-Zahn um Zahn...so besagte es doch die alte Redewendung.
Heute aber hinterließ sie den bitteren Geschmack von Galle auf Arenvirs Zunge, als er sich im Spiegel betrachtete.-
Wieviel Pech konnte man denn eigentlich an einem Tag schon haben um so etwas zu verdienen? Offenbar war nichts unmöglich.
Aion, sein Jahrgangsgeselle war ihm in Bajard über den Weg gelaufen und als Demoar ihn fragte, ob er denn nicht an der Exkursion der Arcovenefica teilnehmen wolle, war er zunächst versucht gewesen, abzulehnen. Doch ohne entsprechende Übung in der Praxis konnte man sich seiner Fähigkeiten eben nicht sicher sein und so willigte er ohne sonderliches Zögern ein.
Wo genau sie nun hingingen, hatte er nicht erfahren, wohl aber das es auf Lameriast war, eine Art Erdhöhle. Das Los des Beutesammlers war auf ihn gefallen, kaum verwunderlich, Aion hatte seine Prüfung zum Discipulus nun einmal vor ihm abgelegt, doch wenn Seine Hochgeboren seinem treuen Sekretär einmal zwei Wochen Dienstfrei zugestand, so sagte niemand nein. Und so nahm er den Beutesack entgegen und war die meiste Zeit damit beschäftigt Leichen auseinanderzu sortieren und um ihre teilweise recht exotischen Habe zu erleichtern.
Arcoveneficus Llastobhar verließ sie jedoch schon nach kurzem, da dringende Geschäfte auf ihn warteten und so wurde auch sein Eingreifen bald nötig. Wie nicht anders zu erwarten, zeigte sich das ortsansässige Kroppzeug alles andere als beeindruckt von den Fähigkeiten des Scolarens, wenn er auch nicht dumm war, so maßen seine magischen Waffen nicht genug, um Eindruck zu hinterlassen.
Recht schnell fand er sich, als eine untote Raubkatze ihn ansprang, begraben und halb erschlagen unter dem Beutesack wieder und es kostete einige schmerzhafte Anstrengungen, sich daraus wieder zu befreien. Das Geläster von Arcovenefica Lypsan und Discipula Iola, war es doch nur wohlmeinender Spott, ignorierte er größtenteils. Aion hatte offenbar beschlossen, irgendwo Pause einzulegen und so war er der Hahn im Korb, während die Exkursion vorbei an den seltsamsten Geschöpfen hindruch weiter ging. Eine Ebene weiter unten, eine art unterirdischer See, dessen Architektur nur als erstaunlich gewertet werden konnte, überraschte ihn schließlich ein Krake und verpasste ihm einen Haken, der ihn auf die Bretter des Stegs schickte.
-Langsam frisierte er sein Haar und betrachte die frischen Kleider, die man für ihn zurecht gelegt hatte im Spiegel, bis er zufrieden nickte-
Als er wieder zu sich kam, hatten Reika und Seodra beschlossen, das es Zeit war, sich zurückzuarbeiten. Also lief man im Schweinsgalopp den Weg, den man sich mühevoll hindurchgearbeitet hatte, wieder zurück in der Hoffnung, das keiner der Überlebenden einen doch noch erwischte.
Als er jedoch über einen Mauerrest hinwegsprang und keien 10 Meter von ihm eine Spinne erblickte, die so groß war, wie sein Heim, da war der Ofen nahezu aus und so holte er die beiden Magierinnen, die ihm sowohl in der Größe, als auch in der Länge ihrer Beine um einiges überlegen waren nicht nur ein, nein er überholte sie auch und kam um einige Mannlängen vor ihnen an.
Schwer durchatmend gratulierte er sich dazu, nicht als Futter für so ein widerliches Vieh geendet zu haben und rief sich das schaurige Bild eines Kokons in Erinnerung, in dessen undurchsichtiger Hülle es zappelte. Schaudernd verließ er mit den anderen die Höhle und Reika öffnete ein Portal, das sie vor Berchgard manifestieren lies. Aha, hier also wollte Aion seine Trolle jagen. Na schön. Reika und Seodra hatten noch etwas zu erledigen und Arenvir und der Discipulus lieferten sich im inneren der höhle ein recht erfolgreiches Gefecht, sah man davon ab, das Arenvir einen recht großen Stein abbekam und mit der Stirn auf den Boden schlug.
