Manchmal will man klein sein…

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Samira Mia

Manchmal will man klein sein…

Beitrag von Samira Mia »

Sie fühlte sich mit einmal so allein, obwohl sie bei Darcey lag. Ihre Hand in der Seinen, zusammen gerollt an seiner Seite, unter seiner Decke die ihr Schutz sein sollte in diesem Moment.

Nach allem was war wollte sie einmal wieder klein sein. Einmal nur. Lana wusste es, sie hatte es ihr gesagt und doch lies sie sie bei Darcey zurück. Blieb nicht und wollte das sie bei ihm blieb.

Nachdem die Tür sich schloss, begannen Tränen über ihre Wangen zu laufen. Sie wollte es nicht und doch war sie nicht mehr groß genug um etwas dagegen zu tun. In ihrem Herzen tobte ein mächtiger Kampf. Sie hatte doch Darcey gern, aber er war halt nicht ihre Lana.

Sie dachte an Larius und ihr Gespräch über die Tugenden ihrer Herrin. Tapferkeit und Opferbereitschaft. Das leise Schluchzen ließ ihren ganzen Körper beben. Sie blieb bei dem verletzen Krieger, hielt seine Hand. Sie war unendlich dankbar das Temora bei Papa Rafael gewesen war und auch bei ihnen. Sie ihn finden ließ. Das er lebte. Demütig wollte sie sein. Suchte nach der Liebe und dem Licht in ihrem Herzen, welches sie die letzen Jahre, in den ihre Mama sie kaum beachtet hatte, begleitet hatte.

Die Stimme Papa Hudi`s draußen wurde lauter. Immer noch bahnten sich die Tränen ihren Weg. Sie mochte es nicht wenn die Großen lauter wurden. Noch kleiner rollte sie sich zusammen, drückte Darcey Hand ganz fest und wünschte mit aller Kraft das sich die Tür öffnen würde und ihre Lana kam.

Lana Kam aber nicht. Stattdessen wurde auch ihre Stimme etwas lauter. Sie darf nicht weggehen!
Als wüsste Darcey was in ihr vorging sprach er leis zu ihr. „Na geh schon Spatz! Los!„ Ungläubig schaute sie auf. Darcey drückte sie noch mal an sich und lächelte ihr zu. Sie sprang aus dem Bett und lief bis zur Tür. Dort blieb sie einen Moment lang stehen und schaute zurück. „Dich hab ich auch lieb, nur…“ der Krieger nickte und sie schob die Tür auf.

Blindlings rannte sie zu Lana und schlang ihre Arme um sie. Versteckte ihr Gesicht hinter ihren Locken. Wollte sie nie wieder loslassen. Ihr Körper bebte und sie glaubte ersticken zu müssen, so fest fühlte sich der Strick um ihren Hals an. Innerlich flehte sie. Bitte schick mich nicht weg. Bitte lass mich nicht allein. Morgen bin ich auch ganz bestimmt wieder groß. Ich will doch nur bei dir sein. bitte Lana. Bitte!

Die Schützin stand wie versteinert da. Sie wurde von Papa Hudi gefragt wer nun besser sei Rahel die kochen kann oder Lana die sie liebte. Samira bekam von alle dem nicht wirklich was mit. Irgendjemand hob sie an. Sie wurde Lana in den Arm gedrückt und ein Blick reichte aus, um sie vor Erschöpfung zusammensinken zu lassen.

Ihre Lana liebte sie!
Zuletzt geändert von Samira Mia am Freitag 12. September 2008, 10:30, insgesamt 2-mal geändert.
Dalana D´Ron

Beitrag von Dalana D´Ron »

“ Ich wünschte mit du wärst meine Mama….. Dieser Satz, dieser verfluchte Satz ging Dalana nicht mehr aus dem Kopf. “Ich wünschte mir du wärst meine Mama.“. Sie wollte sich die Ohren zu halten, wollte diese Worte aus sich her raus reissen, wollte sie nicht in sich drinnen lassen und doch sie blieben da wo sie sind, in ihrer Seele und ihrem Herzen. Ich habe Angst meinem Glück zu vertrauen. Es war genau das eingetroffen was sie nicht wollte, wovor sie so schreckliche Angst hatte. Und du kommst und rettest die Welt für mich. Doch wieso? Wieso hatte sie solch eine Angst? Es tat so gut, dieses Gefühl gebraucht zu werde. In deinem weichem Herz sinkt mir der Last. Solange hatte sie nie gespürt was es hiess geliebt zu werden, solange Zeit war sie einsam und jetzt war ihr die Liebe schon fast wieder zu viel._Das ist doch blödsinn_ Liebe kann man nie genug bekommen.

Sie liebte ihr Sonnenschein. Sie liebte es so sehr, dass sie wohl alles Opfern würde für die kleine. Doch immer hielt sich Dalana auch vor Augen, dass Samira nicht ihr Kind war. Es war das einer fremden Frau, die einen Engel einfach so von sich gestossen hatte. Doch dieser Engel bekam Flügel, flog in die Welt um die Menschen mit seiner Art zu bezaubern und einen Menschen ganz besonders in seinen Bann zu ziehen. Als Dalana so da stand und auf Samira hinab blickte, traf sie die Erkenntnis dann doch härter als sie erwartet hatte. _Dalana sie ist dir bereits wie eine Tochter, mach die Augen auf._ Hör mein Herz rufen, höre mich an. Mit dem Frühling den Winter bahn. Doch wie sollte das funktionieren, sie und ein Kind? Nein, Samira und Dalana.

