Des Fischersjungen Schwert und Schild
Verfasst: Donnerstag 28. August 2008, 22:12
Unaufhörlich streicht der seichte Südwestwind die kleinen aber ungewöhnlich kalten Regentropfen in das Gesicht Teranyrs, als er auf der stattlichen aber auch etwas gealterten ‚Cara’ – wie sie von ihrer früheren Besitzerin, der Ritterin Selissa, genannt wurde – in Richtung der Stadtmauern Varunas reitet, die in dem dichten Dunst und der Dunkelheit des späten Abends schier verschluckt werden. Wie ein bedrohlicher Schleier liegt der Nebel über dem Wald und den Mauern, die man nur an den Fackeln zwischen einigen Zinnen und ihrem unruhig flackerndem Licht noch zu erkennen glaubt. Mit der Feuchtigkeit und der Kälte des Windes dringt auch die Müdigkeit immer mehr in seine Glieder und Knochen. Es wird Zeit, dass diese von einer unerbittlich tränenden Wolke verhüllte Stadt erreicht wird, dass er zu Hause ist. Er zieht die durchgeweichte Kapuze des Umhanges ein wenig tiefer in sein Gesicht und senkt den Kopf etwas wobei sein Blick auf den nassen Schweif des treuen Tieres fällt, dass ihn mit Stärke, Stolz und hoch erhobenem Haupt stetig weiter gen Heimat trägt… ja ihr geht es auch nicht besser.
Viele Wege dieser Art nahm er in den letzten Tagen, Wochen und Monden. Einige waren seine Aufgabe, andere seine Pflicht und manche unaufgefordert aber sie alle waren sein Wunsch, so wie auch dieser. Zum bereits… nun… er wusste es nicht genau wie oft er diesen Ort bereits besuchte, doch er kehrte ein weiteres Mal vom Schrein der Demut zurück. Besucht, erlebt und bedacht hatte er sie alle, doch dieser Schrein war es, der auf ihn den meisten Eindruck machte. Es war ein weiter und nicht ganz ungefährlicher Weg bis dort hin, doch erst dieser Weg machte die Reise derart Bedeutsam und seine Erfahrung zu tiefgründig, wie er es sich erhoffte.
Der Karpfen aus den nördlichsten Meeren der Hinayaen schmeckt geräuchert nicht anders als der hiesige, doch nach Tagen auf See und Entbehrungen nur um eben diesen einen Fisch zu fangen, ist er der schmackhafteste und wertvollste, den man sich wünschen.
Zumindest für manche.
Ah, endlich… das dumpfe, leicht plätschernde Geräusch ,dass einen jeden Hufschlag auf dem aufgeweichten, matschigen Wegen begleitet, weicht dem harten, kurzen, prägnanten, etwas stumpfen und dabei doch im Ansatz majestätischen Klacken der Hufe auf den steinernen Wegen Varunas, als der Knappe und das Pferd den ersten riesigen Torbogen der Stadt passieren. Mit einem eher höflichen aber großenteils unbemerkten Nicken begrüßt er die Wachhabenden und beinahe ohne die Zügel der treuen Cara weiter strapazieren zu müssen folgt sie dem kürzesten Weg in sein kleines, sehr düster in der eintretenden Nacht liegendes Heim im Armenviertel der Stadt.
Er öffnet die etwas unsauber gefertigte Holztür, deren linkes unteres Ende ein wenig über den Steinboden schabt, verriegelt sie und lässt sich erst einmal auf seinen Stuhl nieder. Leise knarrt das hölzerne Gebilde protestierend unter dem unsanft abgeladenen Leib, der noch zusätzlich durch die schwere Rüstung daran an Wucht gewinnt. Vor ihm häufen sich verschiedene einfache Schriftstücke, etwas feinere Pergamente und gar einige Bücher. Sammlungen alten Wissens, Geschichten früherer Männer und Frauen die seinen Weg gegangen sind oder doch einfach nur kleine, ungeordnete Niederschriften seines eigenen Wissens, dass er sammelte, dass ihm gelehrte wurde und auch das vielleicht noch kommen könnte, seinen Vermutungen zu Folge.