-Etwas unwirsch unterdrückte er noch im letzten Moment ein Seuftzen, als er eine Stimme von Rechts, seinem "toten Winkel" vernahm, also musste er das Haupt etwas drehen um die Heilersmagd zu erblicken-
Wiederum hatte er Glück gehabt, denn abgesehen von einer Beule hatte er sich nichts getan, so blieb er also einige Momente sitzen, ehe das Vieh schließlich zur Strecke gebracht werden konnte, in dem Arenvir und Aion den Troll ins Kreuzfeuer ihrer Feuerbälle nahmen und er schließlich gurgelnd zu Boden ging.
Soweit so gut, blieben nur noch ein weiterer Troll und den Geräuschen zu urteilen ein Zweikopf über. Damit würden die Mannen fertig werden. Zuversichtlich machte man sich ans Werk.
Die werten Damen kamen irgendwann im Eifer des Gefechts hinzu und so rodete man sich einen Weg durch die Höhle. Als man sich jedoch, man hatte irgendwann zwei weitere Magier getroffen, daran machte, die magisch versiegelten Truhen, die umherstanden zu öffnen, brachen einige Kreaturen durch eine art magische Falle auf sie zu. Arenvir fand sich gegen eine Stalaktitenformation gepresst wieder und stöhnte. Das konnte doch gar nicht sein, man hatte ihn schon wieder kalt erwischt.
-Arenvir wollte der Heilersmagd gerade mitteilen, das er nichts benötige, da öffnete sie ein kleines Kästchen und hielt ihm den Inhalt hin. "Das hier hat der Heiler eigens für euch fertigen lassen Herr Scolar".-
Nach einer Heilmixtur, die der geschundene Magierlehrling nun wirklich nötig hatte, die ihm aber etwas Linderung verschaffte, ging es weiter.
Die Spinnen versuchte er, wo es nur ging zu ignorieren und als Aion ihn mit einer der kleinen Sorte (aber immernoch zu groß für seinen Geschmack) aufziehen wollte, schritt die Arcomagierin ein und zertrat sie in ihrer Gargoylegestalt unter sich. Arenvir hätte gerührt sein können, wäre er nicht damit beschäftigt gewesen eifrig umherzuspähen damit ihm auch ja niemand wieder eins überbraten konnte.
Während sie eine Gruppe Ogger niedermachten, verließen ihn die Geister.
Reika war im wilden Zweikampf mit einem Ogger, der gegen sie kein Land sah und so walzte er sich auf Arenvir zu. Der kleine Mann sprang recht behände (wenn man bedachte, wieviel er heute schon erlitten hattE) zur Seite, übersah in seiner Erschöpfung jedoch, das er genau in die Schlagbahn eines Trolls kam.
Dann wurde es Schwarz um ihn herum. Als man ihn zur Besinnung brachte, lag er arg verdreht, schon wieder in einer Formation Stalaktiten?
Grummelnd wischte er sich über das Gesicht, als einer der fremden Magier, der Elf, einen spöttischen Kommentar fallen ließ.
"Er scheint Steine zu mögen". Doch noch während er ihn missbilligend anfunkelte, stellte er fest, das er nur mit dem linken Auge sah. Offenbar war ihm blut ins Rechte gelaufen. Na wundervoll.
Reika aber zog ihre Schüler aus der Höhle und verließ sie, da ein Bote ihre Ankunft erwartete. Also band Arenvir auf dem Wege zunächst ein Leinentuch um das Auge und säuberte es anschließend mit Wasser. Doch es änderte sich nichts und als Seodra sich das Auge schließlich ansah und ihm eine Pfütze herbeizauberte in der er sich betrachte, schloß er die Lider und ließ die Schultern hängen.
------
Kritisch begutachtete der Leibarzt das Auge und schüttelte schließlich das Haupt. Als er es zur Zufriedenheit gereinigt und die Schürfwunden auf der Haut behandelt hatte, wandte er sich mit spröder Stimme an seinen Patienten. "Nun mein Herr es tut mir sehr Leid, aber offenbar scheint ihr mit dem Auge über einen scharfen Gegenstand geschlittert zu sein. Eine klinge war es nicht, aber es hat gereicht um das Zentrum des Auges zu durchschürfen. Es besteht leider keine Hoffnung, mit den mir zu Verfügung stehenden Mitteln das Auge wieder....den Rest bekam er nicht mehr mit, er hörte gar nicht mehr zu.