Sie fühlte sich plötzlich richtig Einsam und verlassen. Auf der einen Seite fühlte sie pures Glück, doch war niemand da dem sie das sagen konnte. Auf der anderen Seite begann ein Teil von ihr sich wieder der Einsamkeit zu verschreiben. Cyprian! Seit zwei Tagen war er nun schon verschwunden, niemand wusste wo er war. Doch ritten sie jeden Tag aus um nach ihn zu suchen. Warum hatte er das getan? Warum hatte er sie alleine gelassen? Hielt er das für eine gute Lösung? Dann Darcey, solangsam begriff die Schützin. Auch waren die Worte in dem Buch an sie eindeutig, es gab keine Zweifel mehr. Er warb um sie und machte ihr den Hof.

Am liebsten würde sie ihre kleine Samira packen und mit ihr irgendwo hin reiten, irgendwo weit weg von allen Problemen und vor allem von Männern, die einen soviel Schmerz zufügten ohne es wirklich zu wollen. Die Vernunft sagt mir werd endlich gross, Leben träumt man nicht. Wieder ruhte ihr blick auf Samira und eine wohlige Wärme legte sich auf ihre angeschlagene Seele. So musste sich wirklich eine Frau fühlen, die ihr eigenes Kind betrachtete.



Deine Kinder sind nicht deine Kinder. Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst. Sie kommen durch dich, aber nicht von dir, und obwohl sie bei dir sind, gehören sie dir nicht. Du kannst ihnen deine Liebe geben, aber nicht deine Gedanken; denn sie haben ihre eigenen Gedanken. Du kannst ihrem Körper ein Haus geben, aber nicht ihrer Seele; denn ihre Seele wohnt im Haus von morgen, das du nicht besuchen kannst - nicht einmal in deinen Träumen. Du kannst versuchen, ihnen gleich zu sein, aber suche nicht, sie dir gleich zu machen; denn das Leben geht nicht rückwärts und verweilt nicht beim Gestern. Du bist der Bogen, von dem deine Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden ... Lass die Bogenrundung in deiner Hand Freude bedeuten.





Kahlil Gibran (1883-1931),
Samira Mia

Beitrag von Samira Mia »

Papa Rafael hatte es versprochen. Er wollte sie zum heiligen Baum bringen. Den ganzen Tag schon hatte sie auf ihn gewartet. Sie saß abwechselnd am Kamin, in Lanas Zimmer, auf dem Balkon oder buddelte sogar einen Pfirsichkern in die Erde. Sie versuchte sich abzulenken bis er kommen würde, aber irgendwann hielt sie es nicht mehr aus.

Sie malte ein Bild und legte es in die Eingangshalle der Festung. Ein Baum mit ganz vielen kleinen Blüten sowie Blumen darunter und Vögel die um den Baum flatterten. Daneben malte sie ein Mädchen mit blauem Kleid von den viele kleine Fußspuren bis zum Papierrand gingen.

Dann lief sie los. Wohl wissend das sie eigentlich alleine nicht raus dürfte. Sie war noch nicht häufig aus der Festung draußen gewesen und so ganz alleine war es doch ganz schön unheimlich. Immer wieder sagte sie leise zu sich selbst. „Ich bin groß. Ich bin Tapfer. Ich bin groß…“ Innerlich bebte sie vor Anspannung. Würde sie ihn finden? Den Baum den Temora. Der Baum der „Ihr“ leuchten innehaben sollte.

Sie ging weiter bis auf einmal alles ganz schnell ging. Sie blickte ob des Hufgetrappels, welches auf sie zukam, auf. Es waren riesige Pferde. Noch ungläubig schauend, das es so große und kräftig aussehende Pferde überhaupt geben konnte, war sie auch schon umringt von ihnen. Zwei der Reiter kamen direkt auf sie zu. Samira versuchte rückwärts zu gehen und so etwas Platz zu schaffen zwischen ihr und diesen Riesen. Aber kaum zwei Schritte weit kam sie, als sie auch schon am Kragen gepackt wurde und hochgehoben. Der Stoff ihres Kleides… nein Lana`s Kleides schnitt unangenehm in die Achselhöhlen, aber schlimmer war die Angst. Sie begann zu weinen und immer wieder konnte sie nur ein „bitte“ wispern. Sie sollten sie gehen lassen. Sie hatte nichts gemacht. Sie verstand zum teil nicht mal was die Grossen da zu ihr sagten. Nur das sie sie für ein Wolfskind hielten, für ein Balk.

Immer noch fast starr vor Angst flehte sie Temora an zu helfen. Die Tiefländer, wie sie später von Papa Hudi erfahren sollte, verhöhnten sie. „Die wird dir hier auch nicht helfen.“ Doch sie half. Darcey, der ihr Bild gefunden hatte, hatte sich zusammen mit Mortys auf die Suche begeben nach ihr. Auch Papa Rafael wurde bescheit gegeben und er und Rehya haarte der Dinge am Kloster aus wo Samira ja hin musste wenn sie zum heiligen Baum wollte.

