Kaltenbroichs Hauch...

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Myrtha

Kaltenbroichs Hauch...

Beitrag von Myrtha »

Kaltenbroich...
Lange, oh wie lange ist das nun her...
Und doch denk' ich noch so oft an die Zeit. Na, schließlich hab ich da ja nun auch mein ganzes Leben verbracht, bis halt..........

Hm. Ich glaub, 's war schon Altweibersommer, als ich aufgebrochen bin.
Und herrjeh... chaotisch war's.
Dabei dacht ich doch nur, ich könnt hier was bessres aus meinem Leben machen.
Aber Bugul, der so lieb zu mir war, und den ich richtig gut hab leiden können, der hat mich sitzen lassen..

Ach... du dumme Ziege verstehst eh keinWort.

Weißt eigentlich was das bedeutet, allein zu sein?
Du hast hier deine zwei Weiber, kannst nicht klagen. Hör auf zu meckern...!

Naja, bei der FHA hat mich's nicht lang gehalten... ihgitt.. diese ständigen Streitereien, die schlagen einem echt aufs Gemüt.
Und sogar auf den Magen, und hey - das will was heißen....
Myrtha

Beitrag von Myrtha »

Und dann .....

...trat ER in ihr Leben.. ER - der kühne Recke in strahlender Rüstung, mutig und edel...

Ein Ritter.. nein, sowas hattes es in Kaltenbroich nicht gegeben. Dort duckten sich ärmliche Hütten an den düsteren Waldrand, dicht an dicht, Kuh und Ziege wohnte mit im Haus, unter einem Dach mit den vielköpfigen Familien.
Ein karges Feld, eingebettet zwischen feuchten Wiesen und Sumpfgewächsen, kaum in der Lage, eine Feldfrucht reifen zu lassen.

Und als mit dem Heranwachsen auch ihr Appetit von Tag zu Tag wuchs, beschloss sie, zu gehen.
Dort hin, wo himmelblaue Dächer in das lichte Firmament ragten, dort hin, wo Burgen und Schlösser edle Prinzen und Ritter in strahlender Rüstung beherbergten, wo es Essen im Überfluss gab , und sie ihrer Familie eine neue Existenz aufbauen konnte.

Nicht immer kommt alles so, wie es die alten Geschichten, die von runzligen Großmüttern erzählt werden, sagen..
Aber als Dienstmagd auf der Burg Schwertwacht, mit einer kleinen Mühle und einem feinen Garten, in dem sich allerlei Getier tümmelt, lässt es sich leben.

Und nun... ER ....

ER wohnt auf der Burg.
ER schimert im Licht, als stünde die Herrin selbst neben ihm.
So selbstbewusst, so edel, so umwerfend.

Eine Mühle taugt zum Arbeiten.
Aber wenn er eine Brug hat, dann braucht sie mindestens einen tauglichen Hof, mit edlen Rössern, mit einer KÜche um die feinsten Mahlzeiten zu bereiten, und einem Garten, in dem die schönsten Blumen wachsen würden.....

Ja!
Genau das war es.
Also - ran an die Arbeit - die ohnehin mehr als reichlich vorhanden ist, die Pferde gesattelt, Aufbruch zur Mine.
Dort gibt es Leute, die genug Ahnung vom Hausbau haben.
Und Steine. Oder.. was man eben so braucht....
Myrtha

Beitrag von Myrtha »

Wo, im Namen der Herrin, hatte er sein Zimmer?
Unablässig vor sich hin schimpfend, wuselte das kräftig gebaute Bauernweib durch die weiten Gänge der Burg.
Wahrscheinlich wohnt er nicht mal hier.
Nur .. wo dann?

Nunja, da zu so früher Stunde niemand wach war, den man fragen konnte, und Myrtha viele, viele Zimmer, deren Türen unverschlossen waren, nach ANzeichen auf den Bewohner durchsucht hatte - natürlich ohne Unordnung zu machen!- blieb nur ein Raum übrig, von dem sie ganz sicher war, dass er ihm gehörte!

Und so platzierte sie den Rosenstock, den sie die ganze Zeit über liebevoll mit sich herum geschleppt hatte, mitten auf dem Schreibtisch.
Die große, rote Schleife, die um den Topf gbunden war, wurde nocheinmal zurecht gezupft.
Und nun war nur noch der Zettel anzubringen---


Und so wird Nevyn bei seinem nächsten Besuch in seinem Schreibstüblein einen etwas seltsamen Anblick haben -


Mitten auf dem Schreibstisch steht ein großer Topf, umbunden mit einer riesigen roten Schleife, und darinnen wächst ein Rosenstrauch mit hundertenroter Blüten.
Sorgsam in Form geschnitten, doch aber ragt nicht ein stumpfer Ast daraus hervor.
Und in dem breiten Band der Schleife steckt ganz klein, kaum zu erkennen, ein Zettelchen.
Nichts ist darauf geschrieben, kein einziger Buchstabe ist darauf zu finden.
Nur ein Bild. Auf den ersten Blick sieht es nach einer gekritzelten Kinderzeichnung aus.
Bei näherem Hinsehen mag man jedoch Details erblicken, und so ist, so sorgfältig das mit einem stumpfen Kohlestift möglich ist, ein Lama drauf gezeichnet.
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