-Langsam nahm Arenvir die Augenklappe aus dem Kästchen und schob Schutzklappe über das Auge, ehe er die Stoffbänder hinter die Stirn führte und sie hinten verknotete. Der Leibarzt hatte ihm gesagt es "ist nötig sie zu tragen, denn oftmals kommt es vor, das jemand, der nur mehr auf einem Auge sieht, die Augen nicht mehr oder nur das eine schließt. Somit könnte das gesunde Auge geschädigt werden. Damit sich keine Entzündung bildet, empfehle ich euch diese Augenklappe.", und ihn verständnisvoll angeblickt.
"Aber gewiss doch...."entegegnete Arenvir lakonisch, entlohnte den Mann, sah sein Abbild ihm Spiegelbild noch einmal an und erhob sich ohne weitere Worte.
Auge um Auge...
- Arenvir von Tilianas
- Beiträge: 221
- Registriert: Samstag 11. Dezember 2021, 22:08
Ein gefühltes Leben später...
...betrachtete Arenvir am Morgen nach dem Eingriff bei Garvin Stahl sein Spiegelbild. Er war ein wenig hagerer geworden und das Alter, die Sorgen und die Verantwortung hatten feine Linien in sein eigentlich doch immer noch jung gebliebenes Gesicht gezogen. Sein Blick fiel auf die Augenklappe, die ihm mittlerweile genauso zum Markenzeichen geworden war wie die Witze über seine Größe, oder die Zigarillos, die er zu rauchen pflegte. Manchmal glaubte er gar, die Leute würden verstört reagieren, wenn er nun auf die Augenklappe oder das Rauchen verzichtete.
Wenn er genau hinsah, erkannte er immer noch den jungen Mann mit der großen Klappe und den großen Träumen vor sich. Viele dieser Träume hatte er sich erfüllt und war zu höheren Weihen aufgestiegen, als man je für möglich hätte halten können.
Der Blick fiel auf seine ganz dezent zitternden Finger. Und manche davon brachten ihre ganz eigenen Probleme mit sich.
Die Nacht war anstrengend gewesen. Die Erholungsphase war dagegen kurz ausgefallen.
Sicher, es wäre ihm ohne Probleme möglich gewesen, seine Kräfte zu gebrauchen, um die Auswirkungen zu bekämpfen oder sogar gänzlich zu ignorieren. Aber das hieße, das Lehrgeld nicht zahlen zu wollen, dass die Kraftanstrengung nun einmal forderte.
Wenn Magier je in die Situation kamen, da ihnen der Zugriff auf ihre Gabe nicht möglich, oder ihre Gabe gestört war, waren die meisten aufgeschmissen und dem Tode geweiht. Die wenigsten Magier, ja selbst die wenigsten erfahrenen Magier waren dazu bereit, Ihre Gabe teilweise ganz bewusst _nicht_ einzusetzen.
Nach Arenvirs fester Ansicht dazu (die er jedem erzählte, der es hören wollte und die er jedem noch lieber erzählte, der es nicht hören wollte) mussten Magier immer wieder an ihre eigenen Grenzen geführt werden um zu wissen, auf was für Reserven sie bauen konnten, wenn alles andere versagt.
So filigranes Feinwerk, wie die Hilfe für Garvin Stahl ohne die geringste Fehlertoleranz war wahnsinnig anstrengend, da der Zustand nicht einfach in einer Applikation beendet oder hergestellt werden konnte. Er hatte Stunden damit verbracht, alles in seiner Macht stehende zu tun, um das Leben des ältesten der Stahls zu retten. In so einem Alter, wenig jünger als er selber, starb man einfach nicht. Das gehörte sich nicht. Das verstieß gegen Arenvirs Grundanschauung.
Eigentlich hätte man, was er niemals laut aussprechen würde, einen Diener Krathors zu Rate ziehen müssen. Aber aus vielerlei Gründen war es nicht möglich, die unerreichte Expertise der Diener und ihrer Ars Corpus Inmortue, ihrer Kunstfertigkeit über Körper, für so ein Vorhaben zu requirieren. Da das nicht ging, musste man sich mit dem behelfen was man hatte. Ob Garvins Bein je wieder gänzlich hergestellt werden konnte, wagte Arenvir zu bezweifeln. Immerhin musste man zwei Splitter entfernen, die vorher zu einem Knochen gehört hatten. Und salopp gesagt hatten sie nicht umsonst da hin gehört. Inwieweit das zum Problem werden würde, würde die Zeit zeigen.
