Gut Ding will Weile haben. Ein Sprichwort, das einen darauf hinwies, wie sehr die Geduld manch einen strapazieren konnte. Man redete sich schlicht ein, dass die Zeit bald schneller vergehen würde.
Es war eine Zeit der Turbulenzen und des Krieges. Sie rechnete alsbald damit, dass eher die Kunde einer Versenkung des Schiffes rechnen konnte, als dem wirklichen Ankommen.
Tage, Wochen...und dann...das erlösende Pochen an der Tür und der junge Bote, der ihr berichtete, dass das Schiff angekommen und die weiteren Schritte im Gange waren. Endlich keine Rastlosigkeit mehr, keine Stagnation. Am Nachmittag bereits nahm sie es sich heraus, vor die Stadt zu dem Hof zu reiten. Bereits von der Ferne waren die dunklen gerußten Wände ersichtlich und ließen ihre jungen Züge noch weiter verhärten. Wie lange musste dieser Schandfleck bereits dort stehen? Es schien, als würde die Baronin eher Lektüren im eigenen Heim statt der Verwaltung ihres Lehens vorzuziehen.
Doch wer wusste schon um die Handelsrouten aus Tecklenstein mit dem Schiff? Wer wusste um die derzeitigen Wetterbewegungen auf dem Meer? Soweit dachte das normale Volk nicht.
Sie gab ihnen keine Schuld, doch ihr Urteil festigte sich...weiter und weiter.
Das Hämmern und Geräusch von lauten Stimmen lenkte ihre Aufmerksamkeit wieder zu dem Hof, den sie langsam erreichte. Eloise, ihre Stute, trabte ruhig und langsam, mit der Gemütlichkeit eines alten Tieres. Rasch stieg sie ab und betrachtete sich eingehend die Männer, die rasch und routiniert ihrer Arbeit nachgingen. Es war richtig gewesen, Arbeiter aus Tecklenstein zu holen.
Strebsame und rechtschaffende Arbeiter...
Ihr Lehen war wieder im Aufbau. Man konzentrierte sich auch in der Heimat auf die Aufbauten der Höfe und wiederbewirtschaftung der Felder. Eine gewisse Routine schlich sich dabei ein und man kannte mittlerweile die Handgriffe. In einem knappen Monat würde man wohl die ersten Lieferungen aus den Minen wieder aufnehmen können und jene sogar bis nach Rahal liefern können.
Langsam, aber stetig wurde es besser. Der Eine hatte Wohlgefallen mit dem Lehen und war anscheinend zufrieden. Zumindest berichtete man von einer derzeitigen Ruhe an den Grenzen des Reiches. Weylenstein ist anscheinend zu beschäftigt hier mit dem Krieg. Eine einfache Feststellung und keine Anklage. Es konnte ihr nur Recht sein; so hatte sie ihre Ruhe zunächst und konnte die Grenzen festigen lassen.
Die ersten Gebälkspfosten fielen krachend in das Haus hinein, während sie den Bauleiter suchte und klärende Worte führte. Man würde schnell arbeiten, mehr als einmal wurde es ihr versichert.
Viel war zu tun an dem Gebäude und den Holzzäunen, welche komplett ersetzt werden mussten. Dem Herrn sei Dank hatten die Steinwände nur eine neue Verputzung nötig, sodass man sich im groben wohl auf das Dach und dessen Ersetzung des Gebälks konzentieren musste.
Ruhig lauschte sie dem Bauleiter, während hinter ihr die ersten Wägen mit den Materialien ankamen. Sie hatte Holz mit angefordert aus der Heimat, wollte nicht die Ressourcen der heiligen Stadt nutzen, die wichtiger für die Sicherung vor dem Feind waren. Die Pferde vor den Karren schnaubten unruhig und scharrten mit den Hufen, während weitere Männer von der Ladefläche sprangen und mit dem Abladen begannen. Ein kurzes Lächeln huschte über die schmalen Lippen, erreichte kaum die Augen, während ihr Blick die Arbeiten wieder erfasste.
