Streifzüge und das Dilemma
Verfasst: Mittwoch 16. Januar 2008, 21:16
Knack....knack.....
Langsam barst das Holz, wurde von den züngelnden Flammen des Feuers umrungen und eingefangen, um letztendlich seiner ursprünglichen Form beraubt zu werden. Die dunklen Pupillen hatten das lodernde Spiel der Flammen wohl eine halbe Ewigkeit beobachtet und fixiert, hatten sich nicht aus der Fiktion, dem Traum lösen können.
Die Gedanken waren hinausgestreift, in eine andere Zeit, an einen anderen Ort. Alte Bilder tauchten auf. Bilder der ersten Enttäuschung; Bilder der Zeit, wo die Seifenblase aufplatzte und ihre Augen sich öffneten für die Lüge, die man ihr vorgelebt hatte. Weitere Bilder tauchten auf in ihrem Inneren: Der dunkle Kerker, die Stimme des Folterknechtes....Schmerz und Ohnmacht.
Die dunklen Augen wendeten sich von dem prasselnden Kaminfeuer ab, suchten den Weg zurück in die Realität und dem Hier und Jetzt. Raus....sie musste raus an die Luft!
Die zarten, schlanken Finger schlungen den Umhang über die Schultern, ebenso wurde intuitiv die Laute an den Gürtel geschnallt. Ein kurzer, zärtlicher Blick ging über das Instrument, dass nun an ihrer Hüfte baumelte.
Es war ein Geschenk ihres Onkels gewesen, als er sich damals von ihr verabschiedet hatte in der Baronie, mit Worten, die ein Wiedersahen versprachen. Die Arbeit war wirklich von einem Meister seiner Arbeit gefertigt worden. Das beste Holz war genutzt worden, die Verzierungen äusserst fein gearbeitet. Kleine Ornamente schlungen sich um den Lautenhals, fuhren hinab bis zu dem Klangkörper und erstreckten sich dann als äussere Ranken über die restlichen Stellen.
Besah man sich jedoch die Rückseite des Klangkörpers, erkannte man erst die wohl schwierigste Schnitzarbeit, die zu tätigen war: Das Wappen der Familie von Tecklenstein, umsäumt von den Worten: Wir werden unser Recht einfordern...und erhalten! An der Aussenseite des Lautenhalses waren auch die Initialen ihres Namens eingraviert, schwungvoll und mit verschnörkelter Schrift.
Die Luft war kühl und der Wind zog sich reissend durch jede Ritze der Kleider. Die Wege führten sie quer durch die Strassen und Gassen der Stadt, die so ruhig unter dem Schein des Mondes zu schlafen schien. Der Kopf sollte wieder klar werden, die Gedanken sollten sich wieder beruhigen. Es war falsch, Schwäche zu zeigen; falsch, überhaupt die Gedanken daran aufkommen zu lassen! Abrupt blieb sie stehen, als sie das Wasser vor sich sah. Warum die Wege sie zu dem Steg geführt hatten, wusste sie nicht. Vielleicht, weil ihre Flucht vor geraumer Zeit hier geendet hatte. Kurz formte sich ein Name in ihren Gedanken: Fiona...was wollte sie nur? Die Aktion der Befreiung war viel zu riskant, als dass sie nichts dafür einfordern würde.
Eine Weile ließ sie Gedanken um jene Sache kreisen, den Blick dabei auf die dunkle Wassermasse vor sich wendend, als sie sich abrupt umwendete und wieder rasche Schritte aufnahm. Dieses Lumpengesinde dürfte sie nicht sehen, sie hatte in der Eile den Ring anbehalten....
Den Blick weder vor noch zur Seite, sondern stur gen Boden wendend und die raschen Schritte liessen sie die Schatten um sich herum nicht wahrnehmen.
Mit einem Male lag sie am Boden; umgerempelt von einer Gestalt, einer Figur, einer Sache, die sie nicht zuordnen konnte. Einen Moment sah sie sich verwirrt um, ehe sie sich erhob und den Weg weiter gen Haus beschritt.
Die Hände gingen suchend in die Umhanginnentasche, glitten dabei, als sie den Schlüssel fanden, gewohnt zu der Gürtelebene, wo sie auf einmal abrupt stoppten. Die Lippen pressten sich verärgert zusammen, der Blick ging starr zu der Stelle, an der der Gürtel durchgeschnitten war.
Die Augenlider schlossen sich einen Moment zusammen, tausende von Flüche schossen durch den Kopf.
Von mir aus das Gold...ja, das hat er auch mitgenommen...doch die Laute. Verflucht noch eins! Von mir aus das Gold...! Von mir aus auch jeder Schmuck, doch die Laute...!
Scharf sog sie die Luft ein. Wieder einmal hatte sie nicht aufgepasst und etwas verloren. Zwar war es diesmal “nur“ ein Musikinstrument statt der eigenen Freiheit und dem eigenen Ansehen und doch tadelte sie sich selbst für die eigene Unvorsicht.
Sie konnte nur hoffen, dass es diesem Vagabunden nichts bringen würde oder er gar damit erwischt und verurteilt werden würde. Die Wege des Herrn würden schon für sein Recht sorgen.
