Verzweiflung und Wut - Hauptsache vergessen...

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Ibraheem Bashir

Verzweiflung und Wut - Hauptsache vergessen...

Beitrag von Ibraheem Bashir »

Verzweiflung.

War es das, was ihn dazu brachte, sich abertausende Gedanken zu machen? Lange ging er in seinem Haus hin und her. Es war leer. Alles, was sich in diesem Haus befand erinnerte sie an sie. Es tat weh, immerhin hatte er sie geliebt und er liebte sie auch immer noch, selbst nach ihrem Tod. Eluive selbst würde nun acht geben auf sie. Aber sie hinterließ so viele traurige und trauernde Menekaner. Wie konnte sie nur so dumm gewesen sein und nach ihm suchen? Gerade sie hätte wissen müssen, dass er oftmals tagelang durch die Wüste irrte. Er seufzte. Er versuchte Tränen zu unterdrücken, aber sie bahnten sich ihren Weg über seine Wangen. Jetzt konnte er Raakin verstehen, den Schmerz, den er verspüren musste als seine Frau von ihm ging.

Wut.

Warum hatte er nicht da sein können? Nicht einmal ihren letzten Atemzug hatte er mit ihr gemeinsam erleben können. Die Wut in ihm brodelte. Die Stadt war nicht mehr das, was sie für ihn war. Auf einmal machte ihn alles so furchtbar wütend, traurig und verzweifelt zugleich. Was sollte er hier noch? Aiwa, was hatte er hier noch zu suchen? Er hatte das, was er am meisten geliebt hatte, nicht beschützen können. Seine Zeit war vorüber und er musste sich nun die Zeit für sich nehmen. Er würde vergessen - irgendwann.
Er sah ein letztes Mal auf sein Haus zurück und ging mit dem bepackten Rucksack zu den Stadttoren, um diese zu verlassen. Immer weiter entfernte er sich von der Stadt, in der er seine Rückkehr gefeiert hatte, seine Ehre zurückbekommen hatte. Und nun? Nun lief er davon. Die Wüste und die Karawanen dort würden ihm den Schmerz nehmen. Ein Blick zurück zur Stadt? Jenes wagte er nicht. Und erst ein paar Tage später sprach es sich in der Stadt herum, dass Ibraheem diese Stadt klammheimlich verlassen hatte - und so bald nicht mehr zurückkehren würde.
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