Ich packe meinen alten Filzhut und weiss, dass es das letzte mal für mich ist. Ich, Marcos Duvalle.
Mein Auftrag ist erfüllt. Ein weiterer Gegner der Allianz, des Lichtes und des Reiches ist vernichtet, wie sooft.
Ich denke zurück, wie alles begann. Wie es dazu kam, dass
ich...
...zu einem Werkzeug des Großen wurde.
Es ist nur wenige Tage her, als ich den Worten der tapferen Krieger in den Hallen lauschte. Ich lauschte, während Sie einiges zu planen hatten. NIemand registrierte mich, weshalb auch. Nur ein Mann, der seinen Weg im Leben geht.
Vielleicht freute man sich ja doch über meine Loyalität.
Treue und Loyalität. Ja.
Ich wurde Zeuge dessen, was es bedeutete, wenn man sich hingab, Profil zeigte. Sich für eine gute Sache einsetzte.
Du bist die Allmächtige, Temora. Dir und deiner weltlichen Ordnung habe ich mein Leben geweiht. Doch in dem
Moment, in dem ich das tat, gingen meine Ziele einen anderen Weg. Welche Strafe steht wohl auf Verrat und verrät man seine "Freunde" überhaupt?
Vielleicht hatte man mich einfach nur benutzt ... ein weiterer Soldat, ein weiterer Statist im Spiel der großen Männer ... war ich zu einem Spielball der Zeit geworden? Zu einem Instrument?
Was hatte ich mir zuschulde kommen lassen ... meine Schuld. Mein Fehler. Ein Mann mit Profil und Charakter, mit all seinen Stärken und Schwächen, keiner der groß, ruhmreich und mächtig werden will. Und doch einer, der treu "Ja" und "Amen" sagen kann.
Vielleicht sehnt man sich, all dies hinter
sich zu lassen und ein neues Leben zu beginnen. Mit der großen Temora ... oder jemand anderem.
Warum so so späte Einsicht? Warum so eine schwere Entscheidung?
Sie haben zu mir gesprochen, doch. "Sammeln" und "Zu Befehl" verstummen nur vage und doch allgegenwärtig.
Man hat mir gesagt, was zu tun sei. Dass ich für sie hinausgehen soll durch die Tore der Festung um jenen Feinden das Fürchten zu lehren und das Böse niederzustrecken.
Ich weiss, dass es meine Aufgabe ist, ohne großen Unfriedens Befehle zu befolgen. Meine Taten sind nicht groß und keiner wird jemals darüber schreiben. Wieso auch?
Sicher wusste jemand, dass ich Zweifel an all dem hatte. Aber ich würde trotzdem für die Allianz gehen. Ich würde gehen und all die Feinde bekämpfen wie der Blitz, der den Nachthimmel durchbohrt.
Die Hallen.
Endlich wache ich auf. Nicht mein Zuhause, dass ich nie besaß. Vor ihren Gegnern stehe ich, die unter meinem Schwert bluten. Ich habe getan, was man verlangte.
Wer weiss, meine Träume werden mich vielleicht in ein goldenes Licht
hinter einem dunklen Torweg bringen, das mich umhüllen wird.
Ich muss diese Hallen verlassen. Ich muss sie verlassen und hinausgehen, irgendwohin. Weiß der Teufel, wenns ihn gibt.
Ein törichter Träumer packt seinen alten Filzhut und verlässt diesen Ort und hofft, irgendwie seinen Weg im Leben zu finden.
Für immer.