Lautes Vogelgezwitscher aller Art drängte sich in seinen dumpfen Schädel. Pra öffnete seine Augen und blinzelte in das fahle Sonnenlicht, welches die Hütte durch all die kleinen Ritzen und Nischen schwach erhellte. Langsam aufraffend und sich ein dickes Fell überstreifend stand er auf und rieb sich die Augen. Noch schlaftrunken begab er sich an die Feuerstelle. Nur noch die Glut glimmte unter der pechschwarzen Kohle. Keiner seiner Stammesbrüder und Schwestern war anwesend. So stocherte er noch etwas in der Asche herum, machte sich dann doch rasch daran etwas essbares auszumachen. Nach einem dürftigem Mahl entschloss er sich dazu auf die Jagd zugehen. Ein Reh oder einen Eber zu erjagen sollte auch ohne fremde Hilfe möglich sein. So schnappte er sich seinen Speer und ging ins Dickicht.
Hier und dort ein leises Knacken der Äste unter Pras Sohlen. Fast lautlos durchdrang er das Unterholz, und es dauerte auch nicht lange bis er ein geeigneten Platz zum auflauern seiner Beute fand. Die Zeit verstrich, doch das erhoffte Wild blieb aus. Schon drauf und dran sich auf zumachen und sein Versteck zu verlassen, drangen wie aus dem nichts, fremdartige Laute an seine Ohren. Er hielt inne und wartete ab. Da traten auch schon aus einem Gebüsch zwei Recken hervor. Sofort viel Pra auf das sie nicht sonderlich unauffällig gekleidet waren. Sie hielten blitzende lange Stöcke in ihren Händen, Pra kannte diese Waffen, er empfand sie als unnütz – sie waren viel zu schwer für sein Empfinden - . Die Beiden blieben stehen, schauten zurück als warteten sie auf jemanden. Einer von ihnen ging in die Knie und seufzte laut. !PENG! Pra spürte nur noch einen heißen unfurchtbar großen Schmerz in seiner rechten Schulter, das Gleichgewicht verlor und zu Boden stürzte. Sofort wie ein Tier versuchte er wieder aufzuspringen, doch ein fester Schlag auf seinen Kopf raubte ihm die Sinne.
Ein stechender Schmerz in seiner Schulter weckte ihn, er zappelte und erst jetzt bemerkte er das kein Boden unter seinen Füßen war. Kalte metallische Fesseln an seinen Handgelenken hielten ihn in der Luft. Er schrie vor Wut auf und versuchte sich loszureißen, doch die Fesseln schnitten sich in sein Fleisch. Pra lies locker - der Schmerz war unerträglich. Kaum fähig die Augen geöffnet zu halten versuchte er die Umgebung um sich herum wahrzunehmen. Es war ein kleiner modriger Raum. An den Steinwänden bildete sich schon Moos. Nur ein kleines Fenster spendete Licht. Wohl durch den Schrei aufgestreckt öffnete sich knarrend die Tür. Ein stämmiger Schemen erschien in ihr. Er schnauzte etwas in seltsamen Lauten lies darauf die Tür wieder ins Schloss krachen. Der Schmerz übermannte Pra und lies ihn abermals in tiefen Schlaf sinken.
!PLATSCH! Wasser tropfte von seinen Wangen, als Pra die Augen öffnete und in eine grinsende Visage blickte. Völlig erschöpft lag er auf erdenem Boden. Der Mann lachte auf und schritt davon. Pra richtete sich auf, er war auf einem Feld, mehrere gebrochene Gestalten hackten und stachen in den Acker. Doch dieser war viel größer als der, den er aus seinem Dorf kannte. Vor ihm im Dreck stand eine Schüssel mit Wasser und eine mit undefinierbaren, doch er verschlag es -Den abartigen Geschmack nahm er nicht war- . Seine Handgelenke schmerzten, dennoch versuchte er mit dem restlichem Wasser, welches er nicht getrunken hatte, das getrocknete Blut abzuwaschen. Doch wurde er unsanft unterbrochen. Der Mann mit der grinsenden Visage trat ihn in den Rücken, so dass Pra vorwärts in den Matsch fiel. Dazu schmeißte er ihm noch eine Schaufel nach und deutet auf die andren Gestalten. Dann schlurfte er davon. Pra richtete sich, stützend auf der Schaufel auf. Lange Zeit stand er da und beobachtete die anderen. Es waren vielleicht ein oder zwei Dutzend. Was Pra jedoch auffiel, war das nur zwei von ihnen nicht in Lumpen gekleidet waren. Genau einer dieser Beiden ging in diesem Augenblick auf Pra zu mit einem Prügel hoch über seinem Haupt, sichtlich dazu bereit auf Pra einzuschlagen. Pra reagierte blitz schnell. Die Schaufel in der Linken rannte er auf ihn zu. Nicht darauf gefasst spürte der Mann nur noch wie die Schaufel sich in seinem Gesicht breit machte und ihn von den Beinen riss. Nun, wie ein gehetztes Tier machte Pra eine Kehrtwende und hastete davon. Lautes Gebrüll war hinter ihm zuhören, doch ohne sich umzudrehen eilte er von diesem Ort weg. In seinen Kopf war nur noch eins „Weg hier, schnell weg!“.