Samira war inzwischen wieder auf dem Boden und kauerte sich zusammen. Die großen Menschen mit ihren noch größeren Pferden wünschte sie mit aller kraft weg von ihr. „Temora liebt dich!“ schossen die Worte ihrer Eltern in ihren Kopf. Sie wusste es. Sie fühlte es. Aber ihre angst war so groß. Da kamen Mortys und Darcey stellten sich mitten rein in die Gruppe und zum Glück zogen die Tiefländer dann nach einigem hin und her, bei dem auch ein Schwert gezogen wurde, weiter.

Aller Ärger den sie jetzt von Darcey hätte verdienter Massen zu hören bekommen können, wär gegen den heilsamen Schock, der die Begegnung mit den Tiefländern ausgelöst hatte, fast schon eine wie ein Streicheln. Sie bereute es zu tiefst, ganz alleine raus gegangen zu sein. Nicht groß gewesen zu sein. Nicht geduldig genug. Fest drückte sie sich an ihren Retter der so tapfer gewesen war. Zusammen ritten sie auf Kassy, die Samira auf einmal unheimlich klein vorkam, zum Kloster.

Papa Rafael und Rehya wateten immer noch als sie zu Dritt ankamen und Darna von Elbenau ritt just in dem Moment an ihnen vorbei. Sie zügelte ihr Pferd und Samira wurde zu Boden gesetzt. Vor Papa Rafael und der Paladinin musste sie ihren Fehler eingestehen. Aber nach allem was sie erlebt hatte was das das kleinste Übel, auch wenn es ihr weh tat so viele Menschen mit ihrem Verhalten traurig gemacht zu haben. sie bereute ihr tun und Papa Rafael fragte sie ob sie denn den Baum wenigstens gefunden hätte. Sie musste den Kopf schütteln. „Na dann komm mit rein wir gehen zu ihm.“ Samira konnte es nicht glauben. Trotz allem sollte sie ihn sehen dürfen. Nein sie war unartig gewesen, gar nicht Groß, nicht geduldig genug um auf Papa Rafael zu warten und doch nahm man sie mit ins Kloster.
Samira Mia

Beitrag von Samira Mia »

Mit jedem Schritt den sie machten wurde sie aufgeregter. Papa Rafael und Rehya vor weg, dann Darcey. Mortys hatte sich verabschiedet und am Schluss die Lady von Elbenau und sie. Am liebsten hätte sie jedes kleine Blümchen gemalt damit sie es nicht vergessen würde, doch dazu war keine Zeit und so sog sie die Bilder die sich ihr hier Boten mit den Augen auf. Darna erklärte ihr die einzelnen Gebäude während sie an ihnen vorbei gingen bis sie vor ihm standen. Dem heiligen Baum.

Da stand er mit seinen silbrigen Blättern und dem wärmenden Leuchten. Dem Leuchten welches durch jede noch so kleine Faser ihres Körpers bis hin zu Herz drangt. Als Darna leis zu beten begann, machte mit einmal alles Sinn.

Ihre Mama hatte nicht sich selber oder einen anderen Menschen gemeint als sie beim Abschied zu ihr sagte, dass man sie bei Onkel Farion lieber haben würde. Ihre Mama musste von dem Baum gewusst haben. Anderes konnte Samira sich das nicht erklären.

Demütig sank sie auf ihre Knie hinunter und schloss ihre Augen. Vor ihr redeten leise Papa Rafael und Rehya miteinander über Federn und Mütter, aber sie nahm es nur als neben geräusch war. Sie konnte grade keine Worte finden die sie an Temora hätte richten könnte, so wie Darna es grade getan hatte und so fühlte sie unendlich dankbar in sich hinein, hörte ihren ruhigen Herzschlag zu und kostete den Augenblick der von Hoffung getragen wurde in vollen Zügen aus.

Später dann gingen Darna und Darcey. Zurück blieben nur die beiden Mädchen und der Graf. Sie unterhielten sich. Samira konnte Rehya verstehen das sie keine neue Mama mehr wollte. Papa Rafael durfte wenn er wollte eine Geliebte haben wenn es an der zeit war. Aber Reyha würde keine andere Frau mehr als Mama ansehen. Mama`s liefen immer weg. Nur zu gerne hätte Samira Rehya aufmuntern wollen und so erzählte sie ihr von ihrer Mama. Erzählte ihr, das sie nicht verstanden hatte, aber das es so hatte kommen müssen. Ganz bestimmt hatte es seinen Sinn das Rehya`s Mamas fort gegangen waren, auch wenn keiner der beiden jetzt verstand warum.

Als auch Papa Rafael gegangen war um zu beten waren sie alleine. Samiras blick fiel auf die Federn und sie fragte Rehya ob man den Baum und damit Temora etwas schenkte wenn man hier war. Sie bekam zur antwort das das Tante Darna und Papa Rafael nie machten, Rehya aber schon. Samira gefiel der Gedanke und so holte sie das kleine Holzschiff heraus. Ganz vorsichtig setzte sie es auf die Wasserrinne, die den Baum umgab und dankte Temora das sie hatte her kommen dürfen.
Zuletzt geändert von Samira Mia am Donnerstag 18. September 2008, 14:28, insgesamt 1-mal geändert.
Samira Mia

Beitrag von Samira Mia »

Samira lag bei ihrer Lana im Bettchen und nur leise hatte sie gebetet, um die schlafende Schützin nicht zu wecken, aber ankuscheln musste jetzt einfach noch sein.

