Werbung wider Willen
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Arenvir von Goldenfall
Werbung wider Willen
So lautete wohl die Amtsbezeichnung, für die Farce die er durchstehen musste. Es war wirklich ein total bescheuertes Konzept der Partnerfindung, die nur der herrschenden Loge des Adels einfallen konnte. Und da er nunmal einer Adeligen Herz erobert hatte, musste er sich wohl oder übel diesen Regeln unterwerfen - irgendwann.
In den höheren Kreisen hatte es sich schon ein wenig herumgesprochen, das der Edle mit dem manchmal hitzigen Temperament um die jüngste von Dragenfurt warb, seinem Konkurrenten Antarian hatte er es ja buchstäblich auf die Nase gebunden. "So? Wisst ihr denn welcher Konkurrent dies ist", hatte der Freiherr ihn gefragt. Natürlich sollte er diese Antwort erhalten, es war nur Recht und billig, schonungslos offen zu sein. "Ihr kennt ihn, er heißt Arenvir van Tilianas" hatte er ihn beschieden.
Er hatte sich eigentlich recht gut unter Kontrolle gehabt, als er für diesen Abend das Feld Arenvir überließ, sah man einmal davon ab, das er ein wenig Inventar der Edlen de Wereen mit Füßen getreten hatte. Das er die Werbung nicht zurückzog, sprach für den Mut des Freiherren, störte Arenvir aber keineswegs. Er hatte keinen Rang, keinen Status und kein Land, aber sowohl Silvan als auch Mariella wussten, das er eines hatte: Befähigung und Verstand. Und das Mariellas Denkweise eine solche war, die er zu handhaben wusste. Eine Denkweise die er fördern konnte. Der Altersunterschied war vernachlässigbar, er war 32, sie feierte bald ihren 19. Geburtstag. Zumindest war es im Adel nicht unüblich, über derartige Unterschiede hinweg zu heiraten. Eher der Widerstand, die Empörung des in Hohenfels derzeit ansässigen Adels, waren Dinge, die ihn würden Nerven kosten, sollte ihm dieses zu Ohren kommen.
"Ein Gegner, dem du keine Paroli bieten darfst, ist nur sehr unbefriedigend zu schlagen, nämlich gar nicht", murmelte er und dachte an einen Zeitpunkt, etwa 20 Jahre früher, als er seinen Vater zum widerholten Male nicht beim Schachspiel hatte schlagen konnen. Obschon sein Vater Holzfäller war und das Leben sehr direkt anging, hatte er einen äußerst verschlagenen und verwinkelten Verstand, den er nur selten nach außen zeigte. Im Schachspiel dagegen blühte er auf, wie der junge Arenvir missmutig hatte feststellen müssen.
Sicher hätte sein Vater für ihn einen ruppigen und doch vielversprechenden Rat gehabt, wenn er noch leben würde. Seine Mutter, hatte ihm dabei mit viel Liebe zur Seite gestanden, allerdings war er sich immer noch nicht sicher, ob er sie auf die Insel holen wollte. Vor allem nicht mit einer Dunkelheits-Weltuntergangs-Schöpfungsvernichtungs-Untoten-Katastrophe, wie sie sich zur Zeit abspielte. Da wäre er wirklich ein Rabensohn gewesen. Doch wo seine Gedanken sich nach Hause bewegten, erinnerte er sich, das er seiner Mutter etwas Geld hatte schicken wollen, dazu ein paar Rollen feinen Winterstoffs, die er zusammen mit Mariella ausgesucht hatte. Die alte Dame mit den freundlichen Augen würde sich über dieses Kleinod warscheinlich mehr freuen als über das Geld, doch das interessierte ihn nicht. Sie war versorgt, darauf kam es an.
Erst letztens hatte man (äußerst erfolglos) versucht, ihm eine Moralpredigt im Sinne von Romantik zu erteilen. Das er nicht begeistert gewesen wäre, war der falsche Ausdruck, geradezu geweigert hatte er sich, den nächsten Untotenangriff fast schon herbeigesehnt, so paradox das klang, brannten einige der Knochenhaufen vor Bajard doch noch.
Kleine Geschenke, die Frauen nicht erwarten freuen sie. Aber ja. Wo sollte er, der er, Sekretär, Gardist, Laufbursche, Magier, Mentor, Diener und kurzum Männchen für alles war, die Zeit hernehmen um sich Gedanken über diese Art von Tand zu machen? Sonst hatte er ja nichts zu tun, als romantische (da war das vermalledeite Wort wieder) Spaziergänge an (untotenverseuchten oder von Alligatoren überlaufenen) Stränden zu machen. Und wenn es nicht gerade 5 vor 12 war, war auch er nicht abgeneigt, auch mal so etwas wie einen freien Tag zu halten, wo er niemanden um sich herum brauchte, der ihm Befehle erteilte, herumkommandierte, seine Ratschläge dazu verwendete, sich zu brüsten, seine Informationsquellen benötigte, ihm Morddrohungen schickte, von ihm Morddrohungen erhielt, einfach ein paar aufs Maul brauchte, oder ihm anderweitig das Leben schwer machte. Ein freier, ruhiger Tag. Diese Utopie von Wunsch war schon wirklich unerreichbar. Silvan hatte ohnehin Glück, nicht zugegen zu sein, sonst hätte er sich einer erneuten Gehaltserhöhung, die sich gewaschen hatte, gegenüber gesehen. Und Mariella, für die er offiziell ja auch arbeitete, würde eines Tages auch in die Tasche greifen müssen. Fünftausend Berufe ohne Bezahlung waren nicht mehr Ehrenamt, sondern Verschwendung von Einnahmemöglichkeiten und wenn er für jeden Dienst Entlohnung erhalten hätte, den er je freiwillig gebracht hatte....
"Wär schon ne nette Sommerresidenz das Schloss von Varuna", murmelte der Mann, der die Stadt vermutlich schon dann hätte kaufen können, wenn ihm jeder für seine Dienste nur 100 Goldstücke gegeben hätte.
Aber für Mariella tat er es gern und freiwillig. So konnte er ein Auge auf sie haben, sie beschützen ohne das sie es merkte (was höchstens zu Streit geführt hätte, den SIE verloren und ER mit dem Verlust von Nerven hätte bezahlen müssen) und sie anleiten, wo die junge Frau noch Anleitung benötigte. Und ob sie es zugab oder nicht, sie war dankbar für diese Art von Anleitung, wenn sie es sich auch nicht (in typischer Dragenfurtmanier) nicht immer anmerken ließ. Silvan hatte das Mädchen ohnehin verzogen. Aber seinem Schwager in spe würde er erst den Hals umdrehen, wenn die Hochzeit vorbei war. Und schon in wenigen Jahren könnte er Silvan mit dem Nachwuchs quälen, auf den Onkel Silvan natürlich leider aufzupassen hätte, weil Arenvir und Mariella unabkömmlich irgendwo verschollen wären.
Gedankenverloren berührte er eine Edelsteinbrosche, die er am Hals trug und die ein Miniaturabbild von Mariella enthielt. Er besaß es schon länger, trug es allerdings erst seit der Werbung und hüllte sich diesbezüglich auch Mariella gegenüber in Schweigen. Wenn er etwas hasste, dann bei einem Anflug von Sentimentalität erwischt zu werden.
Wobei er sich trotzdem diebisch gefreut hatte, Sephira letztens auf dem Markt zu bedrohen, dafür auch noch bezahlt zu werden und einige wunderschöne Ketten rahalischer Machart für seine Teuerste zu erstehen. Aber das stand wiederum auf einem anderen Blatt...
(wird fortgesetzt)
In den höheren Kreisen hatte es sich schon ein wenig herumgesprochen, das der Edle mit dem manchmal hitzigen Temperament um die jüngste von Dragenfurt warb, seinem Konkurrenten Antarian hatte er es ja buchstäblich auf die Nase gebunden. "So? Wisst ihr denn welcher Konkurrent dies ist", hatte der Freiherr ihn gefragt. Natürlich sollte er diese Antwort erhalten, es war nur Recht und billig, schonungslos offen zu sein. "Ihr kennt ihn, er heißt Arenvir van Tilianas" hatte er ihn beschieden.
Er hatte sich eigentlich recht gut unter Kontrolle gehabt, als er für diesen Abend das Feld Arenvir überließ, sah man einmal davon ab, das er ein wenig Inventar der Edlen de Wereen mit Füßen getreten hatte. Das er die Werbung nicht zurückzog, sprach für den Mut des Freiherren, störte Arenvir aber keineswegs. Er hatte keinen Rang, keinen Status und kein Land, aber sowohl Silvan als auch Mariella wussten, das er eines hatte: Befähigung und Verstand. Und das Mariellas Denkweise eine solche war, die er zu handhaben wusste. Eine Denkweise die er fördern konnte. Der Altersunterschied war vernachlässigbar, er war 32, sie feierte bald ihren 19. Geburtstag. Zumindest war es im Adel nicht unüblich, über derartige Unterschiede hinweg zu heiraten. Eher der Widerstand, die Empörung des in Hohenfels derzeit ansässigen Adels, waren Dinge, die ihn würden Nerven kosten, sollte ihm dieses zu Ohren kommen.
"Ein Gegner, dem du keine Paroli bieten darfst, ist nur sehr unbefriedigend zu schlagen, nämlich gar nicht", murmelte er und dachte an einen Zeitpunkt, etwa 20 Jahre früher, als er seinen Vater zum widerholten Male nicht beim Schachspiel hatte schlagen konnen. Obschon sein Vater Holzfäller war und das Leben sehr direkt anging, hatte er einen äußerst verschlagenen und verwinkelten Verstand, den er nur selten nach außen zeigte. Im Schachspiel dagegen blühte er auf, wie der junge Arenvir missmutig hatte feststellen müssen.
Sicher hätte sein Vater für ihn einen ruppigen und doch vielversprechenden Rat gehabt, wenn er noch leben würde. Seine Mutter, hatte ihm dabei mit viel Liebe zur Seite gestanden, allerdings war er sich immer noch nicht sicher, ob er sie auf die Insel holen wollte. Vor allem nicht mit einer Dunkelheits-Weltuntergangs-Schöpfungsvernichtungs-Untoten-Katastrophe, wie sie sich zur Zeit abspielte. Da wäre er wirklich ein Rabensohn gewesen. Doch wo seine Gedanken sich nach Hause bewegten, erinnerte er sich, das er seiner Mutter etwas Geld hatte schicken wollen, dazu ein paar Rollen feinen Winterstoffs, die er zusammen mit Mariella ausgesucht hatte. Die alte Dame mit den freundlichen Augen würde sich über dieses Kleinod warscheinlich mehr freuen als über das Geld, doch das interessierte ihn nicht. Sie war versorgt, darauf kam es an.
Erst letztens hatte man (äußerst erfolglos) versucht, ihm eine Moralpredigt im Sinne von Romantik zu erteilen. Das er nicht begeistert gewesen wäre, war der falsche Ausdruck, geradezu geweigert hatte er sich, den nächsten Untotenangriff fast schon herbeigesehnt, so paradox das klang, brannten einige der Knochenhaufen vor Bajard doch noch.