Er war müde, seine arkanen Sinne hatten das, was ein normaler Mensch nach einer anstrengenden Schlacht oder ähnlicher Anstrengung spürte und entgegen dem Rat Viktorias hatte er an dem Abend nichts mehr gegessen, sondern war halbtot ins Bett gefallen. Und irgendeine Seele hatte das gewusst, denn der Dampf von Kaffee, getragen von dem Aroma von Spiegeleiern und Speck kurbelte seine Entschlossenheit deutlich an.
Remineszenzen konnten warten. Zunächst einmal bedurfte es etwas Balsam für Körper und Geist.
Wenn er genau hinsah, erkannte er immer noch den jungen Mann mit der großen Klappe und den großen Träumen vor sich. Viele dieser Träume hatte er sich erfüllt und war zu höheren Weihen aufgestiegen, als man je für möglich hätte halten können.
Der Blick fiel auf seine ganz dezent zitternden Finger. Und manche davon brachten ihre ganz eigenen Probleme mit sich.
Die Nacht war anstrengend gewesen. Die Erholungsphase war dagegen kurz ausgefallen.
Sicher, es wäre ihm ohne Probleme möglich gewesen, seine Kräfte zu gebrauchen, um die Auswirkungen zu bekämpfen oder sogar gänzlich zu ignorieren. Aber das hieße, das Lehrgeld nicht zahlen zu wollen, dass die Kraftanstrengung nun einmal forderte.
Wenn Magier je in die Situation kamen, da ihnen der Zugriff auf ihre Gabe nicht möglich, oder ihre Gabe gestört war, waren die meisten aufgeschmissen und dem Tode geweiht. Die wenigsten Magier, ja selbst die wenigsten erfahrenen Magier waren dazu bereit, Ihre Gabe teilweise ganz bewusst _nicht_ einzusetzen.
Nach Arenvirs fester Ansicht dazu (die er jedem erzählte, der es hören wollte und die er jedem noch lieber erzählte, der es nicht hören wollte) mussten Magier immer wieder an ihre eigenen Grenzen geführt werden um zu wissen, auf was für Reserven sie bauen konnten, wenn alles andere versagt.
So filigranes Feinwerk, wie die Hilfe für Garvin Stahl ohne die geringste Fehlertoleranz war wahnsinnig anstrengend, da der Zustand nicht einfach in einer Applikation beendet oder hergestellt werden konnte. Er hatte Stunden damit verbracht, alles in seiner Macht stehende zu tun, um das Leben des ältesten der Stahls zu retten. In so einem Alter, wenig jünger als er selber, starb man einfach nicht. Das gehörte sich nicht. Das verstieß gegen Arenvirs Grundanschauung.
Eigentlich hätte man, was er niemals laut aussprechen würde, einen Diener Krathors zu Rate ziehen müssen. Aber aus vielerlei Gründen war es nicht möglich, die unerreichte Expertise der Diener und ihrer Ars Corpus Inmortue, ihrer Kunstfertigkeit über Körper, für so ein Vorhaben zu requirieren. Da das nicht ging, musste man sich mit dem behelfen was man hatte. Ob Garvins Bein je wieder gänzlich hergestellt werden konnte, wagte Arenvir zu bezweifeln. Immerhin musste man zwei Splitter entfernen, die vorher zu einem Knochen gehört hatten. Und salopp gesagt hatten sie nicht umsonst da hin gehört. Inwieweit das zum Problem werden würde, würde die Zeit zeigen.
Er war müde, seine arkanen Sinne hatten das, was ein normaler Mensch nach einer anstrengenden Schlacht oder ähnlicher Anstrengung spürte und entgegen dem Rat Viktorias hatte er an dem Abend nichts mehr gegessen, sondern war halbtot ins Bett gefallen. Und irgendeine Seele hatte das gewusst, denn der Dampf von Kaffee, getragen von dem Aroma von Spiegeleiern und Speck kurbelte seine Entschlossenheit deutlich an.