In Gedanken flog die kleine Biene zurück zu Papa Hudis Blüte mit dem grossen Tautropfen in dem sie heute gebadet hatte. Sie setzte sich an den Rand des Wassers und schaute auf die Oberfläche.

Träumte sie schon?

Sie sah wie ihre Eltern Hand in Hand auf der kleinen Anhöhe bei ihnen zuhaus standen. Scheinbar ging grade die Sonne unter und der warme, seichte Wind trug die Stimme ihrer Mama zu dem kleinen Bienchen.

Im Frühling zähl´ ich ruhelos die Tage
und spüre, wie das Leben neu in mir erwacht.
Bin stolz, wenn ich die ersten Blüten trage,
die bald darauf die Sonne zu reifen Früchten macht.

Ich geb´ den Vögeln ihr Zuhaus.
Die Bienen fliegen ein und aus.
Wer zu mir kommt, macht seine Reise nicht vergebens.
bin ich für alle der Baum des Lebens.

Im Sommer fange ich die Sonnenstrahlen
und neben mir legt mancher seinen müden Kopf zur Ruh.
Wenn meine Blätter Schattenbilder malen,
dann singen sie im Wind und ich hör´ ihren Liedern zu.

Ich geb´ den Vögeln ihr Zuhaus.
Die Bienen fliegen ein und aus.
Wer zu mir kommt, macht seine Reise nicht vergebens.
bin ich für alle der Baum des Lebens.

Im Herbst lass´ ich mich von den Stürmen biegen
und schenke dieser Welt die allerschönste Farbenpracht.
Seh´ meine Blätter hoch im Winde fliegen
und weiß, dass ihre Freude den Abschied leichter macht.

Ich geb´ den Vögeln ihr Zuhaus.
Die Bienen fliegen ein und aus.
Wer zu mir kommt, macht seine Reise nicht vergebens.
bin ich für alle der Baum des Lebens.

Im Winter trag´ ich Schnee auf meinen Zweigen
und spür´ die Ewigkeit in manchem stillen Augenblick.
Ich sammle neue Kraft in meinem Schweigen
und gebe sie bald wieder tausendfach zurück.

Ich geb´ den Vögeln ihr Zuhaus.
Die Bienen fliegen ein und aus.
Wer zu mir kommt, macht seine Reise nicht vergebens.
bin ich für alle der Baum des Lebens.

Samira kannte dieses Lied noch gute, wenngleich es schon lange her war seit Mama es für sie gesungen hatte. Genau solange wie Papa nicht mehr neben ihnen gestanden hatte…


( Text: Peter Maffay, Tabaluga und Lilli
Samira Mia

Beitrag von Samira Mia »

Als sie erwachte schaute sie sich ein bisschen verwundert um. Ach ja sie war ja im Kloster und mit dieser Erkenntnis kamen alle Erinnerungen an Gestern wieder hoch.
Papa Rafael im Käfig angekettet an einen Steinernen Tisch.

An den Streit zwischen Darcey und Lana und das nur weil sie zum heiligen Baum wollte und die Angst vor den Werwölfen ganz vergessen losging.

Ebenso hallten zwei Sätze ihres Darcey noch in ihrem Kopf den sie nun unter der Decke versteckte. Wie nur konnte er sagen das Temora ihn ein Stückweit verlassen habe? Sie verstand es nicht. Die Lady Darna hatte doch gesagt, dass Ihre Göttin nicht vergesslich sei! Das hatte sie Darcey ins Gesicht geschrieen, während Tränen über ihre Wangen hinunter liefen. Und auch jetzt schüttelte sie ihren Kopf ob jener Worte, das Ankh der lichten Kirche umgeben von Temoras Flügeln an ihrer Kette fest umfassend. Wollte Darcey wirklich weg?

War Papa Rafael trotz der Liebe Temoras nun einer diese Werwölfe und saß immer noch in dem Käfig. Was hatte man Rehya und Fleur gesagt und wie ging es ihnen? Waren die Beiden doch in der Feste und konnte sie sich doch kaum Vorstellen das sie es nicht auch mitbekommen hatten.

Und was war mit Lana? Ihrer Lana? Es tat ihr so weh das Darcey sie angeschrieen hatte, weil sie mitkam anstelle Sie aufzuhalten. Es war so Töricht gewesen, so dumm, so klein von ihr zu so später Stunde in einer Wolfsnacht hinauszuwollen. Nur wegen ihr hatten sich die beiden nun nicht mehr lieb.

Sie hatte gebetet für Alle die sie kannte und für alle Anderen, die Temora lieb hatten und sei es nur ein ganz klein bisschen irgendwo versteckt oder vergraben in deren Herzen, bevor sie eingeschlafen war.

Erschrocken setzte sie sich auf. Zweifelte sie? Zweifelte sie daran, dass alles wieder gut werden würde? Nein ihre Göttin würde das nicht zulassen. Ihre Göttin würde alles tun um ihrem Bruder Einhalt zu gebieten. Ihm und diesem Dämon Kreator.