Kleine Geschenke, die Frauen nicht erwarten freuen sie. Aber ja. Wo sollte er, der er, Sekretär, Gardist, Laufbursche, Magier, Mentor, Diener und kurzum Männchen für alles war, die Zeit hernehmen um sich Gedanken über diese Art von Tand zu machen? Sonst hatte er ja nichts zu tun, als romantische (da war das vermalledeite Wort wieder) Spaziergänge an (untotenverseuchten oder von Alligatoren überlaufenen) Stränden zu machen. Und wenn es nicht gerade 5 vor 12 war, war auch er nicht abgeneigt, auch mal so etwas wie einen freien Tag zu halten, wo er niemanden um sich herum brauchte, der ihm Befehle erteilte, herumkommandierte, seine Ratschläge dazu verwendete, sich zu brüsten, seine Informationsquellen benötigte, ihm Morddrohungen schickte, von ihm Morddrohungen erhielt, einfach ein paar aufs Maul brauchte, oder ihm anderweitig das Leben schwer machte. Ein freier, ruhiger Tag. Diese Utopie von Wunsch war schon wirklich unerreichbar. Silvan hatte ohnehin Glück, nicht zugegen zu sein, sonst hätte er sich einer erneuten Gehaltserhöhung, die sich gewaschen hatte, gegenüber gesehen. Und Mariella, für die er offiziell ja auch arbeitete, würde eines Tages auch in die Tasche greifen müssen. Fünftausend Berufe ohne Bezahlung waren nicht mehr Ehrenamt, sondern Verschwendung von Einnahmemöglichkeiten und wenn er für jeden Dienst Entlohnung erhalten hätte, den er je freiwillig gebracht hatte....
"Wär schon ne nette Sommerresidenz das Schloss von Varuna", murmelte der Mann, der die Stadt vermutlich schon dann hätte kaufen können, wenn ihm jeder für seine Dienste nur 100 Goldstücke gegeben hätte.
Aber für Mariella tat er es gern und freiwillig. So konnte er ein Auge auf sie haben, sie beschützen ohne das sie es merkte (was höchstens zu Streit geführt hätte, den SIE verloren und ER mit dem Verlust von Nerven hätte bezahlen müssen) und sie anleiten, wo die junge Frau noch Anleitung benötigte. Und ob sie es zugab oder nicht, sie war dankbar für diese Art von Anleitung, wenn sie es sich auch nicht (in typischer Dragenfurtmanier) nicht immer anmerken ließ. Silvan hatte das Mädchen ohnehin verzogen. Aber seinem Schwager in spe würde er erst den Hals umdrehen, wenn die Hochzeit vorbei war. Und schon in wenigen Jahren könnte er Silvan mit dem Nachwuchs quälen, auf den Onkel Silvan natürlich leider aufzupassen hätte, weil Arenvir und Mariella unabkömmlich irgendwo verschollen wären.
Gedankenverloren berührte er eine Edelsteinbrosche, die er am Hals trug und die ein Miniaturabbild von Mariella enthielt. Er besaß es schon länger, trug es allerdings erst seit der Werbung und hüllte sich diesbezüglich auch Mariella gegenüber in Schweigen. Wenn er etwas hasste, dann bei einem Anflug von Sentimentalität erwischt zu werden.
Wobei er sich trotzdem diebisch gefreut hatte, Sephira letztens auf dem Markt zu bedrohen, dafür auch noch bezahlt zu werden und einige wunderschöne Ketten rahalischer Machart für seine Teuerste zu erstehen. Aber das stand wiederum auf einem anderen Blatt...
(wird fortgesetzt)
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Arenvir von Goldenfall
Tja, da hast du den Salat mein Lieber. Gesteh dir endlich ein, das du diese Frau wirklich liebst und schon kommt diese vermalledeite Konkurrenz in Gestalt eines blödschwatzenden, dummbeutelnden und nervtötenden Freiherren daher und macht dir das Leben schwer. Ist es nicht schön? Ja es ist NICHT schön!
Diese Gedanken beschäftigten den kleinen Magus in letzter Zeit nur allzuhäufig. Nach dem wievielten Streit auch immer, den er mit seiner Herzensdame geführt hatte, wussten endlich beide, woran sie miteinander waren. Nicht das es viel geändert hätte. Er hatte sich ein solch geheimniskrämerisches Weib ausgesucht, das er dagegen wie ein Waisenkind aussah. In letzter Zeit gefiel sie ihm überhaupt nicht mehr. Überarbeitet, gestresst, mit den Nerven so ziemlich am Ende. Das war eine äußerst treffende Umschreibung für Mariella, dessen war er sich sicher.
Es war also an der Zeit, seiner Holden eine wahre Freude zu machen. Das böse Wort mit R, Romantik, Albtraum jedes standhaften Mannes von Welt und viel geprießen beim Weibsvolk. Doch sah er diesmal keine anderen Ausweichmöglichkeiten mehr. Selbst die Ausrede, das man sich ja eigentlich im Kampf gegen den Untergang der Welt befand, fing langsam an zu bröckeln. Man stelle sich so etwas einmal vor.
Rosen und Lieder waren ausgesuchter Blödsinn. Das Gedichte schreiben hatte ihm in jungen Jahren Spaß gemacht und er hatte sich auch Geld damit verdient. Doch heutzutage war er eher ein Mann für künstlerische Entfaltung in den Dingen, die ihm wichtig waren. Magie, die Fechterei, Diplomatie (wenn er denn sein Temperament zügeln konnte), das und seine Querflöte, die er viel zu selten spielte, war Kunst. Alles andere eher Käse.
Und doch war er nicht zufrieden. Er war weder ein Schwertschlucker, noch ein Jahrmarktsmagier, davon abgesehen, das Frau von Welt auf so etwas nicht viel gab. Aber eines mochte sie:
Den Tanz!
Und was für ein Name fiel beim schönen Worte Tanz, natürlich, Rafael. Nach seiner Darbietung am Ball der Edlung Arenvirs, war es naheliegend Rafael um Rat zu ersuchen, wo ihm der ohnehin schon ein wenig geholfen hatte. Und er würde es wieder tun, eine andere Chance hatte er gar nicht, da Arenvir ihm einfach keine geben würde. Eine geeignete Tanzpartnerin zu finden, war da schon viel schwieriger, da die meisten Damen von Adel waren, die sich dem höfischen Tanz (oh Wunder) verschrieben hatten. Aber auch hier würde sich bestimmt Abhilfe schaffen lassen. Etwas in seiner Größe (oder vielmehr dem fehlen davon) zu finden, war da schon ungleich vertrackter. Aber bei den unzähligen Frauen würde ja wohl eine dabei sein, die die höchst bescheidenen Kriterien des kleinen Magiers erfüllen würde, oder nicht?
Nicht unbedingt besser gelaunt, aber immerhin mit einem neuen Ziel vor Augen setzte man sogleich ein Schreiben an den unglückseligen Grafen von Arganta auf, mit der Notiz, das die Nachricht ausschließlich für ihn selbst bestimmt war. Es gab, wie er nur zu gut wusste, viel zu viele neugierige Sekretäre und Knappen, die das Thema überhaupt nichts anging. Das entsprechende Siegel (hier tat das Siegel des Dragenfurtschen Freiherrentums wieder einmal gute Dienste) aufgesetzt, würde Rafael folgende Nachricht erwarten, ob der gute nun wollte, oder -warscheinlicher- nicht:
"Mein lieber Rafael,
dunkel sind die Tage geworden, Trübsinn und Melancholie breiten sich im Volke aus. Die Untoten stellen eine allgegenwärtige Gefahr da und die Wassermassen tun ihr übriges.
Doch bitte ich dich alter Freund um einen Gefallen, der meine Herzensdame und mich selbst, aber auch deine Wenigkeit, ein bisschen von all dieser Plage ablenken soll.
Wie du dich sicher entsinnen wirst, ist es mir am letzten Ball nicht besonders gut ergangen, was die Tanzerey angeht. Dem soll Abhilfe verschaffen werden. Ich biete dir meine immerwährende Dankbarkeit nebst fürstlichem Lohn, sofern du ihn wünschst, wenn du geneigt bist, mir einen Kursus im höfischen Tanz zu erteilen.
Eine Tanzpartnerin werde ich hoffentlich in Bälde gefunden haben, doch schwebt mir schon die eine oder andere vor.
In froher Erwartung deiner Antwort bester Rafael, verbleibe Ich"


P.S. Damit sähe ich alle angefallenen Gefallen als getilgt.
Und wehe ihm wenn er nein sagt...ein Sturm von Kastanien sollte sein Untergang sein!
Diese Gedanken beschäftigten den kleinen Magus in letzter Zeit nur allzuhäufig. Nach dem wievielten Streit auch immer, den er mit seiner Herzensdame geführt hatte, wussten endlich beide, woran sie miteinander waren. Nicht das es viel geändert hätte. Er hatte sich ein solch geheimniskrämerisches Weib ausgesucht, das er dagegen wie ein Waisenkind aussah. In letzter Zeit gefiel sie ihm überhaupt nicht mehr. Überarbeitet, gestresst, mit den Nerven so ziemlich am Ende. Das war eine äußerst treffende Umschreibung für Mariella, dessen war er sich sicher.
Es war also an der Zeit, seiner Holden eine wahre Freude zu machen. Das böse Wort mit R, Romantik, Albtraum jedes standhaften Mannes von Welt und viel geprießen beim Weibsvolk. Doch sah er diesmal keine anderen Ausweichmöglichkeiten mehr. Selbst die Ausrede, das man sich ja eigentlich im Kampf gegen den Untergang der Welt befand, fing langsam an zu bröckeln. Man stelle sich so etwas einmal vor.
Rosen und Lieder waren ausgesuchter Blödsinn. Das Gedichte schreiben hatte ihm in jungen Jahren Spaß gemacht und er hatte sich auch Geld damit verdient. Doch heutzutage war er eher ein Mann für künstlerische Entfaltung in den Dingen, die ihm wichtig waren. Magie, die Fechterei, Diplomatie (wenn er denn sein Temperament zügeln konnte), das und seine Querflöte, die er viel zu selten spielte, war Kunst. Alles andere eher Käse.
Und doch war er nicht zufrieden. Er war weder ein Schwertschlucker, noch ein Jahrmarktsmagier, davon abgesehen, das Frau von Welt auf so etwas nicht viel gab. Aber eines mochte sie:
Den Tanz!
Und was für ein Name fiel beim schönen Worte Tanz, natürlich, Rafael. Nach seiner Darbietung am Ball der Edlung Arenvirs, war es naheliegend Rafael um Rat zu ersuchen, wo ihm der ohnehin schon ein wenig geholfen hatte. Und er würde es wieder tun, eine andere Chance hatte er gar nicht, da Arenvir ihm einfach keine geben würde. Eine geeignete Tanzpartnerin zu finden, war da schon viel schwieriger, da die meisten Damen von Adel waren, die sich dem höfischen Tanz (oh Wunder) verschrieben hatten. Aber auch hier würde sich bestimmt Abhilfe schaffen lassen. Etwas in seiner Größe (oder vielmehr dem fehlen davon) zu finden, war da schon ungleich vertrackter. Aber bei den unzähligen Frauen würde ja wohl eine dabei sein, die die höchst bescheidenen Kriterien des kleinen Magiers erfüllen würde, oder nicht?
Nicht unbedingt besser gelaunt, aber immerhin mit einem neuen Ziel vor Augen setzte man sogleich ein Schreiben an den unglückseligen Grafen von Arganta auf, mit der Notiz, das die Nachricht ausschließlich für ihn selbst bestimmt war. Es gab, wie er nur zu gut wusste, viel zu viele neugierige Sekretäre und Knappen, die das Thema überhaupt nichts anging. Das entsprechende Siegel (hier tat das Siegel des Dragenfurtschen Freiherrentums wieder einmal gute Dienste) aufgesetzt, würde Rafael folgende Nachricht erwarten, ob der gute nun wollte, oder -warscheinlicher- nicht:
"Mein lieber Rafael,
dunkel sind die Tage geworden, Trübsinn und Melancholie breiten sich im Volke aus. Die Untoten stellen eine allgegenwärtige Gefahr da und die Wassermassen tun ihr übriges.