Remineszenzen konnten warten. Zunächst einmal bedurfte es etwas Balsam für Körper und Geist.
- Arenvir von Tilianas
- Beiträge: 221
- Registriert: Samstag 11. Dezember 2021, 22:08
"Und erwartet mich nicht vor einigen Tagen zurück. Diese Experimente sind meistens weitschweifig, langatmig und bedürfen präziser Vorbereitung." erging es einige Tage später.
Allgemeine Erheiterung war, wie so oft die Reaktion und Helisande ließ es sich auch nicht nehmen, ihm Schöne Grüße für Mariella aufzutragen.
Lächelnd verschwand Arenvir durch ein Portal in Gefilde, die ihn nicht, wie landläufig angenommen, in die Gesellschaft dieser gewissen Dame bringen würden.
Als der Durchlass zerfasert wurde, sah Arenvir sich flüchtig um und überprüfte, ob die Schutzzauber des Ortes noch intakt waren, an dem er sich befand. Dies war sein persönliches Refugium. Es war ein kleiner, winziger Punkt im Immaterium, den er in Rufweite von Alathair verankert hatte. Jahre der Forschung der Reiseebene und ihres Aufbaus und seine eigenen Experimente in der Spährenmagie hatten zu diesem Ergebnis geführt.

Es war ein Ort, an dem Zeit und Raum nicht die gleiche Bedeutung hatten wie auf Alathair selbst. Hier war er ungestört. Einige seiner wertvollsten Bücher, Folianten und Ingredenzien verwahrte er aus genau diesem Grund hier. Weil sie nicht in falsche Hände geraten durften. Oder weil das, was hier aufbewahrt wurde, niemandem gefährlich werden durfte.
Die Tatsache, dass der Ort mit Alathair verankert war, ermöglichte ihm auch hier den Zugriff auf seine Gabe, die Tatsache, dass die Spährenwände hier erheblich dünner waren, brachte wiederum ganz eigene Möglichkeiten mit sich.
Es war bereits viele Jahre her, er war seit einer Weile Magister, lehrte also die nachfolgenden Generationen die Künste der Magie, da er die ersten Spährenreisen testweise unternommen hatte. In der Theorie war es einem Magier möglich, an weit entfernte Orte zu reisen. Praktisch gesehen gab es aber viele Unabwägbarkeiten.
Es kam nur selten vor, das man einen Punkt lokalisieren konnte, dessen Beschaffenheit Reise, Überleben und Rückreise ermöglichte. Ein recht feuerlastiger Ort war es gewesen. Höhlensystem aus Obsidianschwarzem Gestein, dass die Hitze förmlich zu absorbieren schien.
Im großen und ganzen war es nur ein Katzensprung weit weg. So gesehen nicht einmal eine andere Spähre sondern vermutlich ebenfalls ein Objekt, das jemand geschaffen hatte, wie eine Boje. Oder es war ein Splitter einer anderen Welt, der aus welchen Gründen auch immer in den Einflussbereich Alathairs geraten war. Jedenfalls war es einer der wahnsinnig seltenen Fälle, wo eine Spährenreise außerhalb nicht gleich die Verkündung eines Testaments nach sich zog.
Der Ort war somit leicht zu lokalisieren und den Gesetzen unterworfen, die auch Arenvir verstand und sich zu eigen gemacht hatte. Es würde vermutlich nie wieder eine bessere Gelegenheit im Leben geben und die alten Erzmagier, mit denen er sich unterhalten hatte, waren diesbezüglich immer sehr vage geblieben. Verständlich, kein Magier gab all seine Geheimnisse Preis.
Wichtig für derlei Dinge war das, was sie ihren Schülern immer wieder einbläuten und sich Jahre später in der Praxis, feste Ankersteine zu verwenden, manifestieren würde. Ein Anker musste geschaffen werden, der es ihm ermöglichte, seinen Weg zurück zu finden. Sein sehendes Auge war ein starkes magisches Artefakt, dass einen Teil seiner Selbst in sich trug und würde ihm wertvolle Dienste als Anker verschaffen. Er bereitete es sorgfältig vor, überprüfte die stabile Verbindung und ließ es im Konvent zurück. Dann atmete er ein paar mal tief durch und fachte das Pentagramm an, unterwarf es seinem Willen und richtete sein Streben nach dem Spährensplitter in Alathairs Nähe aus. Nachdem das Portal sich stabilisiert hatte, trat er mit gemischten Gefühlen hindurch, sein Puls laut vor lauter Aufregung....

