Gut Ding will Weile haben
Verfasst: Samstag 7. März 2009, 15:01
Gut Ding will Weile haben. Ein Sprichwort, das einen darauf hinwies, wie sehr die Geduld manch einen strapazieren konnte. Man redete sich schlicht ein, dass die Zeit bald schneller vergehen würde.
Es war eine Zeit der Turbulenzen und des Krieges. Sie rechnete alsbald damit, dass eher die Kunde einer Versenkung des Schiffes rechnen konnte, als dem wirklichen Ankommen.
Tage, Wochen...und dann...das erlösende Pochen an der Tür und der junge Bote, der ihr berichtete, dass das Schiff angekommen und die weiteren Schritte im Gange waren. Endlich keine Rastlosigkeit mehr, keine Stagnation. Am Nachmittag bereits nahm sie es sich heraus, vor die Stadt zu dem Hof zu reiten. Bereits von der Ferne waren die dunklen gerußten Wände ersichtlich und ließen ihre jungen Züge noch weiter verhärten. Wie lange musste dieser Schandfleck bereits dort stehen? Es schien, als würde die Baronin eher Lektüren im eigenen Heim statt der Verwaltung ihres Lehens vorzuziehen.
Doch wer wusste schon um die Handelsrouten aus Tecklenstein mit dem Schiff? Wer wusste um die derzeitigen Wetterbewegungen auf dem Meer? Soweit dachte das normale Volk nicht.
Sie gab ihnen keine Schuld, doch ihr Urteil festigte sich...weiter und weiter.
Das Hämmern und Geräusch von lauten Stimmen lenkte ihre Aufmerksamkeit wieder zu dem Hof, den sie langsam erreichte. Eloise, ihre Stute, trabte ruhig und langsam, mit der Gemütlichkeit eines alten Tieres. Rasch stieg sie ab und betrachtete sich eingehend die Männer, die rasch und routiniert ihrer Arbeit nachgingen. Es war richtig gewesen, Arbeiter aus Tecklenstein zu holen.
Strebsame und rechtschaffende Arbeiter...
Ihr Lehen war wieder im Aufbau. Man konzentrierte sich auch in der Heimat auf die Aufbauten der Höfe und wiederbewirtschaftung der Felder. Eine gewisse Routine schlich sich dabei ein und man kannte mittlerweile die Handgriffe. In einem knappen Monat würde man wohl die ersten Lieferungen aus den Minen wieder aufnehmen können und jene sogar bis nach Rahal liefern können.
Langsam, aber stetig wurde es besser. Der Eine hatte Wohlgefallen mit dem Lehen und war anscheinend zufrieden. Zumindest berichtete man von einer derzeitigen Ruhe an den Grenzen des Reiches. Weylenstein ist anscheinend zu beschäftigt hier mit dem Krieg. Eine einfache Feststellung und keine Anklage. Es konnte ihr nur Recht sein; so hatte sie ihre Ruhe zunächst und konnte die Grenzen festigen lassen.
Die ersten Gebälkspfosten fielen krachend in das Haus hinein, während sie den Bauleiter suchte und klärende Worte führte. Man würde schnell arbeiten, mehr als einmal wurde es ihr versichert.
Viel war zu tun an dem Gebäude und den Holzzäunen, welche komplett ersetzt werden mussten. Dem Herrn sei Dank hatten die Steinwände nur eine neue Verputzung nötig, sodass man sich im groben wohl auf das Dach und dessen Ersetzung des Gebälks konzentieren musste.
Ruhig lauschte sie dem Bauleiter, während hinter ihr die ersten Wägen mit den Materialien ankamen. Sie hatte Holz mit angefordert aus der Heimat, wollte nicht die Ressourcen der heiligen Stadt nutzen, die wichtiger für die Sicherung vor dem Feind waren. Die Pferde vor den Karren schnaubten unruhig und scharrten mit den Hufen, während weitere Männer von der Ladefläche sprangen und mit dem Abladen begannen. Ein kurzes Lächeln huschte über die schmalen Lippen, erreichte kaum die Augen, während ihr Blick die Arbeiten wieder erfasste.
Sollen sie kommen,
wir fürchten sie nicht.
Und wenn sie uns brechen,
wir verzagen nicht.
Sollen sie kommen,
wir tun unsre Pflicht.
Den Herrn tief im Herzen,
lässt der Mut uns nicht im Stich.
Zufrieden verabschiedete sie sich und wendete sich zu der eigenen Stute zu, um aufzusatteln. In einen leichten Trab fallend, trottete sie zurück in die heilige Stadt und zu den Stallungen in der Oberstadt.
