Durch Erde, Wasser, Wind und Feuer

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Tajara Nair
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Durch Erde, Wasser, Wind und Feuer

Beitrag von Tajara Nair »


Weit liegen die Wälder Lameriasts vor mir. Sie sind einsam und großteils wild und unberührt. Die kurzen warmen Sommernächte machen mir meine Reise vermutlich leichter, doch die Träume zehren an mir. Sie werden mich auf das vorbereiten, was einst mein Schicksal werden wird, hier auf der Insel zu sterben - ein hartes Stück Weg liegt vor mir, und die Frist die mir gegeben wurde läuft ab, während ich diese Insel nie mehr verlassen werde.
Ich ließ zuviel zurück, und eigentlich wissen nur zwei Personen, was es heißt, diese bürde zu tragen, die eine ist auf Reisen, die andere durch Träume mit meinem Schicksal verbunden. Der Wunsch der sich in mir auftut wird von Tag zu Tag stärker - jeder weitere Moment weitab der Schwestern schmerzt mehr. Der Weg den ich beschritt muss alleine gegangen werden - wer soll mich denn auch dabei unterstützen? Lohnt es sich überhaupt?
Vermutlich gehört der Schmerz zum Leben dazu - sofern jemand weiß wie es gerade ist, hier in der einsamen Wildnis, bar jedes Luxus, der weiß, dass eine gewisse Traumreise von Nöten ist. Sie ist unabdinglich.
Ja nun ist ein guter Mond vergangen - und jeder Tag zerrt mehr an dem was einst noch von mir geblieben ist. Der Hunger5 und der Durst sind nebensächlich, das Nötigste finde ich in den Wäldern, den Feldern und den Bächen.
Manchmal liege ich wach und betrachte die Sterne - früher haben meine Schwestern und ich uns manchmal gefragt, was hinter dem Himmel liegt. Wir stellten uns blendendes Licht oder absolute Dunkelheit vor. Aber der Himmel ist endlos. Er geht weiter und weiter - und wir, ja wir fragen uns unter ihm, was dahinter liegt.
Doch ist es noch wichtig was dahinter oder davor liegt? Die Zeit ist ebenso endlos, doch sie verstreicht für jeden, der altert. Und für mich ebenso. Egal was passieren wird, mein Leben wird so oder so von der Insel gefordert. Warum dann nicht auch früher? Woran klammere ich mich noch? Hoffnung die nicht existiert?
Zuletzt geändert von Tajara Nair am Sonntag 22. Juni 2008, 22:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Tajara Nair
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Beitrag von Tajara Nair »

Erde
Für viele ist Erde meist nur ein Klumpen Dreck der nicht besonders schön aussieht, Schlamm an den Flüssen von Rändern oder das widerliche Endprodukt nach einem langen Regen.
Jeder Druide, Waldläufer oder Bauer wird dir etwas Anderes erzählen, denn erde bedeutet für jene Leben. Pflanzen wachsen darauf, die Wurzeln eines jeden Baumes dringen tief hinein - das Leben selbst sprießt daraus.
Wenn du stirbst wird dein Körper selbst Eins mit der Erde, von daher kann es ebenso ein Zeichen von Vergänglichkeit und Trauer sein - gleichwohl, eines stellte ich fest auf meinen Reisen.
Die Erde kann grausam sein, man siehe die Ereignisse mit dem Berggeist. Er ist eins mit der Erde, und wer weiß was sie sonst noch bedeuten mögen. All die Kreaturen waren schon lange vor uns da und haben ironischerweise ein größeres Anrecht hier zu leben als wir es haben. Was soll man darüber denken?
So gesehen ist Lameriast eigentlich makellos. Die ganze Insel ist auf ihre Art und Weise fruchtbar, die Wälder sind ausgedehnt, die Wiesen und Felder sind saftig, es regnet zur rechten Zeit und die Sonne scheint nicht selten. Das Klima ist warm und dennoch nicht unmenschlich heiß. Keine Wüsten, keine trockenen Steppen - Lameriast lebt, vielleicht ist die Insel deshalb all die Sache wert.
Wenn ich nachts auf einem großen Ast eines alten Baumes sitze und versuche, etwas Schlaf zu finden, dann erst denke ich daran - die Gedanken Kreisen umher, und selbst wenn die ersten Vögel zwitschern und ich endllich etwas Ruhe finde in einer seltsam ruhigen Harmonie wird mir gewusst, dass das alles vielleicht nicht mehr existieren würde.
Und meine Träume führen mich an neue Orte die ich noch nicht gesehen habe.
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Tajara Nair
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Beitrag von Tajara Nair »