Allgemeine Erheiterung war, wie so oft die Reaktion und Helisande ließ es sich auch nicht nehmen, ihm Schöne Grüße für Mariella aufzutragen.
Lächelnd verschwand Arenvir durch ein Portal in Gefilde, die ihn nicht, wie landläufig angenommen, in die Gesellschaft dieser gewissen Dame bringen würden.
Als der Durchlass zerfasert wurde, sah Arenvir sich flüchtig um und überprüfte, ob die Schutzzauber des Ortes noch intakt waren, an dem er sich befand. Dies war sein persönliches Refugium. Es war ein kleiner, winziger Punkt im Immaterium, den er in Rufweite von Alathair verankert hatte. Jahre der Forschung der Reiseebene und ihres Aufbaus und seine eigenen Experimente in der Spährenmagie hatten zu diesem Ergebnis geführt.

Es war ein Ort, an dem Zeit und Raum nicht die gleiche Bedeutung hatten wie auf Alathair selbst. Hier war er ungestört. Einige seiner wertvollsten Bücher, Folianten und Ingredenzien verwahrte er aus genau diesem Grund hier. Weil sie nicht in falsche Hände geraten durften. Oder weil das, was hier aufbewahrt wurde, niemandem gefährlich werden durfte.
Die Tatsache, dass der Ort mit Alathair verankert war, ermöglichte ihm auch hier den Zugriff auf seine Gabe, die Tatsache, dass die Spährenwände hier erheblich dünner waren, brachte wiederum ganz eigene Möglichkeiten mit sich.
Es war bereits viele Jahre her, er war seit einer Weile Magister, lehrte also die nachfolgenden Generationen die Künste der Magie, da er die ersten Spährenreisen testweise unternommen hatte. In der Theorie war es einem Magier möglich, an weit entfernte Orte zu reisen. Praktisch gesehen gab es aber viele Unabwägbarkeiten.
Es kam nur selten vor, das man einen Punkt lokalisieren konnte, dessen Beschaffenheit Reise, Überleben und Rückreise ermöglichte. Ein recht feuerlastiger Ort war es gewesen. Höhlensystem aus Obsidianschwarzem Gestein, dass die Hitze förmlich zu absorbieren schien.
Im großen und ganzen war es nur ein Katzensprung weit weg. So gesehen nicht einmal eine andere Spähre sondern vermutlich ebenfalls ein Objekt, das jemand geschaffen hatte, wie eine Boje. Oder es war ein Splitter einer anderen Welt, der aus welchen Gründen auch immer in den Einflussbereich Alathairs geraten war. Jedenfalls war es einer der wahnsinnig seltenen Fälle, wo eine Spährenreise außerhalb nicht gleich die Verkündung eines Testaments nach sich zog.
Der Ort war somit leicht zu lokalisieren und den Gesetzen unterworfen, die auch Arenvir verstand und sich zu eigen gemacht hatte. Es würde vermutlich nie wieder eine bessere Gelegenheit im Leben geben und die alten Erzmagier, mit denen er sich unterhalten hatte, waren diesbezüglich immer sehr vage geblieben. Verständlich, kein Magier gab all seine Geheimnisse Preis.
Wichtig für derlei Dinge war das, was sie ihren Schülern immer wieder einbläuten und sich Jahre später in der Praxis, feste Ankersteine zu verwenden, manifestieren würde. Ein Anker musste geschaffen werden, der es ihm ermöglichte, seinen Weg zurück zu finden. Sein sehendes Auge war ein starkes magisches Artefakt, dass einen Teil seiner Selbst in sich trug und würde ihm wertvolle Dienste als Anker verschaffen. Er bereitete es sorgfältig vor, überprüfte die stabile Verbindung und ließ es im Konvent zurück. Dann atmete er ein paar mal tief durch und fachte das Pentagramm an, unterwarf es seinem Willen und richtete sein Streben nach dem Spährensplitter in Alathairs Nähe aus. Nachdem das Portal sich stabilisiert hatte, trat er mit gemischten Gefühlen hindurch, sein Puls laut vor lauter Aufregung....
