Eine ungebetene Gabe

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Serenya Yarsil

Eine ungebetene Gabe

Beitrag von Serenya Yarsil »

Es ist ein kalter, stürmischer Tag im Spätherbst. Mit langsamen, unsicheren Schritten wandert Serenya durch den Wald, den Kopf gesenkt und die Hände in den Taschen
ihres Mantels versteckt. Der kalte Wind, der bereits eine Vorahnung von Schnee mit sich bringt, zerzaust Serenyas lange, flammend rote Haare, und zerrt an ihrer Kleidung.
Für einen kurzen Moment hält die junge Frau, welche erst vor kurzem die Grenze vom Kind zur Frau überschritten hat, inne. Sie hebt langsam den Kopf und sieht
sich, aus blutunterlaufenen, meeresblauen Augen, um. "Wo bin ich nur...Nirgends ein Zeichen einer Siedlung.. es muss hier doch Menschen geben!" denkt sie und
wirft einen verzweifelten Blick zum Himmel, an welchem die blasse Sonnenscheibe schon sehr tief steht. "Die Nacht bricht bald herein.. ich muss jemanden finden!Bei dieser Kälte kann ich nicht hier draußen übernachten..."
Mit diesem Gedanken stemmt sich Serenya abermals gegen den Wind und marschiert weiter, von nichts als von ihrem Instinkt geleitet. Ihre Gedanken schweifen in
die Vergangenheit..

Seit ihrer Geburt lebte Serenya in einem kleinen, einfachen Dorf in der nähe Varunas. Als einzige Tochter des Dorfoberen und seiner Frau genoss sie alle nur denkbaren Annehmlichkeiten. Beide, sowohl Mutter als auch Vater vergötterten sie und lasen ihr jeden Wunsch von den Augen ab. Im Gegensatz zu den anderen Kindern im Dorf musste Serenya nie harte Arbeit verrichten, nie unter Entbehrungen leiden. Schon früh begann ihr Vater, sie im Lesen und Schreiben zu unterrichten. Dies zu erlernen fiel Serenya nicht schwer und bald drängte sie den Vater dazu, ihr etwas schwierigeres beizubringen. So nahmen regelmäßige Unterrichtsstunden den Anfang, zu denen auch die Unterweisung im Glauben an Eluive und Temora gehörte. Zusätzlich dazu ging Serenya dazu über, sämtliche Bücher , derer sie habhaft werden konnte, förmlich zu verschlingen. Die Gesellschaft eines Buches zog sie bei weitem der Gesellschaft ihrer Altersgenossen vor, welche ihr, seit sie denken konnte,unreif und kindisch erschienen. Je älter sie wurde, desto weniger suchte sie den Kontakt zu anderen, und desto mehr wurde hinter ihrem Rücken über sie getuschelt. "Ständig steckt sie mit der Nase in einem Buch! Das wirkliche Leben ist ihr wohl nicht intressant genug?!""Schau dir ihre Hände an!Weiss und ohne einen Kratzer..Ich wette, sie hat noch nie gearbeitet!" "Da sitzt sie wieder und schaut uns hinterher, stumm wie ein Fisch...wir sind wohl keine passende Gesellschaft für sie!" Solche und ähnliche Kommentare verfolgten Serenya Tag für Tag. Um dem Getuschel zu entgehen unternahm Serenya oft lange, einsame Spaziergänge durch die das Dorf umgebenden Wälder. Stundenlang streifte sie allein umher, oft mit einem Buch über Pflanzenkunde im Gepäck, um dann, erschöpft aber zufrieden, mit einer Tasche voller Pilze, Kräuter und andere Gewächse wiederzukehren. Mit dieser Tasche schloss sie sich dann in ihrem Zimmer ein,um die Pflanzen auf ihre Wirkung hin zu untersuchen und viele der in ihrem Buch geschilderten Experimente nachzumachen. Die anderen Einwohner des Dorfes beäugten dieses Verhalten zwar misstrauisch, wagten es aber nicht, offen ihre Abneigung zu zeigen oder etwas gegen Serenyas Tun zu unternehmen. So verlief ihr Leben lange Zeit verhältnismäßig ruhig.. bis zu einem warmen Sommertag, kurz nach Serenyas 19. Geburtstag.

