Ich schenk dir einen Traum ...
Verfasst: Montag 26. Mai 2008, 14:24
Lucan hatte ihr am Abend noch von seinem Traum erzählt. Ob sie ihm die geschickt habe, das hatte er sich gefragt. Nein, allein an der Reaktion ihrerseits, wie sehr sie sich über den Traum gefreut hatte wusste er, sie konnte es nicht gewesen sein. Aber dann wurde es interessanter. Träume schicken. Sie würde versuchen ihm heute Nacht einen Traum zu schenken. Gewiss gab es keine Sicherheit, dass es klappen würde - aber auf einen Versuch kam es an. Sie waren verbunden durch ihr Blut. Was der Eine tat wusste der Andere genau. Das würde es deutlich einfacher machen. Sie schloss ihre Augen, als sie sich an ihn kuschelte. Vielleicht gelang es ihr ja, sich in seine Träume zu fressen.
Die Nebelschwaden legten sich immer wieder um ihn. Es sah fast so aus, als würden Arme immer wieder nach ihm greifen und ihn weiterziehen. Als führten sie ihn dorthin, wo er hingehen sollte. Die Räumlichkeiten waren schwarz und düster, verhangen mit Spinnweben und einzelne Ratten kreuzten ihm die Wege. Nichts desto trotz sollte er immer weiter in das Innere des Gebäudes gelangen. Ein Labyrinth, so sah es aus. Und dennoch hatte er fleissige Helfer, die ihm den Weg zeigten. Durch die Wege zogen sich Bäche, die von der Decke aus der Wand flossen. Kleine Bäche, rot wie Blut. Den Ursprung der eigentlichen Quelle des Roten Saftes konnte er noch nicht ausfindig machen. Und dennoch trieb ihn der Nebel weiter. Schritt für Schritt wurde er gezogen, geschoben, vorsichtig vorangeschubst. Das leise, flüsternde 'Komm, ich warte auf dich' zog ihn immer näher, selbst wenn er längst die Orientierung verloren hatte. Es schien ein endloser Weg zu sein, die Wege wurden schmäler und mühsamer sie zu beschreiten, nichts desto trotz trieb es ihn weiter. Immer voran, als wüsste er, was ihn am Ende erwarten würde. Letztendlich blieb er vor einem roten Vorhang stehen, ein Vorhang, der keiner war, wenn man ihn genau ansah. Geräuschlos lief der blutige Wasserfall vor dem Raum hinab und trennte ihn vom Rest des Labyrinthes ab. Keinen einzigen Zweifel barg es, keine Sekunde länger stand er still. Stattdessen lief er auf den Vorhang zu um ohne weiteres hindurchzuschreiten. Er konnte nicht wissen, dass sich der "Vorhang" so oder so teilte, sobald er durchlaufen wollte. Und so geschah es, nicht ein Tropfen Blut benetzte ihn.
Als er sich umsah, erblickte er einen großen Raum. Schwarz wie die Nacht und ebenso schön und ruhig. Keine Spinnweben, keine Ratten, nichts war hier von all dem zu sehen, was ihn draußen verfolgte. Der Nebel hatte sich ebenso gelöst und führte seinen Tanz durch den Raum auf. Der Nebel zog umher als würde er etwas suchen, etwas verfolgen. Die Spur von etwas gelesen haben und dieser nun nachrennen. Währenddessen sah er sich weiter um. Die Wände glänzten, schimmerten und dennoch erhellten sie den Raum nicht. Nur ein paar Fackeln an der Wand gaben dem Raum sein schwaches Licht. Um den Raum herum schloss sich ein reissender, blutroter Fluss, - auch dort, von wo er kam. Erneut lies er seinen Blick schweifen und entdeckte ein Buch hinter einer Glasvitrine. Ein verbranntes Buch mit Blut benetzt. Er nahm die Glasplatte ab und legte seine Finger darauf. Es war fast so, als finge das Buch von Neuem an zu bluten als er es berührte, seine ganzen Finger, die es berührten, waren voll damit. Als er es ableckte schmeckte er, wem jenes Blut gehörte. Er hatte es schon einmal gekostet. Und dennoch trugen ihn seine Füße weiter. Weiter zu einer schwarzen Robe, auch sie war blutdurchtränkt. Er kannte die Robe. Es war die erste, schwarze Robe, die er damals tragen durfte. Es war ein Teil von ihm gewesen bis zur Hochzeit mit Tarja, also musste jenes Buch ihr Tagebuch gewesen sein. Langsam ging er weiter im Uhrzeigersinn des Raumes. Dort lagen zwei Ringe - verwunderlich, er hatte seinen bis eben noch getragen. Die Nebel umkreisten ihn erneut, wirbelten um ihn herum und sausten dann zu dem, was sie gesucht hatten. Er folgte. Vor den Treppenstufen blieb er stehen. Erst nach ein paar Herzschlägen ging er die Stufen hinauf. 