Doch bitte ich dich alter Freund um einen Gefallen, der meine Herzensdame und mich selbst, aber auch deine Wenigkeit, ein bisschen von all dieser Plage ablenken soll.
Wie du dich sicher entsinnen wirst, ist es mir am letzten Ball nicht besonders gut ergangen, was die Tanzerey angeht. Dem soll Abhilfe verschaffen werden. Ich biete dir meine immerwährende Dankbarkeit nebst fürstlichem Lohn, sofern du ihn wünschst, wenn du geneigt bist, mir einen Kursus im höfischen Tanz zu erteilen.
Eine Tanzpartnerin werde ich hoffentlich in Bälde gefunden haben, doch schwebt mir schon die eine oder andere vor.
In froher Erwartung deiner Antwort bester Rafael, verbleibe Ich"
P.S. Damit sähe ich alle angefallenen Gefallen als getilgt.
Und wehe ihm wenn er nein sagt...ein Sturm von Kastanien sollte sein Untergang sein!
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Antarian von Weylenstein
Die Richtige Taktik
Einige Wochen sind vergangen, Wochen in welchen Antarian keine Zeit hatte sich um seine Privaten Angelegenheiten zu kümmern. Die Arbeit war wichtiger. Die Arbeit war in seinem Leben immer wichtiger gewesen und wird es immer sein. Seine Arbeit war es die Ihm Titel, Ämter und Ehren einbrachte. Doch ab und zu Brauch man eine Abwechslung, etwas das einem zeigt das man am Leben ist. Doch umso höher man steigt, umso tiefer kann der Fall sein. Also sucht man sich entsprechende Ziele aus. Doch um diese Ziele zu verwirklichen muss man mittlerweile ernsthaft an Heirat denken.
Was will man also Heiraten, ein Mann in seinem Alter. Etwas das begehrenswert ist. Etwas an dem man noch lange was hat. Eine Dame die Jung ist, Klug sollte Sie auch sein, leider auch von Stand. Was die Such kritisieren eingrenzt. Sicher hat man schon einige Angebote von anderen Lehnsherren erhalten die versuchen ihre zu „Alten“ oder „unansehnlichen“ Töchter an den Mann zubringen. Aber wie heißt es so schön im Volksmund „wenn etwas richtig laufen soll, dann mach es selbst“. Genau das hatte er vor gehabt, doch ergaben sich kürzlich einige Schwierigkeiten. Schwierigkeiten die es notwendig machten das er seine Privaten Angelegenheiten zurück stellen musste.
Nach seiner Rückkehr, nach einigen Wochen des fernbleiben wurde auf eine kleine Finte zurückgegriffen um festzustellen ob sein Konkurrent die Zeit seiner Abwesenheit zu nutzen wusste. Scheinbar mit nur minder großen Erfolg. Wie sie die Taverne verließ nachdem er Ihr erzählte das die Werbung sein Ende findet. Sie war ein Haufen „elend“. Was er Ihr nicht mit Worten hat entlocken können, wo er steht, hat er Ihr eben auf ihr Gesicht gezaubert. Ihr, jemand der die Kunst der 1000 Masken kennt und seit Geburt an lebt. Es war ein Meisterstreich gewesen, doch Irgendwo tat Sie ihm in diesem Augenblick auch Leid. Ging er zu weit? Nein, kein Zweifel. Nicht jetzt.
Nun wo Antarian wusste wo er steht, war es Zeit für den nächsten Schritt, die Lammfromme Entschuldigung, das zugeben einen Fehlers aus „sentimentalen“ Gründen begannen zu haben. Weil er Sie doch so „gerne“ hat und nur ihr „bestes“ will. Das will er auch, doch das beste Ist nun mal Antarian, das sollte Sie schon noch erkennen. Also wurde die Werbung nach einem Tag Pause fortgesetzt. Zudem ist Antarians Schwester leider an Ihren Bruder zerbrochen. Wie es Ihr wohl ergeht, wieder zu Hause. Er hätte Sie sofort nach dem erscheinen wieder zurück schicken sollen. Soviel Leid welche Sie nun ertragen musste tat Ihm schon etwas weh. Doch auch dafür würde Irgendwann die passende Gelegenheit sich ergeben um entsprechende Personen vor den Kopf stoßen zu können. Eine in Antarians Augen „Dirne“ seiner Schwester vorzuziehen. Undenkbar.
Der nächste Schritt war in Ihr „zweifel“ zu sähen. „Zweifel“ der in Ihr die Gründe um des Werbens seines Konkurrenten in ein anders Licht stellt. Sicher keine feine Art. Aber wie heißt es „Im Krieg und der Liebe ist alles erlaubt“. Ob sein Konkurrent es auch wusste? Sicher wusste er es, doch ist er sich zu fein um diese Grenze zu überschreiten? Irgendwas an seiner Person erinnerte Antarian teilweise an sich selbst. Aus früheren Zeiten. An seinen Anfangszeiten hier in Varuna. Er geht einen ähnlichen Werdegang, wenn auch etwas Später an der Zeit. Gerne würde Antarian ihn in seinem Streben fördern. Doch der Gedanke ist verflogen, seit diesem einem Augenblick in der Taverne an dem er es wagte Ihm auf so unvorstellbare weise vor zuzuführen. Er hatte sich einen Feind geschaffen. Ein Feind der auf der Lauer liegt, etwas von Geduld versteht und mitlerweile selbst die Kunst der 1000 Masken beherrscht, Adel sei Dank.
Sie würde Irgendwann in seinem Bett landen, vielleicht später, vielleicht auch früher. Selten hat Antarian ein Spiel verloren und wenn er doch verlieren sollte, wird eben ein anderes begonnen. Wer damit Zeit verschwendet um einer einer Niederlage nach zu trauern, wird in der Politik keinen Erfolg haben. Das ist Fakt, dass ist Gesetz und Ich „bin“ das Gesetz.
Einige Wochen sind vergangen, Wochen in welchen Antarian keine Zeit hatte sich um seine Privaten Angelegenheiten zu kümmern. Die Arbeit war wichtiger. Die Arbeit war in seinem Leben immer wichtiger gewesen und wird es immer sein. Seine Arbeit war es die Ihm Titel, Ämter und Ehren einbrachte. Doch ab und zu Brauch man eine Abwechslung, etwas das einem zeigt das man am Leben ist. Doch umso höher man steigt, umso tiefer kann der Fall sein. Also sucht man sich entsprechende Ziele aus. Doch um diese Ziele zu verwirklichen muss man mittlerweile ernsthaft an Heirat denken.
Was will man also Heiraten, ein Mann in seinem Alter. Etwas das begehrenswert ist. Etwas an dem man noch lange was hat. Eine Dame die Jung ist, Klug sollte Sie auch sein, leider auch von Stand. Was die Such kritisieren eingrenzt. Sicher hat man schon einige Angebote von anderen Lehnsherren erhalten die versuchen ihre zu „Alten“ oder „unansehnlichen“ Töchter an den Mann zubringen. Aber wie heißt es so schön im Volksmund „wenn etwas richtig laufen soll, dann mach es selbst“. Genau das hatte er vor gehabt, doch ergaben sich kürzlich einige Schwierigkeiten. Schwierigkeiten die es notwendig machten das er seine Privaten Angelegenheiten zurück stellen musste.
Nach seiner Rückkehr, nach einigen Wochen des fernbleiben wurde auf eine kleine Finte zurückgegriffen um festzustellen ob sein Konkurrent die Zeit seiner Abwesenheit zu nutzen wusste. Scheinbar mit nur minder großen Erfolg. Wie sie die Taverne verließ nachdem er Ihr erzählte das die Werbung sein Ende findet. Sie war ein Haufen „elend“. Was er Ihr nicht mit Worten hat entlocken können, wo er steht, hat er Ihr eben auf ihr Gesicht gezaubert. Ihr, jemand der die Kunst der 1000 Masken kennt und seit Geburt an lebt. Es war ein Meisterstreich gewesen, doch Irgendwo tat Sie ihm in diesem Augenblick auch Leid. Ging er zu weit? Nein, kein Zweifel. Nicht jetzt.
Nun wo Antarian wusste wo er steht, war es Zeit für den nächsten Schritt, die Lammfromme Entschuldigung, das zugeben einen Fehlers aus „sentimentalen“ Gründen begannen zu haben. Weil er Sie doch so „gerne“ hat und nur ihr „bestes“ will. Das will er auch, doch das beste Ist nun mal Antarian, das sollte Sie schon noch erkennen. Also wurde die Werbung nach einem Tag Pause fortgesetzt. Zudem ist Antarians Schwester leider an Ihren Bruder zerbrochen. Wie es Ihr wohl ergeht, wieder zu Hause. Er hätte Sie sofort nach dem erscheinen wieder zurück schicken sollen. Soviel Leid welche Sie nun ertragen musste tat Ihm schon etwas weh. Doch auch dafür würde Irgendwann die passende Gelegenheit sich ergeben um entsprechende Personen vor den Kopf stoßen zu können. Eine in Antarians Augen „Dirne“ seiner Schwester vorzuziehen. Undenkbar.
Der nächste Schritt war in Ihr „zweifel“ zu sähen. „Zweifel“ der in Ihr die Gründe um des Werbens seines Konkurrenten in ein anders Licht stellt. Sicher keine feine Art. Aber wie heißt es „Im Krieg und der Liebe ist alles erlaubt“. Ob sein Konkurrent es auch wusste? Sicher wusste er es, doch ist er sich zu fein um diese Grenze zu überschreiten? Irgendwas an seiner Person erinnerte Antarian teilweise an sich selbst. Aus früheren Zeiten. An seinen Anfangszeiten hier in Varuna. Er geht einen ähnlichen Werdegang, wenn auch etwas Später an der Zeit. Gerne würde Antarian ihn in seinem Streben fördern. Doch der Gedanke ist verflogen, seit diesem einem Augenblick in der Taverne an dem er es wagte Ihm auf so unvorstellbare weise vor zuzuführen. Er hatte sich einen Feind geschaffen. Ein Feind der auf der Lauer liegt, etwas von Geduld versteht und mitlerweile selbst die Kunst der 1000 Masken beherrscht, Adel sei Dank.
Sie würde Irgendwann in seinem Bett landen, vielleicht später, vielleicht auch früher. Selten hat Antarian ein Spiel verloren und wenn er doch verlieren sollte, wird eben ein anderes begonnen. Wer damit Zeit verschwendet um einer einer Niederlage nach zu trauern, wird in der Politik keinen Erfolg haben. Das ist Fakt, dass ist Gesetz und Ich „bin“ das Gesetz.
Zuletzt geändert von Antarian von Weylenstein am Dienstag 9. Dezember 2008, 22:57, insgesamt 2-mal geändert.
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Taralea Mirrosil
- Beiträge: 0
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
...
Zuletzt geändert von Taralea Mirrosil am Dienstag 9. Dezember 2008, 23:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Mariella von Dornwald
Zum ersten Mal wurde ihr wirklich bewusst, wozu so eine Zeit der Werbung gut war. Sicher, sie war mit dem theoretischen Wissen um diesen Brauch groß geworden, kannte die Spielregeln so gut wie jede andere ihres Standes. Doch in ihrem Kopf waren es mehr die Kleinmädchenträume gewesen, die Erzählungen aus ihren Abenteuerromanen und die Schwärmereien der Edeldamen in der elterlichen Burg, die ihr eine Vorstellung davon vermittelt hatten.