An jenem Tag brach Serenya am frühen Vormittag von ihrem Elternhaus auf, um einen ausgedehnten Spaziergang durch den Wald zu unternehmen. Die Sonne brannte
schon um diese Tageszeit unbarmherzig vom wolkenlosen Himmel, kein Lüftchen rührte sich, und schon nach einigen Schritten rannen Serenya Schweißperlen von der Stirn. Sehnsüchtig sah sie zum nahen, lockenden Waldrand, und beschleunigte ihre Schritte noch. Wenige Minuten später tauchte sie, ohne sich noch einmal umzusehen, im Halbdunkel des Waldes unter. So bemerkte sie den jungen Mann nicht, der ihr in einigen Schritten Entfernung folgte. Genüsslich sog Serenya die kühlere, würzige Waldesluft ein und sah sich einen Moment lang um, bevor sie sich für eine Richtung entschied und langsam losmarschierte. Einige Zeit lang wanderte sie mit leisen, federnden Schritten durch den Wald. Oft blieb sie stehen, beugte sich zum Waldboden hinunter, und plückte Pilze ,einige Kräuter oder Beeren. Das vereinzelte
Knacken brechender Äste oder das Rascheln von Blättern hinter ihr beachtete sie nicht...Gerade begutachtete sie einen großen, leuchtend roten Pilz, den sie soeben
entdeckt hatte, als sie ein merkwürdiges Gefühl beschlich. Ihre Haut prickelte, die Haare im Nacken und auf den Armen stellten sich auf, ihr Herz raste. Sie fühlte, dass
sich ihr jemand genährt hatte... dass ihr jemand sehr nah war. Langsam und zögerlich drehte sich Serenya um. Hinter ihr, mit einem breiten Grinsen im Gesicht, stand
Micail Kashtor, ein junger Mann etwa ihren Alters, welcher mit seinen Eltern direkt neben Serenya und ihrer Familie wohnte. "Guten Tag, Sery!Was für ein Zufall, dass wir uns gerade hier treffen.." sprach er, mit übertriebener Freundlichkeit in der Stimme. "Nenn mich nicht Sery!" entgegnete sie barsch. "Was möchtest du?" "Oha, wieso
so unfreundlich? Ich dachte, dass wir uns einfach ein wenig.. unterhalten könnten." Mit diesen Worten kam er einige Schritte näher auf Serenya zu. "Ich bin beschäftigt, wie du siehst!" Sie deutete auf den Pilz in ihrer Hand. "Das kann doch sicherlich warten..." Micail griff nach dem Pilz, entwand ihn ihrer Hand und warf ihn, leise lachend,
weg. Daraufhin trat er, mit seinem seltsamen Lächeln im Gesicht, wieder etwas näher. "Was..was möchtest du?!" sprach Serenya, mit beklommener Stimme, und wich
einige Schritte zurück, bis sie mit dem Rücken an einem Baum stand. "Wieso bist du immer so abweisend, Sery? Wieso hast du mich nicht einmal angesehen?All die Jahre.." sagte er und folgte Serenya, bis er dicht vor ihr stand. "Micail..Wovon sprichst du?Was ist mit dir? Lass mich gehen!" entgegnete sie, nun mit deutlicher Angst
in der Stimme. Er jedoch legte ihr einen Finger auf die Lippen. "Schweig..." Daraufhin beugte Micail sich leicht zu ihr herunter und küsste sie.
