Ruwen lehnte sich müde auf seiner Matte zurück und blickte zum Zeltdach.
An seiner Seite, den Rücken gegen den Kopf des Bärenfells gelegt, welcher der einzige Schmuck des Zeltes war, saß Hagen. Sein Diener, sein Freund. Wann dieser von einem Diener zu Freund gworden war wusste wohl keiner der beiden mehr so recht, aber es war wohl mehr als zwei Jahrzehnte her. Leise wehten die Stimmen und die Musik der letzten angetrunkenen heran die noch auf dem dunklen Auktionsplatz verblieben waren. Entweder um ein gutes Geschäft zu feiern oder einfach nur aus Geselligkeit.
"Weißt du", Ruwen blickt zu ihm, "Ich denke das ist ganz gut gelaufen."
Müde blickte Hagen zu ihm. "Für die oder für uns?"
Ruwen schmunzelte. "Ich meine im Allgemeinen", er richtete sich langsam wieder auf. "Du weißt das es mir gar nicht so sehr auf das Geld ankommt. Außerdem müssen wir mal sehen wieviel davon übrig bleibt, wenn wir die Verkäufer alle ausgezahlt haben."
Stöhnen erhob sich Ruwen von seiner Bettstatt. "Willst du noch etwas zu trinken?", leicht hustend ging er zum Wasserkrug der auf dem kleinen Tisch an der hinteren Zeltwand stand. Hagen blickt besorgt zu ihm. "Wenn du nicht beld kürzer trittst, wirst du keine ruhigen Ruhestand mehr erleben. Deine Stimme wird immer weniger." Ruwen nahm einen tiefen Zug aus dem Krug und blickte ihn an. "Als ob ich der einzige bin, der hier alt ist." Schmunzelnd ging er zu seinem Lager zurück und lies sich langsam niedersinken. Leise konnte man ein paar Gelenke knacken hören.
"Ruwen?", Hagen blickte zu ihm, "Hast du schonmal daran gedacht dich irgendwo niederzulassen?" Lächelnd blickte der Angesprochene zu seinem Freund während er sein Lager aufschüttelte. "Hast du es mein Freund?"
Langsam nickte Hagen. "Ja, ich glaube langsam wird es Zeit. Immer dieses Reisen. Die fremden Leute. Niemand auf Dauer." Ruwen schmunzelte. "Und wie kommst du gerade heute auf diese Idee?"
Hagen ließ sich wieder auf das Bärenfell hinab sinken und streckte sich lang aus.
"Nun, den Leuten hat es gefallen. Ein paar meinten das es gut währe wenn es so etwas hier häufiger geben würde." Ruwen nickte langsam. "Du magst recht haben. Die Leute hier sind wirklich nicht zu verachten." Mit einer Handbewegung löschte er die Laternen im und rund um das Zelt aus und zog die Decke höher.
Hagen blinzelte kurz. "Du kannst es einfach nicht lassen." Leicht lächelte Ruwen in der Dunkelheit. "Es ist mir halt zur Gewohnheit geworden."
Hagen blickte durch die Dunkelheit zu ihm. "Ja, aber was wenn sie herausbekommen wer du wirklich bist?"
Ruwen schmunzelte. "Dann werden wir weiter ziehen... so wie immer."
Langsam breitete sich die Stille aus, denn auch die Singenden waren zu Ruhe gekommen und wie jede Nacht kamen nun die leisen Geräusche der Nacht auf und erfüllten die Dunkelheit.
Und mitten aus der Dunkelheit ertönte plötzlich die Stimme von Ruwen.
"Du hast wie immer Recht. Morgen suchen wir uns ein Haus."