'Komm, komm zu mir. Ich warte auf dich!' 'Komm, beeile dich. Komm, komm, ich sehne mich nach dir!' - Die flüsternden Worte in seinen Ohren waren in dem mehr als stillen Raum wie Geschrei in seinen Ohren. Geflüster, das langsam zu schmerzen begann umso höher er kam. Und dann sah er sie. Seine Frau. Pechschwarze, lange Haare umgaben ihre blasse Haut. Die sonst so großen, mandelförmigen Augen waren geschlossen und die schwarzen, langen Wimpern umgaben ihre zarten Lider. Die sanft gezogene Nase wurde von einem schwachen Lichtstrahl umspielt und auch ihre sanft gezogenen und geschwungenen Lippen waren blass wie der Rest ihres Körpers. Das Amulett um ihren Hals glänzte und schimmerte, zeichnete sich deutlich von dem schwarzen Kleid ab, welches ihren Haaren sehr glich. Es hatte sich an ihren Körper geschmiegt, als wäre es ihre zweite Haut. Feine Seide, so fühlte es sich zumindest an. Die drei Narben auf ihrer rechten Schulter leuchteten förmlich rot in dem schummrigen Licht. Sanft strich er ihr eine Haarsträne aus dem Gesicht, die Stimmen waren längst verschwunden als er bei ihr stand. 'Meine Schöne..' seine Hände wanderten über ihr Gesicht zu ihren Schultern und ihrem Hals hinab. So schön schmal und lang war ihr Hals, mit einem Griff hätte er sie leicht erwürgen können, so ruhig wie sie da schlief. Aber warum sollte er sich das nehmen, was er geheiratet hatte? Ein vorsichtiger Kuss sollte sie aus ihrem Schlaf reissen. Und wohl wahr, sie schlug ihre Augen auf. Die hellen, eisblauen Augen strahlten ihn an, ein kurzes, sanftes Lächeln legte sich auf ihr Gesicht.
'Ich habe dir gesagt, ich entführe dich in eine andere Welt ...'
Die Nebelschwaden legten sich immer wieder um ihn. Es sah fast so aus, als würden Arme immer wieder nach ihm greifen und ihn weiterziehen. Als führten sie ihn dorthin, wo er hingehen sollte. Die Räumlichkeiten waren schwarz und düster, verhangen mit Spinnweben und einzelne Ratten kreuzten ihm die Wege. Nichts desto trotz sollte er immer weiter in das Innere des Gebäudes gelangen. Ein Labyrinth, so sah es aus. Und dennoch hatte er fleissige Helfer, die ihm den Weg zeigten. Durch die Wege zogen sich Bäche, die von der Decke aus der Wand flossen. Kleine Bäche, rot wie Blut. Den Ursprung der eigentlichen Quelle des Roten Saftes konnte er noch nicht ausfindig machen. Und dennoch trieb ihn der Nebel weiter. Schritt für Schritt wurde er gezogen, geschoben, vorsichtig vorangeschubst. Das leise, flüsternde 'Komm, ich warte auf dich' zog ihn immer näher, selbst wenn er längst die Orientierung verloren hatte. Es schien ein endloser Weg zu sein, die Wege wurden schmäler und mühsamer sie zu beschreiten, nichts desto trotz trieb es ihn weiter. Immer voran, als wüsste er, was ihn am Ende erwarten würde. Letztendlich blieb er vor einem roten Vorhang stehen, ein Vorhang, der keiner war, wenn man ihn genau ansah. Geräuschlos lief der blutige Wasserfall vor dem Raum hinab und trennte ihn vom Rest des Labyrinthes ab. Keinen einzigen Zweifel barg es, keine Sekunde länger stand er still. Stattdessen lief er auf den Vorhang zu um ohne weiteres hindurchzuschreiten. Er konnte nicht wissen, dass sich der "Vorhang" so oder so teilte, sobald er durchlaufen wollte. Und so geschah es, nicht ein Tropfen Blut benetzte ihn.