Serenya, vollkommen perplex und wie paralysiert, wehrte sich zunächst nicht. Erst, als Micail´s Küsse immer fordernder wurden, registrierte sie, was gerade mit ihr geschah..."Nein... Nicht!" brachte sie endlich heraus. Doch Micail schien ihre Worte nicht zu hören, oder nicht hören zu wollen. "Micail... Bitte nicht... Lass mich doch gehen!" flehte sie, und versuchte mit ihn mit aller Kraft von sich zu drücken. Doch weder ihre Worte, noch ihre Taten scheinen irgendetwas zu bewirken, sondern ihn eher noch mehr anzustacheln. Mit einer Hand versuchte er, die Knöpfe ihrer Bluse zu öffnen, als Serenya zum beinah letzten Mittel griff was ihr noch einfallen wollte - sie holte weit aus, und ohrfeigte ihn mit aller Kraft. Für einen Moment schien es, als habe sie Micail so endlich von seinem Vorhaben abgebracht. Er nahm seinen Kopf zurück, rieb sich die Wange, und starrte Serenya stumm an, eine Mischung von Erstaunen, Verärgerung und Belustigung im Blick. Nach einer Weile jedoch verzieht sich sein Mund
zu einem bösartigen Grinsen und er beginnt wieder damit, die Knöpfe ihrer Bluse zu öffnen, während er ihr stur in die Augen starrt. Serenya versuchte, seine Hände zu ergreifen und ihn von sich wegzuschieben, sie trat wild um sich, schrie nach Leibeskräften um Hilfe - aber nichts fruchtete. Tränen der Verzweifelung und der Wut stiegen ihr in die Augen, Hass brudelte in ihr, den sie bisher noch nie in diesem Ausmaß gekannt hatte - Hass auf Micail, Hass auf sich selbst, die sie sich nich besser wehren konnte...Als Micail dazu überging, ihr den Rock hochzuschieben, schloss Serenya die Augen und liess sich ganz in dieses Gefühl hineinfallen. Es wurde immer stärker,
verdrängte alle anderen Gedanken, Gefühle, Sinneseindrücke.. und dann war nichts mehr. Keine Angst, kein Hass, nur ein tiefes Gefühl der Gelassenheit und Ruhe.. und eine leise, harmonische, nie gekannte Melodie, die Serenya bald ganz erfüllte. Es war eine Melodie, die Serenya niemals würde beschreiben können, niemals in Noten aufzeichnen können. Langsam öffnete sie die Augen und lächelte Micail entrückt an, ohne ihn wirklich zu sehen. Vielmehr schien ihr Blick durch ihn hindurchzugehen wie durch Glas. Serenya lauschte immer noch der geheimnisvollen Melodie, ließ sich ganz von ihr tragen, als ihr plötzlich und ohne ihr zutun Worte in einer fremden Sprache formte. Kaum waren diese ausgesprochen, kehrte Serenya mit einem schmerzhaften Ruck in die Wirklichkeit zurück - Schmerzwellen rasten durch ihren Kopf, sie zitterte wie Espenlaub und empfand eine noch nie zuvor gefühlte, tiefe Erschöpfung...Dann fiel ihr Blick auf Micail. Jener war einige Schritte zurückgewichen und starrte wortlos auf Serenya, nackte Angst und äußerstes Entsetzen im Blick. Sein Mund stand weit offen, seine Hände öffneten und schlossen sich unkontrolliert. Es schien so, als wollte er seinen Blick um jeden Preis von ihr wenden, könne dies aber nicht. Zu sehr war er von dem, was er sah, gebannt. Micail sah nicht die junge, zierliche Frau vor sich, die er seit frühester Kindheit kannte, er sah vielmehr das, was in vielen Jahren von dieser Frau übrig sein würde. In wenigen Sekunden hatte sich, für seine Augen, Serenyas Haut aufgelöst, Haare, Lippen, Augen... waren verschwunden.. bis ihm nur noch ein Skelett gegenüberstand, das ihn höhnisch anzugrinsen schien."Nein..NEIN!!!! Lass... lass mich in Ruhe..bitte...ich...." brachte Micail nur stockend hervor, die Stimme von Panik erfüllt. Serenya konnte sich Micail´s seltsames Verhalten nicht erklären. Verwirrt drehte sie sich einmal um die eigene