Sollen sie kommen,
wir fürchten sie nicht.
Und wenn sie uns brechen,
wir verzagen nicht.
Sollen sie kommen,
wir tun unsre Pflicht.
Den Herrn tief im Herzen,
lässt der Mut uns nicht im Stich.
Zufrieden verabschiedete sie sich und wendete sich zu der eigenen Stute zu, um aufzusatteln. In einen leichten Trab fallend, trottete sie zurück in die heilige Stadt und zu den Stallungen in der Oberstadt.
Sie würde wohl die nächsten Tage einmal täglich vorbeischauen und die Fortschritte prüfen.
Und bald würde sie die Aushänge fertigen können.
Gut Ding will Weile haben...
Gut Ding will Weile haben
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Yasmin Mirar
Sechs Tagesläufe war es nun bereits her, so erinnerte sie sich genau an den Tag an welchem sie voller Erleichterung das Schreiben an die Baronin übergeben ließ. Voller Sehnsucht blickt sie in die Richtung des Hofes, welcher noch vor wenigen Tagen unberührt und völlig zerstört nahe des Del`Murer Gutshofes lag. Doch es schien sich etwas zu tun. Arbeiter huschten mit flinken Händen über diesen Brandfleck, welcher nur schlimme Erinnerungen an jenen Angriff wachrüttelte. Doch gab es bislang keine Reaktion ob ihres Anliegens, diesen Hof übernehmen zu dürfen.
So übte sich die junge Magd in steter Geduld, wohl wissend dass eine Baronin wohl mehr zu tun hatte als einem solchen Schreiben sofortige Antwort zu schulden. Der Eine wird schon fügen, was in seinem Sinne ist, sprach sie sich immer wieder zu. Mit einem Lächeln, einem tiefen Atemzug sowie einem kurzen letzten Blick auf das Anwesen, welches zu neuem Leben erweckt wurde, machte Yasmin sich wieder an ihre Arbeit.
Gut Ding will Weile haben...
So übte sich die junge Magd in steter Geduld, wohl wissend dass eine Baronin wohl mehr zu tun hatte als einem solchen Schreiben sofortige Antwort zu schulden. Der Eine wird schon fügen, was in seinem Sinne ist, sprach sie sich immer wieder zu. Mit einem Lächeln, einem tiefen Atemzug sowie einem kurzen letzten Blick auf das Anwesen, welches zu neuem Leben erweckt wurde, machte Yasmin sich wieder an ihre Arbeit.
Gut Ding will Weile haben...
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Tarja Lycron
Die Einen hätten es verträumt genannt, die Anderen geistesabwesend oder gar neben der Spur. Fakt war, sie war überall gerade mit ihren Gedanken, nur nicht auf dieser unseren Welt. Erst als sie durch den hämmernden Lärm der Bauarbeiter aus den Gedanken gerissen wurde sah sie sich um. So weit war sie schon gelaufen, dass sie am letzten Hof angekommen war? Aber es war interessant zu sehen, dass der Hof renoviert wurde, hatte sie doch ihr Schreiben längst an Sephira geschickt.
In der Zeit, in der Rahal all die Unterstützung brauchte wäre es wohl falsch gewesen, den Hof jemand Anderem zu überlassen als jemandem, der sowohl bereit war einen Anteil der Ernte des Hofes an Rahal zu übergeben als auch einen Alchemisten zur Stelle zu haben, der wiederum diese Reagenzien zu Tränken vermischen konnte. Oder würde man gar die neu erwachten Verbindungen einzuschränken wissen? Vielleicht hätte sie sich gleich beim schwarzen Marshall erkunden sollen, seine Gunst einholen, wobei sie sich nahezu sicher war, dass er es gutheißen würde, wenn ihr Hausdiener den Hof übernehmen und sie Rahal mit Tränken versorgen würde - gerade zu einer solchen kriegslastigen Zeit.