Sie wusste das manche Entscheidungen Temoras für sie noch keinen Sinn ergeben würden, das manche Erfahrungen die sie deswegen machen würde schlimm sein würden, doch auch wusste sie das alles nur deshalb so kommen musste wie es kommen würde weil es keinen Anderen Weg gab als diesen. Keinen anderen Weg als den Weg den Temora ihr bereitete um das tun zu können was getan werden musste irgendwann.

Sie durfte nicht zweifeln. Genauso wenig wie Selina in Leahs Geschichte gestern vorm schlafen…



Weit ab, von Stadt und Menschen...lebte ein Mädchen. Ein Mädchen das auf den Namen Selina hörte. Aufgewachsen in Harmonie und Liebe, wusste Selina nicht viel von der Welt, die da draußen war. Sie kannte ihre Welt, ihr Heim mit den Menschen, die sich um sie sorgten und war zufrieden damit.

Es hätte Tagein, Tagaus so weitergehen können, doch...ihre Mutter wurde krank. Man brauchte Medizin, am besten Jemanden, der das nötige Wissen hatte, um ihr zu helfen. So lag es an Selina, die gewohnte Welt zu verlassen und hinaus zu gehen.

Die Tiefe des Waldes, das Rauschen einer Quelle....alles Dinge, die neu waren und in ihr Angst machten. War da nicht ein Knacken? Oder dort...jenes Funkeln...ein Ungeheuer?Die angst in ihr wuchs an, ließ sie Wesen sehen, die nicht da waren und Dinge hören, die nie in solch Idylle erklingen würden. Ihre Schritte führten sie tiefer, immer verwirrter durch die neuen Klänge, die neuen Eindrücke, in den Wald hinein. Und doch war da auch immer dieser Hintergedanke, der Mutter helfen zu müssen.

Als der Abend anbrach, die Sonne den Himmel in ein tiefes Rot zog, kam das Mädchen an einen Flußlauf. Erschöpft, vor Atem nur so schnappend, ließ es sich nieder. Sie zitterte wie Espenlaub und doch schien die Sonne immer noch wärmend auf ihre Haut. Die eigene Unsicherheit hatte diese Kälte, diesen Schauer in ihr hervorgerufen. Die Tränen, die aus ihren Augen nun die Wangen herabliefen, waren ebenso kühl und nicht.

Als eine Träne in den Flusslauf fiel, an dem sie saß, bildete sich ein Wirbel, einzelne Tröpfchen verteilten sich auf dem erstaunten Antlitz des Mädchens und die Luft füllte sich mit einer unbegreifbaren Wärme. Diese Wärme ist nicht wie das eines Feuers oder der Sonne, nein, sie dringt tief an unser Herz, lässt jenes jede Trauer, jede Angst vergessen, erfüllt den Körper mit Freude und Kraft. Wie gebannt blickte Selina auf der Wassersäule, aus der sich langsam die Konturen einer wunderschönen Frau herausbildete...sanft, als würde der Wind die Stimme in das Herz Selinas tragen, erklangen einer Melodie gleich ihre Worte:

„Erdenkind, Menschenkind, sieh die Welt mit deinem Herz. Kein Leid, kein Schmerz wird dir gebracht, was einst die Mutter hat erschafft. Menschenkind, Lebenskind, höre mit dem Herzen. Kein Schrei, kein Donnern hallt durch diesen Wald. Allein die Furcht spricht dir das ein...Vertraue dir, vertraue deinem Mut, der tief in dir dort steckt.“

Ein Windhauch später war die Stimme verschwunden, nach einem Wimpernschlag lag der Flusslauf wieder ruhig vor ihr. Die Zweige wiegten ruhig im Wind, Vögel zwitscherten...und die Wärme war in dem Mädchen geblieben. Sie erkannte, “was“ eigentlich sie so ängstlich gemacht hatte: Nur die Angst allein. Die Geräusche, die Klänge waren zwar fremd, doch machten sie ihr keine Furcht mehr.

Doch wohinsollte sie nun gehen, wie hinaus finden aus dem Wald, bevor die Nacht erwachte?
Sie schloss die Augen, hörte auf ihr Herz und leise, einem Flüstern gleich, vernahm sie wieder die zarte Stimme: „Folg dem Weg, den ich dir weis...keine scheu, mein Erdenkind, mein Sonnenkind...“

Sie folgte, begann zu vertrauen. Bevor die erste Eule die Nacht verkündete, erreichte das Mädchen ein Dorf, wo Sie die Nacht bei einem der Heiler verbrachte, um am nächsten Tag den Weg zur Mutter anzutreten. Sie hatte gelernt, dem Herzen zu vertrauen, denn nur die Furcht allein kann unser größter Gegner sein...
Dalana D´Ron

Beitrag von Dalana D´Ron »

Zum wievielten Male stand sie in diesen zwei Tagen vor den Mauern des Klosters? Sechs mal? Oder war die Grenze einer zweistelligen Zahl schon längst überschritten?! Die wachhabenden Gardisten, schauten die Schützin mit jedem male wo sie dort stand skeptischer an. Sie musste ja auch ein seltsames Bild abgeben, die Robe dicht über das Gesicht gezogen um sich vor den strömenden Regen zu schützen, bewegungslos wie eine Statue ständig auf das Klostertor starrend, den Bogen geschulterte. Doch was sollte sie tun? Einfach hinein stürmen und ihre kleine Samira dort rausholen? Das kam sicherlich nicht in Frage. Klopfen und um einlass bitten? Doch was sollte sie Samira sagen?! Das Mädchen hielt an ihrem Weg fest und sie wollte es nicht daran hintern.