Achse, suchte nach etwas, was ihm eine solche Angst einjagen könnte , aber vergeblich - der Wald lag genauso friedlich und still da, wie zuvor, nichts bewegte sich in ihrer näheren Umgebung außer einem kleinen Hasen. "Micail.." fing sie an zu sprechen, stoppte aber sofort wieder... Der Klang ihrer Stimme schien sein Entsetzen nur noch zu vergrößern. Er zitterte am ganzen Körper wie Espenlaub, alle Farbe war aus seinem Gesicht gewichen. Wie hypnotisiert starrte er Serenya an... Diese schüttelte verständnislos den Kopf und sah an sich herunter, betastete ihren Körper, hielt ihre Hände dicht vor ihr Gesicht - aber wiederum konnte sie nichts entdecken, was die Panik Micai´s erklären könnte. Sie sah nur den zierlichen Körper Serenya Yarsils, nicht mehr und nicht weniger. "Micail.. Was...?" sprach sie leise und mit so ruhiger Stimme, wie es ihr möglich war. Bei diesen Worten zuckte Micail abrupt zusammen, als ob der den Klang ihrer Stimme nicht ertragen könnte.. "Lass ab von mir!Geh dorthin zurück, woher du gekommen bist, Kreatur der Hölle!" schrie er plötzlich, von dem Mut der Verzweiflung erfüllt. "Kreatur der Hölle.." ... diese Worte hallten wie ein Echo in Serenyas Kopf wieder. Wortlos starrte sie Micail an...Diesem gelang es unterdessen, sich aus dem Bann zu lösen der ihn befallen hatte. Es gelang ihm, einen Schritt rückwärts zu gehen, einen wenig Abstand zwischen sich und das Skelett zu bringen, das er vor sich sah. "Ich.. Ich bin es.. Serenya" brachte sie schliesslich hervor und streckte einen Arm nach ihm aus. "Rühr.. Rühr mich nicht an!" keuchte Micail, fuhr auf dem Absatz herum und stürmte davon. Allerdings kam er nur wenige Schritte weit..Er stolperte plötzlich über einen großen Ast, verlor das Gleichgewicht... versuchte noch, sich wieder zu fangen, aber vergeblich. Micail stürzte zu Boden und prallte mit dem Kopf auf einem scharfkantigen Stein auf. Reglos blieb er am Boden liegen, Blut sickerte langsam aus einer Wunde am Kopf. Serenya eilte sofort zu ihm und schüttelte ihn unsanft. "Micail..! Wach auf..!" sprach sie mit leicht wackeliger Stimme. Und tatsächlich.. Micail öffnete die Augen. Mit trübem Blick sah er sie an. "Se.... Sery...." sagte er, die Stimme kaum mehr als ein Flüstern. Dann fielen ihm seine Auge auch schon wieder zu, ein letztes Mal hob sich seine Brust - und dann nichts mehr. Micail war tot. Serenya stand, mit vor Entsetzen weit aufgerissenem Mund, lange Zeit da und starrte auf den leblosen Körper Micails herunter. "Ich habe ihn umgebracht.. Ich weiß nicht, wie, ich weiß nicht, was ich getan habe, aber.. er schien nicht mehr mich zu sehen..." dachte sie, und wieder gingen ihr die Worte "Kreatur der Hölle" durch den Kopf. Tränen stiegen ihr in die Augen und rannen ihre Wangen hinunter. Was sollte sie nur tun?Weglaufen?Zurück zum Dorf?Sie würde als Hexe gelten...wer weiß, was sie mit ihr tun würden?! Weinend brach sie auf dem Waldboden zusammen. Lange Zeit lag sie so dort, unfähig zu einem klaren Gedanken.. bis sie unsanft in die Wirklichkeit zurück geholt wurde. "Dort ist sie, die Hexe!Sie hat ihn umgebracht!Ich wusste, dass etwas mit ihr nicht stimmt!Wir hätten sie vor langer Zeit schon aus dem Dorf jagen sollen!" Solche und ähnliche Sätze, von wütenden aber zum Teil auch ängstlichen Stimmen umgebracht, drangen an ihr ohr. Schwankend richtete sie sich auf und sah sich um... Dort waren sie, sämtliche Einwohner ihres Dorfes. Alle trugen sie abweisende, zornige Mienen zur Schau, manche hielten Knüppel oder andere zur Waffe zweckentfremdete Gegenstände in den Händen. "Ich...das