Der Seuchenfürst

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Savira

Der Seuchenfürst

Beitrag von Savira »

Müde und und hustend lag sie in einem der Betten im geheimen Keller. Hart waren die letzten Stunden gewesen, zehrend an ihren Kräften, und zehrend an ihrer körperlichen und geistigen Gesundheit.
Was war die letzten Stunden geschehen? Nun, da sie im Dunkeln alle lag, schwach, und ausgezehrt, war die Zeit zu überlegen.

Letztlich war es nicht gelaufen wie geplant. Aber würde es das je?
Der Umgang mit Entinitäten, die in ihrer Macht fast den Göttern gleichkamen, war nicht berechenbar, nicht vorhersehbar.
Hatte sich das Risiko gelohnt?

Sein Auftritt war fast noch ekelerregender als seinerzeit unter dem Friedhof Bajard, und es war gut, daß der Umgang mit Toten und ihrem Gestank, die Brüder und Schwestern soweit abgehärtet hatte, daß sie nicht gleich in ohnmacht fielen. Nicht viele Sterbliche hätten diese Präsenz lange ertragen.

Unfreundlich fühlte er sich behandelt, wenig gastfreundlich. Nunja. Sein Wesen war Spötterhaft, unerträglich arrogant, aber das mußte man Schlucken, über sich ergehen lassen.
Natürlich war ihr Auftreten nicht weniger gefährlich gewesen.
Ihn zu duzen, etwas herablassend von oben herab zu behandeln, als sei 'nur' eine Kratur die ihrem Willen unterworfen sei. Beide wußten, daß dem nicht so war, aber er fühlte sich herausgefordert und gereizt - Eitelkeit war seine größte Schwäche, dies wurde eben deutlicher als als vor einigen Tagen, bei ihrer ersten Begegnung.

Sie trug seinen Samen nun in sich. Der Keim des Unheils für die Lebenden auf Gerimor. Ein Lächeln umspielte ihre Lippen, selten daß sie sich zu solchen Gefühlsaufwallungen hinreißen ließ, aber dieses eine Male war er angemessen.

Der Tod würde kommen .. unaufhaltsam....
Zuletzt geändert von Savira am Mittwoch 11. Juni 2008, 15:35, insgesamt 1-mal geändert.
Aleksi

Beitrag von Aleksi »

Hass und Ekel. Diese Beiden Gefühle waren die einzigen, die er mit der Gestalt verband, die er vor wenigen Stunden zu Gesicht bekommen hatte.
Diese Missgeburt einer Ratte, dieser Unwürdige Bodensatz, welcher sich aufspielte, als sei er der große Bruder des Seelenherres persönlich. Nein, Vikko ließ sich nicht von seinem Auftritt beeindrucken. Er hatte zwar klar gezeigt, dass seine Macht ausreichte um gewisse Grenzen zu sprengen, doch würde es noch etwas mehr brauchen, um Vikko wirklich zu überzeugen, dass dieser sogenannte Seuchenfürst auch nur den Boden wert ist auf dem er wandelt.
Zuletzt geändert von Aleksi am Mittwoch 11. Juni 2008, 17:31, insgesamt 1-mal geändert.
Keriot

Beitrag von Keriot »

An einen alten, moosbewachsenen Baumstamm gelehnt sah Keriot noch spät in der Nacht den Blättern beim langsamen Fall zu Boden zu. Wie er es Aleksi versprochen hatte, war er nicht weit vom Turm weggegangen und hatte auch vor, das ein oder andere mal nach Savira zu sehen, was der Seuchenfürst ihr mir der Saat wohl angetan habe.
Einschlafen konnte er nun sowieso nicht. Nicht nur, weil er diese dämonische Unperson nicht ertragen konnte, nein; es war, weil er sein Verhalten beim Ritual nicht ertragen konnte. War es doch so gar nicht seine Art vor Gefahr und Rauchschwaden wie ein ängstlicher Trottel zusammenzuzucken und wimmernd in der Ecke zu warten. Was hatte ihn bloß so geänstigt?
Keriot hoffte, es sei nur das plötzliche Auftauchen, das laute Pochen an der Tür, was ihn in einen gewissen Schock versetzte. Aber konnte es auch nicht das gesamte Auftreten des Seuchenfürsten gewesen sein? Der Schleim, kalte Wände, seine hässliche Fratze?
Alles das bat eine unheimliche Parallele zu seinen Träumen. Ob es wohl beabsichtigt war?
Er spielte das Ritual noch einmal in Gedanken nach, da drängte sich ihm etwas anderes auf. Es war der Charakter dieses Wesens, der mindestens genau so häßlich war, wie seine pustelbedeckte Haut. Er war unfreundlich, eitel, großkotzig. Vor allem aber, war er angeberisch. Aus einer Laune heraus übersprang er die Barriere, die ihm eigentlich Einhalt gebieten sollte. Aber warum griff er sie dann nicht an? - Er war ein Spieler.
Er glaubte die Diener alle austricksen zu können. Wahrscheinlich wird er auch sie angreiffen, wenn sie das seinige erledigt haben. Deshalb musste man ihm zuvorkommen. Er müsste irgend eine Schwäche haben!
Wie besessen von dieser Idee sprang Keriot plötzlich auf, durchbrach die idyllische Stille des nächtlichen Waldes und machte sich im Laufschritt auf in Richtung des Turmes.
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