O’xuryal strich sich zornig eine widerspenstige Strähne aus dem Gesicht.
Er hielt nur kurz inne um sich umzuschauen, bevor er seinen Weg zum Turm der Lethyren fortsetzte.
Als er seine rubinroten Augen wieder geradeaus richtete, kam das massive Mauerwerk in Sicht.
Eine wahre Baukunst.
Ein Meisterwerk seiner Art, was den Letharf, selbst nach all der Zeit, dazu veranlasste den Atem anzuhalten, um den Moment zu genießen. Der gigantische Turm ragte hinauf bis zur Höhlendecke von Leth’Axorn. Während einige Stalaktiten daran gescheitert waren ihren Weg zum Boden fortzusetzen, ließ das mächtige Gebäude keinen Zweifel aufkommen, das es noch viele Dekaden überdauern würde.
O’xuryal schmunzelte bei dem aufkeimenden Gedanken. Der Turm war wie das Letharenvolk selbst. Von außen strahlte der gemauerte Stein, Eleganz, Kraft und Anmut aus, während das Tödliche im Innern verborgen lag. Wochenlang hatte er dort verbracht.
Zurück gezogen um staubigen Folianten das letzte Quäntchen Wissen zu entlocken. Er studierte ließ es sich nicht nehmen, die Menschliche Anatomie zu studieren. Wenn ihm auch diese Rasse gänzlich zuwider war, war sie immer zu etwas zu gebrauchen. Sei es nur um einige Letharen zu beschäftigen. Er hatte es in ihren Augen gesehen, sie gierten nach etwas greifbarem. Genau das wollte er ihnen geben. Er steuerte weiter direkt auf das Ziel seiner Begierde zu, gerade in Höhe des Tempels, welcher sich auf der rechten Seite aus dem Boden schälte, als er aus dem Augenwinkel etwas zucken zu sehen glaubte. Blitzschnell ruckte sein Kopf herum, seine Augen nahmen jeden Quadratmillimeter unter die Lupe. Doch da war nichts. Wieder wollte er seinen Weg fortsetzen, als er wieder etwas zu sehen glaubte. Er verharrte! Seine Augen verengten sich. Welcher Narr glaubte da ein Spiel mit ihm treiben zu können? Der Kopf des Lethyren wirbelte herum, gerade noch rechtzeitig um sie zu sehen, bevor sie verschwand.