wollte ich nicht..wirklich nicht!" stotterte Serenya. Daraufhin löste sich aus dem Pulk der Dorfbewohner ihr Vater, der einen kleinen Jungen an der Hand hielt. "Das wolltest du nicht?! Dieser Junge hier hat uns aber etwas anderes erzählt!" sprach ihr Vater mit zorniger Stimme und klopfte dem Jungen aufmunternd auf den Rücken. "Erzähle noch mal, was du gesehen hast!" "Ja.. also.. ich war mit meinen Freunden im Wald spielen und hatte mich ein bißchen verirrt.. Da hab ich Stimmen gehört! Denen bin ich gefolgt, und da hab ich sie.. " er deutet auf Serenya "gesehen..mit Micail!Micail hat sie geküsst!Und..und auf einmal.. da..da hat sie ganz merkwürdige Worte gesprochen, die hab ich nicht verstanden!Und dann..dann... dann war sie plötzlich nicht mehr da..Aber ein Skelett! Und das hat Micail anfassen wollen!Und dann hat er Angst bekommen und ist weggelaufen..und gefallen!"Atemlos vollendet der Junge seine Schilderung. "Soso.. hörst du das, Serenya?! Du hast ihn getötet!Du bist eine Hexe!Deine Hexerei hat ihn getötet!Wieso haben wir es nicht vorher gemerkt... wir hätten es wissen sollen!" Serenya wimmerte leise... "Ich bin keine Hexe... ich habe ihn nicht getötet!" "SCHWEIG!" donnerte ihr Vater, seine Miene verhärtete sich noch mehr. "Worte machen alles nur noch schlimmer!Geh einfach..Geh..Geh und komm nie wieder hierher!Wir wollen dich nicht mehr! Ich habe dich geliebt, Tochter, so sehr geliebt.. Aber eine Hexe kann ich nicht lieben!VERSCHWINDE!" "JA, VERSCHWINDE!" riefen die Dorfbewohner im Chor. "Hexe!Hexe!Hexe!" Serenya starrte ihren Vater fassunglos an, unfähig, nur ein Wort herauszubringen oder sich zu bewegen. Nach einer halben Ewigkeit schließlich, so schien es ihr, konnte sie sich aus ihrer Erstarrung lösen.. wortlos, und ohne jemandem ins Gesicht zu sehen, schritt sie durch die Menge der Dorfbewohner und tauchte bald im Halbdunkel des Waldes unter.

Seit jenem Tag waren nun einige Monate ins Land gegangen, in denen Serenya sich, mehr schlecht als recht, allein und ohne eine einzige Münze in der Tasche durchgeschlagen hatte und rastlos durch das Land gewandert war. Die Erinnerung an jenen Tag im Sommer verdrängte sie meist... in ihren Träumen jedoch wurde sie regelmäßig davon heimgesucht.

Bibbernd schreckt Serenya aus ihren Erinnerungen hoch. Sie hat mehr Zeit in der Vergangenheit verbracht, als sie dachte, denn die Nacht ist schon herein gebrochen. Es ist noch kälter geworden, ihr Atem steht ihr als weiße Wolke vor dem Gesicht und sie zittert am ganzen Körper, sowohl vor Erschöpfung als auch vor Kälte. "Ich muss etwas ausruhen...nur zwei Minuten.." denkt sie bei sich und lehnt sich müde gegen einen Baum. Doch aus zwei Minuten wurden fünf, und aus fünf Minuten wurden 10.. bald fallen Serenya die Augen zu und sie sinkt, ohne sich noch einmal zu rühren, zu Boden. Einige Stunden lang liegt sie so dort, die Temperaturen sinken stetig und der Wind nimmt immer mehr zu.Doch dann nähert sich ihr eine dunkle, verhüllte Gestalt, die eine rußende Fackel in der rechten Hand trägt. Bald fällt ihr Lichtschein auf die leblose Serenya.. "Nanu..wer ist denn das?Wer, in Eluives Namen, verbringt bei diesem Wetter eine Nacht im freien?" denkt die Gestalt bei sich. Vorsichtig streckt sie die Hand aus und berührt Serenyas Hände. "Sie ist ganz kalt... sie wird sterben, wenn nicht schnell etwas geschieht! Ich werde sie nach Tirell bringen, dort kann man ihr helfen." Und ohne noch einmal darüber nachzudenken hebt die Gestalt Serenya vorsichtig hoch trägt sie davon...
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