Nüchtern betrachtet war das auch gar nicht so falsch. Der Werber machte der Erwählten den Hof, umgarnte sie und versuchte, sie für sich zu gewinnen. Dass das ganze aber ein wahrer Kriegsschauplatz werden könnte, hatte man wohlweißlich in all diesen Erzählungen verschwiegen. Genauso wie die Tatsache, dass man irgendwann zwischen den Stühlen sitzen könnte, ein echtes Dilemma darstellte.
Ihre Werber konnten unterschiedlicher nicht sein: Der eine war von hohem Stand, besaß Titel und Ländereien, Einfluss und Gold. Der andere war erst noch auf dem Weg nach oben, hatte zwar Kontakte, konnte sie aber noch nicht so recht nutzen. Beide hatten die Hürde Silvan erfolgreich genommen und buhlten nun darum, sie ein weiteres Mal anpeilen zu dürfen. Danach war es an ihr, die letzte Entscheidung zu treffen.
Seltsamerweise wusste sie selber nicht so recht, wie diese ausfallen würde. Es gab so vieles dabei zu bedenken und ihr Bruder hatte ihr signalisiert, dass es in ihrer Hand lag, die rechte Wahl zu treffen. Er hatte weder dem Stand des einen noch den etwas verzwickten Verhältnissen zum anderen eine Absage erteilt. Soweit so gut... oder eben auch nicht.
Jeder hatte für sich gesehen seine Vorteile. Der eine hatte Macht und Stand, der andere den Biss, eben genau das zu erreichen. Der eine förderte sie durch seinen Einfluss, der andere verstand ihre Art zu denken und konnte sie so anleiten. Der eine war charmant und aufmerksam, der andere war immer dann um sie herum, wenn sie sich am Ende glaubte.
Doch am Ende war es Antarian gewesen, der in ihr Zweifel geweckt hatte. Wobei, nein, das stimmte so nicht. Im Grunde hatte er eine kleine, tief in ihr versteckte Angst hervor gelockt. Immer und immer wieder hallten seine Worte in ihrem Kopf: "Titel, Lehen und Amt habe ich bereits. Mariella, ich will nicht Dragenfurt. Ich will dich...." Und unausgesprochen die Frage, die in seinem Blick mitschwang, die in ihrem Geist laut und deutlich hallte: "Und er?"
Arenvir hatte lange vorgeschoben, dass es in der Tat eine Vernunftsentscheidung gewesen sei. Erst vor wenigen Tagen hatte er sich offenbart, hatte ihr zu verstehen gegeben, dass für ihn eben nicht nur der Kopf eine Rolle spielte. Im Grunde ein Anlass für Jubelsprünge.
Wäre da nicht dieser verflucht ungünstige Zeitpunkt gewesen: Just an dem Tag, als Antarian offenbarte, dass er das Feld nicht kampflos räumen würde, rückte Arenvir mit der Sprache heraus.
Mariella machte sich nichts vor. Beide waren verdammt gute Taktiker. Antarian hatte die bessere Ausgangsposition, erfüllte er doch all die Kriterien, die eine Vernunftsentscheidung mit sich brachte. Oh.. und er setzte sie verflucht gut ein. Arenvir dagegen wusste nur zu gut, dass bei ihr eben auch der Bauch eine nicht unwichtige Rolle bei der Entscheidung spielte und wahrlich, sie wäre weder bei dem einen, noch bei dem anderen überrascht, wenn er jeden Trumpf ziehen würde.
Woher wusste sie nun, wer von beiden es ehrlich mit ihr meinte? Wer wollte Mariella und nicht die Siegertrophäe 'Freiin von Dragenfurt'?
Zu gerne hätte sie mit Constance über diese Zwickmühle gesprochen, doch zum ersten Mal in ihrem Leben war ihre Schwester ihr keine große Hilfe: Diese hatte sich für ihre Verhältnisse recht deutlich positioniert. Sie wollte Mariella als Freiherrin von Weylenstein sehen und ließ daran auch keine Zweifel.
Mit einem Mal bekam Mariella unheimlich Lust auf eine Tasse Milch mit Honig. Ob Ravea noch wach war? Die Haushälterin strahlte eine beruhigende Bodenständigkeit aus. Genau das, was verwirrte Freiinnenköpfe manchmal brauchten...
Nüchtern betrachtet war das auch gar nicht so falsch. Der Werber machte der Erwählten den Hof, umgarnte sie und versuchte, sie für sich zu gewinnen. Dass das ganze aber ein wahrer Kriegsschauplatz werden könnte, hatte man wohlweißlich in all diesen Erzählungen verschwiegen. Genauso wie die Tatsache, dass man irgendwann zwischen den Stühlen sitzen könnte, ein echtes Dilemma darstellte.
Ihre Werber konnten unterschiedlicher nicht sein: Der eine war von hohem Stand, besaß Titel und Ländereien, Einfluss und Gold. Der andere war erst noch auf dem Weg nach oben, hatte zwar Kontakte, konnte sie aber noch nicht so recht nutzen. Beide hatten die Hürde Silvan erfolgreich genommen und buhlten nun darum, sie ein weiteres Mal anpeilen zu dürfen. Danach war es an ihr, die letzte Entscheidung zu treffen.
Seltsamerweise wusste sie selber nicht so recht, wie diese ausfallen würde. Es gab so vieles dabei zu bedenken und ihr Bruder hatte ihr signalisiert, dass es in ihrer Hand lag, die rechte Wahl zu treffen. Er hatte weder dem Stand des einen noch den etwas verzwickten Verhältnissen zum anderen eine Absage erteilt. Soweit so gut... oder eben auch nicht.
Jeder hatte für sich gesehen seine Vorteile. Der eine hatte Macht und Stand, der andere den Biss, eben genau das zu erreichen. Der eine förderte sie durch seinen Einfluss, der andere verstand ihre Art zu denken und konnte sie so anleiten. Der eine war charmant und aufmerksam, der andere war immer dann um sie herum, wenn sie sich am Ende glaubte.
Doch am Ende war es Antarian gewesen, der in ihr Zweifel geweckt hatte. Wobei, nein, das stimmte so nicht. Im Grunde hatte er eine kleine, tief in ihr versteckte Angst hervor gelockt. Immer und immer wieder hallten seine Worte in ihrem Kopf: "Titel, Lehen und Amt habe ich bereits. Mariella, ich will nicht Dragenfurt. Ich will dich...." Und unausgesprochen die Frage, die in seinem Blick mitschwang, die in ihrem Geist laut und deutlich hallte: "Und er?"
Arenvir hatte lange vorgeschoben, dass es in der Tat eine Vernunftsentscheidung gewesen sei. Erst vor wenigen Tagen hatte er sich offenbart, hatte ihr zu verstehen gegeben, dass für ihn eben nicht nur der Kopf eine Rolle spielte. Im Grunde ein Anlass für Jubelsprünge.
Wäre da nicht dieser verflucht ungünstige Zeitpunkt gewesen: Just an dem Tag, als Antarian offenbarte, dass er das Feld nicht kampflos räumen würde, rückte Arenvir mit der Sprache heraus.
Mariella machte sich nichts vor. Beide waren verdammt gute Taktiker. Antarian hatte die bessere Ausgangsposition, erfüllte er doch all die Kriterien, die eine Vernunftsentscheidung mit sich brachte. Oh.. und er setzte sie verflucht gut ein. Arenvir dagegen wusste nur zu gut, dass bei ihr eben auch der Bauch eine nicht unwichtige Rolle bei der Entscheidung spielte und wahrlich, sie wäre weder bei dem einen, noch bei dem anderen überrascht, wenn er jeden Trumpf ziehen würde.
Woher wusste sie nun, wer von beiden es ehrlich mit ihr meinte? Wer wollte Mariella und nicht die Siegertrophäe 'Freiin von Dragenfurt'?
Zu gerne hätte sie mit Constance über diese Zwickmühle gesprochen, doch zum ersten Mal in ihrem Leben war ihre Schwester ihr keine große Hilfe: Diese hatte sich für ihre Verhältnisse recht deutlich positioniert. Sie wollte Mariella als Freiherrin von Weylenstein sehen und ließ daran auch keine Zweifel.
Mit einem Mal bekam Mariella unheimlich Lust auf eine Tasse Milch mit Honig. Ob Ravea noch wach war? Die Haushälterin strahlte eine beruhigende Bodenständigkeit aus. Genau das, was verwirrte Freiinnenköpfe manchmal brauchten...
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Rafael von Arganta
Mit einem Schmunzeln hatte Rafael den Brief gelesen, daran denkend wie er Arenvir im Arbeitszimmer... sogesehen... als Dame aushgeholfen hatte, um ihm die erlernten Tanzschritte ins Gedächnis zurück zu rufen,
dann jedoch schüttelte er amüsiert den Kopf.
Dieses Mal musste es anders gehen.
Auch wenn Rafael dem Tanzen zu gerne fröhnte so war Arenvir nicht der Tanzpartner den er für sich erhoffen würde.
Für den Moment dacht er an den Tanz mit der Gräfin, der sicher sehr viel angenehmer gewesen war, und mit dem er sich eher eine Wiederholgung wünschte.
Eine Tanzpartnerin musste her.
Für den Moment dachte er an Rahel, ob er sie fragen sollte, aber dann verwarf er den Gedanken.
Er konnte nicht nur zu ihr gehen wenn er etwas von ihr wollte.
Aber egal wie, er würde Arenvir sicher helfen doch sollte eine Partnerin her.
Vielleicht einer seiner Cousinen.
Noch immer überlegend nahm er Papier, Federkiel und Tinte zu sich und begann zu schreiben.
Meine Grüsse zuvorderst Arenvir,
Die Götter des lichten Pantheons mit dir, dem Reich zur Ehr
nun um mich gleich dem Problem zu widmen, ich denke schon das ich dir
helfen kann.
Wie es allerdings mit meiner Zeit aussieht, vermag ich noch nicht zu sagen, doch werde ich sehen was sich tun lässt.
Ich hoffe das du bis dahin eine Tanzpartnerin finden wirst, nicht das ich in der Hinsicht aushelfen müsste.
Ansonsten könnte ich was das angeht sicherlich eine meiner Cousinen überreden.
Weiteres bereiden wir sobald ich wieder da bin.
Ich hoffe das ihr klar kommt und alles noch steht wenn ich zurück bin.
Alles Gute
dann jedoch schüttelte er amüsiert den Kopf.
Dieses Mal musste es anders gehen.
Auch wenn Rafael dem Tanzen zu gerne fröhnte so war Arenvir nicht der Tanzpartner den er für sich erhoffen würde.
Für den Moment dacht er an den Tanz mit der Gräfin, der sicher sehr viel angenehmer gewesen war, und mit dem er sich eher eine Wiederholgung wünschte.
Eine Tanzpartnerin musste her.
Für den Moment dachte er an Rahel, ob er sie fragen sollte, aber dann verwarf er den Gedanken.
Er konnte nicht nur zu ihr gehen wenn er etwas von ihr wollte.
Aber egal wie, er würde Arenvir sicher helfen doch sollte eine Partnerin her.
Vielleicht einer seiner Cousinen.
Noch immer überlegend nahm er Papier, Federkiel und Tinte zu sich und begann zu schreiben.
Meine Grüsse zuvorderst Arenvir,
Die Götter des lichten Pantheons mit dir, dem Reich zur Ehr
nun um mich gleich dem Problem zu widmen, ich denke schon das ich dir
helfen kann.