Eine ganze Weile sah sie den fleißigen Bauarbeitern zu und trat auf einen der Mannen zu. 'So ihr Hilfe braucht - wendet euch nur an mich. Mittels Magie ist Einiges möglich.' - Die Baronin würde schon wissen, was sie tat. Immerhin würden sie sich nur allzu oft noch im Gremium über den Weg laufen. Langsam sollte man doch denken können, dass Gras über die vergangenen Zwischenfälle gewachsen war? Oder musste sie sich erneut mit jemandem auseinandersetzen, der die Arkorither wieder nicht in Rahal akzeptieren wollte? Das hatte sie vor ein paar wenigen Tagen oder Wochen schon und sie konnte gut darauf verzichten. Im Grunde. Aber die Zeit würde zeigen, wie nah man sich mittlerweile war. Herr Cardin war zuverlässig und ein wahrer Meister seines Handwerks. Mit einem aufmerksamen Blick besah sie sich die Bauarbeiten und sah auch jeden Tag danach, was sich dort tun sollte.
In der Zeit, in der Rahal all die Unterstützung brauchte wäre es wohl falsch gewesen, den Hof jemand Anderem zu überlassen als jemandem, der sowohl bereit war einen Anteil der Ernte des Hofes an Rahal zu übergeben als auch einen Alchemisten zur Stelle zu haben, der wiederum diese Reagenzien zu Tränken vermischen konnte. Oder würde man gar die neu erwachten Verbindungen einzuschränken wissen? Vielleicht hätte sie sich gleich beim schwarzen Marshall erkunden sollen, seine Gunst einholen, wobei sie sich nahezu sicher war, dass er es gutheißen würde, wenn ihr Hausdiener den Hof übernehmen und sie Rahal mit Tränken versorgen würde - gerade zu einer solchen kriegslastigen Zeit.
Eine ganze Weile sah sie den fleißigen Bauarbeitern zu und trat auf einen der Mannen zu. 'So ihr Hilfe braucht - wendet euch nur an mich. Mittels Magie ist Einiges möglich.' - Die Baronin würde schon wissen, was sie tat. Immerhin würden sie sich nur allzu oft noch im Gremium über den Weg laufen. Langsam sollte man doch denken können, dass Gras über die vergangenen Zwischenfälle gewachsen war? Oder musste sie sich erneut mit jemandem auseinandersetzen, der die Arkorither wieder nicht in Rahal akzeptieren wollte? Das hatte sie vor ein paar wenigen Tagen oder Wochen schon und sie konnte gut darauf verzichten. Im Grunde. Aber die Zeit würde zeigen, wie nah man sich mittlerweile war. Herr Cardin war zuverlässig und ein wahrer Meister seines Handwerks. Mit einem aufmerksamen Blick besah sie sich die Bauarbeiten und sah auch jeden Tag danach, was sich dort tun sollte.
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Eloriahus Drugar
Mit einem lauten Wiehern kündigte der Hengst das Erscheinen eines Besuchers an. Eloriahus Drugar schwang sich aus dem Sattel und sah sich um, die Zügel noch in der Hand haltend. Sein Blick traf auf ein reges Treiben um und auf jenem Hof der vor einiger Zeit erst Opfer eines Brandanschlages geworden war.
Unweit des Soldaten hoben ein paar Handwerker und Arbeiter interessiert die Köpfe. Kurz darauf löste sich einer der Handwerker aus der Menge und trat mit einem kurzen Kopfneig auf Eloriahus zu.
>>Ich grüße Euch Gardist! Was kann ich für Euch tun?<<
>>Des Einen Segen fleißiger Handwerksmanne! Mein Name lautet Eloriahus Drugar, Adjutant und Stellvertreter des Hauptmanns der Garde zu Rahal. Ich würde gerne im Interesse der Garde und damit gewiss auch im Interesse eurer Herrin, der hochgeschätzten Baronin von Tecklenstein, den Fortschritt der Arbeiten begutachten.<<
Mit einem weiteren kurzen Kopfneig und einer einleitenden Geste begann man die Besichtigung des Baus und die Begutachtung der Arbeiten. In der Tat hatte man schon manches erreicht. Materialien waren sorgfältig aufgestapelt worden und auch die Reparaturen an sich zeigten erste Ergebnisse. Die eingesetzten Handwerker und Arbeiter jedoch waren dem Offizier gänzlich unbekannt. Einige musternde Blicke und das Vertrauen in die Baronin sollte jedoch Genüge tun um Skepsis und eventuelle Zweifel einzudämmen.
