Dunkle Zeiten fordern viele Gebete
Lange Zeit hatte Crekhar in der Bauhütte verbracht. Es war eine schwere Zeit voller Kummer und Sorgen für die Khâz-Aduir gewesen:
Der Stollen wurde aufgerissen und die lebenden Toten kehrten zurück.
Verschiedene Angriffe in dem Fischerdorf Bajard
und zuletzt auch Unstimmigkeiten zwischen den Feuerklingen und den Knochenbrechern.
Ein Lichtblick war die Erscheinung Kalurs, der den Khâz-Aduir neuen Antrieb verschaffte.
Eines Abends war Crekhar in der Bauhütte und fegte jene aus. Als die Arbeit getan hatte, kniete er sich vor den Altar und die Kristalle der ehemaligen drei großen Sippen.
" Vater, Seelenschmied und Meister, im Namen der Khâz-Aduir bitte ich dich: Halte deine Hand schützend über deine Kinder, bewahre sie vor Leid, Tod und vor Zersplitterung der Gemeinschaft." Anschließend formte er auf seiner Stirn das Dreieck, welches das Zeichen des Cirmias war und murmelte dabei:" Im Namen des Cirmias, des Kalurs und der Seelenschmiede.". Anschließend drückte er sich auf und ging gen der Türe. Dort angekommen wendete er sich noch kurz und verneigte sich gen der Cirmiasstatue. Es war ein langer Tag gewesen. Crekhar streckte sich und warf sich in die Hängematte. Leise gähnend und schmatzend fiel er dann in den Schlaf und sabberte dabei leicht.
Sein Traum war wirr, schien ihm unmöglich zu sein: Crekhar stand mitten im Stollen des heiligen Berges, während ein Drache sich aus einer großen Staubwolke heraus bildete und mit rauchenden Nüstern auf ihn zu ging. Der Akoluth zog die Keule und den Schild und stapfte auf den Drachen zu. Um sich Mut zu machen, sang er dann das Lied, das er damals gedichtet hatte:
Schwingt die Axt, singt Cirmias,
Ruft ihn an, der uns gemacht
Kämpfend lasst uns vor ihn treten
mehr als Worte, tötet Orks!
Kämpfend lasst uns vor ihn treten
mehr als Worte, tötet Orks!
Er ist Schmied, Schmied für uns,
Er allein ist bester Schmied.
Überall kämpft er und siegt
Trolle, Oger, sie sind tot.
Überall kämpft er und siegt
Trolle, Oger, sie sind tot.
Ja er ist Gott für uns
Wir die Wächter, die er liebt
Darum können wir ihm kämpfen
Können wir die Orks töten
Darum können wir ihm kämpfen
Können wir die Orks töten
Er ist gut, er ist stark
er allein ist Cirmias
Überall ist er und nirgends
Erze, Steine, sie sind sein
Überall ist er und nirgends
Erze, Steine, sie sind sein
Unser Tod, führt zu ihm
in die heil'ge Seelenschmied'
dort werden wir sau-au-au-fen
bis der Panther kommt und stirbt
dort werden wir sau-au-au-fen
bis der Panther kommt und stirbt
Zwerge kommt, singt dem Herrn
Ruft ihm zu, der uns gemacht
Kämpfend lasst uns vor ihn treten
Mehr als Worte, tötet Orks!
Kämpfend lasst uns vor ihn treten
Mehr als Worte, tötet Orks!