Wie es allerdings mit meiner Zeit aussieht, vermag ich noch nicht zu sagen, doch werde ich sehen was sich tun lässt.
Ich hoffe das du bis dahin eine Tanzpartnerin finden wirst, nicht das ich in der Hinsicht aushelfen müsste.
Ansonsten könnte ich was das angeht sicherlich eine meiner Cousinen überreden.
Weiteres bereiden wir sobald ich wieder da bin.
Ich hoffe das ihr klar kommt und alles noch steht wenn ich zurück bin.
Alles Gute
Zuletzt geändert von Rafael von Arganta am Donnerstag 11. Dezember 2008, 09:00, insgesamt 2-mal geändert.
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Arenvir von Goldenfall
Einige Wochen später erhielt Arenvir jenen folgeschweren Brief:
Unter den Schwingen der Herrin Temora meinen Gruß an euch Herr van Tilianas,
Da mein Ältester Sohn wieder im Lehen verweilt, bin ich über Eure Abwesenheit doch sehr verwundert. Eure Arbeitsstätte sei die des Sekräters meines werten Sohnes, so muss ich davon ausgehen das etwas vorgefallen ist, was meinen Sohn dazu veranlasst hat Euch in der Grafschaft Hohenfels zurückzulassen. Wäre dem nicht so so wäre Eure derzeitige Wirkstätte demnach nicht die Grafschaft Hohenfels, sondern das Lehen derer zu Dragenfurt.
Bedauerlicherweise kam mir ebenfalls zu Ohren, dass derzeit die Erlaubnis zum werben um meine jüngste Tochter Mariella besteht. Da ihr aus einem bürgerlichen Stande entsprungen seid, zwar dennoch einen Stand des Edlen inne habt, seid ihr dennoch keiner aus unserem Stande des Adels.
Die Regeln innerhalb der Werbung schreiben vor - was ich erhoffe das ihr dieses sehr wohl wisst - bei den Eltern vorstellig zu werden.
Ich hätte daher zumindest erwartet, dass Ihr Euch die Mühen macht bei uns vorstellig zu werden, bevor Ihr eine echte Werbung um ein so junges wenn auch selbstständiges Mädchen betreibt, dessen Ihr nur unter Schwierigkeiten habhaft werden könnt.
So würde uns an dieser Stelle doch sehr interessieren, was unsere junge Tochter wohl an einem Mann Eures Alters und Standes ansprechend finden kann und ob gegebenenfalls entsprechende finanzielle Mittel vohanden sind, die überhaupt gewährleisten, das Ihr Euch eine derartige Werbung um eine junde Adlige leisten könnt. Wir haben nicht vor, neben dem Umstand das sie unter Ihrem Stande eine Ehe in Erwägung ziehen mag, sie auch noch finanziell zu unterstützen so wir nicht sicher sind, dass es in dieser Verbindung nur um die Interessen eines älteren Mannes an jungem Blut und den Vorrängen eines Lehens gehen mag. So nehmt zur Kenntnis das wir in Erwartung eines gebührlichen Verhaltens Eure Anreise erwarten um uns selbst ein Bild von dieser Werbung zu machen und einige der Fragen mit Euch zu klären wünschen.
Möge Phanodain Euch die Weisheit des bedachten Handels schenken und Temora die Reinheit Eures Herzens schützen
Catala von Dragenfurt
Was bitteschön wurde hier gespielt? Weder Mariella noch Silvan konnten Catala etwas davon erzählt haben, da sich diese Fragen sonst von vorneherein erledigt hätten. Hatte möglicherweise Constance, die ältere Schwester von Mariella etwas damit zu tun? Oder gar Antarian? Er glaubte es zwar von beiden nicht, auszuschließen war es jedoch keineswegs.
Bedauerlicherweise, das ging einem nicht gerade runter wie Öl. Aber bedauerlicherweise, verfügte der kleine Edle über mehr Geld als Catala selbst und gedachte, es der Freiherrin auch mitzuteilen.
Die würde was erleben. Langsam reichten ihm die Vorwürfe aber wirklich. Und wenn er rausfinden sollte, wer dahinter steckte, so würde es nicht gerade lustig für den betreffenden werden, oh nein!
So entsandte er einen Boten auf den Langen Weg in die Furt, welcher Catala, Freiherrin von Dragenfurt, folgende Nachricht überbringen würde:
"Unter dem wachsamen Blick der Schwertmaid Temora,
unter der weisen Gnade Phanodains des Wissliebenden,
unter Cirmias kunstvoller Schöpferpracht,
entbiete ich Euch Catala, Freiherrin von Dragenfurt meinen untertänigsten Gruß,
Eure Zeilen verwunderten mich doch sehr, denn sie zeugten davon, das ihr nicht mit eurem Sohne Silvan über dieses Thema gesprochen haben könnt. So sollen Euch einige Dinge dargelegt werden:
Ad Primum ist der Edle van Tilianas mit einem Privatermögen gesegnet, das finanzkräftig genug ist, Mariella nicht nur einen guten Lebensstil, sondern exakt den selben Lebensstil zu bieten, den sie jetzt gewohnt ist. Euer Sohn ist über meine wirtschaftlichen Verhältnisse instruirt, der Bote selbst hat eine beglaubigte Abschrift meiner Steuerbücher dabei, die Silvan zur Kontrolle ausgehändigt werden.
Ad Secundam hat der Edle sich an sämtliche Regeln der Etikette gehalten und Mariellas Vormund, Silvan von Dragenfurt um Erlaubnis gebeten, um Mariella werben zu dürfen. Diese wurde ihm erteilt. Ihr mögt eure Tochter fragen, sie war schließlich anwesend.
Ad Tertiam ist der Altersunterschied zu vernachlässigen. Wo die Liebe hinfällt, fällt sie hin. Eure Tochter und mich verbinden neben der Liebe auch eine Partnerschaft, die dazu führt, das ihre Fähigkeiten von meiner Person geschliffen und weitergebildet werden, eine gute alte Partnerschaft von gegenseitigem Nutzen also.
Ich spekuliere ferner nicht auf das Lehen. Da Mariella an 3. Stelle in der Erbfolge steht hinter Constance und Oriel, hoffe ich meine Worte untermauern zu können.
Euer Sohn Silvan, um das Thema abzuschließen, hielt mich für eine vortreffliche Wahl kraft meiner Befähigung, meiner Qualitäten und meiner Lauterkeit, nicht meines Titels wegen und Ihm so bitte ich Euch als seine liebe Frau Mutter, vertraut bitte entsprechend.
Mein Lehramt als Magister der Magierakademie hier, bindet mich leider von einer Reise in die Furt. Ein Lehramt das anzustreben euer Bruder mich immer angehalten hatte. Auch auf seinen Wunsch hin bin ich hiergeblieben um mein Lehramt antreten und auf seine Schwestern acht geben zu können.
In der Hoffnung euch so gut es ging Eure Sorgen zu nehmen, verbleibe ich untertänigst
Arenvir van Tilianas
Unter den Schwingen der Herrin Temora meinen Gruß an euch Herr van Tilianas,
Da mein Ältester Sohn wieder im Lehen verweilt, bin ich über Eure Abwesenheit doch sehr verwundert. Eure Arbeitsstätte sei die des Sekräters meines werten Sohnes, so muss ich davon ausgehen das etwas vorgefallen ist, was meinen Sohn dazu veranlasst hat Euch in der Grafschaft Hohenfels zurückzulassen. Wäre dem nicht so so wäre Eure derzeitige Wirkstätte demnach nicht die Grafschaft Hohenfels, sondern das Lehen derer zu Dragenfurt.
Bedauerlicherweise kam mir ebenfalls zu Ohren, dass derzeit die Erlaubnis zum werben um meine jüngste Tochter Mariella besteht. Da ihr aus einem bürgerlichen Stande entsprungen seid, zwar dennoch einen Stand des Edlen inne habt, seid ihr dennoch keiner aus unserem Stande des Adels.
Die Regeln innerhalb der Werbung schreiben vor - was ich erhoffe das ihr dieses sehr wohl wisst - bei den Eltern vorstellig zu werden.
Ich hätte daher zumindest erwartet, dass Ihr Euch die Mühen macht bei uns vorstellig zu werden, bevor Ihr eine echte Werbung um ein so junges wenn auch selbstständiges Mädchen betreibt, dessen Ihr nur unter Schwierigkeiten habhaft werden könnt.
So würde uns an dieser Stelle doch sehr interessieren, was unsere junge Tochter wohl an einem Mann Eures Alters und Standes ansprechend finden kann und ob gegebenenfalls entsprechende finanzielle Mittel vohanden sind, die überhaupt gewährleisten, das Ihr Euch eine derartige Werbung um eine junde Adlige leisten könnt. Wir haben nicht vor, neben dem Umstand das sie unter Ihrem Stande eine Ehe in Erwägung ziehen mag, sie auch noch finanziell zu unterstützen so wir nicht sicher sind, dass es in dieser Verbindung nur um die Interessen eines älteren Mannes an jungem Blut und den Vorrängen eines Lehens gehen mag. So nehmt zur Kenntnis das wir in Erwartung eines gebührlichen Verhaltens Eure Anreise erwarten um uns selbst ein Bild von dieser Werbung zu machen und einige der Fragen mit Euch zu klären wünschen.
Möge Phanodain Euch die Weisheit des bedachten Handels schenken und Temora die Reinheit Eures Herzens schützen
Catala von Dragenfurt
Was bitteschön wurde hier gespielt? Weder Mariella noch Silvan konnten Catala etwas davon erzählt haben, da sich diese Fragen sonst von vorneherein erledigt hätten. Hatte möglicherweise Constance, die ältere Schwester von Mariella etwas damit zu tun? Oder gar Antarian? Er glaubte es zwar von beiden nicht, auszuschließen war es jedoch keineswegs.
Bedauerlicherweise, das ging einem nicht gerade runter wie Öl. Aber bedauerlicherweise, verfügte der kleine Edle über mehr Geld als Catala selbst und gedachte, es der Freiherrin auch mitzuteilen.
Die würde was erleben. Langsam reichten ihm die Vorwürfe aber wirklich. Und wenn er rausfinden sollte, wer dahinter steckte, so würde es nicht gerade lustig für den betreffenden werden, oh nein!
So entsandte er einen Boten auf den Langen Weg in die Furt, welcher Catala, Freiherrin von Dragenfurt, folgende Nachricht überbringen würde:
"Unter dem wachsamen Blick der Schwertmaid Temora,
unter der weisen Gnade Phanodains des Wissliebenden,
unter Cirmias kunstvoller Schöpferpracht,
entbiete ich Euch Catala, Freiherrin von Dragenfurt meinen untertänigsten Gruß,
Eure Zeilen verwunderten mich doch sehr, denn sie zeugten davon, das ihr nicht mit eurem Sohne Silvan über dieses Thema gesprochen haben könnt. So sollen Euch einige Dinge dargelegt werden:
Ad Primum ist der Edle van Tilianas mit einem Privatermögen gesegnet, das finanzkräftig genug ist, Mariella nicht nur einen guten Lebensstil, sondern exakt den selben Lebensstil zu bieten, den sie jetzt gewohnt ist. Euer Sohn ist über meine wirtschaftlichen Verhältnisse instruirt, der Bote selbst hat eine beglaubigte Abschrift meiner Steuerbücher dabei, die Silvan zur Kontrolle ausgehändigt werden.
Ad Secundam hat der Edle sich an sämtliche Regeln der Etikette gehalten und Mariellas Vormund, Silvan von Dragenfurt um Erlaubnis gebeten, um Mariella werben zu dürfen. Diese wurde ihm erteilt. Ihr mögt eure Tochter fragen, sie war schließlich anwesend.
