Ein besonderes Gewand für einen besonderen Tag...

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Munaya Bashir

Ein besonderes Gewand für einen besonderen Tag...

Beitrag von Munaya Bashir »

Am 4. Tage des neuen Jahres sollte die Hochzeit sein. Raniya hatte es ihr gesagt als sie sie um Rat bittend,für die Hochzeit aufsuchte. Ein Kleid wünschte sie sich, rein und klar wie das Herz einer Braut, wertvoll bestickt und geschmückt, so wertvoll wie die Ehe bei ihrem Volke war. Ein Schleier um das Antlitz der Braut zu bedecken,bis der stolze Ehemann ihn lüften würde. Sie hatte den Stoff vor sich liegen. Drei Nächte hatte sie daran gewebt. Die Fäden für diesen Stoff waren zart und fein wie Spinnenweben gesponnen. Es sollte etwas besonderes sein und die Wolle dafür war von den Haaren junger Lamas gesammelt worden. Deren Fell war noch weich und seidig, der Rohstoff der Menekanischen Rohseide. Sie hatte die Fasern gewaschen und gekämmt dann versponnen. Übung war dabei wichtig, damit die Fäden gleichmässig gerieten. Doch sie hatte alle freie Zeit für diese Seide geopfert. Ihr Blick wanderte über den Stoff für den Schleier und der Schleppe. Er war ebenfalls zart und durchsichtig. Die Kunst bei diesem lag darin in nicht wie normale Stoffe zu weben. Er war geknüpft worden. Es war eine langwierige Art diese Spitze herzustellen. Noch um einiges mühseeliger als bei der Seide, spannte man die Fäden auf ein Gerüst und zog mit einer Nadeln Schlaufen hindurch. Es war ein Netzartiges Gewebe entstanden, welches nicht robust aber von unvergleichbarer Filigranität gezeichnet war.Menekanische Schleierspitze war kostbarer als die Seide. Was auch erklärte, weswegen sie ausschließlich für die Kopfbedeckung menekanischer Frauen bestimmt war. Jeden Abend arbeitete Munaya an dieser Spitze, immer nur eine Handbreit davon fertigstellend. Doch sie hatte immer ein zwei Rollen dieses wertvollen Gespinstes im Lager. Es wäre unmöglich gewesen sie nun für die Hochzeit kurzfristig zu weben. Sie hatte bereits of für Raniya Kleider genäht und hatte ein Büchlein allein für ihre Maße angelegt. Dieses lag neben dem Korb mit den zierlichen glitzernden Perlen, die aus erhitztem,flüssigem Sand geblasen wurden. Und mit kleinen Löchern durchbohrt auf ihre Vewendung warteten. Daneben lagen die Goldenen Plätchen, in Münzgröße doch dünner als Münzen. Sie wiesen ebenfalls kleine Löcher auf um sie damit an das Kleid zu nähen. Dann die Goldfäden um den Saum der Schleppen und des Schleiers zu besticken.Er lag neben einigen Rollen des Seidengarns, der die Kleidnähte sauber zusammenhalten sollte.
Nun holte sie den Schnitt für das Menekanische Hochzeitskleid hervor und übertrug diesen mit Raniyas Maßen auf die Rohseide. Daraufhin schnitt sie die einzelnen Stücke zu und legte sie sorgsam zurecht. Mit flinken Fingern und feinen sicheren Stichen nähte sie sie einzelnen Stücke zusammen. Sie kam recht schnell voran, dies verdankte sie der jahrelangen Übung und der Ausbildung des Harems. Auch die Stickerei hatte sie dort gelernt und so begann sie nun damit das Hochzeitsgewand mit feinen Stichen des Goldfadens zu verzieren. Kakteenblüten mit Perlenspitzen begannen aus goldenen Fäden zu entwachsen. Reihen mit den goldenen Münzplättchen zogen sich spiralenförmig über den weiten Rock des Kleides. Sie klimperten bei jeder Bewegung des Stoffes mit leisen hellen Klängen.
Fünf Abende arbeitete sie daran dann war das Kleid vollständig verziert. Dann erst machte sie sich daran aus der menekanischen Spitze den Schleier und die Schleppe zu fertigen.Diese war lediglich aus einem langen Tuch bestehend das hinter der Braut noch 3 Schritte über den Boden fallen sollte. Dieses wurde mit weiterem Goldfäden bestickt und darin Perlen eingearbeitet. Dann war es geschafft. Eine menekanische Braut ging für gewöhnlich Barfuss in ihr neues Leben über also musste für Schuhe nicht gesorgt werden.
Sorgsam legte sie das Kleid sammt Schleier und Schleppe zusammen und bettete die Stücke in einer Truhe.
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