Langsam barst das Holz, wurde von den züngelnden Flammen des Feuers umrungen und eingefangen, um letztendlich seiner ursprünglichen Form beraubt zu werden. Die dunklen Pupillen hatten das lodernde Spiel der Flammen wohl eine halbe Ewigkeit beobachtet und fixiert, hatten sich nicht aus der Fiktion, dem Traum lösen können.
Die Gedanken waren hinausgestreift, in eine andere Zeit, an einen anderen Ort. Alte Bilder tauchten auf. Bilder der ersten Enttäuschung; Bilder der Zeit, wo die Seifenblase aufplatzte und ihre Augen sich öffneten für die Lüge, die man ihr vorgelebt hatte. Weitere Bilder tauchten auf in ihrem Inneren: Der dunkle Kerker, die Stimme des Folterknechtes....Schmerz und Ohnmacht.
Die dunklen Augen wendeten sich von dem prasselnden Kaminfeuer ab, suchten den Weg zurück in die Realität und dem Hier und Jetzt. Raus....sie musste raus an die Luft!
Die zarten, schlanken Finger schlungen den Umhang über die Schultern, ebenso wurde intuitiv die Laute an den Gürtel geschnallt. Ein kurzer, zärtlicher Blick ging über das Instrument, dass nun an ihrer Hüfte baumelte.
Es war ein Geschenk ihres Onkels gewesen, als er sich damals von ihr verabschiedet hatte in der Baronie, mit Worten, die ein Wiedersahen versprachen. Die Arbeit war wirklich von einem Meister seiner Arbeit gefertigt worden. Das beste Holz war genutzt worden, die Verzierungen äusserst fein gearbeitet. Kleine Ornamente schlungen sich um den Lautenhals, fuhren hinab bis zu dem Klangkörper und erstreckten sich dann als äussere Ranken über die restlichen Stellen.
Besah man sich jedoch die Rückseite des Klangkörpers, erkannte man erst die wohl schwierigste Schnitzarbeit, die zu tätigen war: Das Wappen der Familie von Tecklenstein, umsäumt von den Worten: Wir werden unser Recht einfordern...und erhalten! An der Aussenseite des Lautenhalses waren auch die Initialen ihres Namens eingraviert, schwungvoll und mit verschnörkelter Schrift.
Die Luft war kühl und der Wind zog sich reissend durch jede Ritze der Kleider. Die Wege führten sie quer durch die Strassen und Gassen der Stadt, die so ruhig unter dem Schein des Mondes zu schlafen schien. Der Kopf sollte wieder klar werden, die Gedanken sollten sich wieder beruhigen. Es war falsch, Schwäche zu zeigen; falsch, überhaupt die Gedanken daran aufkommen zu lassen! Abrupt blieb sie stehen, als sie das Wasser vor sich sah. Warum die Wege sie zu dem Steg geführt hatten, wusste sie nicht. Vielleicht, weil ihre Flucht vor geraumer Zeit hier geendet hatte. Kurz formte sich ein Name in ihren Gedanken: Fiona...was wollte sie nur? Die Aktion der Befreiung war viel zu riskant, als dass sie nichts dafür einfordern würde.
Eine Weile ließ sie Gedanken um jene Sache kreisen, den Blick dabei auf die dunkle Wassermasse vor sich wendend, als sie sich abrupt umwendete und wieder rasche Schritte aufnahm. Dieses Lumpengesinde dürfte sie nicht sehen, sie hatte in der Eile den Ring anbehalten....
Den Blick weder vor noch zur Seite, sondern stur gen Boden wendend und die raschen Schritte liessen sie die Schatten um sich herum nicht wahrnehmen.
Mit einem Male lag sie am Boden; umgerempelt von einer Gestalt, einer Figur, einer Sache, die sie nicht zuordnen konnte. Einen Moment sah sie sich verwirrt um, ehe sie sich erhob und den Weg weiter gen Haus beschritt.
Die Hände gingen suchend in die Umhanginnentasche, glitten dabei, als sie den Schlüssel fanden, gewohnt zu der Gürtelebene, wo sie auf einmal abrupt stoppten. Die Lippen pressten sich verärgert zusammen, der Blick ging starr zu der Stelle, an der der Gürtel durchgeschnitten war.
Die Augenlider schlossen sich einen Moment zusammen, tausende von Flüche schossen durch den Kopf.
Von mir aus das Gold...ja, das hat er auch mitgenommen...doch die Laute. Verflucht noch eins! Von mir aus das Gold...! Von mir aus auch jeder Schmuck, doch die Laute...!
Scharf sog sie die Luft ein. Wieder einmal hatte sie nicht aufgepasst und etwas verloren. Zwar war es diesmal “nur“ ein Musikinstrument statt der eigenen Freiheit und dem eigenen Ansehen und doch tadelte sie sich selbst für die eigene Unvorsicht.
Sie konnte nur hoffen, dass es diesem Vagabunden nichts bringen würde oder er gar damit erwischt und verurteilt werden würde. Die Wege des Herrn würden schon für sein Recht sorgen.