Enger zog sie die Schultern zusammen, als sie die Feuchtigkeit des Regens mittlerweile durch ihre Kleidung spürte. Das Herz lag ihr bleiern schwer in der Brust und war es gar der Regen der auf ihren Wangen seine Bahnen zog oder Tränen? _Alle sagen der Regen ist traurig, ich finde er ist Magisch, den er ist der einzige der mich dazu bringt mit erhobenen Kopf durch die Welt zu gehen, wenn meine Augen voller Tränen sind_

„Oh Samira..“ Kam es flüsternd über die zitternden Lippen Dalana`s. Sie hatte gewusst das der Tag kommen würde an dem sie los lassen musste, doch das jener so schnell auf sie zu raste, damit hatte sie nicht gerechnet. Sie merkte ja jetzt schon das in ihrem Leben etwas fehlte, dass der Tag ohne ein Lachen der kleinen, wie ein Tag ohne Sonne war. Sie setzte einen Schritt vor den anderen, zögernd gleich, nur noch wenige Meter bis zum Tor und doch blieb sie davor stehen, als wäre sie gegen eine unsichtbare Mauer geprallt.

Was Samira wohl dachte? Ob sie dachte, dass sie sie vergessen hatte? Der Streit mit Darcey war unschön, unschön deswegen weil er direkt vor Samira statt gefunden hatte. Dalana wusste selbst um die Gefahr der Wölfe, doch es war noch kein Vollmond und so war es nicht wirklich gefährlich zum Kloster zu gehen. Sie wollte dem Mädchen doch nur ihren Wunsch erfüllen am Baum zu beten. Der Satz Darcey`s _Du spinnst_ hallte immer wieder in ihrem Kopf her rum. Für Dalana war das ein versteckter Vorwurf der Unfähigkeit und in diesem Moment hatte sie sich selbst eingeredet das sie einfach nicht in der Lage für ein Kind zu sorgen, geschweige den aufzupassen. Verantwortungslos war.

Ihre Hand presste sich sodann auf ihr Herz, dort in der Manteltasche steckte das Blumenbild welches Samira vor einiger Zeit für sie gemalt hatte. Hieß es nun wirklich Abschied zu nehmen? War es an der Zeit sie ziehen zu lassen? Kurz hob sie ihren Blick, hinauf in den trüben Himmel, dort eine Antwort suchend, doch wie eh und je blieb diese aus. Mit einem tiefen Seufzer machte die Gestalt kehrt und verschmolz kurz darauf mit dem prasselnden Regen.




[img]http://th84.deviantart.com/fs10/300W/i/2006/136/2/5/Left_in_The_Rain_by_Retiredartist.jpg[/img]
Samira Mia

Beitrag von Samira Mia »

Ich liebe dich als währst du mein eigenes Kind!

Genau drei Menschen. Ihren Papa Miro ihre Mama Jelina und ihre zweite Mama Lana. Diesen drei Menschen hatte Samira den Platz neben Temora in ihrem Herzen, ganz tief in ihrem, geschenkt. Viele gab es die sich auch in ihr Herz gestohlen hatten. Doch keiner so sehr wie diese Drei.

Samira kannte diesen Schmerz, den Schmerz in ihrem Herzen, schon von vor drei Sommerläufen als ihr Papa ging. Ebenso von vor einigen Monden als ihre Mama sie wegschickte und nun Lana. Ihre Lana! Sie war seit dem Onkel Farion da war und Ihr die Kette schenkte so unnahbar. Samira rannte wie gegen eine unsichtbare Mauer sobald sie versuchte mit ihrer Lana zu Sprechen, sobald sie versuchte ihr Nahe zu sein.

Nicht mal an Papa Rafaels Geburstag durfte sie sich neben Lana setzen. Aus Angst wieder weggestoßen zu werden flüchtete sie. Sie wollte ihre Lana nicht sagen hören das sie sie lieb hatte nur um dann doch alleine gelassen zu werden von ihr.

Irgendwer muss sie aber gesehen haben als sie auf dem gemopsten Fell aus Lanas Zimmer in dem Kleinen versteckten Raum geschlafen hatte. Als sie sich was zu trinken geholt und eine Schüssel mit Möhren gegessen hatte, hatte ihr jemand ein richtiges Bett hingestellt. Es musste entweder Papa Hudi oder Papa Rafael gewesen sein, oder wusste noch Jemand wie man hinter die Wand kam? Egal.

Sie wartete. Sie wartete bis er sie holen würde und solange versteckte sie sich hier von der Frau die ihr sagte das sie wünschte Samira währe ihre eigene Tochter…
Samira Mia

Beitrag von Samira Mia »

Lange hatte sie geschlafen und die Sonne kitzelte schon ihre Nase als sie endlich die Augen aufmachte. Sie hatte gestern nicht gut einschlafen können bei dem Gedanken, dass ihr Blümchen vielleicht verletzt war. Aber sie hatte sie einfach nicht gefunden gehabt. Auch Roran hatte Samiras Kätzin nicht gesehen und so blieb ihr irgendwann nichts anderes übrig als sich schlafen zu legen.