Ad Tertiam ist der Altersunterschied zu vernachlässigen. Wo die Liebe hinfällt, fällt sie hin. Eure Tochter und mich verbinden neben der Liebe auch eine Partnerschaft, die dazu führt, das ihre Fähigkeiten von meiner Person geschliffen und weitergebildet werden, eine gute alte Partnerschaft von gegenseitigem Nutzen also.
Ich spekuliere ferner nicht auf das Lehen. Da Mariella an 3. Stelle in der Erbfolge steht hinter Constance und Oriel, hoffe ich meine Worte untermauern zu können.
Euer Sohn Silvan, um das Thema abzuschließen, hielt mich für eine vortreffliche Wahl kraft meiner Befähigung, meiner Qualitäten und meiner Lauterkeit, nicht meines Titels wegen und Ihm so bitte ich Euch als seine liebe Frau Mutter, vertraut bitte entsprechend.
Mein Lehramt als Magister der Magierakademie hier, bindet mich leider von einer Reise in die Furt. Ein Lehramt das anzustreben euer Bruder mich immer angehalten hatte. Auch auf seinen Wunsch hin bin ich hiergeblieben um mein Lehramt antreten und auf seine Schwestern acht geben zu können.
In der Hoffnung euch so gut es ging Eure Sorgen zu nehmen, verbleibe ich untertänigst
Arenvir van Tilianas
Zuletzt geändert von Arenvir von Goldenfall am Sonntag 11. Januar 2009, 14:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Arenvir von Goldenfall
Die Zeiten wurden nicht gerade leichter. Oder gerade doch?
Höhen und Tiefen hatte man in jeder Beziehung, mal lief es, mal lief es nicht. Das Mariella sich nach einem schon länger zurückliegenden Streit besonnen hatte zum Beispiel. Der Streit selbst war furchtbar und kräftezehrend gewesen. Sie hatten zwei Wochen lang keine einzige Silbe miteinander gewechselt. Aber im Endeffekt hatte das zur Folge, das Mariella vor kurzem Antarian von Weylenstein´s Werbung für beendet erklärt hatte. Armer Antarian. Er war ein guter Kerl, manchmal ein wenig schräg, aber für einen blaublütigen sehr genießbar.
Das Mariella und Arenvir kaum noch Zeit füreinander hatten, war dagegen weniger "liquid". Während die eine als Vogtin der Grafschaft von Hohenfels ständig überarbeitet war, hatte der andere den Posten des Regimentsfeldwebels übernommen und konnte sich ebenfalls nicht über zu wenig Arbeit beschweren. Reformen hier, eine neue Gliederung da, die Schaffung neuer Posten.
Wenn einer von beiden -oder beide- schlechte Laune hatten, war mit den spärlichen Abenden kaum noch etwas anzufangen. Mariella war schnell
giftig, wenn sie sah, das Arenvir auch abends noch arbeitete. Das dieser sich seinen Dienst an sich selbst einteilte und seinen Rang durch entsprechenden Mehraufwand zu rechtfertigen hatte, konnte er ihr bisweilen noch nicht so wirklich glaubhaft darlegen. Nun gut, man kann sagen das es auch daran lag, das er bisweilen noch gar nicht mit ihr über das Thema gesprochen hatte. Aber das war schließlich ein völlig anderes Thema.
In letzter Zeit war es auch gar nicht nötig. Die Ausrufung des Kriegsrechts hatte die Arbeit noch schwerwiegender und gefährlicher werden lassen, Mariella war eher froh, wenn ihr Gefährte abends unverletzt nach Hause kam. Das hatte seine positiven Seiten. Allerdings würde der Krieg mit Rahal nicht auf Dauer auf diesem Grad der Eskalation bleiben, wie es derzeit der Fall war. Und schließlich kostete es auch gute Leute das Leben, ob Soldaten, oder Zivilisten.
Der Gedanke daran war schnell verworfen. Aber bis er sich Gedanken über das erklären des Wie und Warum machen musste, hatte er noch genug zu tun.
Nach dem ganzen hatte er sich fest vorgenommen, Mariella endlich den Antrag zu machen. Er freute sich auf die Reise nach Dragenfurt, nicht unbedingt wegen Catala, bei der ein Höflichkeitsbesuch sich kaum vermeiden lassen würde, sondern vielmehr um Silvan und Oriel einen Besuch abzustatten. Sein Schwager in Spe und Lehnsherr hatte schon viel zu lange das Kommando über den Feldzug der Furt übernommen. Es wurde Zeit, das ein gewisser Edler ihm auf seine nun bestimmt gut erholten Nerven ging.
Höhen und Tiefen hatte man in jeder Beziehung, mal lief es, mal lief es nicht. Das Mariella sich nach einem schon länger zurückliegenden Streit besonnen hatte zum Beispiel. Der Streit selbst war furchtbar und kräftezehrend gewesen. Sie hatten zwei Wochen lang keine einzige Silbe miteinander gewechselt. Aber im Endeffekt hatte das zur Folge, das Mariella vor kurzem Antarian von Weylenstein´s Werbung für beendet erklärt hatte. Armer Antarian. Er war ein guter Kerl, manchmal ein wenig schräg, aber für einen blaublütigen sehr genießbar.
Das Mariella und Arenvir kaum noch Zeit füreinander hatten, war dagegen weniger "liquid". Während die eine als Vogtin der Grafschaft von Hohenfels ständig überarbeitet war, hatte der andere den Posten des Regimentsfeldwebels übernommen und konnte sich ebenfalls nicht über zu wenig Arbeit beschweren. Reformen hier, eine neue Gliederung da, die Schaffung neuer Posten.
Wenn einer von beiden -oder beide- schlechte Laune hatten, war mit den spärlichen Abenden kaum noch etwas anzufangen. Mariella war schnell
giftig, wenn sie sah, das Arenvir auch abends noch arbeitete. Das dieser sich seinen Dienst an sich selbst einteilte und seinen Rang durch entsprechenden Mehraufwand zu rechtfertigen hatte, konnte er ihr bisweilen noch nicht so wirklich glaubhaft darlegen. Nun gut, man kann sagen das es auch daran lag, das er bisweilen noch gar nicht mit ihr über das Thema gesprochen hatte. Aber das war schließlich ein völlig anderes Thema.
In letzter Zeit war es auch gar nicht nötig. Die Ausrufung des Kriegsrechts hatte die Arbeit noch schwerwiegender und gefährlicher werden lassen, Mariella war eher froh, wenn ihr Gefährte abends unverletzt nach Hause kam. Das hatte seine positiven Seiten. Allerdings würde der Krieg mit Rahal nicht auf Dauer auf diesem Grad der Eskalation bleiben, wie es derzeit der Fall war. Und schließlich kostete es auch gute Leute das Leben, ob Soldaten, oder Zivilisten.
Der Gedanke daran war schnell verworfen. Aber bis er sich Gedanken über das erklären des Wie und Warum machen musste, hatte er noch genug zu tun.
Nach dem ganzen hatte er sich fest vorgenommen, Mariella endlich den Antrag zu machen. Er freute sich auf die Reise nach Dragenfurt, nicht unbedingt wegen Catala, bei der ein Höflichkeitsbesuch sich kaum vermeiden lassen würde, sondern vielmehr um Silvan und Oriel einen Besuch abzustatten. Sein Schwager in Spe und Lehnsherr hatte schon viel zu lange das Kommando über den Feldzug der Furt übernommen. Es wurde Zeit, das ein gewisser Edler ihm auf seine nun bestimmt gut erholten Nerven ging.
Zuletzt geändert von Arenvir von Goldenfall am Mittwoch 25. Februar 2009, 18:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Arenvir von Goldenfall
Die Inspektion der grafschaftlichen Verteidiungsanlagen könnte eine Woche in Anspruch nehmen und in der Zeit bin ich soviel unterwegs, das sich das nach Hause kommen nicht rechtfertigt.
Eine perfekte Ausrede um eine Astralreise in eine ganz andere Richtung -Dragenfurt- zu planen.
An sich hatte er Mariella mitnehmen wollen, doch der Krieg rechtfertigte streng genommen nicht einmal seine Abwesenheit. Aber ein paar wichtige Botschaften für den Freiherren von Dragenfurt hatten ihm zumindest eine Woche verschafft. Der Vorteil der Überredung.
Die Reise an sich verlief ohne größere Schwierigkeiten. Es gab Dinge, die Astralreisende einfach zu unterlassen hatten, andere die sie unbedingt zu tun hatten, hielt man sich an beides, hatte man die höchsten Chancen, sicher an sein Reiseziel zu gelangen. Jene die diese Vorsätze missachteten tauchten nämlich für gewöhnlich irgendwann in den Büchern der Arkanen Konvente und Orden unter der Rubrik "Astralunfälle und andere Schauergeschichten" auf.
In Vesten angekommen, machte er sich zunächst zu seinem Stadtsitz auf. Hauptmann Felix Winterwend, der Chef der ihm persönlich zugestandenen zwölf Soldaten, und der Verwalter des ihm als Lehen zugewiesenen Waldes, Korbinian Freimarn, waren alsbald zur Stelle um ihm Bericht zu erstatten. Die Einkünfte aus dem Verkauf des Holzes liefen gut, die Förster hatten den Vorschlag gemacht, eine Handelsgesellschaft damit zu beauftragen einige kostbare Holzsetzlinge zu importieren um den Versuch zu wagen, sie hier dauerhaft anzusiedeln. Wilddiebe ärgerten sie nur selten, was daran lag, das Arenvir in Ermangelung anderer Aufgaben (als seinen Stadtsitz zu bewachen) beschlossen hatte, seine Soldaten ebenfalls im Wald als Ortshüter einzusetzen. Im Grunde genommen gab es keine großen Probleme und man erwartete lediglich ein paar Unterschriften für verschiedene Vorhaben von ihm, die allesamt durchführbar und durchdacht erschienen. Silvan hatte ihm damals bodenständige und gewissenhafte Leute empfohlen. Das zahlte sich bei seinen seltenen Besuchen in Vesten jedesmal von neuem aus.
Als die persönlichen Belange soweit geregelt waren und man ihm den derzeitigen Aufenthalt von Silvan und Oriel gemeldet hatte, nämlich das ihr Eintreffen von der Front morgen oder übermorgen geplant sei, entschied er sich dazu, sich eine aktuelle Investitur von Burg Dunkelschanz (Stammsitz jener von Dragenfurt) machen zu lassen. Als Vogt der Burg was es in der Regel unnötig, in die Burg eingewiesen zu werden, doch hatte man ihm dieses Amt als Auszeichnung verliehen, zudem es ihm genügend Privilegien verlieh, die niederen und mittleren Amtsgeschäfte Silvans an seiner Statt weiter fortzuführen. Sein Sekundar, Harold van Nersewold, ein Mann von stattlichem Alter und grauem Haar, der eigentliche Vogt pflegte ihn vorbereitet wie eh und je zu erwarten. Grund zu Beanstandungen gab es nicht, alles andere hätte bei der Pedanterie dieses Mannes auch einen Skandal bedeutet, doch vertrieb es die Zeit und man sah alte und neue Gesichter wieder.