Khaz-Aduir, kommt herbei
Wir werden bela-a-gert
Wühler in die erste Reih-he
Haut sie zam, die Bastarde
Krieger folgt ihnen so gleich
Und schickt sie, zum He-err-een
Als der Akoluth das Lied geendet hatte, stieß der Drache einen enormen Feuerball auf ihn ab. Im Traum verbrannte Crekhar dreimal hintereinander. Die Schmerzen schienen ihm so nah zu sein und er konnte nicht mehr unterscheiden, ob es nun ein Traum war, oder nicht. Langsam sackte er auf das rechte Knie, starrte hoch und knurrte leicht. Der Drache kam auf den Zwergen zu und trat auf ihn. Crekhar hob den Schild, doch wurde er auf den Rücken geschleudert. Laut keuchend lag er nun am Boden, während der Drache die Klaue erneut hob und sie dann auf ihn zuschnellen ließ. Der Schild wurde vor die Brust gehoben, doch wurde er durchbohrt. Die Klaue drang in sein Fleisch ein und er fühlte, wie das warme Blut langsam seinen Oberkörper hinab lief." Cirmias!" stöhnte er " h..hilf mir!". Der Akoluth drohte das Bewusstsein zu verlieren. Er konnte sich nicht rühren und der Drache schnaubte aus den Nüstern, wohl bereit den nächsten Feuerball zu spucken. Ein gleißender Lichtstrahl durchfuhr auf einmal die Höhle, Crekhar kniff die Augen laut stöhnend zusammen und der Drache ebenso. Eine laute Stimme sprach zum Akoluthen:" Crekhar, Sohn der Feuerklingen! Ich befehle dir, aufzustehen und weiterzumachen! Erweise dich als würdig, um dem Herren zu dienen, den du liebst!". Das Licht verblasste wieder und Crekhar grölte " CIRMIAS!" er wusste nicht woher er die Kraft nahm, aber auf einmal stieß er den Schild nach oben und der Drache stolperte leicht zurück. Der Akoluth drückte sich auf und griff nach der Keule. Langsam schlossen sich seine Wunden und er trat auf den Drachen zu:" Cirmias, es tut mir Leid, dass ich dich enttäuscht habe!" die Keule wurde gehoben und wieder gesenkt. Der Drache schrie laut auf, als die Stacheln sich in seine linke "Pranke" bohrten. Der Kopf des Drachen schnellte nach unten, um Crekhar zu beißen, dieser jedoch sprang zurück, riss die Keule aus der Pranke und schlug auf den Kopf des Untiers ein. Laut krachend ging der Drache nieder und ein Markerschütternder Schrei ging durch den Stollen. Erneut hob Crekhar die Keule und setzte dem ganze ein Ende.
Keuchend erwachte die Feuerklinge aus dem Schlaf. Schwitzend zog er sich die Rüstung und die Robe über und eilte zum Tempel hinüber, wo er sogleich ein Gebet an Cirmias richtete:
" Vater, ich danke dir für dein Zeichen, doch verstehe ich es nicht. Ich bin nur dein bescheidener Diener auf Erden, der seine Ausbildung noch nicht einmal Ansatzweise vollendet hat!" dann seufzte er leise auf und formte wieder das Dreieck.
Der Akoluth suchte sich sogleich eine Steintafel und einen Meißel, um einige neue Lieder zu ehren Cirmias zu dichten:
Dem Herren will ich loben,
es jauchzt in Cirmias, mein Geist,
denn er hat mich erhoben,
dass man mich Khâz-Aduir preist!
An mir und meiner Sippe,
hat großes er vollbracht
und heilig ist sein Name,
gewaltig seine Macht
Barmherzig ist er allen,
die ihm die Erfurcht nahn,
die Panther lässt er fallen,
die Khâz-Aduir nimmt er an!
Es werden satt und hungrig,
die Khâz-Aduir aufstehen,
die Panther müssen gehen,
ihr Gut verweht im Winde!
Jetzt hat er sein Erbarmen,
an Nilzadan vollbracht,
sein Volk mit mächt'gen Armen,
erhoben aus der Nacht!
Der uns das Heil verheißen,
hat eingelöst sein Wort.
Drum werden ihn lobpreisen,
die Zwerge fort und FORT!
Mein ganzes Herz erhebt dich,
vor dir will ich mein Loblied singen,
und will in deinem Heiligtum,
Herr, dir ein Opfer bringen!
Dein Name strahlt an allem Ort,
und durch dein Wort wird hell das Leben.
Anbetung, Ehr und Herrlichkeit, bin ich bereit,
dir, Cirmias zu geben!
Deine Kraft, Cirmias, ist unser Hort,
du hast deine Stärke an uns gegeben,
du hast auf unser Gebet gemerkt,
und mich erhöht, mein Herz gestillet.
Die Khâz-Aduir, die preisen dich,
und werden sich nicht abkehren,
wenn sie das Wort,
vom ewgem Kampf,
aus deinem Mund erhören!
Cirmias, ob der Erde thronst du hoch,
und siehest doch deine Kinder!
In Tod und Schmerz,
wird mir allzeit dein Antlitz leuchten!
Mach mich von allem Elend frei,
denn meine Treue wird niemals enden!
Du wirst nach deinem ewgen Rat,
Cirmias, groß an Tat,
dein Werk VOLLENDEN!
Anschließend meißelte Crekhar auf eine dritte Steintafel noch ein Gebet:
Wir glauben an den einen Gott,
den Vater, der erschuf Nilzadan,
den Kalur, der die Zwerge einte,
die heilige Seelenschmiede, in der wir gemacht!
Wir glauben an die heilige Cirmias - Kirche,
den ewgen Kampf und an deine Stärke,
das jetzt und in alle Ewigkeit!
Zufrieden nickte Crekhar und ging zurück zum Sippenhaus, wo er diesmal einen ruhigeren Schlaf fand...