Ungewohnt hallten ihre Schritte, als sie mit befremdeten Blick durch ihr Haus schritt. Es war leer, stand zum Verkauf. Es war einer der vielen Schritte in ein neues Leben, das sie suchen wollte, war ihr altes mit der Zeit trübselig geworden, nicht zuletzt durch ihre eigene Schuld.
Ein weiterer Schritt, den sie getan hatte, war ihre langen Haare abzuschneiden, auf die sie immer so furchtbar stolz gewesen war. Sie waren immer rot, doch nun sind sie schwarz.
Noch wusste sie nicht genau, wie es weiter gehen sollte, wollte sie doch ersteinmal abwarten ob sich überhaupt ein Käufer für das riesige Anwesen fand, nicht jeder konnte eben 500 Kronen bezahlen, leider.. Am liebsten wäre sie sofort weit weggefahren, manchmal fragte sie sich auch, was sie überhaupt noch hier hielt, doch an der Stelle, an der sie sich hätte eingestehen sollen, dass die Antwort "nichts" war, unterbrach sie den Gedankengang.
Ihre kleine Nichte, Emilie, hatte sie schon ewig nicht mehr gesehen, sie war inzwischen wohl bei ihren Eltern in Rahal untergebracht, vermutlich war es besser so, und auch ihr Mann Kelgor war immer öfter immer länger fort. Das Schlimme daran war nicht eben diese Tatsache, nein, das Schlimme war dass ihr das nichts ausmachte, sie vermisste nichts.
Noch bevor dieser Gedanke erneut ergreifen konnte, verließ sie mit hastigen Schritten das Haus, stieg ihr Pferd und ritt gen Bajard, sie wollte sehen, ob sie ein Zimmer für die Nacht fand.
Trennung von einem Leben
- Juliette Fouquet
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- Registriert: Sonntag 15. Oktober 2006, 17:40
Trennung von einem Leben
~On ne voit bien qu'avec le coeur, L'essentiel est invisible pour le yeux~