Wasser
Als ich klein war bin ich einmal ertrunken.
Ich weiß noch dass ich mit meinen Schwestern schwimmen war, doch zog mich etwas scheinbar nach unten - ich erninnere mich noch an die Panik, die Tatsache nicht mehr auftauchen zu können, das Gefühl eines grauenhaften Todes - bis meine Lungen endlich das Wasser aufsogen... Dann verlor ich meine Besinnung.
Ich erwachte in einem durchnässten Bett - es war Morgen, eine geschockte Kyra blickte mich aus müden Augen an, ich war am ganzen Körper nass, doch war es nicht Schweiß - es war Wasser, ganz normales Wasser. Ihrem ratlosen blick folgend starrte ich in den Spiegel und stellte fest, dass meine Haare blau geworden waren. ich weiß bis heute nicht, was es damit auf sich hat.
Ich wanderte lange Zeit über die Insel, der Mondlauf selbst erschien mir jedenfalls wie eine Ewigkeit. Nun blicke ich auf das Wasser ohne Furcht, sondern weitaus mehr mit Respekt.
Ich stürzte mich von einer Klippe in die Fluten des Meeres. Der Stein riet es mir. Doch die Angst die ich verspürte machte mich rasend. Ohnmächtig. Doch all dies war vergessen als ich den ersten Schwimmzug seit über 12 Jahren tat. Nein - das Wasser selbst war nicht mein Feind.
Es umfließt Lameriast, Lameriast entspringt ihm, wir sehen es überall.
Und dennoch, im Inneren dieser herrlichen Insel erblickst du kein Meer weit und breit - und dennoch spüre ich diese unbändige Kraft um uns herum - ich höre sein Rauschen, ich fühle es mit jedem Windhauch der vom Meer kommt und der salzige Geruch nach innen strömt.
Wasser vermittelt Ruhe, ich glaube manche darüber reden gehört zu haben, dass Wasser bei den Druiden soviel wie Ruhe bedeutet. Wenn das stimmt dann ist es eine unbändigende Ruhe - denn nur stete Gewässer sind ruhig, das Merr, die Flüsse, sie sind ständig in Bewegung, ruhelos, stetig und unsterblich.
Zuletzt geändert von Tajara Nair am Montag 30. Juni 2008, 22:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Tajara Nair
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Beitrag von Tajara Nair »

Wind
Die Wolken kommen vom Meer - nur vereinzelt bilden sie sich an den hohen Gipfeln unserer Berge - Wind treibt sie - wohin ist ungewiss, vielleicht weiß es ja auch nur der Wind.
Lameriast ist sehr eigen, was das Wetter anbelangt. An einer Seite herrscht beständig feuchtwarmes Klima, südlich des Erdberges, da wo die Sümpfe sich um die Heimat der Ureinwohner erstrechen. Wissen sie überhaupt von dem Kampf, den wir einst um Lameriast geführt hatten? Spielt es für sie denn eine Rolle?
Sehr oft sehe ich den Wolken zu und denke mir, ob das was wir vollbracht haben unsere Kinder, unsere nachfolger zu schätzen wissen. Lameriast ist es allemal wert.
Der Wind der vom Meer kommt ist feucht, mild und salzig - es regnet zur rechten zeit, die Sonne scheint zur rechten Zeit, der wilde Wein gedeiht - Lameriast ist eine Insel ohne Makel.
Manchmal schweifen meine Gedanken mit dem Wind. Ich höre dem Rascheln der Blätter zu, der Wind der wie Musik umhersäuselt. Viele Druiden reden von dem Lied. Ich habe keine Ahnung ob das damit gemeint ist, aber der Wind, er flüstert unentwegt, er flüstert Geschichten aus der Ferne, doch wir verstehen sie nicht - nein; wir hören einfach nicht zu. Doch ist es die Sache denn wert?
Sei es nun kalter schneidender schwerer Wind im Winter, warmer drückender Wind im Sommer, er bringt uns stets das, was er uns bringen sollte. Er seufzt vor Freude, er heult vor Schmerz, er fliegt flügellos, er beißt zahnlos, er atmet atemlos - er ist immer da.
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Tajara Nair
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Beitrag von Tajara Nair »

Feuer
Aus Feuer wurde Erde geboren. Sie erhob sich aus dem Wasser und der Wind formte sie. Ja, so spielen die Elemente zusammen - das Herz der Insel schlegt im Feuer der Leidenschaft - der schlafende Riese tief unter der Erde.
Und so soll es enden? Indem ich ins Feuer gehe? Wer weiß das schon? Und damit sind wir bei den Träumen, diese Rufe, diese Ungewissheit, ich habe keine Ahnung was am Tage passieren wird andem der Berherr seinen Tribut fordern wird, doch diese Bürde ist schwer zu tragen, vermutlich versteht nur einer noch im vollen Ausmaß, wie schwierig dieses Unterfangen ist.
Manchmal wenn ich nachts wach liege vernehme ich das Herz der Insel, ich fühle wie es schlägt, ich fühle wie es rumort. Es ist der Stein, der das macht - mit dem Moment wo ich ihn in Händen hielt wusste ich um mein Schicksal - es war eine Last, die es zu tragen galt.
Gewiss mag niemand hier etwas Besonderes gewesen sein, der erwählt wurde, doch es waren jene, die mit der Insel sprachen, Ob Thoran, Xinthra und ich nunw ollen oder nicht - es spielt keine Rolle mehr. Wir haben alles gesehen, Erde, Wasser, wind und Feuer - alles durchquert um diese Aufgabe zu bewältigen, die vielleicht größte Prüfung.
Was ist ein Schwert schon wert außer der Träger eines solchen? Was ist eine Waffe überhaupt wert wenn sie nur tod bringt? Nein - Was ist ein Krieger denn mehr wert?
Und warum habe ich mir diese Frage so oft gestellt? Was brachte mei überstürzter Aufbruch? Das Bewältigen einer Last. Ich sehe es doch jetzt. Ich bin trotz allem allein, egal ob mein Blut für die Schwestern gegeben wurde oder nicht. Denkt man genauer darüber nach wird einem solch eine Last nur zum Verhängnis - zum Gefängnis.
Und ich fürchte nichts so sehr wie das Feuer - Feuer das verschlingt, Feuer das zweimal - nein dreimal beinahe mein Tod geworden wäre. Es begann im Feuer - und es wird im Feuer enden, hier - auf Lameriast - meiner Heimat - meiner Lebensaufgabe - Meinem Gefängnis.
Zuletzt geändert von Tajara Nair am Montag 7. Juli 2008, 02:52, insgesamt 1-mal geändert.
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