Besonders aber war er erfreut über die Mitteilung, das die Mutter des Freiherren, Catala, nicht zugegen war. Sie befand sich zu Besuch bei einer alten Jugendfreundin, na ihm konnte es nur Recht sein. Eine bessere Ausrede, ihr nicht über den Weg laufen zu müssen, als ihre eigene Abwesenheit gab es nicht. Nachdem man mit Nersewold zu Abend gespeist und über diese und jene Entwicklungen Gespräch gehalten hatte, trafen tatsächlich gegen den späten Vormittag des nächsten Tages Silvan und Oriel ein. Silvan war seit jeher ein Mann von schwer durchschaubarem Äußeren gewesen, den man noch schwerer überraschen konnte. Außer natürlich es handelte sich um einen Sekretär, der sich das zur Lieblingsaufgabe gemacht hatte. Das dumme Gesicht Seiner Hochgeboren versprach jedoch einen guten Beginn.
Nachdem er die beiden formell und mit allen gebührenden Ehren begrüßt hatte, verabredete man sich zum Mittagessen. Dort ging es um die Gesundheit der Schwestern, den Zustand des Reiches, die neue Gräfin von Hohenfels und dem persönlichen Geschick Arenvirs. Eine sehr entspannte und erquickende Unterhaltung der beiden Freunde.
"Du bist gekommen um mich um ihre Hand anzuhalten stimmt es?", brachte Silvan den Punkt schließlich auf das wesentliche Thema. Arenvir, resigniert darüber, das Silvan es einfach nicht lassen konnte, solche Schlüsse zu ziehen nickte nur. "Ein Brief hätte es da nicht getan?". "Silvan...es gibt gewisse Regularien der hochedlen Damen und Herren die es einzuhalten gilt." "Schon gut, schon gut, und das aus deinem Munde. Also gut ich gebe dir natürlich meinen Segen mit auf den Weg. Behandle meine Schwester so gut, wie ich es von dir gewohnt bin und behüte sie noch besser. Aber jetzt musst du aufbrechen. Wie mir scheint haben wir beide an verschiedenen Fronten zu kämpfen. Wir sollten unsere Gäste also nicht warten lassen."
Ein Handschlag, ein Schulterklopfen und ein einvernehmlicher Blick besiegelten einen Moment, auf den er schon lange gewartet hatte. Und so machte der kleine Edle sich auf den Weg zurück nach Hohenfels. Die Lage dort war lange nicht rosig, seine Laune hätte jedoch für zwei Grafschaften die Sonne scheinen lassen an diesem schönen Tag.
Eine perfekte Ausrede um eine Astralreise in eine ganz andere Richtung -Dragenfurt- zu planen.
An sich hatte er Mariella mitnehmen wollen, doch der Krieg rechtfertigte streng genommen nicht einmal seine Abwesenheit. Aber ein paar wichtige Botschaften für den Freiherren von Dragenfurt hatten ihm zumindest eine Woche verschafft. Der Vorteil der Überredung.
Die Reise an sich verlief ohne größere Schwierigkeiten. Es gab Dinge, die Astralreisende einfach zu unterlassen hatten, andere die sie unbedingt zu tun hatten, hielt man sich an beides, hatte man die höchsten Chancen, sicher an sein Reiseziel zu gelangen. Jene die diese Vorsätze missachteten tauchten nämlich für gewöhnlich irgendwann in den Büchern der Arkanen Konvente und Orden unter der Rubrik "Astralunfälle und andere Schauergeschichten" auf.
In Vesten angekommen, machte er sich zunächst zu seinem Stadtsitz auf. Hauptmann Felix Winterwend, der Chef der ihm persönlich zugestandenen zwölf Soldaten, und der Verwalter des ihm als Lehen zugewiesenen Waldes, Korbinian Freimarn, waren alsbald zur Stelle um ihm Bericht zu erstatten. Die Einkünfte aus dem Verkauf des Holzes liefen gut, die Förster hatten den Vorschlag gemacht, eine Handelsgesellschaft damit zu beauftragen einige kostbare Holzsetzlinge zu importieren um den Versuch zu wagen, sie hier dauerhaft anzusiedeln. Wilddiebe ärgerten sie nur selten, was daran lag, das Arenvir in Ermangelung anderer Aufgaben (als seinen Stadtsitz zu bewachen) beschlossen hatte, seine Soldaten ebenfalls im Wald als Ortshüter einzusetzen. Im Grunde genommen gab es keine großen Probleme und man erwartete lediglich ein paar Unterschriften für verschiedene Vorhaben von ihm, die allesamt durchführbar und durchdacht erschienen. Silvan hatte ihm damals bodenständige und gewissenhafte Leute empfohlen. Das zahlte sich bei seinen seltenen Besuchen in Vesten jedesmal von neuem aus.
Als die persönlichen Belange soweit geregelt waren und man ihm den derzeitigen Aufenthalt von Silvan und Oriel gemeldet hatte, nämlich das ihr Eintreffen von der Front morgen oder übermorgen geplant sei, entschied er sich dazu, sich eine aktuelle Investitur von Burg Dunkelschanz (Stammsitz jener von Dragenfurt) machen zu lassen. Als Vogt der Burg was es in der Regel unnötig, in die Burg eingewiesen zu werden, doch hatte man ihm dieses Amt als Auszeichnung verliehen, zudem es ihm genügend Privilegien verlieh, die niederen und mittleren Amtsgeschäfte Silvans an seiner Statt weiter fortzuführen. Sein Sekundar, Harold van Nersewold, ein Mann von stattlichem Alter und grauem Haar, der eigentliche Vogt pflegte ihn vorbereitet wie eh und je zu erwarten. Grund zu Beanstandungen gab es nicht, alles andere hätte bei der Pedanterie dieses Mannes auch einen Skandal bedeutet, doch vertrieb es die Zeit und man sah alte und neue Gesichter wieder.
Besonders aber war er erfreut über die Mitteilung, das die Mutter des Freiherren, Catala, nicht zugegen war. Sie befand sich zu Besuch bei einer alten Jugendfreundin, na ihm konnte es nur Recht sein. Eine bessere Ausrede, ihr nicht über den Weg laufen zu müssen, als ihre eigene Abwesenheit gab es nicht. Nachdem man mit Nersewold zu Abend gespeist und über diese und jene Entwicklungen Gespräch gehalten hatte, trafen tatsächlich gegen den späten Vormittag des nächsten Tages Silvan und Oriel ein. Silvan war seit jeher ein Mann von schwer durchschaubarem Äußeren gewesen, den man noch schwerer überraschen konnte. Außer natürlich es handelte sich um einen Sekretär, der sich das zur Lieblingsaufgabe gemacht hatte. Das dumme Gesicht Seiner Hochgeboren versprach jedoch einen guten Beginn.
Nachdem er die beiden formell und mit allen gebührenden Ehren begrüßt hatte, verabredete man sich zum Mittagessen. Dort ging es um die Gesundheit der Schwestern, den Zustand des Reiches, die neue Gräfin von Hohenfels und dem persönlichen Geschick Arenvirs. Eine sehr entspannte und erquickende Unterhaltung der beiden Freunde.
"Du bist gekommen um mich um ihre Hand anzuhalten stimmt es?", brachte Silvan den Punkt schließlich auf das wesentliche Thema. Arenvir, resigniert darüber, das Silvan es einfach nicht lassen konnte, solche Schlüsse zu ziehen nickte nur. "Ein Brief hätte es da nicht getan?". "Silvan...es gibt gewisse Regularien der hochedlen Damen und Herren die es einzuhalten gilt." "Schon gut, schon gut, und das aus deinem Munde. Also gut ich gebe dir natürlich meinen Segen mit auf den Weg. Behandle meine Schwester so gut, wie ich es von dir gewohnt bin und behüte sie noch besser. Aber jetzt musst du aufbrechen. Wie mir scheint haben wir beide an verschiedenen Fronten zu kämpfen. Wir sollten unsere Gäste also nicht warten lassen."
Ein Handschlag, ein Schulterklopfen und ein einvernehmlicher Blick besiegelten einen Moment, auf den er schon lange gewartet hatte. Und so machte der kleine Edle sich auf den Weg zurück nach Hohenfels. Die Lage dort war lange nicht rosig, seine Laune hätte jedoch für zwei Grafschaften die Sonne scheinen lassen an diesem schönen Tag.
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Mariella von Dornwald
Die Dunkelheit hatte sich bereits über das Land gelegt und Stille war in den Straßen Adorans eingekehrt. Die meisten Bürger lagen bereits in ihren Betten und erholten sich in einer der wenigen friedlichen Nächte. Die Kriegswehen waren ein wenig abgeklungen und die Menschen versuchten diese Atempause so gut wie möglich zu nutzen.
Auch die Vogtin hätte in ihrer Kammer sein und Kraft schöpfen sollen, doch die vielen Nachtschichten hatten ihren Rhythmus vollkommen durcheinander gebracht.
Nun stand sie hier, an dem kleinen Sandstreifen, den die Bürger liebevoll Strand nannten, sie starrte hinaus auf die weite Schwärze des Meeres und ließ den Wind ihre Frisur auflösen. Irgendwo in höflicher Ferne zog ein Gardist seine Runden. Gedämpft drangen seine Schritte an ihr Ohr, doch schienen sie nie wirklich näher zu kommen.
Sie schloss die Augen und sog die salzige Luft tief in ihre Lungen, genoss die einzigartige Ruhe des Augenblickes. Festhalten wollte sie ihn, auskosten bis zum Schluss. Für alles andere waren Momente wie diese einfach zu selten geworden. Langsam ließ sie den Blick über die Weite vor sich schweifen und gestattete auch ihren Gedanken, sich ihren eigenen Weg zu suchen. Und so gingen sie zu zurück zu jenem schicksalshaftem Abend vor wenigen Tagen:
Es war ein grauenhafter Tag in einer grauenhaften Woche gewesen und er würde in der traurigen Pflicht enden, ehrende Worte an die Tapferen zu richten, die ihr Leben für Varuna gegeben hatten. Mariella hatte vollkommen überreizt in ihrem Büro gesessen und an einem Zwischenbericht für die Gräfin gearbeitet. Ihre Laune war auf dem absoluten Tiefpunkt. Auf der Baustelle gab es Schwierigkeiten, unerzogene Knappen meinten sich zum Kronritter aufspielen zu müssen und zu allem Überfluss hatte ihr Privatleben einen heftigen Knacks. Arenvir und sie sahen sich kaum noch und die Versuche, dies zu ändern, scheiterten zumeist an ihren Pflichten. Mal musste der Herr Feldwebel dringenst ins Kastell, dann wieder die ehrenwerte Vogtin unbedingt noch zu einer Besprechung.
Ausgerechnet Rafael war es, der am Ende erkannte, wie dünn der Faden zwischen ihnen geworden war und ausgerechnet Rafael versuchte zu vermitteln. Die Mundwinkel der Freiin hoben sich zu einem kleinen Lächeln hinauf, als sie die Predigt in ihren Ohren widerhallen hörte. Rafael hatte diese Pflichtversessenheit seine erste Ehe gekostet. Doch man war, wer man war und in den seltensten Fällen kam man dagegen an. Arenvir war nur durch seine Disziplin dort, wo er heute war und sie selber war mit dem Verantwortungsbewusstsein aufgezogen worden. Übernahm ein Mitglied der Familie von Dragenfurt eine Position wurde diese nach bestem Wissen und Gewissen erfüllt - alles andere hatte hinten an zu stehen.
Dennoch hatte sich ihr Herz innerlich verkrampft, als ihr Werber so klar seine Prioriäten verdeutlichte. Sicher, sie wusste, dass vor dem privaten Glück die Sicherheit und das Leben der Bürger kam, bei ihr war es nicht anders. Dennoch gab es sicher taktvolleres, als genau dies und in dieser Deutlichkeit mitanhören zu müssen. Vielleicht war es so auch verständlich, dass sie durchaus verführt gewesen war, die Einladung Rafaels anzunehmen; der Höflichkeit halber hatte sie sich Bedenkzeit erbeten.
