Drachenschatz

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Viridian
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Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Drachenschatz

Beitrag von Viridian »

Die Nacht bricht an, die Welt versinkt
In Dunkelheit, ein rauer Wind
Bläst heulend durch das tote Tal
Und fern am dunklen Firmament
Am Fuß des Berges den man hier
Voll Angst nur Drachenspitze nennt
Leuchtet dort nicht ein Schimmer schmal?

He Wanderer in finst’rer Nacht
Hör’ gut mir zu, ich rate dir
Bleib fern von jenem bösen Ort
Kehr lieber um, geh schleunig fort
Und geh nie in den Berg hinein
Mag auch ein großer Schatz dort sein
Weißt du denn nicht, wer ihn bewacht?

Der junge Mann, er lachte nur.
Es sei sein einzig’ Lebensziel
Den Drachen einmal selbst zu sehn,
Wie ist die Jugend töricht stur!
Wenn es den Göttern denn gefiel,
Ihn gar um seinen Schatz zu bringen,
Das würde ihm wohl auch gelingen!

Er war, kaum dass das Wort gesagt,
Verschwunden in der Höhle schon.
Das Tal liegt ruhig, nur Winde weh’n
Der Tag bricht an, das Jahr vergeht,
Von ihm hört' man nie einen Ton.
Erinnerung vom Wind verweht.
Nur eine alte Mutter klagt.


Als er noch auf der Burg Eisenwart diente, hatte er selten Zeit dafür gehabt, seine Gedanken niederzuschreiben. Hier in der Freien Herberge war das anders. Sicher, er ging nach wie vor auch seinem erlernten Handwerk nach, doch nachdem Waffen und Rüstung vom eingetrockneten Blut gereinigt waren, konnte er sich in aller Ruhe seiner wahren Leidenschaft widmen, dem Schreiben.
Er wusste, dass die Tage, die er noch so verbringen würde, wahrscheinlich bald wieder enden würden, darum versuchte er, sie so gut wie möglich zu nutzen.
Ein strîter sô gelêret was, daz er an den buochen las, swaz er dar an geschriben vant: der was Viridian genant, dienstman was er ze Mêrswaht.
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