Frei Entbehrungen ist es nicht, das Leben eines Knappen, dies wird einem jeder Bestätigen. Doch die letzten Tage waren wahrhaftig die, zumindest was seinen Leib anbetrifft, die schwereren seines langen Weges. Übungskämpfe… er allein gegen Ritterin, gegen den Knappen des Sire Rafael oder auch gegen beide. Ertüchtigung auf dem Übungsparkur des Regiments, Streifzüge durch die gefährlicheren, von Untieren behausten Gebiete des Landes, Pilgergänge zu Fuß zu den Schreinen und natürlich der Biss von einem dieser wolfsähnlichen Ausgeburten der Finsternis… Sie alle trugen ihren Teil dazu bei, dass der Mann vom Fache des Fischfanges der zum Knappe wurde seine heutigen Gedanken nicht mehr in den Erzählungen, Mythen und Legenden aus einem seiner Bücher verlieren konnte und die Kraft nur mehr reicht das Rüstwerk abzustreifen und sein Bett zu erreichen… und doch blieb ein schwaches, müdes Lächeln auf den schmalen Lippen Teranyrs zurück als sich dieser letzte, warme Gedanke daran machte seinen Geist in den Schlaf zu wiegen…
„Auch das, habe ich geschafft“
Viele Wege dieser Art nahm er in den letzten Tagen, Wochen und Monden. Einige waren seine Aufgabe, andere seine Pflicht und manche unaufgefordert aber sie alle waren sein Wunsch, so wie auch dieser. Zum bereits… nun… er wusste es nicht genau wie oft er diesen Ort bereits besuchte, doch er kehrte ein weiteres Mal vom Schrein der Demut zurück. Besucht, erlebt und bedacht hatte er sie alle, doch dieser Schrein war es, der auf ihn den meisten Eindruck machte. Es war ein weiter und nicht ganz ungefährlicher Weg bis dort hin, doch erst dieser Weg machte die Reise derart Bedeutsam und seine Erfahrung zu tiefgründig, wie er es sich erhoffte.
Der Karpfen aus den nördlichsten Meeren der Hinayaen schmeckt geräuchert nicht anders als der hiesige, doch nach Tagen auf See und Entbehrungen nur um eben diesen einen Fisch zu fangen, ist er der schmackhafteste und wertvollste, den man sich wünschen.
Zumindest für manche.
Ah, endlich… das dumpfe, leicht plätschernde Geräusch ,dass einen jeden Hufschlag auf dem aufgeweichten, matschigen Wegen begleitet, weicht dem harten, kurzen, prägnanten, etwas stumpfen und dabei doch im Ansatz majestätischen Klacken der Hufe auf den steinernen Wegen Varunas, als der Knappe und das Pferd den ersten riesigen Torbogen der Stadt passieren. Mit einem eher höflichen aber großenteils unbemerkten Nicken begrüßt er die Wachhabenden und beinahe ohne die Zügel der treuen Cara weiter strapazieren zu müssen folgt sie dem kürzesten Weg in sein kleines, sehr düster in der eintretenden Nacht liegendes Heim im Armenviertel der Stadt.
Er öffnet die etwas unsauber gefertigte Holztür, deren linkes unteres Ende ein wenig über den Steinboden schabt, verriegelt sie und lässt sich erst einmal auf seinen Stuhl nieder. Leise knarrt das hölzerne Gebilde protestierend unter dem unsanft abgeladenen Leib, der noch zusätzlich durch die schwere Rüstung daran an Wucht gewinnt. Vor ihm häufen sich verschiedene einfache Schriftstücke, etwas feinere Pergamente und gar einige Bücher. Sammlungen alten Wissens, Geschichten früherer Männer und Frauen die seinen Weg gegangen sind oder doch einfach nur kleine, ungeordnete Niederschriften seines eigenen Wissens, dass er sammelte, dass ihm gelehrte wurde und auch das vielleicht noch kommen könnte, seinen Vermutungen zu Folge.
Frei Entbehrungen ist es nicht, das Leben eines Knappen, dies wird einem jeder Bestätigen. Doch die letzten Tage waren wahrhaftig die, zumindest was seinen Leib anbetrifft, die schwereren seines langen Weges. Übungskämpfe… er allein gegen Ritterin, gegen den Knappen des Sire Rafael oder auch gegen beide. Ertüchtigung auf dem Übungsparkur des Regiments, Streifzüge durch die gefährlicheren, von Untieren behausten Gebiete des Landes, Pilgergänge zu Fuß zu den Schreinen und natürlich der Biss von einem dieser wolfsähnlichen Ausgeburten der Finsternis… Sie alle trugen ihren Teil dazu bei, dass der Mann vom Fache des Fischfanges der zum Knappe wurde seine heutigen Gedanken nicht mehr in den Erzählungen, Mythen und Legenden aus einem seiner Bücher verlieren konnte und die Kraft nur mehr reicht das Rüstwerk abzustreifen und sein Bett zu erreichen… und doch blieb ein schwaches, müdes Lächeln auf den schmalen Lippen Teranyrs zurück als sich dieser letzte, warme Gedanke daran machte seinen Geist in den Schlaf zu wiegen…
„Auch das, habe ich geschafft“