Als er sich umsah, erblickte er einen großen Raum. Schwarz wie die Nacht und ebenso schön und ruhig. Keine Spinnweben, keine Ratten, nichts war hier von all dem zu sehen, was ihn draußen verfolgte. Der Nebel hatte sich ebenso gelöst und führte seinen Tanz durch den Raum auf. Der Nebel zog umher als würde er etwas suchen, etwas verfolgen. Die Spur von etwas gelesen haben und dieser nun nachrennen. Währenddessen sah er sich weiter um. Die Wände glänzten, schimmerten und dennoch erhellten sie den Raum nicht. Nur ein paar Fackeln an der Wand gaben dem Raum sein schwaches Licht. Um den Raum herum schloss sich ein reissender, blutroter Fluss, - auch dort, von wo er kam. Erneut lies er seinen Blick schweifen und entdeckte ein Buch hinter einer Glasvitrine. Ein verbranntes Buch mit Blut benetzt. Er nahm die Glasplatte ab und legte seine Finger darauf. Es war fast so, als finge das Buch von Neuem an zu bluten als er es berührte, seine ganzen Finger, die es berührten, waren voll damit. Als er es ableckte schmeckte er, wem jenes Blut gehörte. Er hatte es schon einmal gekostet. Und dennoch trugen ihn seine Füße weiter. Weiter zu einer schwarzen Robe, auch sie war blutdurchtränkt. Er kannte die Robe. Es war die erste, schwarze Robe, die er damals tragen durfte. Es war ein Teil von ihm gewesen bis zur Hochzeit mit Tarja, also musste jenes Buch ihr Tagebuch gewesen sein. Langsam ging er weiter im Uhrzeigersinn des Raumes. Dort lagen zwei Ringe - verwunderlich, er hatte seinen bis eben noch getragen. Die Nebel umkreisten ihn erneut, wirbelten um ihn herum und sausten dann zu dem, was sie gesucht hatten. Er folgte. Vor den Treppenstufen blieb er stehen. Erst nach ein paar Herzschlägen ging er die Stufen hinauf. 'Komm, komm zu mir. Ich warte auf dich!' 'Komm, beeile dich. Komm, komm, ich sehne mich nach dir!' - Die flüsternden Worte in seinen Ohren waren in dem mehr als stillen Raum wie Geschrei in seinen Ohren. Geflüster, das langsam zu schmerzen begann umso höher er kam. Und dann sah er sie. Seine Frau. Pechschwarze, lange Haare umgaben ihre blasse Haut. Die sonst so großen, mandelförmigen Augen waren geschlossen und die schwarzen, langen Wimpern umgaben ihre zarten Lider. Die sanft gezogene Nase wurde von einem schwachen Lichtstrahl umspielt und auch ihre sanft gezogenen und geschwungenen Lippen waren blass wie der Rest ihres Körpers. Das Amulett um ihren Hals glänzte und schimmerte, zeichnete sich deutlich von dem schwarzen Kleid ab, welches ihren Haaren sehr glich. Es hatte sich an ihren Körper geschmiegt, als wäre es ihre zweite Haut. Feine Seide, so fühlte es sich zumindest an. Die drei Narben auf ihrer rechten Schulter leuchteten förmlich rot in dem schummrigen Licht. Sanft strich er ihr eine Haarsträne aus dem Gesicht, die Stimmen waren längst verschwunden als er bei ihr stand. 'Meine Schöne..' seine Hände wanderten über ihr Gesicht zu ihren Schultern und ihrem Hals hinab. So schön schmal und lang war ihr Hals, mit einem Griff hätte er sie leicht erwürgen können, so ruhig wie sie da schlief. Aber warum sollte er sich das nehmen, was er geheiratet hatte? Ein vorsichtiger Kuss sollte sie aus ihrem Schlaf reissen. Und wohl wahr, sie schlug ihre Augen auf. Die hellen, eisblauen Augen strahlten ihn an, ein kurzes, sanftes Lächeln legte sich auf ihr Gesicht.
'Ich habe dir gesagt, ich entführe dich in eine andere Welt ...'