Als sie hinunter kam war Papa Rafael grade am Tisch. Auch er hatte länger geschlafen und gemeinsam wollten sie nun Frühstücken. Nachdem Papa Rafael alles aus der Küche gebracht hatte schlossen sich Ihre Augen und sie legte die hände aneinander. Ein kurzes Gebet für den Tag wollte sie sprechen und so setzte sie leise an.

In der Tochters Namen steh ich auf

Die Glocke läutet doch Samira sprach noch schnell zu ende

Temora leite meinen Lauf
begleite mich mit deinem Segen
behüte mich auf allen Wegen.


Dann blickte sie hinüber und der Sir sagte er würde schon gehen. Sie war wie immer neugierig und folgte ihm zur Tor hin. Schon von weiten sah sie ihn. Onkel Farion! Ihr herz machte einen hüpfer und sie rannte auf ihn zu. Kurz vor ihm stoppend schaut sie zu ihm hoch und fragte ob er auch mit frühstücken möchte. Doch das wollte er nicht. Er erinnerte sie daran, dass er sagte er würde sie mitnehmen wenn er das nächste mal kommen würde. Und genau das hatte er nun vor.

Ihr lächeln erstarb und schlagartig wurde ihr klar, dass sie nun wirklich gehen musste. Das es das letzte Mal gewesen war, das sie in Lana`s Bett hatte schlafen dürfen. Unter ihrer Decke. Sie könnte Blümchen nicht mehr suchen. Und Angi? Sie hatte doch versprochen, dass sie mit Onkel Farion reden würde wenn er sie abholte…

Jetzt war er da. Der tag vor dem sie sich genauso gefürchtet hatte wie das sie sich auf ihn gefraut hatte. Würde sie doch nun bald alle Geschichten hören über ihre Göttin. Würde sie nun lernen dürfen, wie ihre Mama es ihr aufgetragen hatte. Würde Temora stolz auf sie werden lassen, weil sie ihren weg ging. Den den die Tochter sich ganz offenbar für Samira wünschte und ihr offen für sie bereitlegte.

Und trotzdem tat es weh. Es tat so unglaublich weh das sie die tränen nicht zurückhalten konnte, das zittern nicht unterdrücken. Unbewusst versucht sie noch einige augenblicke heraus zu schinden. Redete hilfesuchend auf die erwachsen ein doch dann musste sie einsehen das es an der zeit war.

Mit hängendem Kopf ging sie in Lana`s Zimmer. Es war ihr Daheim gewesen. Hier hatte sie Lana kitzeln wollen und sie hatte ihr erklärt das Schützinin nicht kitzelig sein dürfen. Hier hatte ihre Lana Nacht um Nacht an ihrem Bett gesessen und über sie gewacht bis... ja bis klar wurde, das Samira nicht bleiben können würde.

Sie legte ihre Kleidungsstücke in den Beutel und packte die Darcey-Murmeln ein. Und sie schaute sich noch mal um. Ihr blick blieb an der dünnen blauen Decke hängen welche über Lanas bettzeug lag. Sie konnte nicht anders. Rasch stopfte sie sie in ihren Beutel auch wenn sie sie nicht mehr hatte fragen können. Sie würde sie ihr geben wenn sie sich das nächste mal sehen. Und wer weis vielleicht wickelte sich dann Lana in sie ein und würde sich von Samira umarmt fühlen.

Sie schulterte den Beutel und umfasste das Ankh mit den schützenden Schwingen. Sie schaute sich ein letztes Mal nach Blümchen um, aber die Kätzin blieb verschwunden. Samira nahm das Seil von Anbindepfosten ab und dachte an den Baum. Der Baum. Ihr Göttin! Sie würde sie nie verlassen und sie gab ihr in diesem Augenblick die Kraft ohne Träne „auf bald“ zu sagen.

So sah man zwei Männer des Ordens und hinten drein ein Mädchen mit einem Beutel und ihrem Pony von der Feste davon gehen.
Zuletzt geändert von Samira Mia am Mittwoch 5. November 2008, 14:43, insgesamt 2-mal geändert.
Dalana D´Ron

Beitrag von Dalana D´Ron »

Ein Engel ist jemand,
der dir in dein Leben geschickt wurde,
unerwartet und unverdient,
damit er dir,
wenn es ganz dunkel ist,
ein paar Sterne anzündet.






„Samira ist weg?? Sie wurde abgeholt?“. Dalana sah Rafael an als wäre er ein irrer der wirres Zeug redete. „NEIN!!! Das können sie nicht machen…“ Die Schützin sprang auf, wollte sie ihre Rüstung greifen und los stürmen um ihr Mädchen zurück zu holen. Jedoch Raf kam ihr zuvor, zwang sie ihn an zu blicken. Für sie war das alles zuviel und in den starken Armen des Kronritters brach sie in Tränen aus. Das letzte Mal als sie einen solch heftigen Weinkrampf hatte, war als sie ihr Kind verloren hatte. Den Kopf eng an Rafaels Schulter vergraben schluchzte sie unaufhörlich. Schon wieder wurde ihr etwas genommen, geraubt, gestohlen. „Samira..Samira…mein Engel, mein Liebling…Nein!“ Imme wieder kamen die Worte abgehackt über die Lippen Dal`s. Der Kronritter stand da schweigend und ließ sie Weinen. Sie spürte das wieder etwas in ihr zerbrach, etwas was solange gedauert hatte von neuen zu entstehen.