Als an jenem grauenhaften Tag dann auch noch die Türe aufflog, ohne dass ein Klopfen zu vernehmen war, stand sie kurz davor ein Buch an den Kopf des Störers zu werfen - und hätte damit Arenvir vermutlich eine ordentliche Beule verpasst. Seine Laune war ungewohnt gut, fast schon unterträglich gut. Und irgendwie stimmte auch sonst was nicht. Er zwang sie, die Arbeit liegen zu lassen? Er nötigte sie, ohne Anlass einen Ausflug zu machen, suchte mit schon beinahe kindlicher Freude nach Begründungen, warum sie jetzt und auf der Stelle die Feder fallen lassen musste? Sie kannte ihn gut genug, um den Widerstand recht schnell aufzugeben - ihre Chancen weiterzuarbeiten glichen sowieso denen einer Schneeflocke unter der Sonne Menek'Urs.
Irgendwann kamen sie dann an einem kleinen Fluss nahe Varunas an, geschützt vor den Blicken zufälliger Wanderer, abgeschieden von dem Lärm der Stadt. Beide wussten, sie hatten nur wenig Zeit, ehe die nächste Representationspflicht auf sie wartete und waren entschlossen, diesen kostbaren Augenblick zu genießen.
Doch Arenvir hatte mehr im Sinn. Ihr Gesicht war vermutlich ein Bild für die Götter, als er dann plötzlich im feinsten Hofstaat vor ihr stand und mit einem Mal in ungekannter Nervosität an seinem Kragen herumzupfte. So schnell sie sonst auch darin war, aus der gegebenen Situation die richtigen Schlüsse zu ziehen, es brauchte noch den Moment, bis der das Knie vor ihr beugte, ehe in ihr Hirn sackte, was nun geschehen würde.
Es folgten liebevolle Worte mit ob der Anspannung leicht zittriger Stimme, stille Tränen des Glücks, ein inniger Kuss und das langersehnte gegenseitige Versprechen. Nun steckte hinter ihrem Siegelring ein schmaler Goldring mit dezentem Diamantsplitter an ihrem Finger. Noch einmal würde sie ihn abnehmen, damit die entscheidende Frage vor angemessenen Zeugen ein weiteres Mal gestellt werden konnte. Doch bis dahin genoss sie den Zauber dieser heimlichen Übereinkunft. Bisher war es einfach nicht möglich gewesen, einen taktvollen Moment zu finden. Direkt im Anschluss an die Trauerfeier? Undenkbar. Außerdem wünschten sich beide einen passenden Rahmen.
Unbewusst hatte Mariella wieder angefangen, mit eben jenem Kleinod an ihrem Finger zu spielen. Es war schon seltsam. Seit jenem Tag war sie innerlich von Glück gefüllt. Der ganze Stress, der Ärger, die kleinen und großen Überraschungen des Tages - all das schaffte sie auf einmal wieder mit der ihr sonst so eigenen Leichtigkeit. Nicht nur ihr schien es so zu gehen. Auch Arenvir wirkte, als sei ihm eine undenkbare Last von den Schultern genommen. In der letzten Zeit konnte sie an beiden etwas beobachten, was sie beinahe vergessen hatten: Sie lachten wieder miteinander. Er schien ihr fast noch ein wenig aufgeregter als sie selber.
Ein letztes Mal wanderte der Blick über die dunklen Wellen, dann zog sie die Kaputze über den Kopf und schob die gelösten Strähnen unter den schweren Stoff. Es wurde Zeit, sich auf den Heimweg zu machen, wenn sie keine Suchmeldung auslösen wollte. Im Vorbeigehen nickte sie wie gewohnt dem Gardisten zu, selbstverständlich mit einem freundlichen Lächeln. Wenn er schon mitten in der Nacht seine gewohnte Runde unterbrach um auf sie aufzupassen, sollte er sehen, dass sie es nicht für selbstverständlich hielt. Fast schon mädchenhaft beschwingt trat sie den Rückweg an. Dass der Gardist ihr mit einem breiten Grinsen nachsah, bekam sie schon gar nicht mehr mit.
Auch die Vogtin hätte in ihrer Kammer sein und Kraft schöpfen sollen, doch die vielen Nachtschichten hatten ihren Rhythmus vollkommen durcheinander gebracht.
Nun stand sie hier, an dem kleinen Sandstreifen, den die Bürger liebevoll Strand nannten, sie starrte hinaus auf die weite Schwärze des Meeres und ließ den Wind ihre Frisur auflösen. Irgendwo in höflicher Ferne zog ein Gardist seine Runden. Gedämpft drangen seine Schritte an ihr Ohr, doch schienen sie nie wirklich näher zu kommen.
Sie schloss die Augen und sog die salzige Luft tief in ihre Lungen, genoss die einzigartige Ruhe des Augenblickes. Festhalten wollte sie ihn, auskosten bis zum Schluss. Für alles andere waren Momente wie diese einfach zu selten geworden. Langsam ließ sie den Blick über die Weite vor sich schweifen und gestattete auch ihren Gedanken, sich ihren eigenen Weg zu suchen. Und so gingen sie zu zurück zu jenem schicksalshaftem Abend vor wenigen Tagen:
Es war ein grauenhafter Tag in einer grauenhaften Woche gewesen und er würde in der traurigen Pflicht enden, ehrende Worte an die Tapferen zu richten, die ihr Leben für Varuna gegeben hatten. Mariella hatte vollkommen überreizt in ihrem Büro gesessen und an einem Zwischenbericht für die Gräfin gearbeitet. Ihre Laune war auf dem absoluten Tiefpunkt. Auf der Baustelle gab es Schwierigkeiten, unerzogene Knappen meinten sich zum Kronritter aufspielen zu müssen und zu allem Überfluss hatte ihr Privatleben einen heftigen Knacks. Arenvir und sie sahen sich kaum noch und die Versuche, dies zu ändern, scheiterten zumeist an ihren Pflichten. Mal musste der Herr Feldwebel dringenst ins Kastell, dann wieder die ehrenwerte Vogtin unbedingt noch zu einer Besprechung.
Ausgerechnet Rafael war es, der am Ende erkannte, wie dünn der Faden zwischen ihnen geworden war und ausgerechnet Rafael versuchte zu vermitteln. Die Mundwinkel der Freiin hoben sich zu einem kleinen Lächeln hinauf, als sie die Predigt in ihren Ohren widerhallen hörte. Rafael hatte diese Pflichtversessenheit seine erste Ehe gekostet. Doch man war, wer man war und in den seltensten Fällen kam man dagegen an. Arenvir war nur durch seine Disziplin dort, wo er heute war und sie selber war mit dem Verantwortungsbewusstsein aufgezogen worden. Übernahm ein Mitglied der Familie von Dragenfurt eine Position wurde diese nach bestem Wissen und Gewissen erfüllt - alles andere hatte hinten an zu stehen.
Dennoch hatte sich ihr Herz innerlich verkrampft, als ihr Werber so klar seine Prioriäten verdeutlichte. Sicher, sie wusste, dass vor dem privaten Glück die Sicherheit und das Leben der Bürger kam, bei ihr war es nicht anders. Dennoch gab es sicher taktvolleres, als genau dies und in dieser Deutlichkeit mitanhören zu müssen. Vielleicht war es so auch verständlich, dass sie durchaus verführt gewesen war, die Einladung Rafaels anzunehmen; der Höflichkeit halber hatte sie sich Bedenkzeit erbeten.
Als an jenem grauenhaften Tag dann auch noch die Türe aufflog, ohne dass ein Klopfen zu vernehmen war, stand sie kurz davor ein Buch an den Kopf des Störers zu werfen - und hätte damit Arenvir vermutlich eine ordentliche Beule verpasst. Seine Laune war ungewohnt gut, fast schon unterträglich gut. Und irgendwie stimmte auch sonst was nicht. Er zwang sie, die Arbeit liegen zu lassen? Er nötigte sie, ohne Anlass einen Ausflug zu machen, suchte mit schon beinahe kindlicher Freude nach Begründungen, warum sie jetzt und auf der Stelle die Feder fallen lassen musste? Sie kannte ihn gut genug, um den Widerstand recht schnell aufzugeben - ihre Chancen weiterzuarbeiten glichen sowieso denen einer Schneeflocke unter der Sonne Menek'Urs.
Irgendwann kamen sie dann an einem kleinen Fluss nahe Varunas an, geschützt vor den Blicken zufälliger Wanderer, abgeschieden von dem Lärm der Stadt. Beide wussten, sie hatten nur wenig Zeit, ehe die nächste Representationspflicht auf sie wartete und waren entschlossen, diesen kostbaren Augenblick zu genießen.
Doch Arenvir hatte mehr im Sinn. Ihr Gesicht war vermutlich ein Bild für die Götter, als er dann plötzlich im feinsten Hofstaat vor ihr stand und mit einem Mal in ungekannter Nervosität an seinem Kragen herumzupfte. So schnell sie sonst auch darin war, aus der gegebenen Situation die richtigen Schlüsse zu ziehen, es brauchte noch den Moment, bis der das Knie vor ihr beugte, ehe in ihr Hirn sackte, was nun geschehen würde.
Es folgten liebevolle Worte mit ob der Anspannung leicht zittriger Stimme, stille Tränen des Glücks, ein inniger Kuss und das langersehnte gegenseitige Versprechen. Nun steckte hinter ihrem Siegelring ein schmaler Goldring mit dezentem Diamantsplitter an ihrem Finger. Noch einmal würde sie ihn abnehmen, damit die entscheidende Frage vor angemessenen Zeugen ein weiteres Mal gestellt werden konnte. Doch bis dahin genoss sie den Zauber dieser heimlichen Übereinkunft. Bisher war es einfach nicht möglich gewesen, einen taktvollen Moment zu finden. Direkt im Anschluss an die Trauerfeier? Undenkbar. Außerdem wünschten sich beide einen passenden Rahmen.
Unbewusst hatte Mariella wieder angefangen, mit eben jenem Kleinod an ihrem Finger zu spielen. Es war schon seltsam. Seit jenem Tag war sie innerlich von Glück gefüllt. Der ganze Stress, der Ärger, die kleinen und großen Überraschungen des Tages - all das schaffte sie auf einmal wieder mit der ihr sonst so eigenen Leichtigkeit. Nicht nur ihr schien es so zu gehen. Auch Arenvir wirkte, als sei ihm eine undenkbare Last von den Schultern genommen. In der letzten Zeit konnte sie an beiden etwas beobachten, was sie beinahe vergessen hatten: Sie lachten wieder miteinander. Er schien ihr fast noch ein wenig aufgeregter als sie selber.
Ein letztes Mal wanderte der Blick über die dunklen Wellen, dann zog sie die Kaputze über den Kopf und schob die gelösten Strähnen unter den schweren Stoff. Es wurde Zeit, sich auf den Heimweg zu machen, wenn sie keine Suchmeldung auslösen wollte. Im Vorbeigehen nickte sie wie gewohnt dem Gardisten zu, selbstverständlich mit einem freundlichen Lächeln. Wenn er schon mitten in der Nacht seine gewohnte Runde unterbrach um auf sie aufzupassen, sollte er sehen, dass sie es nicht für selbstverständlich hielt. Fast schon mädchenhaft beschwingt trat sie den Rückweg an. Dass der Gardist ihr mit einem breiten Grinsen nachsah, bekam sie schon gar nicht mehr mit.