Sie würde wohl die nächsten Tage einmal täglich vorbeischauen und die Fortschritte prüfen.
Und bald würde sie die Aushänge fertigen können.
Gut Ding will Weile haben...
Es war eine Zeit der Turbulenzen und des Krieges. Sie rechnete alsbald damit, dass eher die Kunde einer Versenkung des Schiffes rechnen konnte, als dem wirklichen Ankommen.
Tage, Wochen...und dann...das erlösende Pochen an der Tür und der junge Bote, der ihr berichtete, dass das Schiff angekommen und die weiteren Schritte im Gange waren. Endlich keine Rastlosigkeit mehr, keine Stagnation. Am Nachmittag bereits nahm sie es sich heraus, vor die Stadt zu dem Hof zu reiten. Bereits von der Ferne waren die dunklen gerußten Wände ersichtlich und ließen ihre jungen Züge noch weiter verhärten. Wie lange musste dieser Schandfleck bereits dort stehen? Es schien, als würde die Baronin eher Lektüren im eigenen Heim statt der Verwaltung ihres Lehens vorzuziehen.
Doch wer wusste schon um die Handelsrouten aus Tecklenstein mit dem Schiff? Wer wusste um die derzeitigen Wetterbewegungen auf dem Meer? Soweit dachte das normale Volk nicht.
Sie gab ihnen keine Schuld, doch ihr Urteil festigte sich...weiter und weiter.
Das Hämmern und Geräusch von lauten Stimmen lenkte ihre Aufmerksamkeit wieder zu dem Hof, den sie langsam erreichte. Eloise, ihre Stute, trabte ruhig und langsam, mit der Gemütlichkeit eines alten Tieres. Rasch stieg sie ab und betrachtete sich eingehend die Männer, die rasch und routiniert ihrer Arbeit nachgingen. Es war richtig gewesen, Arbeiter aus Tecklenstein zu holen.
Strebsame und rechtschaffende Arbeiter...
Ihr Lehen war wieder im Aufbau. Man konzentrierte sich auch in der Heimat auf die Aufbauten der Höfe und wiederbewirtschaftung der Felder. Eine gewisse Routine schlich sich dabei ein und man kannte mittlerweile die Handgriffe. In einem knappen Monat würde man wohl die ersten Lieferungen aus den Minen wieder aufnehmen können und jene sogar bis nach Rahal liefern können.
Langsam, aber stetig wurde es besser. Der Eine hatte Wohlgefallen mit dem Lehen und war anscheinend zufrieden. Zumindest berichtete man von einer derzeitigen Ruhe an den Grenzen des Reiches. Weylenstein ist anscheinend zu beschäftigt hier mit dem Krieg. Eine einfache Feststellung und keine Anklage. Es konnte ihr nur Recht sein; so hatte sie ihre Ruhe zunächst und konnte die Grenzen festigen lassen.
Die ersten Gebälkspfosten fielen krachend in das Haus hinein, während sie den Bauleiter suchte und klärende Worte führte. Man würde schnell arbeiten, mehr als einmal wurde es ihr versichert.
Viel war zu tun an dem Gebäude und den Holzzäunen, welche komplett ersetzt werden mussten. Dem Herrn sei Dank hatten die Steinwände nur eine neue Verputzung nötig, sodass man sich im groben wohl auf das Dach und dessen Ersetzung des Gebälks konzentieren musste.
Ruhig lauschte sie dem Bauleiter, während hinter ihr die ersten Wägen mit den Materialien ankamen. Sie hatte Holz mit angefordert aus der Heimat, wollte nicht die Ressourcen der heiligen Stadt nutzen, die wichtiger für die Sicherung vor dem Feind waren. Die Pferde vor den Karren schnaubten unruhig und scharrten mit den Hufen, während weitere Männer von der Ladefläche sprangen und mit dem Abladen begannen. Ein kurzes Lächeln huschte über die schmalen Lippen, erreichte kaum die Augen, während ihr Blick die Arbeiten wieder erfasste.
Sollen sie kommen,
wir fürchten sie nicht.
Und wenn sie uns brechen,
wir verzagen nicht.
Sollen sie kommen,
wir tun unsre Pflicht.
Den Herrn tief im Herzen,
lässt der Mut uns nicht im Stich.
Zufrieden verabschiedete sie sich und wendete sich zu der eigenen Stute zu, um aufzusatteln. In einen leichten Trab fallend, trottete sie zurück in die heilige Stadt und zu den Stallungen in der Oberstadt.
Sie würde wohl die nächsten Tage einmal täglich vorbeischauen und die Fortschritte prüfen.
Und bald würde sie die Aushänge fertigen können.
Gut Ding will Weile haben...