>>Mit großer Zufriedenheit betrachte ich die gut vorangehende Arbeit. Die Baronin scheint nicht falsch darin getan zu haben Euch und eure Mannen hier einzusetzen. Ich hoffe sehr das die Reparaturen und Ausbesserungen bald ein Ende finden. Der Wegfall des Hofes und seiner Güter ist ein doch mehr als deutlicher Verlust für die heilige Stadt. Allerdings muss ich gestehen das die Garde auch ein persönliches Interesse an dem Hof hat. Man befindet sich in vielversprechenden Gesprächen mit Yasmin Mirar die großes Interesse am Hof und der Bestellung von diesem hegt. Der Krieg verschlingt Unmengen an Waren, darunter Lebensmittel, Kräuter und Pferde, die eben solche Höfe hier liefern. Gute Konditionen und zuverlässige Bezugsquellen sind da nur positiv. Hoffen wir das ihr ihr der Hof zugesprochen wird wenn es zu der gängigen Ausschreibung kommt. Nun gut ich muss weiter. Ich werde dafür Sorge tragen das meine Mannen ein wachsames Auge auf den Hof haben. Des Einen Segen guter Mann!<<
Unweit des Soldaten hoben ein paar Handwerker und Arbeiter interessiert die Köpfe. Kurz darauf löste sich einer der Handwerker aus der Menge und trat mit einem kurzen Kopfneig auf Eloriahus zu.
>>Ich grüße Euch Gardist! Was kann ich für Euch tun?<<
>>Des Einen Segen fleißiger Handwerksmanne! Mein Name lautet Eloriahus Drugar, Adjutant und Stellvertreter des Hauptmanns der Garde zu Rahal. Ich würde gerne im Interesse der Garde und damit gewiss auch im Interesse eurer Herrin, der hochgeschätzten Baronin von Tecklenstein, den Fortschritt der Arbeiten begutachten.<<
Mit einem weiteren kurzen Kopfneig und einer einleitenden Geste begann man die Besichtigung des Baus und die Begutachtung der Arbeiten. In der Tat hatte man schon manches erreicht. Materialien waren sorgfältig aufgestapelt worden und auch die Reparaturen an sich zeigten erste Ergebnisse. Die eingesetzten Handwerker und Arbeiter jedoch waren dem Offizier gänzlich unbekannt. Einige musternde Blicke und das Vertrauen in die Baronin sollte jedoch Genüge tun um Skepsis und eventuelle Zweifel einzudämmen.
>>Mit großer Zufriedenheit betrachte ich die gut vorangehende Arbeit. Die Baronin scheint nicht falsch darin getan zu haben Euch und eure Mannen hier einzusetzen. Ich hoffe sehr das die Reparaturen und Ausbesserungen bald ein Ende finden. Der Wegfall des Hofes und seiner Güter ist ein doch mehr als deutlicher Verlust für die heilige Stadt. Allerdings muss ich gestehen das die Garde auch ein persönliches Interesse an dem Hof hat. Man befindet sich in vielversprechenden Gesprächen mit Yasmin Mirar die großes Interesse am Hof und der Bestellung von diesem hegt. Der Krieg verschlingt Unmengen an Waren, darunter Lebensmittel, Kräuter und Pferde, die eben solche Höfe hier liefern. Gute Konditionen und zuverlässige Bezugsquellen sind da nur positiv. Hoffen wir das ihr ihr der Hof zugesprochen wird wenn es zu der gängigen Ausschreibung kommt. Nun gut ich muss weiter. Ich werde dafür Sorge tragen das meine Mannen ein wachsames Auge auf den Hof haben. Des Einen Segen guter Mann!<<