass dereinst eine Statue ihr Grabmahl ziert und dass sich auf ewig jemand ihrer Taten gedenkt. Doch Tajara würde in einem erdloch verrotten - ihr Name würde einst vergessen werden.
In dieser Nacht fand sie nur schwer Ruhe. Ihr Leben zog an ihren Augen vorbei - und stets war es geprägt von Leid und Schmerz in ihrem Versprechen, das sie insgeheim schon als Kind ihrem Vater schwor. "Ich werde leben und sterben um die Welt besser zu machen. Um der Welt zu zeigen, es gibt bessere Menschen."
Doch sie war vielleicht für lange zeit die Einzige, die das wirklich begriffen hatte.
Was hast du denn aus deinem Leben schon gemacht? Dem Tod dreimal entkommen im Wunsch etwas zu ändern - Leid hingenommen nur damit der Zorn auf dich gelenkt wird - Schmerz erduldet um ihn anderen zu ersparen - dein Leben einer Insel verpfändet, die dein Opfer nie zu schätzen wissen wird. Du hast eine Armee gegen jene geführt - und nun haben sie dich schon wieder vergessen!
Vielleicht sollen sie es nicht vergessen - sie sollen nur begreifen.
Sie sind am Leben - und ist es nicht das was zählt?
Ja - nur das zählt.
Verflucht nochmal! Lieder sollten geschrieben werden über dich. In jungen Jahren hast du schon so viel erfahren! Kaum jemand wird das in diesen Tagen Dir nachmachen können!
Mein Lied erklingt solange ich am Leben bin in meinem Herzen. Nirgendwo anders soll es Platz haben.
Und was dann? Wenn der Rabe dich gar holt - meinst du er legt Wert darauf?
Nein.... Das tut er nicht.
Warum also tust du es? Du erwartest keine Anerkennung aber du hättest sie verdient! Du erwartest keinen Dank, doch du wirst verachtet. Du erwartest nichts!
...und ich bekomme nichts!
Du bist verrückt!
Aye... das bin ich.
Die beiden Stimmen in ihr fochten sich einen lauten und langen Streit aus. Und dennoch. Als Tajara früh am Morgen nach langer Schlaflosigkeit aufstand und das Lager klammheimlich verließ um Luft zu schnappen durchstreifte sie die kühlen nebelverhangenen Wälder um Neu-Sturmwipfel.
Die Luft duftete nach frischem nassem Holz. In der Ferne erwachten die kleinen Vögelchen und schrien um Futter, welches ihre Eltern bereits jagten (ebenso wie Tajara bald ein schreiendes Bündel im Arm halten würde, wenn sie es ausgetragen hatte um es zu füttern) - genoss die Ruhe und das Gefühl, dass keine böse Macht dieser Welt diese Idylle trüben konnte...
...und da fiel es ihr wieder ein. Es waren jene Momente des Friedens und der Ruhe, die es wert machten...
...wert, die Last der Welt auf die Schultern zu nehmen.
Das Inselpfand um ihren Hals war diese Last. Und geduldig trug sie jene.