Das Herz Dalanas wurde an diesem Tage abermals aus ihrer Brust gerissen. Mit dem Fortgang ihres Mädchens waren auch die Gefühle gegangen. Gefühle die sie gespürt hatte als Samira sie das erste Mal mit ihren grossen Augen angesehen hatte. Als sie sich das erste Mal an den Körper der Schützin gedrückt hatte, nach Geborgenheit und Schutz suchend. Vorbei waren die Zeiten, wo sie zusammen im Zimmer schliefen, dass sie einfach nur die Nähe der kleinen spüren konnte. Es war alles aus und vorbei.

Die Wut und der Zorn wallten in ihr auf. Wie konnte Menschen nur so etwas tun, erst hielt man Samira hin und dann plötzlich riss man sie aus einer Familie her raus, eine Familie die Dalana und die Allianz immer versucht hatten zu sein.“ Du kannst nichts dagegen tun Dal. Farion ist ihr Onkel und sie hat sich diesen Weg selbst ausgesucht.“ Hauchte nun die Stimme Rafaels sanft über ihr Haar. Sie riss sich von ihm los und schaute ihn mit wütenden, blitzenden, braunen Augen an. Frustriert ließ Raf die Schultern hängen, er kannte sie gut genug, dass er wusste, dass jetzt alle Worte vergebens waren und so ließ er seine Vertraute ziehen.

Sie rauschte aus der Festung, die seltsamen Blicke der Wachen ignorierend. Weg irgendwohin, nur weg. Damit sie alleine mit ihren Gefühlen und auch alleine mit ihren Tränen sein konnte. Irgendwann nachdem sie einfach blindlings gelaufen war, brach sie zusammen. Es war ihr egal ob der Boden starr vor Kälte war, es war ihr egal ob das feuchte Gras sich durch ihre Kleidung bahnte. An diesem Tag, in diesem Moment war ihr alles egal. Man hatte ihr das genommen, was sie über alles liebte. Man hatte ihr ein Teil ihres Lebens gestohlen und ihr Herz zerissen. „ Oh Temora wundere dich nicht warum ich mich einst von dir abwandte, wundere dich nicht, wie konntest du schon wieder zu lassen das man mir etwas nahm. Warum hast du das zugelassen? Warum?!“ Die letzten Worte, welche sie zum Himmel sprach, waren nur noch ein heiseres Krächzen. Bis sich auf einmal alles in ihr zusammen zog und mit einem markerschütternden Schrei ließ sie ihren Schmerz und Kummer freien lauf.

Nach vielen Stunden, des regungslos am Boden Liegens, stand sie auf. Zitternd und schwankend ging eine, aufs Neue gebrochene Frau, ihren Weg ins nirgendwo.





Es ist Zeit...

Wenn Trauer den Körper befällt,
und man den Schmerz fühlen kann.

Wenn Kummer von Hass verdrängt wird,
und in Wut umschlägt.

Wenn Fäuste gegen Wände schlagen,
als könnten sie so den Schmerz lindern.

Wenn Liebe zu Angst wird,
und man mit Gewalt versucht zu halten,
was längst schon verloren ist-

dann ist es Zeit zu weinen...
Samira Mia

Beitrag von Samira Mia »

Sie hatte angst, angst davor dass ihr Onkel sie so sehen könnte, das er sie fragen würde. Sie wollte es keinem erklären. Niemanden, nur Temora. Sie ging in die Kirche und verkroch sich in die linke hintere Ecke. Sie fand keine Worte für das was sie fühlte, und so schwieg sie, in dem Wissen das ihre Herrin in ihr Herz blickte. Sie schloss ihre Augen und nahm die Kette behutsam ab um sie dann fest umfasst unter der schützenden blauen Decke auf ihre Brust zu drücken. Sie dachte fest an ihre Göttin. Sie versuchte den Schmerz mit dem immerwährenden Licht in ihrem Herzen zu bekämpfen, aber ihre Gedanken gehorchten ihr nicht. In jedem Atemzug starb und erwachte sie tausende von malen, zerriss es sie vor Trauer und Glück.

Es sollte aufhören dieses ohnmächtig machende Gefühl doch es blieb. Sie zog sich zurück, zurück zu ihrer alten Ponystute. Sie schlang ihre Arme um Liesel, wollte ihre Nähe fühlen. Die Wärme tat gut und doch war es nicht die Umarmung ihrer Lana und nicht die Wärme ihrer Göttin. Sie wusste nicht was sie fühlen sollte. Mit ganzer Kraft wuchtete sie in eine Ecke des Stalles Heubündel und Strohballen um sich in der so gebauten Höhle zu Verstecken. Mit der Kette in der Hand und unter Lanas decke zusammen gekauert lag sie noch lange wach und grübelte. Ist Temora traurig über sie weil es sie so schmerzte von Lana getrennt zu sein? was dachte Lana grade. Ihr tat es gewiss genauso weh. Samira wusste noch zu gut was Passiert war als sie die Kette bekam.

Und langsam kamen die Tränen zurück, die sie bitterlich bekämpft hatte den ganzen Tag…
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