Seid langer Zeit schon lag der Emir wach in seinen Gemächern und seid langer Zeit schon merkte der Emir wie dies an seiner Kraft zerrte. Das Reich hatte sich verändert im laufe der Zeit und viel war geschehen. Die Menekaner vermochten großes zu leisten und oft zeigten sie dass, ihre offensichtliche Schwäche nur dem Anlocken eines würdigen Gegners diente. Sie trotzten in all der Zeit jedem Feinde und sogar die Elemente beugten sich ihrem Willen. Das Reich erhob sich von einem kleinen Wüstenstaat zu jenen welche, das mit den anderen Großreichen das Geschick der bekannten Welt leiteten. Es gäbe noch soviel zu tun in den Augen des Emir doch waren dies nicht die Aufgaben des Aasim Omar. Ein anderer würde sich auftun zu einer anderen Zeit mit der giftigen Zunge einer Schlange, der Verschlagenheit eines Des Sem, der Kraft eines Plattenscarabäus und dem Herz eines Löwen.
Oft bewies sich Aasim Omar als ein Herrscher der jeden Vorteil für sein Volk zu nutzen bereit war und auch nicht davor zurückschreckte dem Reich Frieden durch das Schwert zu bringen. Die Kultur erblühte unter Aasim Omar und nun sah er wie es an den festen Mauern seines Reiches zu bröckeln begann. Aasim erinnerte sich an die Zeiten davor. Die Zeiten in denen er als Graue Eminenz seinem Emir Pläne vorlegte und Zeiten in denen er das Reich noch wirklich stärkte. Er erinnerte sich an die Zeit des inneren Ungleichgewichtes als Menekaner ihre Brüder erschlugen. Er erinnerte sich wie das barbarische Volk der Zwerge diese Schwäche zu nutzen versuchte und somit das Volk der Menekaner wieder vereinte. Er erinnerte sich wie Rahal sein Glück versuchte und wie die Zwerge vor ihnen an den Schilden der Krieger versagten. Dies war die Zeit des Aufbaues und der Stärke. Dies war die Zeit des Aasim Omar. Doch wie jede goldene Zeit endet auch jene.
Heute war das Reich einzig ein Schatten seiner selbst und man lehnte sich zurück um sich auf vergangene Taten auszuruhen. Der Handel erblühte und der Reichtum mehrte sich und doch war dort etwas, was Aasim nicht genau beschreiben konnte. Eine innere Unruhe plagte den Herren der Wüste wohl voraussehend das er dem was geschehen muss nicht ausweichen kann. Unruhe breitete sich unter den treuen Menekanern aus und selbst im eigenem Hause wurde offen gegen Aasim gesprochen. Dies sind Zeichen die ein Emir nicht ignorieren dürfte und doch tat er es. Wissentlich das sein Haus sich ob solch einer Schwäche nicht lang an der Macht halten würde. Einzig Eluive hielt das Volk vor einem Aufstand zurück. Einzig der wahre Glaube an das göttliche Geburtesrecht ihres Herren lies das Volk ruhig bleiben. Doch es brodelte unter der Oberfläche, was ein jeder im stande war zu spüren.
Für Aasim war es an der Zeit sein dekadentes Leben aufzugeben und sich auf das zu besinnen was einen Menekaner ausmachte. Auf einen Wink von ihm zogen sich die Wachen zurück und so fasste er seinen Entschluss. Er würde in die Wüste gehen um sich auf die alten Werte zu besinnen. Er würde dem Luxus entfliehen und eine Pilgerfahrt an die heiligen Plätze Eluives beschreiten um, so er überlebt, als Menekaner sein Reich lenken zu können und nicht als solch ein dekadenter Pfau der er zur Zeit war. Notdürftig packte er einige Sachen zusammen und auch seinen Siegelring durch welchen man ihn als Aasim Omar erkennen würde. Jenen wickelte er fein säuberlich in Seide und verstaute ihn in seinem Goldbeutel, in welchem es keine Münzen mehr gab. Die Wüste würde über Leben und Tot des Aasim entscheiden ein Ort wo man keine Münzen bräuchte.
Unauffällig schlich er sich dann aus dem Palast der Wüste entgegen ohne sich einmal umzublicken. Einzig eine kleine Notiz auf seiner Seite des Bettes war alles was er der Esra zurück lies.
Meine geliebte Wüstenblüte,
ich weis um deinen Zorn auf deinen Ehemann und dir sei bewusst das ich all dies was ich tat in meiner Pflicht als Emir tat. Du warst mein Fenster zum Volke und durch dich muss ich mein Versagen erkennen. Ich versagte als Ehemann, ich versagte als Hausherr und letztendlich versagte ich als Herr der Wüste. Wisse das ich mein Volk liebe und wisse wie sehr ich dich liebe.
Es war mir schwer möglich meine Liebe zu dir in Worte zu fassen solang wir in Sachen Pflichtbewusstsein so verschieden waren. Doch wisse das mein Herz höher schlug in dem Bewusstsein dich bei mir zu haben. Kümmere dich gut um den kleinen Ameer auf dessen Schultern meine Hoffnung liegt und sage meinem Volk das sein Emir es liebt.
So Eluive mich liebt wird sie mich schnell zu sich holen und mich all meiner Ämter entheben um in ihrem Schoße die Ewigkeit zu verbringen. Dort bei den Ahnen werde ich dein Führsprecher sein und dich so deine Zeit gekommen ist mit offenen Armen erwarten. Ich sehe ein Reich voller Leben und Liebe. Ich sehe auf immer grüne Felder über die ich von einem Windhauch getragen werde. Ich sehe wie ich mit den Sternen spiele und mich an der wärme des Liedes ergötze. All dies wird mich erwarten in den Armen Eluive, all dies und mehr.
So ich meinen Weg beendet habe werde ich Frieden finden doch bis dahin werde ich im inneren des Landes meine Wurzeln suchen und das Wesen unseres heiligen Volkes ergründen.
In ewiger Liebe
Aasim Omar